Schneider peilt erfolgreiche HTT-Miami-Titelverteidigung an

Während der serbische Weltranglisten-Erste Novak Djokovic am Dienstag Abend mit einem mühevollen Zweisatzsieg den sensationellen Erfolgsrun von Österreichs Tennis-Hero Dominic Thiem im Achtelfinale des Masters-Series-1000-Turniers von Miami beendet hat, dürfte sich der serbische Ranglisten-Erste der Hobby-Tennis-Tour Vladimir Vukicevic zum Auftakt der Freiluft-Saison eine Auszeit gönnen. Dem zum bereits 21. Mal auf dem Programm stehenden Hartplatz-Klassiker in der Südstadt dürften laut letzten Informationen auch der rumänische HTT-US-Open-Sieger Damian Roman und der Ranglisten-Dritte Christoph Beutler fern bleiben, dennoch darf man sich beim ersten Outdoor-Kräftemessen der HTT-Topstars auf eine Fülle von großartigen Spielern und jede Menge hochklassiges Tennis freuen. Ein Vorbericht von C.L

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HTT mit drittspätestem Outdoor-Auftakt der letzten 10 Jahre

Vorhang auf und Bühne frei für ein frühlingshaft prognostiziertes Tennis-Wochenende zum Auftakt der HTT-Freiluftsaison 2016. Wenn am ersten April-Tag dieses Jahres die Asse der HTT zu ihren Rackets greifen, dann erlebt Österreichs größte Breitensport-Tennisserie ihren drittspätesten Outdoor-Start der vergangenen 10 Jahre. Nur 2008, als es erst am 4. April los ging, und im Jahr 2013, als ein nicht enden wollender Jahrhundertwinter für den ersten Aufschlag am 19. April sorgte, startete die Hobby-Tennis-Tour später als März in die so beliebte Tennissaison unter freiem Himmel. Und während im Crandon Park zu Key Biscayne sogar Rafa Nadal der dort vorherrschenden Hitze Tribut zollen musste, freut man sich 8.370 Kilometer entfernt am südlichen Stadtrand der Bundeshauptstadt nach fünfeinhalb langen Wintermonaten schon über milde 20 Grad, und ein Tennisfest beim 25. Turnier der laufenden Saison.

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Titelverteidiger Philipp Schneider als Favorit auf den Titelgewinn beim 21. März-Masters-Series-1000-Turnier in der Südstadt

Eine Woche nach Ostern steht also das zweite HTT-Masters-Series-1000-Event der Saison 2016 auf dem Programm und dort auf den beiden Hartplätzen der 2fache Masterssieger Philipp Schneider im Mittelpunkt des Geschehens. Der 35jährige Niederösterreicher, der vermutlich ob der durch Abwesenheit glänzenden Top 3 die Setzliste der 21. Auflage dieses Events anführen wird, peilt am anstehenden ersten April-Weekend bei seinem 40. Turnierstart einen Titelgewinn an, der in vielerlei Hinsicht besondere Auswirkungen nach sich ziehen würde. Schneider ist Vorjahressieger und strebt die erste erfolgreich gelungene Titelverteidigung beim März-Masters-Series-1000-Turnier seit 2008 an. Damals verteidigte Andreas Harbarth seinen ein Jahr davor errungenen “HTT-Miami-Titel” mit Erfolg. Schneider wäre außerdem nach bislang 24 gespielten Saisonturnieren mit 24 verschiedenen Siegern der erste Spieler im Jahr 2016, der einen zweiten Saisontitel gewinnen könnte. Und dann gibt es da noch seine ausgezeichneten Bilanzen auf Masters-Series-1000-Ebene, die Schneider in Maria Enzersdorf prolongieren möchte. Der gebürtige Horner würde nach seinem insgesamt siebenten 1000er-Karriere-Titel greifen, und damit in der ewigen Bestenliste der erfolgreichsten 1000er-Spieler auf Rang 3 vorstoßen und mit Andreas Harbarth (ebenfalls 7 Masters-1000-Titel) gleichziehen. Und die Chancen stehen gut, denn Schneider ist beim März-Masters-Series-1000-Turnier mit 7:0 Siegen noch ungeschlagen und hat zudem nicht weniger als drei der letzten fünf HTT-1000er-Turniere für sich entschieden. Bleibt am Ende ein kleiner statistischer Fluch, den es seitens des Ranglisten-Vierten zu bezwingen gilt. Erst einmal – nämlich im Jahr 2012 – konnte der Sieger des ersten Masters-Series-1000-Turniers im Februar auch bei der März-Auflage triumphieren. Sieger damals war übrigens ein gewisser Patrick Wiesmühler.

