Damian Roman – mit US-Open-Hattrick zu Allzeitgrößen aufgeschlossen

Damian Roman hat sich am Donnerstag Nachmittag zum insgesamt dritten Mal en suite den prestigeträchtigen Titel bei den HTT-US-Open gesichert. Der 33jährige aus Negresti Oas behielt im 83. Finale der heurigen Saison gegen den steirischen Überraschungsmann Alexander Schager in letztlich souverän bestrittenen drei Sätzen die Oberhand, und fixierte nach 2:27 Stunden Spielzeit mit 7:6, 6:3, 6:2 den insgesamt 7. HTT-Turniersieg seiner Karriere. Noch beeindruckender ist aber der Umstand, dass der rumänische Ranglisten-Dritte mit seinem 15. HTT-US-Open-Einzelsieg in Folge den angepeilten “Grand-Slam-Titel-Hattrick” realisieren konnte. Ein Kunststück, das in der Open Ära erst zwei Spielern vor ihm gelang, und in der jüngeren HTT-Vergangenheit überhaupt unerreicht blieb. Ein Bericht von C.L

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Damian Roman kann erst als dritter Spieler der 25jährigen HTT-Geschichte ein Grand-Slam-Turnier drei Mal in Folge gewinnen

Der unumschränkte Hartplatzkönig der Hobby-Tennis-Tour Damian Roman hat am Donnerstag Nachmittag zum dritten Mal in Serie bei den HTT-US-Open triumphiert, und damit auch in den umfangreichen Geschichtsbüchern der HTT für einen neuen ganz imposanten Eintrag gesorgt. Der 33jährige Rumäne schloss am gestrigen Nachmittag zu den beiden HTT-Legenden Claus Lippert und Klaus Hofer auf, die als bislang einzige Spieler der 25jährigen HTT-Geschichte ein Grand-Slam-Turnier drei Mal in Folge gewinnen konnten. Hofer holte von 1994 bis 1996 die HTT-Australian-Open, und Tour-Veranstalter Claus Lippert stellte mit sechs gewonnenen HTT-US-Open-Titeln (1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001) wohl einen Rekord für die Ewigkeit auf. Wenn einer diese Fabel-Bestmarke eines Tages knacken kann, dann wohl Damian Roman, dessen HTT-US-Open-Triple-Pack in Zeiten der hochgejazzten Tour vielleicht sogar noch höher einzuschätzen ist.

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Damian Roman schaffte jenen Major-Hattrick, den Peter Klager und Vladimir Vukicevic heuer schon verpasst haben

Es steckt nämlich eine Wahnsinnsleistung hinter dem jüngsten Erfolg des 33jährigen Rumänen, der im Endspiel gegen Major-Rookie Alexander Schager den insgesamt 15. HTT-US-Open-Einzelsieg einfahren konnte. Den Hattrick bei einem HTT-Major zu fixieren, das ist eine alles andere als einfache Angelegenheit. Das mussten heuer auch schon Damians Kollegen aus den “big four” der HTT erleben. Sandplatzkönig Peter Klager scheiterte nach zwei HTT-French-Open-Titeln in den Jahren 2013 und 2014 heuer im Mai beim Versuch das Triple auf roter Asche zu holen, als er sich im Finale mit einer grottenschlechten Vorstellung gegen Victor Stabrawa geschlagen geben musste. Welch großer Druck dieser Tage auf dem nunmehr 7fachen Champion lastete, davon weiß wohl auch Rasenkönig Vladimir Vukicevic ein Lied zu singen, der im Juli beim HTT-Wimbledon-Turnier bereits im Semifinale mit einer Niederlage gegen Christoph Beutler seine Major-Hattrick-Ambitionen ad acta legen musste. Und auch bei den HTT-US-Open sind in der langen Geschichte dieses Turniers schon zwei Spieler am angepeilten Triple-Pack gescheitert. Christian Kainz musste sich nach seinen beiden Erfolgen 1993 und 1994 im Endspiel des 95er-Events Klaus Hofer mit 3:6, 6:7 geschlagen geben, und auch Christoph Wagner verfehlte nach seinen Triumphen 2005 und 2006 den historischen dritten Erfolg.

