Florian Kopf steht ohne Satzverlust im März-Masters-1000-Finale

Power-Server Florian Kopf hat beim zweiten HTT-Masters-Series-1000-Event des Jahres seine aktuelle Hochform auch im Semifinale unter Beweis gestellt, und seinen am Vortag errungenen Erfolg über Titelverteidiger Philipp Schneider mit einem weiteren Zweisatzsieg über den an Nummer 4 gesetzten Alexander Schager bestätigt. Der 23jährige vom Schwechater TC feierte nach einem phasenweise hochklassigen Match in nur 78 Minuten mit 6:4, 6:4 seinen insgesamt 35. HTT-Karriere-Einzelsieg, und zog damit ins dritte HTT-Endspiel seiner Laufbahn ein. Ein Bericht von C.L

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Kopf und Schager patzen in einem hochklassigen ersten Satz nur beim Service

Der bislang in bestechender Form agierende Florian Kopf spielt bei der 21. Auflage des März-Masters-Series-1000-Turniers weiter in einer eigenen Liga. Auch im vierten Antreten bei seinem HTT-Saison-Debüt war der 23jährige Niederösterreicher nicht zu stoppen, und beim 6:4, 6:4 Erfolg über Alexander Schager einmal mehr eine Klasse für sich. Bei traumhaften äußeren Bedingungen am Centercourt in der Südstadt, boten Kopf und Schager dem Publikum vor Ort vorallem im ersten Satz einen hochklassigen Schlagabtausch mit vielen höchst sehenswerten Ballwechseln. War der kleine gelbe Filz einmal im Spiel, lieferten sich die beiden HTT-Stars immer wieder atemberaubende Hochgeschwindigkeits-Rallys, die für ein äußerst attraktives erstes Halbfinale sorgten. Zu bemängeln gab es eigentlich nur die Service-Leistung der beiden Hauptdarsteller am Centercourt. Insgesamt fünf Aufschlagverluste alleine im ersten Satz dokumentierten die eher schwächliche Service-Performance von Kopf und Schager. Das letztlich entscheidende Break im ersten Durchgang kassierte Schager am Satzende zum 4:6.

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Breakorgie auch im zweiten Satz

Eine Viertelstunde war dann im zweiten Satz gespielt, als die Entscheidung gefallen schien. Kopf hatte sich mit 4:1 abgesetzt, seinem steirischen Gegenüber den Aufschlag zum 3:1 sogar zu Null abgenommen, und den 35. Karriere-Einzelsieg vielleicht schon abgehakt, als sich Schager zu einer finalen Schluss-Offensive aufraffte. Mit dem Mut der Verzweiflung und jeder Menge Risiko hielt der Steirer seinen Aufschlag zum 2:4 und “breakte” Kopf noch einmal zum 3:4. Beim Versuch den 4:4 Ausgleich zu fixieren, patzte der HTT-US-Open-Finalist aber mehrfach mit seiner Vorhand, und nach drei weiteren Breaks in diesem ersten März-Masters-Series-1000-Semifinale hatte Kopf mit 6:4, 6:4 sein insgesamt drittes HTT-Karriere-Finale erreicht. “Es war sehr schwierig zu spielen. Schager hat von der Grundlinie sehr solide und aggressiv mit viel Drall gespielt, und so musste ich ziemlich weit hinter der Grundlinie agieren. Mein Aufschlag war schlecht, das sieht man an der Statistik. Sonst bin ich aber ganz zufrieden, vorallem mit meiner Rückhand. Es war ganz ok”, so der 23jährige.

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“Wenn du 5 Breaks schaffst, musst du eigentlich gewinnen”

“Wenn du sieben Breaks in zwei Sätzen kassierst, ist das natürlich ein bißchen heftig. Dann kann der Aufschlag nicht gut gewesen sein. Im ersten Satz habe ich auch zuviele Doppelfehler gemacht, und auch nach dem ersten Aufschlag sind mir zu wenige Punkte gelungen”, übte Schager heftige Selbstkritik. “Das schnelle Spiel von Kopf war kein Problem, mir taugt das sogar, wenn die Gegner flotter spielen. Aber wenn du 5 Games gegen einen Spieler wie Kopf schaffst, dann musst du eigentlich gewinnen. Es lag also heute ganz klar am Aufschlag”, so der 20jährige Steirer, der sich in einer ersten Turnierbilanz aber zufrieden zeigte: “Semifinale auf 1000er-Ebene passt gut, mit diesen Punkten müsste sich Platz 8 wieder ausgehen. Mit der Leistung bin ich nicht zu hundert Prozent zufrieden. Es war nicht leicht, auf Hartplatz zu spielen und sich auf die Bedingungen einzustellen. Ich kann definitiv besser spielen”, urteile Schager im abschließenden Interview.

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