“Heißer” Straninger-Auftritt leitet Major-Weekend der Sensationen ein

Was war das bloß für ein turbulentes Grand-Slam-Wochenende am südlichen Stadtrand von Wien, das uns einerseits Überraschungen am laufenden Band und eine Verlängerung des letzten Major-Events der Saison um einen weiteren Tag bescherte. Was sich am Samstag mit der Beinahe-Sensation und dem fast geglückten “Rookie-Coup” von Grand-Slam-Debütant Sebastian Hickl gegen den HTT-US-Open-Semifinalisten von 2010 Christoph Straninger “nur” ankündigte, wurde tags darauf mit reihenweise gestrauchelten Favoriten “zum Programm”.  Ein Bericht von C.L

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Sebastian Hickl leitet mit “Beinahe-Sensation” gegen Christoph Straninger das “Major-Weekend der Überraschungen” ein

Jungstar Sebastian Hickl aus der Top-Player-Academie von Damian Roman hat am Samstag Nachmittag mit einem 6:2, 6:7, 2:6 gegen Routinier Christoph Straninger zwar die erste große Sensation der HTT-US-Open 2015 verpasst, mit seinem Beinahe-Erfolg über den weitaus höher eingeschätzten Gegner aber eine Welle an Major-Überraschungen ausgelöst, die höchst prominente HTT-Klientel aus dem mit 32 Mann limitierten Tableau des letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres spülte. Wie erwäht hätte nicht viel gefehlt, und Sebastian Hickl hätte bei seinem Grand-Slam-Debüt höchst persönlich für die erste Sensation des 83. Saisonturniers gesorgt. Der 22jährige, der seit Saisonbeginn u.a. mit zwei Finalteilnahmen schon fast 500 Plätze im HTT-Ranking gut machen konnte, und von Position Nr. 624 auf Rang 131 kletterte, lieferte in Runde 1 dem klar favorisierten HTT-US-Open-Semifinalisten von 2010 Christoph Straninger einen heroischen Kampf auf Augenhöhe.

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3 Stunden 40 Minuten – Hickl und Straninger gehen an ihre physischen Grenzen

Bei brütender Hitze legte Hickl mit gewonnenem ersten Satz die Basis für einen fast 4stündigen Dreisatz-Fight, der beiden Akteuren körperlich und mental alles abverlangte. Hickl war mit 6:2 besser in diese Auftakt-Partie am 2er-Court gestartet, ehe er im zweiten Satz zunächst einmal körperliche Probleme bekam. “Unterzuckert” wäre er gewesen, stellte Hickl später in der Analyse klar, als er im zweiten Durchgang 0:5 zurücklag und mit einer Aufgabe spekulierte. Zwei Elektrolyt-Getränke später, setzte der Rust-Finalist zu einer gigantischen – und sechs in Serie gewonnenen Games beinhaltenden – Aufholjagd an. Bei 6:5 und eigenem Aufschlag stand Hickl vor dem kaum für möglich gehaltenen Aufstieg ins Achtelfinale, die Nerven den Sack zuzumachen hatte der Jungstar aber nicht. So musste “Basti” ins Tie-Break, wo er bei 2:2 dilettantisch agierend zunächst eine leichte Vorhand ins Out jagte, und gleich darauf einen hektisch ausgeführten zweiten Aufschlag zum total unnötigen Doppelfehler mutieren lässt. Bei 5:5 fehlten dem Underdog trotzdem nur zwei Punkte zum sensationellen Einzug in die Runde der letzten 16, ehe Straninger im Finish des Tie-Breaks seine Routine, und im nötig gewordenen dritten Satz die Hackordnung mit einem 6:2 wieder herstellte.

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Alexander Schager gewinnt gegen stark spielenden Clemens Beywinkler sein erstes Grand-Slam-Einzelmatch auf der HTT

Ansonsten hatte der zweite Spieltag durchgehend recht unspektakuläre Favoritensiege zu bieten. Höhepunkt an diesem letzten – und abermals mega-heißen – August-Samstag im Jahr 2015 war da noch die Erstrunden-Partie zwischen dem neuen steirischen HTT-Star Alexander Schager und dem 3fachen Turniersieger Clemens Beywinkler. Die beiden HTT-Asse lieferten sich einen sehenswerten Schlagabtausch am Centercourt, der am Ende im Tie-Break entschieden werden musste. Zuvor hatte Beywinkler – der 2012 im Semifinale der HTT-US-Open stand – mit seiner besten Leistung seit langer Zeit dem vom ITN höher eingestuften Gegner aus der “grünen Mark” phantastisch Paroli geboten, und im entscheidenden dritten Satz sowohl bei 5:4 als auch bei 6:5 mit eigenem Aufschlag die Möglichkeit, bei seinem fünften HTT-US-Open-Antreten zum 4. Mal zumindest das Achtelfinale zu erreichen. Beide Male kassierte der 26jährige BMTC-Star aber das Break, und so musste der im Ranking auf Position Nr. 113 abgerutschte Niederösterreicher in den Tie-Break. Dort agierte Schager mutiger, frecher und aggressiver als sein Gegenüber, und wurde schließlich mit dem ersten HTT-Grand-Slam-Einzelsieg seiner Karriere belohnt.

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