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Bernhard Scheidl hofft auf ersten Titelgewinn seit den HTT-Australian-Open 2015

Die Liste der aussichtsreichen Schneider-Herausforderer ist allerdings recht lange und hochkarätig besetzt. Nach der neuerlich verletzungsbedingten Absage von Mastersfinalist Nenad Sarcevic aus Serbien, wird der Ranglisten-Sechste Bernhard Scheidl vom UTC Neusiedl am See die Meute der hungrigen Schneider-Gegner anführen. Der 30jährige zeigte sich im bisherigen Saisonverlauf mit drei erreichten Semifinali bei drei Turnierstarts zwar äußerst konstant, der glanzvolle Ausreißer nach Oben blieb aber bislang aus. Und ob Scheidl ausgerechnet auf Hartplatz seinen ersten HTT-Titel seit den HTT-Australian-Open 2015 feiern wird können, bleibt angesichts der bisherigen Resultate des Burgenländers doch fraglich.

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HTT-US-Open-Finalist Alexander Schager als erster Schneider-Herausforderer?

Weitaus größere Chancen werden da schon dem “Steirer-Bua” im hochkarätigen Teilnehmerfeld des 21. März-Masters-Series-1000-Turniers eingeräumt. Alexander Schager scheint das Spielen auf den “harten Courts” am südlichen Stadtrand Wiens zu lieben, und bestätigte diese These mit seinem fulminanten Finaleinzug bei den HTT-US-Open im vergangenen September. Die Herren Beywinkler, Scheidl, Roch und Prüger – alles andere als HTT-Laufkundschaft – warf Schager auf dem Weg zu seinem bislang größten HTT-Karriere-Erfolg aus dem Rennen, und nachdem der 20jährige aus der grünen Mark heuer erst ein Viertelfinale zu Buche stehen hat, könnte er big points in Form eines Top-Resultats dringend benötigen.

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Kann Mathias Wagner seinen Aufwärtstrend auch auf Hartplatz fortsetzen?

Neben Titelverteidiger Philipp Schneider steht mit Spaniens HTT-Superstar Ignacio Martin noch ein weiterer ehemaligen März-Masters-Series-1000-Champion im Hauptfeld des 981. Single-Events der Open Era. Der 28jährige Madrilene triumphierte 2013, ohne allerdings jemals auf einem der beiden Hartplätze im Tennispoint Südstadt gestanden zu sein. Martin triumphierte anno 2013 im UTC La Ville, und schlug dort im Endspiel einen Mann, auf den man am kommenden Wochenende aufpassen sollte. Die Rede ist von Mathias Wagner vom TK Big Point Muckendorf, der heuer mit bereits zwei Finalteilnahmen auf 500er-Ebene den Weg zurück in die Top 20 erfolgreich startete, und zuletzt beim Cash4Car-Cup mit einer grandiosen Leistung im Viertelfinale gegen den Ranglisten-Dritten Christoph Beutler aufhorchen ließ. Ein Semifinale bei den HTT-US-Open im Jahr 2013 belegen zudem eindrucksvoll, dass sich der zuletzt hammerhart und höchst effektiv servierende Niederösterreicher auf Hartplatz pudelwohl fühlt.