Vukicevic verliert semifinales Giganten-Duell bei HTT-Erste Bank Open

Serbiens HTT-Superstar Vladimir Vukicevic ist bei den HTT-Erste Bank Open 500 so wie im Vorjahr im Semifinale ausgeschieden. Der Ranglisten-Zweite aus Sombor unterlag am Donnerstag Abend nach einem epischen und insgesamt 3:12 Stunden dauernden Fight seinem Doppelpartner Damian Roman mit 2:6, 6:4, 2:6, und verpasste damit nicht nur seinen insgesamt 80. Karriere-Einzelsieg, sondern wie schon im letzten Jahr auch das von allen Spielern angepeilte “Match des Lebens” in der Wiener Stadthalle. Dort kämpft nun am Samstag Vormittag der 3fache HTT-US-Open-Champion Damian Roman in seinem insgesamt 10. Karriere-Finale um seinen achten HTT-Titel und das prestigeträchtige Double eines Kitzbühel- und Stadthallensiegers. Selbiges Kunststück möchte auch Romans Endspielgegner Martin Zehetner vollbringen, der nach seinem glatten 6:3, 6:3 Erfolg im Semifinale über Tour-Debütant Simon Hinterplattner den “rot-weiss-roten ATP-Doppelpack” sogar innerhalb einer Saison schaffen könnte. Ein Bericht von C.L

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Damian Roman gewinnt epischen und 192 Minuten dauernden Halbfinal-Fight gegen Vladimir Vukicevic

Niederlagen haben ja prinzipiell was ärgerliches an sich , jene im Semifinale der HTT-Erste Bank Open 500 fühlen sich aber wohl doppelt bitter an. Kein Wunder, denn mit dem Aus im Halbfinale vergeben die unterlegenen und tragischen Helden die vielleicht einmalige Chance ihres Tennislebens, auf einem ATP-Court mit Schieds- und Linienrichtern, Ballkindern und dem ganzen bombastischen Drumherum aufzuschlagen. Am Donnerstag Abend, dem Semifinaltag der HTT-Erste Bank Open platzten demnach einige Träume, so auch beim 2fachen HTT-Wimbledonsieger Vladimir Vukicevic. Der 34jährige, der auf dem Weg in dieses hochkarätige Giganten-Duell mit Damian Roman sechs Sätze zu Null gewonnen hatte, erwischte alles andere als seinen besten Tag, und hatte in dem 192 Minuten andauernden Kraftakt auch wieder mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Einmal mehr plagte sich der Ranglisten-Zweite mit Krämpfen über den Court, und beeinflusste so neben der Matchdauer auch den Spielverlauf des Halbfinal-Schlagers.

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Damian Roman zieht mit 10. Sieg in Serie in sein 10. HTT-Karriere-Finale ein

Denn Damian Roman dominierte von Beginn an das vierte direkte Duell der beiden Topstars, und schien bei 6:2, 4:1 eindrucksvoll dem Finale entgegen zu stürmen. Eine längere Pause und mehrere kleine Unterbrechungen – hervorgerufen durch die Vukicevic-Krämpfe – bremsten allerdings den Spielfluß und Rhythmus des 3fachen HTT-US-Open-Siegers, der in der Folge von Durchgang 2 sechs Games in Serie und den zweiten Heat mit 4:6 abgab. Auch zu Beginn des dritten und entscheidenden Satzes hatte der Ranglisten-Vierte aus Rumänien bis 2:2 seine Probleme. Allerdings behielt der 33jährige aus Negresti Oas die Nerven, und eilte in einem souveränen Finish dem 10. Finaleinzug seiner HTT-Karriere entgegen. “Es war wie erwartet wieder ein ganz enges und extrem langes Match zwischen uns. Ich bin froh darüber, das Finale erreicht zu haben, zumal ich auch nicht ganz fit war”, so Damian Roman nach seinem 10. Einzelsieg in ununterbrochener Reihenfolge. “Es ist sehr sehr schade, aber ich habe heute nie zu meinem Spiel gefunden. Außerdem hatte ich wieder mit Krämpfen zu kämpfen”, zeigte sich Vukicevic nach seiner dritten Niederlage im vierten Duell mit Damian Roman enttäuscht.

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Kitzbühel-Sieger Martin Zehetner fixiert mit seinem 50. HTT-Einzelsieg den Finaleinzug in der Wiener Stadthalle und peilt gegen Damian Roman die Revanche für das verlorene HTT-US-Open-Finale von 2014 an

Im Endspiel der HTT-Erste Bank Open am Samstag Vormittag in der Wiener Stadthalle kommt es damit zur Neuauflage des HTT-US-Open-Finales von 2014, und zum Duell mit Martin Zehetner, der sich im zweiten Vorschluss-Rundenspiel gegen Tour-Newcomer Simon Hinterplattner souverän mit 6:3, 6:3 durchsetzen konnte. Dem 34jährigen Niederösterreicher fehlt damit nur noch ein Sieg zum “rot-weiss-roten ATP-Double”, also den Erfolgen beim Generali Open in Kitzbühel und den HTT Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle, und das alles innerhlab einer Saison. Für den in Deutsch Wagram spielenden Ranglisten-Sechsten ist es das bereits neunte Endspiel seiner HTT-Laufbahn, und die vierte Finalteilnahme in Serie, die Zehetner allerdings mit einer wenig aufregenden Performance fixierte. Was wohl auch daran lag, dass der Kitzbühel-Sieger alles andere als locker in die Begegnung mit dem spielstarken HTT-Debütanten ging. “Ja ich war heute den ganzen Tag über sehr nervös”, entschuldigte Zehetner seine Vorstellung, die so schlecht aber gar nicht war. Allerdings zog der 3fache HTT-Sieger Vergleiche mit seinen Vorrundensiegen über Alexander Jahn und Florian Kopf, in denen der Routinier aus Niederösterreich eindrucksvoll auftrat. Mit dem 50. Sieg seiner Karriere erfüllte sich Zehetner letztlich aber doch den Traum vom “Match in der Stadthalle”, wo er allerdings erfolgreicher abschneiden möchte, als bei den letzten beiden Endspielen. Und wie man im Rahmenprogramm eines ATP-Turniers gewinnt, hat Zehetner ja vor rund zweieinhalb Monaten am “Küchenmeister” in Kitzbühel vorexerziert.

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