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Trotz mässigem Saisonstart und der bitteren Kitzbühel-Pleite hatte Damian Roman sein großes Saisonziel “HTT-US-Open-Hattrick” nie aus den Augen verloren

Den HTT-US-Open-Titel zum dritten Mal in ununterbrochener Reihenfolge zu gewinnen, das war heuer auch das ganz große Saisonziel von Damian Roman. Allerdings schien das Unternehmen “HTT-US-Open-Triple” zu Beginn des Jahres in ganz weite Ferne gerückt. Bei den HTT-Australian-Open strauchelte der 33jährige bereits in der Runde der letzten 32, und auch beim Mai-Masters-Series-1000 im UTC La Ville war gegen Spaniens Topstar Ignacio Martin gleich zum Auftakt Endstation. Das ganze große Saisonziel hatte Damian Roman aber nie aus den Augen verloren, auch wenn es zuletzt in Kitzbühel mit dem Halbfinal-Aus gegen Bernhard Scheidl eine ganz bittere Niederlage setzte. Der Fokus lag immer auf den HTT-US-Open, und das merkte man dieser Tage vom ersten Match weg. Natürlich kam dem frisch aus dem Urlaub angereisten Titelverteidiger die im Vergleich zum oberen Tableau doch recht günstige Auslosung entgegen, doch ab dem Viertelfinale musste “Damian” stets an seine Grenzen gehen. Und wenn er gezwungen wird, an diese Grenzen zu gehen, dann ist der Mann aus den Karpaten auf Hartplatz das “non plus ultra” der Hobby-Tennis-Tour. Im Viertelfinale drehte er nach verlorenem ersten Satz das Match gegen den HTT-Masterssieger von 2011 Lukas Planteu, im Semifinale lieferte er sich mit Serbiens neuem Tourstar Nenad Sarcevic vielleicht das beste Match des gesamten Turniers, ehe er im Endspiel gegen Alexander Schager zum Triumphzug ansetzte.

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Alexander Schager mit Traumstart, einer 5:1 Führung und drei Satzbällen im Tie-Break

Der Druck der auf Roman lastete, war ganz gewaltig, dementsprechend nervös und fehlerhaft startete der Rumäne die Mission “HTT-US-Open-Hattrick”. Auf der anderen Seite wiederum legte ein junger Mann aus der Steiermark recht unbekümmert und mit dem Selbstvertrauen von vier Siegen über hochkarätige Gegner wie Clemens Beywinkler, Bernhard Scheidl, Andreas Roch und Lukas Prüger los. Der 19jährige aus Leoben erwischte bei seinem Final-Debüt auf Grand-Slam-Ebene einen in dieser Form nicht zu erwartenden Traumstart. Mit zwei Breaks im Rücken, hatte Schager nach einer schwachen halben Stunde eine 5:1 Führung inne, und Kurs auf Richtung 1:0 in Sätzen genommen. Doch dieser Eröffnungssatz des 96. Grand-Slam-Turniers der Open Ära sollte ein ganz verrückter werden. Für Roman letztlich der Wegweiser in Richtung Titel, und Schager werden die ersten 70 Minuten dieses Spieles noch sehr lange in Erinnerung bleiben. Bei 5:2 servierte der Steirer zum ersten Mal auf den Gewinn des Satzes, und das genauso erfolglos wie Minuten später beim Stand von 5:4. Der Überraschungsmann des Turniers ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen, spielte exzellente erste neun Punkte im Tie-Break und führte dort plötzlich mit drei Satzbällen vor der Brust mit 6:3. Zwei Aufschläge hatte Schager obendrein noch “in petto”, ehe dieser erste Heat richtig “crazy” wurde. Der 19jährige Obersteirer servierte unfassbarer Weise zwei Doppelfehler am Stück, und als er bei 6:5 auch noch den dritten Satzball mit einem Return-Patzer vergeigt hatte, ließ sich Roman kein zweites Mal bitten. Mit 8:6 ging der Tie-Break und damit der erste Satz an den favorisierten Titelverteidiger, und das Finale nahm seinen beinahe erwarteten Verlauf.

