Gesetztensterben bei den HTT-Australian-Open

Das erste Grand-Slam-Turnier der neuen HTT-Saison hat seit Samstag Nachmittag seine erste ganz große Sensation zu bieten. Der im Vorfeld mit vielen Vorschusslorbeeren gehandelte Philipp Schlaffer musste sich gleich in seinem ersten HTT-Single 2016 geschlagen geben. Der an Nummer 10 gesetzte Burgenländer kassierte nach knapp zweieinhalb Stunden Spielzeit gegen Jungstar Niklas Grünefeldt ein 6:7, 2:6 Auftakt-Debakel, und schrammte so wie im Vorjahr (damals setzte es ein Drittrunden-Aus gegen Andreas Trinko) recht deutlich an einem Achtelfinalplatz bei den HTT-Australian-Open vorbei. Grünefeldt hingegen avancierte bei seinem “Lieblingsturnier” erneut zum Riesentöter. 2015 schickte der Jungstar vom TC Deutsch Wagram mit Martin Mayer schon einmal einen HTT-Kapazunder in der Anfangsphase des ersten Saisons-Majors vorzeitig auf die Heimreise. Der geschlagene Philipp Schlaffer führte übrigens ein mächtiges Gesetztensterben am dritten HTT-Australian-Open-Tag an. Mit dem Sandplatz-Spezialisten aus Moschendorf verabschiedeten sich bereits 6 der insgesamt 16 Gesetzten vor der dritten Runde. Ein Bericht von C.L

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Niklas Grünefeldt avanciert wie schon im Jahr 2015 zum HTT-Australian-Open-Riesentöter

Im Vorjahr bei der 24. Ausgabe der HTT-Australian-Open war er die ganz große Überraschung und mit dem Einzug ins Viertelfinale samt Sieg über Martin Mayer zum Sensationsmann avanciert. Die Rede ist von Niklas Grünefeldt, der das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres seither zu seinem Libelingsturnier auserkoren hat. Und auch bei seinem zweiten Antreten zu Jahresbeginn im UTC La Ville ist der erst 14jährige mit einem echten Husarenstück auffällig geworden. 7:6, 6:2, das sind die nackten Zahlen der ersten Sensation im Rahmen des fünften Saisonturniers, für die Grünefeldt mit einer fulminanten und höchst reifen Leistung sorgte. Grund solide, äußerst ballsicher und im Stile eines Routiniers nützte Grünefeldt eindrucksvoll den Umstand aus, dass sich sein Gegenüber alles andere als in gewohnter Stärke präsentierte. “Es geht bei mir schon seit längerer Zeit nicht mehr richtig von der Hand”, erklärte Schlaffer seine mäßige Vorstellung, während Grünefeldt in der dritten Runde auf den HTT-Wimbledonsieger von 2009 Thomas Müller treffen wird.

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Routiniers im Vormarsch – Thomas Müller und Franz Mayrhuber kämpfen sich in die dritte Runde

Der mittlerweile 46jährige Ex-Ranglisten-Erste kämpfte sich am Samstag zu “High Noon” in knapp drei Stunden zu einem 1:6, 6:4, 6:1 Erfolg über die HTT-Nr. 288 Christoph Gangl. Nach klar verlorenem ersten Satz fand der WAC-Star mit Fortdauer der Partie immer besser zu seinem Spiel und fixierte schließlich mit seinem 115. HTT-Karriere-Einzelsieg sein bestes HTT-Australian-Open-Resultat seit 2010. Mit Franz Mayrhuber hat ein weiterer Routinier und eine ehemalige Nummer 1 der HTT-Computer-Rangliste die dritte Runde erreicht. Allerdings mühte sich der 51jährige Oberösterreicher bei seinem 95. Turnierstart im Duell mit dem Slowaken Pavol Cabada runde 150 Minuten lang, ehe sein 7:5, 3:6, 6:1 Erfolg feststand.

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Gesetzten-Sterben mit besonders bitterem Aus für Andreas Tolunay

Nach dem Freitags-Aus des an Nr. 8 gereihten Alexander Scheller, haben sich am gestrigen dritten Spieltag gleich fünf weitere Gesetzte bei den 25. HTT-Australian Open in Runde 1 verabschiedet. Neben dem bereits erwähnten Aus von Philipp Schlaffer, erwischte es auch Serbiens größte Zukunftshoffnung den erst 16jährigen Nemanja Dejanovic. Der an Nummer 9 gesetzte Jungstar musste sich dem nur ein Jahr älteren Clemens Wagner klar mit 3:6, 2:6 geschlagen geben. Am bittersten endete der erste Auftritt im Rahmen des 25. Jänner-Grand-Slam-Turniers aber für Terra-Rossa-Star Andreas Tolunay, dessen zweiten Saison-Auftritt im Rettungswagen in Richtung Hietzinger Krankenhaus endete. Der 23jährige hatte sich dreieinhalb Stunden lang mit Tour-Debütant Marcel Rübenbauer auseinanderzusetzen, ehe er von scheren Krämpfen gebeutelt eine 6:3, 3:6, 5:7 Niederlage hinnehmen musste. Als die Krämpfe auch eine Stunde nach Spielende nicht nachließen und sich sogar in Richtung Rücken ausdehnten, verlangte Tolunay schließlich nach einem Arzt. Nur mehr ein Sieg fehlt hingegen Jänner-Grand-Slam-Rekordteilnehmer Martin Kova, um eine weitere Bestmarke aufzustellen. Sein 6:4, 6:4 Erfolg über den deutschen Qualifikanten Martin Sprenger war sein 99. Erfolg auf Major-Ebene. Den 100er kann er in Runde 2 gegen Serbiens Talent David Antic fixieren.