Beutler-Sieg bei Tour-Finals-Debüt nach klassischem Fehlstart

HTT-Wimbledon-Finalist Christoph Beutler hat am Donnerstag Abend einen mühsam errungenen Auftakterfolg über HTT-Australian-Open-Champion Bernhard Scheidl gefeiert. Im Eröffnungsspiel des Single-Bewerbs bei der 26. Auflage der HTT-Tour-Finals im UTC La Ville behielt der Ranglisten-Sechste im Duell zweier Masters-Debütanten nach exakt 90 Minuten und einem 0:6, 6:2, 6:3 Erfolg die Oberhand. Ein Bericht von C.L

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Christoph Beutler braust in nur 18 Minuten in ein peinliches 0:6

Ein klassischer Fehlstart beim HTT-Tour-Finals-Debüt hat Christoph Beutler am Donnerstag Abend nicht daran gehindert, seine Masters-Premiere mit einerm Erfolgserlebnis zu krönen. Gerade einmal 18 Minuten waren im Auftakt-Single am Centercourt des UTC La Ville gespielt, da hatte sich Beutler mit einem kapitalen Fehlstart dem breiten Publikum daheim am hobbytennistour.at Liveticker vorgestellt. 8:25 Punkte, 10 unforced errors bei einer bescheidenen Aufschlagquote von 50 Prozent, drei kassierte Breaks und ein peinliches 0:6 waren die Folge. Und womöglich hätte Beutlers Tour-Finals-Debüt richtig schlimm geendet, wenn auf der anderen Seite des Netzes der HTT-Australian-Open-Champion eine seiner beiden Break-Chancen im ersten Game des zweiten Satzes genützt hätte. Doch Beutler bannte diese brandgefährliche Situation mit einem Vorhand-Winner, und hatte mit einem Schlag nicht nur “angeschrieben” in dieser scheinbar komplett verkorksten Partie, sondern mit dem ersten Game-Gewinn scheinbar plötzlich auch Selbstvertrauen getankt.

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Beutler dreht Tour-Finals-Debütanten-Duell gegen Scheidl und holt in drei Siegen einen womöglich ganz wichtigen Sieg im Aufstiegsrennen der Gruppe B

Auf einmal returnierte der 31jährige besser und exakter, funktionierte auch sein Aufschlag wieder, und wie aus heiterem Himmel führte Beutler plötzlich 3:0. Da waren insgesamt erst unglaubliche 29 Minuten gespielt, wohl auch ein Novum in der Geschichte dieses Turniers. Bis 5:2 ging es danach mit dem Aufschlag, ehe Beutler Break Nr. 2 zum Satzausgleich gelang. Im dritten Durchgang reichte Beutler schließlich ein Break, das er gleich zu Beginn des Satzes beim ersten Aufschlagspiel seines Gegners fixierte. Danach konnten beiden Spieler ihren Aufschlag halten, wobei das aus Sicht Scheidls natürlich am Ende zu wenig war. Bei 5:3 und eigenem Service behielt Beutler die Nerven, knallte dem HTT-Australian-Open-Champ drei Aufschlag-Kracher ins Feld, und jubelte nach exakt 90 Minuten über einen 0:6, 6:2, 6:3 Erfolg zum Auftakt der HTT-Tour-Finals 2015.

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Erste Pressekonferenz im neuen HTT-Media-Center

Danach stand die erste Pressekonferenz bei den HTT-Tour-Finals im neuen HTT-Media-Center auf dem Programm, und dort analysierten Beutler und Scheidl ihr Masters-Debüt wie folgt: “Ja das war ein klassischer Fehlstart, vorallem weil der Belag für mich ungewohnt und sehr schnell war. Da hatte Scheidl zu Beginn sicher Vorteile, auch aufgrund seines Spielstiles mit Serve & Volley. Ich war leider von Beginn weg in Bedrängnis und dadurch auch extrem unsicher. Die ersten Games waren ganz glatt, und damit war der erste Satz auch schnell gegessen aus meiner Sicht. Im zweiten Durchgang habe ich besser aufgeschlagen, auch mehr auf das Percentage geschaut und gemerkt, dass vom Return bei Scheidl nicht mehr so viel gekommen ist. Das hat mir Sicherheit gegeben, obwohl das erste Game im zweiten Satz sehr knapp war, und Bernhard Breakbälle hatte. Das wäre wohl ein weiterer Rückschlag gewesen, aber irgendwie habe ich das Aufschlagspiel doch durchgebracht. Scheidl hat dann auch nicht mehr so souverän serviert wie im ersten Satz, und ich konnte so vorallem seinen zweiten Aufschlag mehr attackieren”, so Beutler, der den Auftaktsieg als extrem wichtig bezeichnete. “Weil der Philipp Schneider auf dem Belag ganz ganz stark einzuschätzen ist, und Martin Zehetner zuletzt auch ganz gute Ergebnisse abgeliefert hat”, erklärte der Sieger.

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Bernhard Scheidl: “Ich werde weiter Vollgas geben”

“Ich habe ein, zwei Mal hier trainiert und mir vorgenommen gut vorbereitet in dieses Turnier zu gehen, und wie man am ersten Satz sieht, hat das eigentlich ganz gut geklappt. Ich habe von Beginn an die Bälle nach Wunsch getroffen und einen Super-Start hingelegt. Im ersten Satz ist aber auch alles für mich gelaufen, der Christoph hatte noch keinen Rhythmus, und dann kam das erste Game im zweiten Satz, und ich denke wenn ich dieses Break noch gemacht hätte, dann hätte es für Beutler richtig bitter werden können an diesem Abend. Aber mit diesem Game bekam er die nötige Sicherheit, und über das ganze Match gesehen, war er dann vorallem im Finish einfach der stärkere Spieler”, so Scheidl, der dann noch die Ausgangslage in Gruppe B wie folgt analysierte: “Wir sind sicher in einer Gruppe wo jeder jeden schlagen kann, und das hat sich ja schon nach dem ersten Tag bestätigt. Natürlich ist es immer besser mit einem Sieg anzufangen, aber ich habe zumindest einen Satz und den noch dazu hoch gewonnen, und damit ist noch alles drinnen. Ich werde weiter Vollgas geben”, betonte der HTT-Australian-Open-Champion.