Pavlin Pavlov sorgt für ersten bulgarischen Titel nach 2.494 Tagen

Altmeister Pavlin Pavlov hat am Mittwoch Abend die 8. Auflage des Oktober-HTT-150-Turniers in souveräner Manier gewonnen, und für einen Tennisfeiertag erster Güte in seinem Heimverein “auf Donaufeld” gesorgt. Nach dem HTT-Masters-1000-Triumph des Teilzeit-Donaufelders Philipp Schneider, sorgte Routinier Pavlin Pavlov für einen weiteren vollen Erfolg der Tennis-Cracks aus der Nordmanngasse in Wien-Floridsdorf, und bescherte Donaufeld-Boss Gerald Milabersky einen so nicht erwarteten Jubeltag. Im Finale des 170sten beim UTC La Ville ausgetragenen Single-Events ließ Pavlov dem 22 Jahre jüngeren Sebastian Hickl keine Chance, und fertigte den Jungstar aus der Top Player Akadmie in nur 67 Minuten mit 6:3 und 6:1 ab. Der Premieren-Erfolg des 44jährigen aus Dimitrovgrad hatte am Ende auch noch historische Ausmaße, gab es doch nach 2.494 Tagen Pause endlich wieder einen Turniersieg für Bulgarien. Ein Bericht von C.L

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Hickl mit aggressiver und guter Anfangsphase samt 3:2 Führung, den ersten bulgarischen HTT-Titel nach 2.494 Tagen kann der 22jährige aber nicht verhindern

Fast sieben Jahre ist es jetzt her, als ein gewisser Hristo Paunov am 2. Dezember 2008 im Endspiel des November-HTT-150-Turniers gegen David Hühne aus Deutschland mit 6:1, 6:4 triumphierte, und damit den vorerst letzten bulagrischen HTT-Titel fixierte. 2.494 Tage später sind die bulgarischen Tennis-Stars wieder in den elitären Siegerlisten der HTT vertreten, und diesen Umstand haben sie Oldstar Pavlin Pavlov zu verdanken. Der 44jährige Donaufelder machte mit einer ruhigen, soliden und fehlerarmen Vorstellung das Endspiel beim 475. Sandplatz-Turnier der Open Era zu einer recht einseitigen Angelegenheit, und vereitelte damit auch den ersten Turniersieg von Sebsatian Hickl, der sich im dritten Anlauf große und berechtigte Hoffnungen auf seinen Premieren-Titel machte. Und zu Beginn sah es durchaus so aus, als ob “Seb” eine mehr als seriöse Sieg-Chance besitzen sollte. Der 22jährige startete recht aggressiv in das 99. Saisonfinale, und ging mit dem ersten Break des Finales auch 3:2 in Führung. Mit seiner grenzenlosen Routinie freilich, war Pavlov prompt mit dem Re-Break zur Stelle, und damit hatte der topgesetzte Bulgare seinem jungen Gegenüber “den Schneid” abgekauft. Mit drei Games in Folge fixierte Pavlov den ersten Satz nach nur 28 Minuten mit 6:3, und niemand ahnte in diesem Augenblick, dass Hickl in seinem dritten Karriere-Endspiel nur mehr ein Game gewinnen sollte.

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Drittes Karriere-Finale als lehrreiche Erfahrung für Sebastian Hickl

