Schager und Scheidl “mühen” sich ins Semifinale

Der weiter in bestechender Form agierende Florian Kopf, hat am Sonntag Nachmittag im Viertelfinale des 21. März-Masters-Series-1000-Turniers nicht nur die Hoffnungen des 2fachen Masterssiegers Philipp Schneider auf eine erfolgreiche Titelverteidgung beendet, sondern mit einem 6:4, 7:5 Erfolg über den an Nummer 2 gereihten Niederrösterreicher auch ein Semifinale der vier gesetzten Top-Ten-Stars verhindert. Während Schneider also in der Vorschluss-Runde in Florian Kopf seinen Meister und Bezwinger fand, und die Nr. 1 des Turniers Damian Roman mit nur fünf abgegebenen Games in sein 16. HTT-Karriere-Semifinale spazierte, mühten sich HTT-US-Open-Finalist Alexander Schager und der HTT-Australian-Open-Champion von 2015 Bernhard Scheidl mit einigem Glück in die Vorschluss-Runde des 25. Saisonturniers. Ein Bericht von C.L

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Bernhard Scheidl verhindert trotz mittelmäßiger Vorstellung den erstmaligen Einzug eines Südamerikaners in ein HTT-Masters-Series-1000-Viertelfinale

Burgenlands aktuell bester HTT-Spieler Bernhard Scheidl ist am gestrigen Sonntag nach einem gewaltigen Kraftakt ins Semifinale des März-Masters-Series-1000-Turniers in Maria Enzersdorf eingezogen. Der HTT-Australian-Open-Gewinner von 2015 kämpfte zunächst im Achtelfinale den sich abermals  stark präsentierenden Brasilianer Reginaldo Dos Santos Silva Junior vom TC Terra Rossa nach zweieinhalb Stunden Spielzeit mit 6:4, 4:6, 6:2 nieder, ehe er sich in einem viertelfinalen Krimi gegen Mathias Wagner nach Abwehr von drei Matchbällen mit 3:6, 6:3 und 7:6 durchsetzte, und damit in diesem Jahr beim vierten Turnierstart zum vierten Mal in Folge das Semifinale erreichte. Vorausgegangen war allerdings ein 5 Stunden-Marathon, in dem Scheidl die erste Etappe in Form des Achtelfinales gegen Vorhemus-Bezwinger Dos Santos mit einer eher bescheidenen Vorstellung bestritt. Der 30jährige aus Neusiedl am See wirkte über weite Strecken viel zu passiv und entgegen seines gewohnten Spielstiles fast schon lethargisch an der Grundlinie. Und dort kann der Ranglisten-Sechste ja bekannter Weise keinem der Kollegen aus den Top 20 wirklich gefährlich werden. Scheidls Trümpfe liegen vorne am Netz, und Scheidls Waffen sind sein exzellentes Flugballspiel und sein erstklassiger Aufschlag. Den Ball von der Grundlinie ins Feld des Gegners stoßen, ist aus Scheidls Sicht nicht nur relativ wirkungslos, sondern auch alles andere als attraktiv anzuschauen. Und weil der an Nummer 3 gesetzte Burgenländer gar zu passiv agierte, wurde sein Gegenüber aus Sao Paulo mit Fortdauer der Partie immer frecher. Am Return stand der 39jährige vom TC Terra Rossa phasenweise einen Meter tief im Feld, und immer öfter gingen wichtige Punkte und am Ende auch Durchgang 2 an den sympahtischen Brasilianer.

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Mathias Wagner lässt drei Matchbälle gegen Bernhard Scheidl aus, der damit in diesem Jahr zum vierten Mal in Serie ein Semifinale erreicht

