Philipp Schneider und sein ganz persönlicher Grand-Slam-Fluch

HTT-Topstar Philipp Schneider konnte auch im 8. Anlauf seinen ganz persönlichen Major-Fluch nicht besiegen, und muss zumindest bis zum kommenden Jahr auf seinen möglichen ersten HTT-Grand-Slam-Titel warten. Der 35jährige Niederösterreicher unterlag am vergangenen Sonntag im Achtelfinale der 24. HTT-US-Open-Auflage seinem jungen Landsmann Lukas Prüger in zwei Sätzen mit 6:7, 2:6, und scheiterte beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres damit so wie in der vergangenen Saison bereits in der zweiten Runde. Dabei stieß der 2fache Masterssieger vom UTC Waidhofen/Thaya noch vor einer Woche bei seinem “halben Heimturnier auf Donaufeld” mit dem dortigen Titelgewinn in den elitärsten Kreis aller HTT-Allzeitgrößen vor. Es geht also “Auf & Ab” beim Ranglisten-Zweiten aus Horn! Ein Bericht von C.L

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Philipp Schneider muss weiter auf seinen ersten HTT-Grand-Slam-Titel warten

Masterssieger Philipp Schneider kann auf Grand-Slam-Ebene einfach nicht gewinnen! Der 35jährige Niederösterreicher, der in seiner seit Sommer 2013 dauernden Karriere bereits 12 Turniersiege feiern konnte, bleibt bei den vier größten und prestigeträchtigsten Events im HTT-Circuit weiter glück- und erfolglos. Nachdem Schneider seit Juni 2013 bereits 7 Mal beim Versuch scheiterte, einen Major-Titel zu erobern, ging auch der achte Anlauf am vergangenen Wochenende im Rahmen der HTT-US-Open in die Hose. Schneider – durch das Fehlen von Vladimir Vukicevic – an Nummer 1 gesetzt, hatte sich zwar zum Auftakt am Samstag Abend recht deutlich seines ersten Gegners entledigt, und Hagenbrunn Open-Finalist Raphael Huber mit 6:3, 6:2 geschlagen, doch schon im Achtelfinale ereilte auch den topgesetzten Niederösterreicher das frühzeitige Aus.

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Lukas Prüger behält im dritten direkten Duell mit Philipp Schneider erstmals die Oberhand

Dabei standen die Vorzeichen vor dem Generationen-Duell mit dem halb so alten Lukas Prüger ausgesprochen gut, kam Schneider doch mit der Empfehlung seines wenige Tage zuvor errungenen August-Masters-Series-1000-Titels nach Maria Enzersdorf, während Prüger anno 2015 noch kein Turnier bestritten, und zuletzt auch mit massiven Verletzungssorgen zu kämpfen hatte. Obendrauf sprach auch die Statistik für den 12fachen Titelträger, der im Head to Head mit Prüger 2:0 führte. Als Schneider dann im ersten Satz auch noch beherzt und spielfreudig loslegte, und gegen Prüger eine 4:2 Zwischenführung herausgespielt hatte, schien alles am 2er-Court des ehemaligen Tennispoint Südstadt seinen gewohnten Lauf zu nehmen. Ein paar enge Punkte für Prüger brachten aber die Wende zugunsten des Jungstars, der sich schließlich im Tie-Break doch noch den ersten Durchgang krallen konnte. Im zweiten Satz lief dann beim Nummer 1 gesetzten Niederösterreicher nicht mehr viel zusammen, und knapp vor 14:30 Uhr hatte Schneider nicht nur im dritten direkten Duell gegen Prüger erstmals verloren, sondern auch sein ganz persönliches Grand-Slam-Drama um ein weiteres Kapitel erweitert.

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Fabian Mayrhuber ortet Schneider-Benachteiligung bei den Grand-Slam-Auslosungen

