HTT-Jugend zahlt Lehrgeld im Viertelfinale der HTT-Erste Bank Open

Der grandiose Erfolgsrun der HTT-Jugend im hochkarätig besetzten Hauptfeld der HTT Erste Bank Open 500 hat am Mittwoch Abend im Viertelfinale ein jähes Ende genommen. Sowohl für Serbiens Jungstar Nemanja Dejanovic wie auch für Ignacio Martin-Bezwinger Adrian Vorhemus war in der vierten Runde des Hallenklassikers im UTC La Ville nichts zu holen. Die beiden Juniors hatten in ihren Viertelfinal-Duellen mit den arrivierten HTT-Topstars Damian Roman und Vladimir Vukicevic jede Menge Lehrgeld zu zahlen, und gingen schließlich ohne Satzgewinn vom Platz. Neben den beiden internationalen HTT-Superstars stehen auch noch Tour-Neuling Simon Hinterplattner und Kitzbühel-Sieger Martin Zehetner im Semifinale der HTT-Erste Bank Open 500. Mit dem Quartett “Malkyan, Deron, Hauer und Vollmann” ist auch die Vorschlussrunde beim HTT-Erste Bank Open Challenger komplett. Ein Bericht von C.L

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Jungstars Vorhemus und Dejanovic zahlen im Duell mit den internationalen HTT-Superstars noch jede Menge Lehrgeld

Am Ende des zwölften Spieltages der HTT-Erste Bank Open 500 am Mittwoch Abend sind die beiden jugendlichen Überraschungs-Viertelfinalisten Adrian Vorhemus und Nemanja Dejanovic um jeweils 90 Ranglistenpunkte und die große Erfahrung reicher, dass auf dem Weg nach oben noch jede Menge Arbeit zu verrichten ist. Der mit Spannung erwartete und ganz interessant zu beobachtende Vergleich mit der absoluten HTT-Spitze offenbarte, dass die Stars aus den Top Ten für Vorhemus und Dejanovic derzeit noch nicht erreichbar sind und in einer anderen Liga spielen. Vorhemus war trotz einigen gefälligen Aktionen in seinem Duell mit dem serbischen Ranglisten-Zweiten Vladimir Vukicevic chancenlos, konnte den 2fachen HTT-Wimbledonsieger nicht an dessen 30. Einzelsieg in diesem Jahr hindern, und musste letztlich mit nur einem gewonnenen Game Abschied von den HTT-Erste Bank Open 500 nehmen. Den “60iger” – nämlich den 60. HTT-Karriere-Einzelsieg – feierte derweil der 3fache HTT-US-Open-Sieger Damian Roman, der sich gegen Serbiens Nachwuchshoffnung Nemanja Dejanovic wie erwartet ohne gröbere Probleme für die Vorschlussrunde der HTT-Erste Bank Open 500 qualifizierte, und mit einem klaren 6:2, 6:3 Erfolg den bereits neunten Sieg in Serie einfahren konnte.

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WAC-Star Fabian Mayrhuber lässt gegen Kitzbühel-Sieger Martin Zehetner zwei Satzbälle ungenützt

Ebenfalls ins Semifinale eingezogen ist am Mittwoch zu später Stunde auch Kitzbühel-Sieger Martin Zehetner. Der Ranglisten-Sechste vom TC Deutsch Wagram setzte sich nach hartem Kampf und zweieinhalb Stunden Spielzeit gegen die wiedererstarkte Ex-Nummer 1 Fabian Mayrhuber mit 7:6, 7:5 durch, und erreichte damit zum vierten Mal in Folge das Semifinale eines HTT-Events. Der 34jährige hatte in der Neuauflage des heurigen HTT-French-Open-Viertelfinales gegen Fabian Mayrhuber aber weit mehr Mühe als erwartet, und mit extremster Gegenwehr eines wieder in Form gekommenen Gegners zu kämpfen, ehe er sich über den Halbfinaleinzug freuen konnte. Mayrhuber war nach seinem Achtelfinal-Triumph über HTT-Australian Open Sieger Bernhard Scheidl mit jeder Menge neu gewonnenem Selbstvertrauen in das zweite direkte Duell mit Zehetner gestartet, und der 26jährige verlangte dem Kitzbühel-Champion in einer engen und auf Augenhöhe stattfindenden Partie alles ab. Ja mehr noch, hatte der 2fache HTT-Grand-Slam-Champ vom WAC sogar die große Möglichkeit, den ersten Satz für sich zu entscheiden. Bei 6:5, eigenem Aufschlag und zwei Mal Vorteil, ließ der 11fache Turniersieger sogar zwei Satzbälle ungenützt. Auch im zweiten Satz hielt der WAC-Star die Partie lange Zeit offen, ehe er beim Stand von 5:5 das einzige und entscheidende Break des zweiten Durchgangs kassierte. Zwei Chancen zum Re-Break fand Mayrhuber noch vor, ehe er sich geschlagen geben musste. “Ich bin trotzdem sehr zufrieden mit meiner Leistung. Endlich spiele ich wieder annähernd auf einem Level wie ich mir das vorstelle”, so der WAC-Star, der mit ein paar kleinen Umstellungen in seinem Spiel scheinbar eine große Wirkung erzielen konnte. “Meine Vorhand hat jetzt mehr Zug, weil ich eine größere Ausholbewegung habe, und auch beim Service bringe ich mehr Spannung und Zug in den Schlag”, äußerte sich der 26jährige zufrieden.

