Anekdoten & Kuriositäten – Rückblick auf 20 Jahre März-Masters

Vor 20 Jahren – exakt am 13. April 1996 – ging das traditionsreichste HTT-Masters-Series-1000-Turnier – damals noch unter dem Namen März-Super-4-Turnier erstmals in der Bundessportschule Spitzerberg in Hundsheim über die Bühne. Seither sind zwei Jahrzehnte vergangen, hat das Turnier neben einem Ortswechsel auch einen Namenswechsel vollzogen, und in den Jahren von 1996 bis 2015 jede Menge Anekdoten, Highlights, Rekorde und Kuriositäten produziert. Ein Rückblick von C.L

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1996 bis 2000 – Claus Lippert holt 3 seiner insgesamt 4 März-Masters-Series-1000-Titel

Die Premieren-Veranstaltung im Frühjahr 1996 ging mit 16 Spielern in Szene und brachte am Ende den ersten von insgesamt 4 März-Masters-Series-1000-Titeln des heutigen HTT-Veranstalters. Mit 4 Erfolgen (1996, 1998, 2000 und 2001) ist Claus Lippert bis heute der Rekordsieger dieser 1000er-Veranstaltung. 1997 standen erstmals die vier topgesetzten Spieler im Semifinale, ehe am Ende Roman Ainberger mit dem Siegerpokal aus der Sportschule am Spitzerberg abreiste.

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2001 bis 2005 – Tennis im Schnee und das Ende der Ära Bundessportschule Spitzerberg

Bei der 7. Ausgabe im Jahr 2002 gab es eine ganz skurrile Szenerie zu bestaunen. Am späten Nachmittag des 6. April fielen die Temperaturen im östlichen Niederösterreich unter den Gefrierpunkt, und bei beginnendem Schnellfall absolvierten die beiden Routiniers Alois Schwing und Walter Wottawa ihr Viertelfinal-Duell in dicken Anoraks und Handschuhen. Wenige Tage später bei herrlichem Frühlingswetter beendete Chinas Tashi Liu mit einem 7:6, 1;6, 7:5 Erfolg die Hartplatz-Dominanz von Claus Lippert und sorgte für den ersten asiatischen 1000er-Erfolg der HTT-Geschichte. In den beiden darauffolgenden Jahren prägte Martin Kova mit zwei Titelgewinnen in Serie das Geschehen in Hundsheim, ehe Chinas Superstar Tashi Liu ein zweites Mal auf den beiden Hartplätzen der Fliegerschule triumphierte, und mit seinem Finalsieg über Überraschungsmann Herbert Döcker die Ära Bundessportschule Spitzerberg nach 10 Jahren beendete.

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2006 bis 2007 – mit dem schnellsten Endspiel der Geschichte und einem Challenger-Spieler im Finale

2006 gastierte die Hobby-Tennis-Tour zum allerersten Mal im Tennispoint Südstadt und die HTT-Premiere am südlichen Stadtrand von Wien ging an Christoph Wagner vom TC Top Serve, der in seiner Karriere insgesamt acht dieser prestigeträchtigen Titel an Land ziehen konnte. 2007 begann dann die “Ära Harbarth” und diese 12. Auflage des Hartplatz-Klassikers ging als eine der verrücktesten in die Geschichte dieses Turniers ein. Semifinale gab es keines, weil Helmuth Pokitsch verletzungsbedingt aufgeben musste, und Thomas Seemann beruflich verhindert auf ein Antreten verzichten musste. So war der Weg für einen Sensationsmann frei, der eigentlich nie und nimmer das Endspiel hätte erreichen dürfen. Als Nummer 124 ins Turnier gestartet, war Heinz “Honzo” Kahler nach einem Auftaktsieg über Markus Posteiner ins Achtelfinale eingezogen. Dort “erbte” er nach 0:6, 0:5 Rückstand gegen Mathias Fink den Aufstieg ins Viertelfinale. Dazu der kampflose Einzug ins Endspiel, und Kahler war als damals klassischer Challenger-Spieler im Endspiel eines Masters-Series-1000-Turniers mit von der Partie. Und dort dann sogar noch an einem Rekord mitbeteiligt, denn Kahler unterlag dem damaligen Ranglisten-Ersten Andreas Harbarth in nur 28 Minuten mit 0:6, 0:6. Das bis heute schnellste Endspiel der Geschichte!