Das holte der 22jährige aus der Top Player Akademie von Damian Roman gleich im ersten Spiel des zweiten Satzes, und damit war es um die Hickl-Herrlichkeit an diesem letzten September-Abend des Jahres auch schon geschehen! Der Jungstar, der genau vor einem Jahr bei diesem Turnier sein Debüt auf der Hobby-Tennis-Tour feierte, hatte in der Folge nichts mehr zuzusetzen, und raste unkonstanter Weise in ein letztlich doch recht schmerzhaftes 3:6, 1:6 Debakel. Für Hickl wurde dieses Endspiel zu einer gleichermaßen schmerzhaften wie lehrreichen Erfahrung. Es reicht eben nicht, 80 Prozent an ersten Aufschlägen zu servieren, wenn nur zu 47 Prozent auch zählbares dabei herausschaut. Es ist auch nicht genug, dem Gegner 22 Winner ins Feld zu knallen, wenn man gleichzeitig 48 unerzwungene Fehler zum Sieg seines Gegenübers beiträgt. Hickl schwankte in den verbleibenden 38 Minuten des zweiten Satzes zwischen “Genie & Wahnsinn”. Geniale Momente mit sensationellen Winner-Schlägen die das große Potential des 22jährigen erkennen ließen wechselten mit haarsträubenden Fehlern, während der Balkan-Server auf der anderen Seite des Netzes abgeklärt und clever seinen Part abspulte, und jede noch so kleine Chance sofort nützte. Mit 6 Games in Serie machte Pavlov am Ende alles klar, der dritte bulgarische Turniersieg der HTT-Geschichte war eingefahren, der erste Titelgewinn des sympathischen Mannes aus Dimitrovgrad beschlossene Sache.

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Pavlin Pavlov als 50. internationaler Turniersieger der Open Era im Sieger-Interview

2.494 Tage nach dem November-HTT-150-Turniersieg von Pavlov-Kumpel Hristo Paunov, feierte Bulgarien also wieder einen Tour-Titel, mit dem Pavlov auch die internationale HTT-Statistik glanzvoll bereicherte. Der 44jährige ist mit seinem Premierensieg nämlich der insgesamt 50igste internationale Turniersieger der Open Era, der für den 110. internationalen Titel der HTT-Geschichte verantwortlich zeichnet. “Ich freue mich sehr, dass ich gewonnen habe. Ich hätte nicht damit gerechnet, hier den Titel zu holen, obwohl ich natürlich immer darauf gehofft habe. Das es mir am Ende gelungen ist, meinen ersten HTT-Turniersieg zu feiern, macht mich echt sehr froh. Es war nicht leicht dieses Turnier zu gewinnen, vorallem das Achtelfinale gegen Gregor Müller hat mir in den drei Sätzen alles abverlangt. Auch das Finale heute war voll fordernd für mich, vorallem bis 3:3 im ersten Satz. Dann habe ich versucht, die Bälle mit mehr Topspin aber doch recht sicher reinzuspielen, und das hat dann gut funktioniert”, analysierte Pavlov seinen grandiosen Erfolg, ehe er auch noch zum ersten bulgarischen Titel seit 2.494 Tagen Stellung nahm: “Ich freue mich riesig, dass nach so langer Zeit wieder einmal ein Bulgare ein Turnier auf der HTT gewonnen hat, und ich hoffe, dass es in nächster Zeit noch mehr Titel für unser Land geben wird”, so der 44jährige.

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Sebastian Hickl glaubt fest an seinen ersten HTT-Titel noch im Jahr 2015

“Ich habe mich bemüht, mit einem gewissen Wurstigkeitsgefühl in dieses Match zu gehen, was mir zu Beginn auch relativ gut gelungen ist. Ich habe plötzlich 3:2 geführt, praktisch aus dem Nichts heraus, ehe sich die Fehler bei mir gehäuft haben. Ich hatte dann auf einmal einen mentalen Einbruch, und der Pavlin hat das Match routiniert zu Ende gespielt. Ich habe alles probiert, aber leider hat das nur bis 3:2 geklappt, danach nicht mehr”, zeigte sich Sebastian Hickl in einer ersten Reaktion enttäuscht. Dennoch gibt sich der 22jährige für die kommenden Aufgaben kämpferisch und zuversichtlich: “Ein Titel auf der HTT wäre sehr schön, und es wird auch langsam Zeit. Ich mache mir definitiv zuviel Druck. Derzeit ist es wie verhext bei mir, aber ich bin zuversichtlich, dass ich noch in diesem Jahr meinen ersten Titel auf der HTT holen kann”.

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