Damian Roman triumphiert bei den HTT-Erste Bank Open 500

Der dreifache HTT-US-Open-Sieger Damian Roman hat den prestigeträchtigen HTT-Auftritt im Rahmen der Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle für sich entschieden, und mit einem in 72 Minuten errungenen 6:4, 6:2 Erfolg über Martin Zehetner, die Nachfolge von Premierensieger Dominik Negrin als “HTT-Stadthallen-Champion” angetreten. Die Neuauflage des HTT-US-Open-Finales von 2014 zwischen den beiden Kitzbühel-Siegern am B-Court der Wiener Stadthalle blieb zwar über weite Strecken klar hinter den Erwartungen zurück, dennoch gab es am Ende einen historischen Erfolg zu bestaunen. Rumäniens Topstar Damian Roman polierte mit dem 11. Einzelsieg in Serie seine geniale HTT-Final-Bilanz im 10. Endspiel seiner Karriere mit 8:2 Siegen auf, und schloss mit dem insgesamt 8. Turniersieg seiner Laufbahn in der ewigen Statistik zu seinem Doppelpartner Vladimir Vukicevic auf. Damit sind die beiden Ausnahmekönner nun gemeinsam die erfolgreichsten internationalen Spieler der HTT-Geschichte. Für Martin Zehetner lief es hingegen am Vogelweidplatz nicht nach Wunsch. Der 34jährige verpasste das “rot-weiss-rote ATP-Double” bestehend aus den Titelgewinnen beim Generali Open in Kitzbühel und den Erste Bank Open 500 in der Stadthalle, und kassierte bereits die vierte Final-Niederlage in Serie. Ein Bericht von C.L

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Damian Roman feiert nach 3 HTT-US-Open-Erfolgen und dem Kitzbühel-Triumph 2013 den fünften ganz großen HTT-Titel seiner Karriere

Rumäniens HTT-Superstar Damian Roman bleibt auf Hartplatz weiter das Maß aller Dinge und der Mann für die großen und ganz speziellen Turniere im Circuit. Nach seinem gelungenen Titel-Hattrick bei den HTT-US-Open, und seinem Premieren-Triumph in den Tiroler Alpen bei der Babolat-Kitzbühel-Trophy 2013, feierte der 33jährige aus Negresti Oas im Endspiel der HTT-Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle bereits den fünften höchst prestigeträchtigen Turniersieg seiner beeindruckenden Karriere. Roman kam in einem mit allen Rahmenbedingungen ganz nahe an die große weite ATP-Welt heranreichenden Final-Auftritt vor zahlreichen Zuschauern mit der einzigartigen Atmosphäre besser zurecht, und holte sich ein mit wenig Glanzlichtern gesegnetes Endspiel in nur 72 Minuten mit 6:4, 6:2.

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Außergewöhnliche Rahmenbedingungen sorgen für Mega-Nervosität bei den HTT-Top-Stars

Schiedsrichter, Linienrichter, Ballkinder, dazu der im Zuge der Aufwertung zum ATP-500er-Turnier neu adaptierte B-Court in der Wiener Stadthalle machten erwartungsgemäß einen mächtigen Eindruck auf die beiden Protagonisten des mit großer Spannung erwarteten ersten Matches am Final-Vormittag der HTT-Erste Bank Open. Im Publikum noch jede Menge Familie, Freunde und bekannte Gesichter, und damit kam es wie erwartet zu einem recht nervösen, zerfahrenen und über weite Strecken recht enttäuschenden Auftritt jener beiden Herren, die auf dem Weg in dieses HTT-Erste Bank Open-Endspiel mit jeweils 5 Siegen eine hochkarätige Konkurrenz gerockt hatten. Doch im Finale mit den außergwöhnlichsten Rahmenbedingungen des Jahres ging selbst bei so routinierten und großartig Tennis spielenden Akteuren wie Roman und Zehetner das große Zittern um. Keiner der beiden Top-Ten-Stars erreichte Normalform, und so bekamen die Zuseher eine recht matte Finalentscheidung geboten.

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Damian Roman holt ersten Satz in 40 Minuten mit 6:4, und Martin Zehetner wird im Nachhinein mit seiner Service-Leistung hadern

Das bis auf die Zuschauerränge zu spürende Nervenflattern kostete zunächst einmal Martin Zehetner gleich im Auftaktspiel ein frühes Break, das er sich vom ebenfalls alles andere als cool wirkenden Damian Roman im vierten Game als Re-Break zurückholte. Danach konsolidierte sich das Spiel der beiden HTT-Stars ein wenig, und vorallem Martin Zehetner wird in einer Nachbetrachtung seines finalen Auftritts samt Studium der Match-Statistik zu dem ärgerlichen Schluss kommen, dass mit einer halbwegs seriösen Aufschlagleistung ganz viel an diesem Vormittag möglich gewesen wäre. Der Niederösterreicher servierte nämlich Mitte des ersten Satzes exzellent, und kam so relativ einfach zu zwei Game-Gewinnen mit eigenem Aufschlag. Insgesamt freilich fiel die Service-Bilanz des Kitzbühel-Siegers eher mäßig aus. Nur 48 Prozent an ersten Aufschlägen im Feld sind gegen einen Klassemann wie Damian Roman zu wenig, genauso wie unterirdische 33 Prozent an Punkten nach dem zweiten Aufschlag. Damit lief der für Deutsch Wagram Meisterschaft spielenden Ranglisten-Fünfte direkt hinein in fünf spielmitentscheidende Breaks gegen einen ansonsten auch nicht unbedingt brillant agierenden Gegner. Mit einem seiner beiden Doppelfehler handelte sich Zehetner schließlich das entscheidende Break im ersten Satz zum 4:5 ein, während Roman kurz darauf mit einem zu Null gewonnenen Aufschlagspiel den ersten Satz nach 40 Minuten mit 6:4 unter Dach und Fach gebracht hatte.

