Titelverteidiger Philipp Schneider startet mit Niederlage in die “Finals”

Die laut aktuellem Ranking favorisierten HTT-Stars Philipp Schneider und Bernhard Scheidl haben den Auftakt der HTT-Tour-Finals in Gruppe B vergeigt. Zunächst musste sich der als Nummer 3 gesetzte HTT-Australian-Open-Sieger Bernhard Scheidl im Duell der beiden Masters-Debütanten gegen Christoph Beutler trotz klar gewonnenen ersten Satz nach exakt 90 Minuten mit 0:6, 6:2 ,6:3 geschlagen geben, und auch für den an Nummer 2 gereihten Titelverteidiger Philipp Schneider, hatte der Eröffnungstag der 26. Auflage zu den HTT-Tour-Finals im UTC La Ville kein Erfolgserlebnis zu bieten. Der 35jährige Niederösterreicher war nach 2:18 Stunden Spielzeit recht unglücklich im Tie-Break des dritten Satzes und insgesamt mit 5:7, 7:5, 6:7 als Verlierer vom Platz gegangen. Damit steht der Titelverteidiger schon nach dem ersten Spieltag in Gruppe B gewaltig unter Zugzwang. Ein Bericht von C.L

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Martin Zehetner muss nach 7:5, 3:1 Führung “Überstunden” machen

Vorjahressieger und Titelverteidiger Philipp Schneider hat die Mission “Masters-Hattrick” am Donnerstag zu später Stunde mit einer knappen Niederlage gegen Kitzbühel-Sieger Martin Zehetner in Angriff genommen. Der 35jährige vom UTC Waidhofen musste sich in einer selten auf höchstem Niveau verlaufenden Partie und nach einer Spielzeit von 2:18 Stunden im sechsten direkten Duell mit Martin Zehetner zum dritten Mal geschlagen geben. Der 2fache Masterssieger verzeichnete zwar im ersten Satz mit einem frühen Break zum 2:1 den besseren Start, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Zehetner glückte postwendend das Re-Break, und nachdem der 34jährige vom TC Deutsch Wagram bei 5:3 und eigenem Aufschlag den Gewinn des ersten Satzes noch verpasste, schlug der Ranglisten-Siebente dann bei 6:5 mit dem entscheidenden Break zur 1:0 Satzführung zu. Im zweiten Durchgang hätte sich Zehetner womöglich die ersten Überstunden dieses Turniers erspart, wenn er bei 3:1 sein Aufschlagspiel bei 40:30 konsequent zu Ende gespielt hätte. So aber ließ Zehetner sein Gegenüber zurück in diesen zweiten Satz, kassierte gar noch ein weiteres Break zum 3:4, und stand plötzlich bei 3:5 mit dem Rücken zur Wand. Am Ende wehrte Zehetner bei 5:6 zwar einen Satzball ab, nach weiteren 49 Minuten hatte der Titelverteidiger mit dem Satzausgleich aber wieder Hoffnung auf einen Auftakt-Sieg bei seiner dritten HTT-Tour-Finals-Teilnahme geschöpft.

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Zehetner gelingt mit gewonnenem Tie-Break die erfolgreiche Revanche für die letztjährige Vorrunden-Niederlage bei den HTT-Tour-Finals

Im entscheidenden dritten Heat sah Martin Zehetner dann nach nur 12 gespielten Minuten und einer raschen 3:0 Führung wie der sichere Sieger aus. Doch ein zwischenzeitliches Blackout mit 12 in Folge verlorenen Punkten dokumentierten wieder einmal die oftmals auftretenden Schwankungen im Spiel des Kitzbühel-Siegers, der sich mit zwei zu Null verlorenen Games in Serie plötzlich wieder einem ergebnistechnisch ebenbürtigen Gegner gegenüber sah. Und im Finish wurde diese Partie richtig kurios. Schneider gelang ein Break zum 5:4, Zehetner lag plötzlich wieder 6:5 voran, ehe beinahe logisch der Tie-Break die Entscheidung über Sieg oder Niederlage bringen musste. Dort zeigte sich Zehetner trotz raschem 0:2 konstanter, und fixierte schließlich nach einem Vorhand-Fehler Schneiders den nicht unverdienten aber doch glücklich ausgefallenen 7:5, 5:7, 7:6 Erfolg. Damit glich Zehener im Head to Head gegen Schneider zum 3:3 aus, und zudem glückte dem Ranglisten-Siebenten auch die Revanche für die vorjährige Vorrunden-Niederlage gegen den späteren Turniersieger.

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Die Stimmen zur Night-Session

“Das war eine verrückte – und nicht immer hochklassige Partie – die dafür aber sehr eng verlief”, konstatierte der Sieger unmittelbar nach dem Marathon-Auftakt in Gruppe B. “Beide Spieler hatten genug Chancen die Partie frühzeitig zu entscheiden, und am Ende war es fast klar, dass so ein Spiel im Tie-Break entschieden wird. Dort war ich der konstantere Spieler. Ich bin mit dem Auftakterfolg natürlich zufrieden, die Gruppe bleibt aber extrem eng, und alle vier Spieler habe noch Aufstiegschancen. Ich werde mich sicherlich steigern müssen, und hoffentlich gelingt mir das auch”, so der Kitzbühel-Champion. “Das war wirklich eine komische Partie. Einerseits habe ich schlecht gespielt, für meinen körperlichen Zustand war es aber ganz in Ordnung”, betonte der leicht verkühlte Vorjahressieger. “Das Turnier kommt zwei Tage zu früh für mich. Jetzt heisst es um jeden einzelnen Punkt kämpfen, damit der Aufstieg ins Semifinale möglich bleibt”, erklärte Schneider.

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