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Hauer gewinnt “Baby-Duell” gegen Harca

Während beim 500er-Turnier der HTT-Erste Bank Open 2015 die Jungstars den restlichen Turnierverlauf nur mehr als Zuschauer verfolgen können, prägen die “young guys” im Challenger-Turnier weiter das Geschehen. Allen voran September-Challenger-Sieger Bernhard Hauer, der am Mittwoch Abend das “Baby-Duell” um einen Platz im Semifinale gegen Florian Harca nach einer extrem engen Konfrontation mit 2:6, 7:5, 6:2 für sich entschied. Allerdings hatte der 13jährige Challenger-Star einen wahren Kraftakt zu vollziehen, stand der “Kleinste im Feld” doch bei 2:6, 2:4 und 15:40 schon mit dem Rücken zur Wand, ehe im die Wende gelang. “Es war ein ganz schweres Spiel”, zeigte sich Hauer froh über den Semifinaleinzug, und auch der erst 12jährige Florian Harca behielt in den bitteren Minuten nach dem Aus in vorbildlicher Art und Weise die Haltung. “Ich bin nicht groß enttäuscht. Ich bin eher froh darüber, was ich in diesem Turnier geschafft habe”.

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Noah Deron hält mit Sieg über Thomas Löffelmann Kurs Richtung zweitem französischen Challenger-Titel in der Stadthalle

Neben dem 13 Jahre jungen Bernhard Hauer steht mit dem 15jährigen Noah Deron noch eine blutjunge Nachwuchshoffnung unter den letzten Vier des HTT-Erste Bank Open Challengers. Mit einem 6:3, 6:7, 6:1 Erfolg über Thomas Löfflemann hielt Deron zudem auch Kurs in Richtung zweitem französischen HTT-Erste Bank Open Challenger-Titel in Serie. Leicht war der Sprung des jungen Franzosen ins Semifinale aber nicht, denn auf der anderen Seite des Netzes präsentierte sich der Kitzbühel-Challenger-Finalist von 2013 einmal mehr als überaus kampfkräftig. 3:6, 2:5 lag “Leffe” im Duell mit dem Kunz-Bezwinger bereits zurück, wehrte obendrein noch drei Matchbälle ab, ehe er sich über das Tie-Break in einen entscheidenden dritten Satz hievte. Dort ging beim 36jährigen Wiener aber nicht mehr viel zusammen, und mit 1:6 gestaltete sich der Abschied vom Traum eines finalen Auftritts in der Wiener Stadthalle noch richtig bitter. “Das ist schon ärgerlich, obwohl der Noah natürlich hervorragend Tennis spielt. Leider war die Luft im dritten Satz irgendwie raus bei mir”, zeigte sich Löffelmann enttäuscht.

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Markus Hobiger scheitert im Viertelfinale des HTT-Erste Bank Open Challengers und in seinem 275. Karriere-Turnier

Die beiden restlichen Semifinalplätze beim HTT-Erste Bank Open Challenger gehen an den topgesetzten Vahe Malkyan aus dem Iran und an Christian Vollmann. Letztgenannter deklassierte am Opticourt des UTC La Ville einen mit großen Hoffnungen angetretenen Markus Hobiger mit 6:2, 6:1, und löste damit eine riesige Enttäuschung beim angehenden HTT-Rekordspieler aus. “Natürlich bin ich jetzt so knapp nach dem Spiel und der Niederlage sehr enttäuscht. Ich konnte leider heute in keiner Phase des Matches an meine Leistungen der letzten Runden anschließen. Es waren sehr viele unerzwungene Fehler dabei, obwohl ich gar nicht sonderlich nervös war”, betonte der 38jährige Guntramsdorfer, der im Achtelfinale gegen Katharina Kothmayer noch seinen 175. Karriere-Einzelsieg feiern konnte, und mit seinem 275. Turnierstart nur mehr 9 Teilnahmen hinter dem noch führenden Christoph Kramer mit 284 gespielten HTT-Turnieren liegt. Komplettiert wird das Challenger-Semifinale der HTT-Erste Bank Open von Vahe Malkyan, der sich auch im zweiten direkten Duell mit Roland Hanslik klar durchsetzte, und mit einem 6:3, 6:1 Erfolg immer mehr zum Geheimfavoriten auf den Titelgewinn avanciert.

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