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Schager mit brutaler Aufschlagschwäche und Roman neben Philipp Schneider der einzige Spieler mit drei Saison-Titeln auf der HTT

Das Schager dem nun mit einer 1:0 Satzführung vor Selbstvertrauen strotzenden Hartplatzkönig nichts mehr entgegensetzen konnte, lag wohl auch am Umstand, dass der Jungstar aus der grünen Mark speziell beim Aufschlag viele Wünsche offen ließ. Wenn du in zwei Sätzen neun Mal beim Aufschlag bist, und davon heiße zwei Service-Games durchboxen kannst, dann steht man gegen einen wie Damian Roman natürlich auf verlorenem Posten. In gerade einmal 80 Minuten holte sich Damian Roman die Sätze 2 und 3 mit 6:3, 6:2, und damit den aus seiner Sicht wohl wichtigsten Turniersieg des Jahres. Nach Philipp Schneider ist der rumänische Ranglisten-Dritte erst der zweite Spieler, der anno 2015 drei Turniererfolge feiern konnte.

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“Den dritten Titel bei einem Major, noch dazu auf Hartplatz zu holen, ist eine große Freude für mich”

Mindestens ebenso anstrengend wie die sechs beinharten Turniertage bei tropischen Bedingungen in Maria Enzersdorf, waren die Minuten nach der erfolgreichen Titelverteidgung. Ein Marathon an Foto-Shootings und Interviews folgte, bei dem sich der 33jährige HTT-Hartplatz-King genauso professionell wie auf dem Court anstellte. “Ich bin sehr sehr glücklich. Ehrlich gesagt war das mein ganz großes Ziel für heuer. Obwohl ich auch die OTC Open gewonnen habe, aber das dritte Major in Folge zu gewinnen, noch dazu auf Hartplatz und dem Belag auf dem ich groß geworden bin, ist eine große große Freude für mich. Noch dazu bei dieser Besetzung, denn es waren viele gute Leute dabei. Im Semifinale gegen Nenad hatte ich ein unglaubliches Match, das hätte ehrlich gesagt auch anders ausgehen können. Wir haben ein sehr hohes Level gespielt, und ich habe mich extrem gefreut, dieses Semifinale gewonnen zu haben. Vor dem Finale war es schwierig für mich, weil ich meinen Gegner nicht kannte. Er hat unglaublich angefangen im ersten Satz, zum Glück bin ich dann langsam ins Match reingekommen und konnte in drei Sätzen gewinnen”, betonte der nunmehr 3fache HTT-US-Open-Champion.

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“Jetzt wo ich ein paar Turniere gewonnen habe und einige gute Spieler schlagen konnte, sind die Erwartungen von mir und meinem Team gestiegen”

Angesprochen darauf, wie schwierig die letzten sechs Tage des “Unternehmens HTT-US-Open-Hattrick” wirklich waren, meinte Roman: “Es war extrem schwer. Anders als in den ersten Jahren, als mich auf der HTT niemand als Favorit gesehen hat, ist das mit der Zeit ganz anders geworden. Jetzt wo ich ein paar Turniere gewonnen habe, und ich den ein oder anderen guten Spieler schlagen konnte, sind die Erwartungen von mir und auch meinem Team ein bißchen höher geworden. Vorallem aber macht man sich selbst einen großen Druck, was natürlich unnötig ist, weil es nur um den Spaß an der Sache geht. Aber man vergisst das halt alles auf dem Platz. Da denkt man dann an den Zwischenstand, Pokale, Punkte, Titel und was weiß sich noch alles, und das sollte man eben vermeiden, wenn man gute Ergebnisse erreichen möchte. Ich bin bei diesem Turnier mit dem großen Druck nicht so gut umgegangen. Ich hoffe, dass ich in den letzten Turnieren des Jahres mit mehr Leichtigkeit spielen kann”, so der 33jährige.