Bei acht Anläufen auf Major-Ebene versuchte Schneider bisher vergeblich einen dieser Titel bei den “big four” Events der Hobby-Tennis-Tour zu erobern. Noch schlimmer fällt die heurige Grand-Slam-Saisonbilanz aus: Ein Viertelfinale – bei den HTT-French Open – ragt da noch als bestes Resultat einer total verkorksten Major-Saison 2015 heraus. Warum Schneider ausgerechnet bei den “Majors” regelmäßig patzt, darüber macht sich längst auch die Konkurrenz so ihre Gedanken. Der ehemalige Ranglisten-Erste Fabian Mayrhuber sieht Schneider von einem gewissen “Pech” bei den Auslosungen verfolgt, wo Schneider nach Meinung des WAC-Stars regelmäßig benachteiligt wird. Eine Aussage die mit einem Blick ins Archiv rasch widerlegt ist. Bei 8 Major-Starts zog Schneider zwei Mal ein Freilos, bei 6 Auftaktgegnern namens Jens Gudenus, Thomas Mund, Hüseyin Tüfekci, Sascha Platzer, Patric Weidinger und Raphael Huber. In Runde 2 warteten mit Christoph Kramer, Patrick Wimmer, Thomas Müller, Martin Zehetner, Vinzenz Vaca, Martin Pongratz, Martin Böö und Lukas Prüger auch großteils bezwingbare Gegner. Und ab dem Achtelfinale – wo er u.a. übrigens auch auf die Herren Thomas Peyerl, Patrick Joksch, Bernd Jaschke traf, warten bei Grand-Slam-Turnieren eben keine leichten Gegner mehr. Also an den Auslosungen liegt es definitiv nicht, dass Schneiders Name bislang noch nicht in den Siegerlisten der HTT-Majors zu finden ist.

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Schneiders dürftige Saison-Grand-Slam-Bilanz 2015

HTT-Australian Open Aus in Runde 32 gegen Bernhard SCHEIDL 6:3, 4:6, 2:6
HTT-French Open Aus im Viertelfinale gegen Victor STABRAWA 6:3, 4:6, 1:6
HTT-Wimbledon Aus im Achtelfinale gegen Christoph BEUTLER 3:6, 4:6
HTT-US-Open Aus im Achtelfinale gegen Lukas PRÜGER 6:7, 2:6

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Abseits der Major-Ebene glänzt Schneider mit Topleistungen – nach “Heimsieg” beim August-Masters-1000 zählt der 35jährige Niederösterreicher zu den “erfolgreichsten 10 Spielern der HTT-Geschichte”

Mittlerweile scheint es eher ein mentales Problem zu sein, denn mit jedem nicht gewonnenen Grand-Slam-Auftritt erhöht sich der Druck auf den 2fachen Masters-Hero. Es ist also eine reine Kopfsache, denn abseits der ganz großen Events liefert Schneider immer wieder Topleistungen auf allerhöchstem Niveau ab. So auch vor einer Woche beim August-Masters-Series-1000-Turnier “auf Donaufeld”, wo der Ranglisten-Zweite sein “Heimturnier” dominierte, als erster Spieler in diesem Jahr einen dritten Titel eroberte, und seinen vierten HTT-1000-Titel sowie den insgesamt 12. Turniersieg seiner Karriere gewann. Mit dem komplettierten vollen Dutzend an HTT-Titeln, ist Schneider auch in einen ganz exklusiven Kreis der HTT-Geschichte aufgestiegen. Mit 12 Turniersiegen zählt der 35jährige nun auch statistisch belegt zu den 10 erfolgreichsten Spielern der 25 Jahre andauernden Open Ära seit 1990. Einziger Schönheitsfehler: Er ist der einzige Spieler aus dieser Top-Ten-Liste ohne – eh schon wissen – Grand-Slam-Titel.

Die 10 erfolgreichsten Spieler der HOBBY-TENNIS-TOUR-Geschichte

1. CLaus LIPPERT 53 Turniersiege 13 Grand-Slam-Titel
2. Klaus HOFER 33 Turniersiege 12 Grand-Slam-Titel
3. Andreas HARBARTH 31 Turniersiege 6 Grand-Slam-Titel
4. Martin KOVA 30 Turniersiege 6 Grand-Slam-Titel
5. Christian KAINZ 26 Turniersiege 5 Grand-Slam-Titel
6. Roman AINBERGER 20 Turniersiege 3 Grand-Slam-Titel
7. Patrick SCHWING 15 Turniersiege 3 Grand-Slam-Titel
8. Christoph WAGNER 13 Turniersiege 2 Grand-Slam-Titel
Bernhard NAGL 13 Turniersiege 4 Grand-Slam-Titel
10. Franz MAYRHUBER 12 Turniersiege 1 Grand-Slam-Titel
Mario KISS 12 Turniersiege 3 Grand-Slam-Titel
Philipp SCHNEIDER 12 Turniersiege 0 Grand-Slam-Titel

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