Am Ende wurde es aber doch nichts mit dem ersten Südamerikaner im einem HTT-Masters-Series-1000-Viertelfinale. Dort stand Bernhard Scheidl und ihm gegenüber ein Gegner, der in den letzten Wochen phasenweise bombastisch aufschlug, im Achtelfinale unmittelbar zuvor gegen den ambitioniert kämpfenden und teilweise stark spielenden Debütanten Peter Handlgruber aber Schwächen offenbarte. Der 43jährige aus Amstetten erwischte einen Blitzstart, ehe Wagner zurückschlug und mit 6:3 den ersten Satz für sich entschied. Im zweiten Satz hatte der Muckendorfer Match & Gegner dann eigentlich sicher im Griff, und trotzdem musste er am Ende froh sein, das Viertelfinale unbeschadet und ohne Satzverlust erreicht zu haben. Handlgruber musste Wagner trotz vergebenen Satzbällen den Vortritt in die Runde der letzten Acht lassen. Und dort lieferte Wagner dann in seinem ersten direkten Duell mit Scheidl dem HTT-Australian-Open-Sieger von 2015 einen an Spannung und Dramatik kaum mehr überbietbaren Dreisatz-Fight. Je ein Break entschied die ersten beiden Durchgänge, die in der Nachbetrachtung nicht mehr als das Vorspiel zu einem mega heißen Finish darstellten. Wagner führte im alles entscheidenden dritten Heat bereits mit 5:3, als er sein Service in dilettantischer Art und Weise zu Null abgeben musste. Dennoch sollte Wagner in der Folge insgesamt drei Matchbälle vorfinden. Bei 6:5 ließ er als Returnspieler den ersten “big point” aus, ehe sich das Geschehen im Tie-Break nochmals zuspitzen sollte. Wagner holte einen 3:6 Rückstand auf, hatte bei 7:6 und 9:8 die Matchbälle Nr. 2 und 3, ehe sich Scheidl mit 11:9 ins Semifinale rettete und zudem den 45. HTT-Einzelsieg seiner Karriere bejubeln durfte.

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Spaniens HTT-Superstar Ignacio Martin vom “eigenen Kopf” und einem “Rasensprenger” gestoppt

Nach 6:0 Siegen ist am Sonntag Nachmittag unter teilweise recht kuriosen Umständen die Siegesserie von Ignacio Martin beim März-Masters-Series-1000-Turnier zu Ende gegangen. Der 28jährige Madrilene, der sich 2013 in die Siegerliste dieses Hartplatz-Klassikers eintragen konnte, und im Achtelfinale noch einen deutlichen 6:3, 6:2 Sieg über BMTC-Star Stefan Roch feiern durfte, ließ im Viertelfinal-Hit gegen den amtierenden HTT-US-Open-Finalisten Alexander Schager die große Chance aus, wichtige Ranglisten-Punkte für seine geplante Rückkehr unter die Top Ten der HTT-Entry-List zu sammeln. Schager hatte sich zur Einstimmung auf die Verhältnisse am Centercourt des Tennispoint Südstadt im Achtelfinale mit einem 6:2, 6:4 Erfolg über Christoph Straninger warm geschlagen, ehe er gegen Spaniens HTT-Topstar massiv in Bedrängnis geriet. 3:6 musste der Steirer den ersten Satz abgeben, und auch in der Folge erheblich zittern, ehe er bei seinem ersten Antreten seit den HTT-Australian-Open nach vielen kritischen und auch kuriosen Situationen das Semifinale erreicht hatte. Da war zunächst einmal das Kuriosum des Wochenendes schlechthin. Bei strahlend blauem Himmel und einem ersten echten Frühsommertag – wie Meteorologen sagen würden – gab es – man höre und staune – doch tatsächlich eine Regenunterbrechung. Na ja, eigentlich war eine es “Regner-Unterbrechnung”, denn ein falsch eingestellter Rasensprenger am benachbarten Fußballplatz und plötzlich sich ändernde Windverhältnisse, setzten mit einem heftigen “2 Minuten-Sprüh” Teile des Centercourts unter Wasser. An eine Weiterführung der Partie war rund 30 Minuten lang nicht zu denken, ehe das dortige Garten-Personal mit einer “Wisch & Weg-Aktion” wieder für trockene Verhältnisse sorgte.

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Martin mit Blackout im dritten Satz – Schager im Semifinale gegen Florian Kopf

Schager kam mit dieser völlig unerwarteten Unterbrechung besser zurecht, und konnte mit gewonnenem Tie-Break zum 1:1 in Sätzen ausgleichen. Nochmals kurios und aus Sicht des spanischen Matadors sogar unerklärlich wurde es im dritten Satz, als Ignacio Martin mit frühem Break 2:0 führte, zudem bei eigenem Aufschlag drei Spielbälle auf das vielleicht schon vorentscheidende 3:0 vorfand, und am Ende mit sechs abgegebenen Games in Serie als 6:3, 6:7, 2:6 Verlierer vom Platz schleichen musste. “Ich hatte ein grobes mentales Problem. Ich konnte mich nach dem missglückten Versuch auf 3:0 zu stellen, einfach nicht mehr so konzentrieren wie es nötig gewesen wäre, um gegen Schager erfolgreich zu bestehen. Ich kann mir das aber nicht erklären”, zeigte sich Spaniens HTT-Superstar schwer enttäuscht über sein Blackout.

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