Fabian Mayrhuber ist wieder da – nach Sieg über Bernhard Scheidl

Seit Dienstag Abend kennen wir jene 16 Herren, die sich bei der 2. Auflage der HTT-Erste Bank Open 500 in die beiden Viertelfinali vorgekämpft, und damit auch am kommenden Samstag die Players-Lounge in der Wiener Stadthalle zum “ATP-Breakfast” besuchen dürfen. Auf dem Weg dorthin sind am gestrigen Abend des 10. Spieltages noch einige Favoriten gestrauchelt, wie etwa der HTT-Wimbledonsieger von 2008 Michael Kunz, der sich im letzten Achtelfinal-Match des HTT-Erste Bank Open Challengers dem jungen Franzosen Noah Deron mit 6:4, 4:6, 4:6 geschlagen geben musste. Ebenfalls unerwartet kam das achtelfinale Aus von HTT-Australian-Open-Champion Bernhard Scheidl, der mit einem 3:6, 0:6 mehr als deutlich am wiedererstarkten Fabian Mayrhuber scheiterte. Und auch der “Tennis-Samba” im UTC La Ville ist nach der Achtelfinal-Niederlage von Sensationsmann Reginaldo Dos Santos ausgetanzt. Ein Bericht von C.L

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HTT-Samba ausgetanzt – “Regi” Dos Santos unterliegt Serbiens Nr. 3 Nemanja Dejanovic im Achtelfinale der HTT-Erste Bank Open 500

Nur 48 Stunden nach seinem Sensationssieg über den amtierenden HTT-French-Open-Sieger Victor Stabrawa in der zweiten Runde der HTT-Erste Bank Open, ist Brasiliens Nr. 1 Reginaldo Dos Santos wieder auf dem harten Boden der Realität gelandet. Der Terra Rossa-Star aus Südamerika lieferte am Dienstag Abend im Achtelfinale eine enttäuschende Leistung ab, und musste dem serbischen Jungstar Nemanja Dejanovic den Vortritt in die Runde der letzten Acht beim HTT-Erste Bank Open 500 lassen. Rund 70 Minuten benötigte Serbiens Nr. 3 für seinen mit 6:1, 6:4 errungenen 20. Saisoneinzelsieg, der ihm ein viertelfinales Duell mit dem 3fachen HTT-US-Open-Champion Damian Roman bescherte.

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Wiedererstarkter Fabian Mayrhuber nimmt den amtierenden HTT-Australian-Open-Champion Bernhard Scheidl aus dem Titelrennen bei den HTT-Erste Bank Open 500

Kitzbühel-Sieger Martin Zehetner hatte sich am Sonntag Nachmittag nach seinem Achtelfinal-Erfolg über Florian Kopf auf ein Viertelfinal-Duell mit HTT-Australian-Open-Champion Bernhard Scheidl eingestellt, doch jetzt wird der Routinier vom TC Deutsch Wagram seine mentale Vorbereitung auf das Mittwoch-Abend-Duell um einen Platz im Semifinale neu aufsetzen müssen. Denn nicht der “Serve & Volley-Künstler” aus dem Burgenland steht Zehetner in der erwarteten Neuauflage des heurigen Kitzbühel-Finales gegenüber, sondern der wiedererstarkte Fabian Marhuber, der am Dienstag Abend im Achtelfinale kurzen Prozess mit dem Ranglisten-Dritten machte, und Scheidl mit 6:3, 6:0 nach Hause schickte. Der ehemalige Ranglisten-Erste und 2fache HTT-Grand-Slam-Champion war in seinem 170. Karriere-Match von Beginn an hellwach und hoch konzentriert, und am Ende nach einer einseitigen Partie ein völlig verdienter Sieger, wie auch der unterlegene Bernhard Scheidl bestätigte. “Ich habe ein bißchen ein Zwicken im rechten Knie, aber das soll keine Ausrede sein, und die Leistung von Mayrhuber nicht schmälern. Auch sonst hätte ich gegen ihn heute nicht gewonnen”, konstatierte der gescheiterte HTT-Australian-Open-Champion.

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Florian Harca macht “Baby-Duell” im Viertelfinale des HTT-Erste Bank Open Challengers gegen Bernhard Hauer perfekt

Beim gleichzeitig stattfindenden HTT-Erste Bank Open-Challenger geht der Aufstand der “jungen Wilden” unvermindert weiter. Nachdem mit dem 13jährigen Bernhard Hauer schon einer der “young generation” die Runde der letzten Acht erreicht hatte, zog am Dienstag Abend mit Florian Harca nun sogar ein 12jähriger ins Viertelfinale ein. Der Jungstar vom City & Country Club zwang Bernjamin Seyer mit 6:4, 6:2 in die Knie, und machte somit das hoch brisante “Junior-Duell” mit Donaufeld-Challenger-Sieger Bernhard Hauer perfekt. Und dann ist da ja auch noch der 15jährige Noah Deron, der das Junior-Trio im Achtelfinale des HTT-Erste Bank Open Challengers komplettiert. Das französische Talent vom CTP Pötzleinsdorf rang am Dienstag Abend den HTT-Wimbledonsieger von 2008 Michael Kunz mit 4:6, 6:4, 6:4 nieder, und fügte dem in die Jahre gekommenen 8fachen HTT-Turniersieger im zweiten direkten Duell die zweite Niederlage zu. Eine ganz bittere obendrein, war Kunz doch für viele Insider nicht nur der sentimentale Favorit auf einen der beiden so begehrten Finalplätze in der Wiener Stadthalle.

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Ex-HTT-Wimbledonsieger Michael Kunz trauert nach Achtelfinale-Niederlage gegen französischen Jungstar Noah Deron um die große Chance “Finale in der Stadthalle” spielen zu dürfen

Im aktuell noch verbliebenen Feld war Kunz auch sportlich betrachtet die größte Nummer, doch im Achtelfinale gegen Deron bestätigte der mittlerweile 44jährige Deutsch Wagramer einmal mehr die ihm zugeschriebene These, pro Turnier eine Würgepartie einzubauen. Und mittlerweile sind bei der momentanen im Tour-Circuit herrschenden Dichte, Würgepartien gleichbedeutend mit dem Ausscheiden. So auch gestern Abend, als Kunz – der in Runde 2 gegen Pawluk noch den 160. Einzelsieg seiner Karriere feierte – mit Kreislaufproblemen kämpfend den ersten Satz noch mit 6:4 heimspielen konnte, ehe sich Frankreichs Nr. 2 in drei Sätzen ins Viertelfinale hievte. “Es ist so schade, ich war eigentlich top vorbereitet für dieses Turnier und optimistisch, diesmal ins Finale vorstoßen zu können. Heute habe ich mich körperlich nicht 100prozentig wohl gefühlt. Trotzdem wäre was möglich gewesen”, trauerte Michael Kunz der vergebenen Viertelfinal-Chance nach.

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