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Damian Roman mit perfektem Umfeld und seiner Rolle als “Vorbild”

So nebenbei hat sich der frischgebackene HTT-US-Open-Gewinner auch ein perfektes Umfeld geschaffen. Roman hat stets seine Familie mit bei den Turnieren dabei, dazu stets auch Begleitung und Unterstützung aus seiner Top Player Akademie. Eine tennisbegeisterte Frau an seiner Seite, die übrigens nach diesem Turnier ob der enormen nervlichen Belastung nochmals zwei Wochen Urlaub brauchen würde. Auch Damians Schwägerin komplettiert ein harmonisches Umfeld, aus dem der 33jährige jede Menge Kraft zu schöpfen scheint. “Das Wichtigste für mich warum ich HTT spiele – ich habe das schon öfters erwähnt – ist der Umstand, dass es mir eine große Freude bereitet. Ich bin sehr froh, dass es diese Plattform mit unglaublich vielen guten Spielern in Wien gibt. Und der zweite Grund warum ich hier mit großer Begeisterung spiele, sind meine beiden kleinen entzückenden Kinder und die vielen jungen Spieler aus meiner Tennisschule, denen ich ein Vorbild sein möchte. Ich hoffe das meine Jungs schon bald in meine Fußstapfen treten werden”, betonte Roman.

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“Natürlich zipft mich das jetzt gewaltig an”

Mit Siegen über BMTC-Star Clemens Beywinkler, HTT-Australian-Open-Champion Bernhard Scheidl, den starken Tour-Newcomer Andreas Roch und Jungstar Lukas Prüger, stürmte Alexander Schager auf den beiden Hartplätzen in der Südstadt direkt hinein in sein erstes HTT-Grand-Slam-Finale und die HTT-Computer-Rangliste empor. Dazu machte sich der 19jährige aus Leoben der breiten Hobby-Tennis-Tour-Öffentlichkeit bekannt, und im ersten Satz demonstrierte er lange Zeit auch sein großartiges Können. Ein 5:1 und drei ausgelassene Satzbälle im Tie-Break haben am Ende des Tages aber verständlicher Weise Spuren hinterlassen, wie man auch bei der abschließenden Pressekonferenz bemerkte. “Natürlich zipft mich das jetzt gerade gewaltig an, weil so viel mehr in diesem ersten Satz drinnen war. Ich habe leider nach der 5:1 Führung nicht mehr das gespielt, was ich eigentlich spielen kann. Darum ärgert mich diese Niederlage schon sehr”, äußerte sich der steirische Jungstar.

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Schager hofft auf HTT-Erste Bank Open und spekuliert mit einer Masters-Teilnahme

Angesprochen auf die Gründe seiner Niederlage meinte Schager: “Ich denke nicht, dass es an der Nervosität lag. Bis 5:1 hatte ich einen guten Lauf, und ich musste nicht wirklich nachdenken was ich spiele. Das ist alles automatisch gegangen, so lange bis die ersten Fehler gekommen sind. Und dann bin ich plötzlich ziemlich planlos dagestanden. Plan B habe ich leider nicht gefunden”, lachte der 19jährige, der dann auch noch zu den beiden verhängnisvollen Doppelfehlern im Tie-Break Stellung bezog. “Der erste Doppelfehler war ein “normaler”, der zweite aber war Pech mit dem Netzband. Natürlich war das zu einem blöden Zeitpunkt, aber sowas passiert halt”, meinte der HTT-US-Open-Finalist, der dann auch noch ein erstes Resümee zog. “Mit dem gesamten Turnier kann ich natürlich schon zufrieden sein. Das ich in der zweiten Runde den Scheidl schlage, damit war ja nicht unbedingt zu rechnen. Und auch die erste Runde gegen Beywinkler war mit dem Sieg im Tie-Break des dritten Satzes richtig knapp. Ich nöchte heuer noch in Wien beim HTT-Erste Bank Open 500 in der Stadthalle mitspielen, und vielleicht geht sich ja auch noch das Masters aus”, verabschiedete sich Schager in Richtung Steiermark.

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