Quali-Auftakt zur 4. Auflage der Babolat-Kitzbühel-Trophy 2015

Mit insgesamt neun Matches ist am gestrigen ersten Spieltag die Qualifikation zur 4. Auflage der Babolat-Kitzbühel-Trophy in Kirchberg und Going angelaufen. Und während das ganz im Zeichen der Tour-Jugend stehende Geschehen am Raintalweg im schönen Kirchberg unaufgeregt und in jeweils zwei Sätzen über die Bühne ging, war im malerisch gelegenen TC Going am Fuße des Wilden Kaisers gleich am Eröffnungstag die Hölle los. Ein Bericht von C.L

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Christoph Gastner gewinnt dreieinhalb Stunden dauernde Tie-Break-Schlacht gegen Martin Dampier

5 Tie-Breaks in 4 Matches, das ist der sportliche Beleg für einen richtig spannenden ersten Spieltag bei der Babolat-Kitzbühel-Trophy 2015 in Going. Die Fans am Parmaweg waren am Dienstag Nachmittag hin und her gerissen zwischen packenden Tie-Break-Schlachten und dem atemberaubenden Blick auf die schroffen Berggipfel des Wilden Kaisers. Und ähnlich schwierig wie eine Besteigung dieses majestätischen Felsmassivs, artete für einige Herren auch der erste Auftritt auf den Courts des TC Going aus. Für den Höhepunkt dabei sorgten Christoph Gastner und Martin Dampier, die sich in der ersten Quali-Runde zum 500er-Turnier dreieinhalb Stunden “matchten”, ehe sich Gastner zwei Mal im Tie-Break durchgesetzt hatte. Beide Spieler boten dem zahlreichen Publikum, darunter dem “Top-Player-Fanclub” eine kämpferisch höchst heroische Darbietung, während der Quali-Schlager spielerisch doch einige Wünsche offen ließ. Am Ende war Gastner bei seinem 25. Karriere-Einzelsieg auch ein Stück weiter fitter als Martin Dampier, der im Finish mit argen Krämpfen in den Oberschenkeln zu kämpfen hatte. Ob Gastner mit dem Einzug ins Quali-Finale allerdings einen Pyrrhussieg landete, werden die kommenden Tage zeigen. Denn auch wenn der 22jährige best vorbereitet in das Abenteuer Kitzbühel startet, und als einer der fittesten Spieler im Circuit gilt, könnte ihm der dreieinhalb Stunden-Fight vom Dienstag Nachmittag noch auf den Kopf fallen.

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Linz-Challenger-Sieger Lukas Obermüller ringt Marcus Schischlik in einem weiteren Tie-Break-Krimi nieder

Zumindest im Quali-Finale allerdings wird Gastner keine großen Nachteile haben. Denn auch sein Gegner im Kampf um einen der begehrten Plätze im Hauptbewerb des HTT-500-Turniers in Kitzbühel hat einen richtig anstrengenden Eröffnungstag hinter sich. Der 2fache Linz-Challenger-Champion Lukas Obermüller hatte am Dienstag Nachmittag alle Hände voll zu tun und sein ganzes Können aufzubieten, um sich in einer weiteren Tie-Break-Schlacht hauchdünn mit 7:6, 3:6, 7:6 gegen Juli-Challenger-Sieger Marcus Schischlik durchzusetzen. Der 15jährige legte einen klassischen Fehlstart am Centercourt des TC Going hin, lag rasch 2:5 zurück, ehe er sich gegen einen wieder einmal labil agierenden Marcus Schischlik noch zum Satzgewinn via Tie-Break rettete. Im zweiten Satz ließ Schischlik dann sein großes Potential aufblitzen, ehe er in einem hoch dramatischen Finish seinem 4 Jahre jüngeren Gegenüber abermals im Tie-Break den Vortritt lassen musste.

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Daniel Riel führt Reihe von glatten Zweisatz-Erfolgen beim TC Kirchberg an

Souverän in Richtung zweiter Quali-Runde war am Eröffnungsspieltag lediglich Stadthallen-Finalist Daniel Riel unterwegs. Der 15jährige blieb in einem von vielen flotten Ballwechseln gekennzeichneten Match in Kirchberg gegen Alexander Bruckmüller mit 6:2, 6:1 erfolgreich, und führte damit eine ganze Reihe von glatten Erfolgen am Raintalweg an. Tour-Neuling Raphael Guarghias von WAT Ottakring deklassierte Gerhard Riel in einem Generationen-Duell mit 6:1, 6:3, und blieb ebenso ungefährdet, wie Dominic Böhm (6:3, 6:2 gegen Andrea Mutschlechner) und sein Clubkollege Aleksandar Tomas, der mit einem 6:3, 6:4 über Wolfgang Makuszovich die zweite Quali-Runde erreichte. Bereits im Achtelfinale des Kitzbühel-Challengers stehen derweil Robert Mutschlechner und Markus Kraml, wobei voralem der glatte 6:3, 6:1 Sieg des oberösterreichischen Tour-Neulings über Titelmitfavorit Raffael Gruber für Aufsehen sorgte.

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Markus Hobiger träumte vom Semifinale in Kitzbühel, und scheidet bereits in Runde der Challenger-Quali aus

Noch einmal zurück nach Going, wo man am Dienstag Nachmittag ein weiteres Kapitel der zur Zeit recht traurigen “Hobiger-Saga” zu sehen bekam. Angereist in die Gamsstadt war der 38jährige Guntramsdorfer nicht nur mit Freundin Ula, sondern vorallem mit dem Vorsatz für sein 268. Karriere-Turnier, im Challenger-Bewerb zumindest das Semifinale zu erreichen. Das berechtigt ja bekannter Weise zu einem Einsatz am Grand Stand beim ATP-Turnier in Kitzbühel, doch schon nach nur einer Stunde sportlicher Betätigung in den Tiroler Bergen, sind von den ambitionierten Hobi-Träumen nichts als Schäume geblieben. Schon in Runde 1 der Qualifikation endete das Vorhaben des routinierten Niederösterreichers, seine angeblich hochkarätigen Trainingsleistungen auch in den Wettkampf entsprechend erfolgreich umzusetzen. Mit Hannes Litzellachner hatte “Hobi” zudem den Kitzbühel-Challenger-Semifinalisten von 2013 als Gegner, und der Wahl-Tiroler ließ mit einem 6:2, 6:2 Erfolg keine Zweifel aufkommen, dass er das Erlebnis “Grand Stand” nach 2013 erneut auskosten möchte.

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