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2008 bis 2010 – große Namen in der März-Masters-Series-1000-Siegerliste

Im Jahr darauf sorgte Harbarth mit einem Finalerfolg über Gerald Stangl für die bislang letzte gelungene Titelverteidigung beim März-Masters-Series-1000-Turnier. Im Jahr 2009 lieferte ein 18jähriger Stockerauer die Schlagzeilen des Turniers. Michael Karner bezwang nacheinander Thomas Müller und Gerald Stangl und erreichte das Semifinale. Der Titel ging an Robin Douglas, der den ersten deutschen Masters-Series-1000-Sieg fixierte, und im Endspiel den Sieger von 2003 und 2004 Martin Kova bei dessen 150. Karriere-Turnierstart am 30. Titel seiner Laufbahn hinderte. 2010 legte der Überraschungsmann von 2009 Michael Karner mit seinem ersten Finaleinzug auf 1000er-Ebene nach, musste sich im Finale aber Mario Kiss geschlagen geben. Der hatte seine härteste Prüfung im Verlauf des Turniers im Viertelfinale zu bestehen, als er Thomas Müller bei arktischen Temperaturen mit 7:6, 5:7, 7:6 niederkämpfen konnte.

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2011 bis 2012 – 40 Minuten Tennis für 1000 Ranglistenpunkte

Aus der “Super-4-Serie” war zu Saisonbeginn 2011 die “Masters-Series-1000” entstanden, und bei herrlichem Frühlingswetter und tollem Tennis-Niveau fehlte am Ende nur ein würdiges Finale. Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Turniers entfiel das Endspiel, und so kam Christoph Wagner 5 Jahre nach seinem ersten Titelgewinn in der Südstadt zum zweiten März-Masters-Series-1000-Titel seiner Karriere. 2012 sollte es abermals kein Finale geben, und die 17. Auflage dieses Klassikers in der Südstadt avancierte wohl zur absolut kuriosesten Ausgabe überhaupt. Da waren zunächst einmal die verrückten Wetterkapriolen, die innerhalb von drei Turniertagen alles mit sich brachten, was das Wetter in Österreich in vier Jahreszeiten zu bieten hat. Am Freitag herrlicher Sonnenschein und warme Temperaturen, am Samstag ein noch nie dagewesener Orkan, der sogar die Pfosten der Tennisplatz-Umzäunung wie Streichhölzer knickte, ehe am Sonntag General Winter mit Minusgraden und Schnellfall Einzug in der Südstadt hielt. Ab dem Semifinale wütete dann noch ein Magen-Darm-Virus im Spielerfeld, und so gab es weder Semifinale noch Finale. Legendären Stellenwert hat daher auch der Titelgewinn des Patrick Wiesmühler erhalten, der in nur 40 Minuten Spielzeit 1000 Ranglisten-Punkte aus der Südstadt entführte. Mit Freilos in Runde 1, einem achtelfinalen Kantersieg über Andreas Tolunay und drei “walk over Aufstiegen”, sicherte sich Wiesmühler den zweiten seiner insgesamt drei HTT-Masters-Series-1000-Titel.

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2013 bis 2015 – Ines Kreilinger sorgt für magischen Abend und historische HTT-Momente

2013 hatte General Winter überhaupt kein Einsehen, und so musste das Turnier erstmals seit Bestehen in der Halle ausgetragen werden. Der damalige Shooting-Star Ignacio Martin feierte im UTC La Ville den ersten spanischen Masters-Series-1000-Erfolg. 2014 versetzte Andreas Tolunay mit einem nie und nimmer erwarteten Erstrunden-Erfolg über Power-Server Harald Schachinger die Tour-Community in Staunen. Doch der Terra-Rossa-Star war nur bis zum Endspiel das Top-Gesprächsthema in der Szene. Denn dann kam der 1. April 2014 und ein magischer Abend, der in dieser Form bis heute unerreicht blieb, und historische Ausmaße angenommen hatte. Zum ersten Mal überhaupt stemmte eine Dame eine der begehrten Masters-Series-1000-Trophäen, doch es war vorallem die Art und Weise, wie Hartplatz-Queen Ines Kreilinger im Endspiel gegen Stefan Grubmüller zu Titelehren kam. Die gebürtige Oberösterreicherin kämpfte sich nach 0:6, 1:4 Rückstand zu ihrem größten HTT-Karriere-Triumph und setzte so einen weiteren Meilenstein in Sachen Damentennis auf der HTT. 2015 bei der bislang letzten Ausgabe dieses Turniers spielte wieder einmal das Wetter verrückt. Der Start bei Super-Wetter im Freien, das Ende bei Drecks-Wetter in der Halle, und Philipp Schneider sicherte sich die 20. Jubiläums-Ausgabe des März-Masters-Series-1000-Turniers.

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