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Damian Roman holt sich als erster und bislang einziger Spieler das “rot weiss rote ATP-Double”, während Martin Zehetner im Finish über die Rolle eines Statisten nicht mehr hinauskommt

Auch zu Beginn des zweiten Satzes war es dann ein Doppelfehler, der Zehetner gleich im ersten Game in Nöte brachte, den Druck weiter erhöhte, und die Ausgangslage für den angepeilten Stadthallen-Triumph maßgeblich verschlechterte. Dieses frühe Break gab Damian Roman nebst dem gerade gewonnenen ersten Durchgang jene Sicherheit und Ruhe, mit der der 3fache HTT-US-Open-Gewinner schließlich den erhofften Sieg nach Hause spielen konnte. Nicht einmal das postwendend kassierte Re-Break zum 1:1 brachte den 33jährigen in der Folge aus dem Konzept, weil Zehetner längst weit weg von jenem Niveau agierte, mit dem er in den vergangenen Monaten vier HTT-Endspiele in Serie erreichte. Ein hart erkämpftes Aufschlagspiel zum 2:3 war sowas wie das letzte Aufbäumen des 34jährigen Niederösterreichers, der im Finish nur mehr die Rolle eines Statisten bekleidete. In 10 Minuten holt sich Roman zwei zu Null gewonnene Games zum 5:2, ehe er mit einem genussvoll bestrittenen Aufschlagspiel den Sack zumachte. 67:49 gewonnene Punkte sprachen am Ende doch eine deutliche Sprache zugunsten des rumänischen HTT-Topstars, der sich mit dem 6:4, 6:2 Erfolg in 72 Minuten zum ersten und bislang einzigen Double-Gewinner der beiden österreichischen ATP-Events kürte.

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Damian Roman im Interview: “Dieser Sieg ist nicht die Nummer 1 in meiner Hitliste”

“Ich freue mich riesig. Natürlich ist das ein ganz großer Sieg in meiner Karriere bei einem so wichtigen und gut organisierten Turnier mit der Möglichkeit am Ende auch noch Finale in der Stadthalle zu spielen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich eigentlich zwei Mal im Verlauf dieses Turniers fast ausgeschieden wäre, und von daher macht es mich besonders glücklich, dass ich überhaupt die Chance heute hatte, hier in der B-Halle zu spielen. Ich habe mich in den letzten Tagen mit massiven Krämpfen herumschlagen müssen, und all diese Schwierigkeiten überstanden zu haben, lösten mehr Glücksgefühle in mir aus, als das Finale heute selbst”, beteuerte der neue HTT-Stadthallen-Champion, der dem großen Triumph allerdings gleich auch einen überraschenden persönlichen Stellenwert gab. “Da ich das Gefühl auf einer ATP-Anlage spielen zu dürfen schon einmal genießen konnte, ist der Sieg heute nicht die Nummer 1 in meiner Hitliste. Da steht der Erfolg in Kitzbühel schon drüber, auch wenn der Stadthallensieg nahe ran kommt an diesen Triumph”, so Roman, der dann auch noch versuchte, den persönlichen “rot weiss roten Double-Erfolg” bei den beiden größten österreichischen ATP-Veranstaltungen für sich einzuordnen: “Natürlich ist das ein tolles Privileg, als einziger Spieler der HTT in Kitzbühel und in der Wiener Stadthalle gewonnen zu haben. Aber man muss auch fair sein und dazusagen, dass es in der Stadthalle ja erst seit zwei Jahren dieses Turnier gibt. Dieser Rekord ist daher sicher auch ein wenig glücklich”, betonte der Ranglisten-Dritte aus Negresti Oas.

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“Ich bereue es sehr, dieses Match nicht mehr genossen zu haben”

“Natürlich bin ich jetzt im ersten Moment sehr enttäuscht, vorallem weil ich wieder einmal meine Leistung in einem wichtigen Spiel nicht abrufen konnte. Andererseits war es eine Partie unter ganz speziellen Voraussetzungen. Natürlich ist man nervös, wenn man in der Stadthalle einläuft, Ballkinder dir das Handtuch reichen, und Linienrichter und Schiedsrichter das Spiel leiten. Leider konnte ich diese Nervosität – die jeder Spieler der HTT dort hat – nie ablegen. Und diese Nervosität ist auch der Grund, warum ich dieses Match nicht genießen konnte. Im Nachhinein bereue ich diesen Umstand sehr, weil es ja eigentlich im Vorfeld “nur” das Ziel war, dieses Finale zu erreichen. Trotzdem muss man auch die positiven Dinge sehen. Ich habe trotz einer ganz schweren Auslosung fünf Siege mit teilweise extrem guten Leistungen eingefahren. Ich habe das Finale in der Stadthalle erreicht, was vor dem Turnier mein ganz großes Ziel war. Viele Hobbytennisspieler – und dazu zähle ich mich auch obwohl ich im Internet als Semiprofi bezeichnet wurde – haben wahrscheinlich noch nicht auf den Plätzen in Kitzbühel und der Stadthalle aufgeschlagen. Darauf bin ich extrem stolz, und ich möchte mich bei dieser Gelegenheit auch beim Veranstalter bedanken, der uns solche einmaligen Erlebnisse ermöglicht. Jetzt hoffe ich auf eine Masters-Teilnahme”, erklärte der unterlegene Martin Zehetner in einer ersten Stellungnahme nach dem Stadthallen-Finale.

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