Letztes Super-4-Turnier des Jahres – letzte Chance auf 100 Punkte

Nur 48 Stunden nach dem Oktober-Grand-Prix-Finale mit dem Jubiläums-Triumph von Bernhard Nagl, geht die Hallensaison auf der Hobby-Tennis-Tour in ihre zweite Runde. Beim 11. November-Super-4-Turnier können die Tourstars angeführt von Titelverteidiger Christoph Wagner noch einmal so richtig ordentlich punkten. Die letzte 100-Punkte-Veranstaltung des Jahres steht deshalb auch ganz im Zeichen der immer näher rückenden Entscheidung, wer sich für das Masters qualifizieren kann. Eine Turniervorschau von C.L

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Auch November-Super-4 meldet mit 35 Mann neuen Teilnehmer-Rekord

Das letzte Super-4-Turnier der Saison steht an, und die Hallenausgabe dieser zweithöchsten Turnierserie auf der Hobby-Tennis-Tour wurde von den Spielern geradezu gestürmt. Nur eine Woche nachdem das Oktober-GP-Turnier einen neuen Teilnehmerrekord vermelden konnte, sprengt nun auch die 11. Ausgabe des November-Super-4 ihren bisherigen Nennungsrekord. Mit 35 Mann, darunter 6 Top-Ten-Spielern prolongiert das letzte der “großen acht Saisonturniere” (Grand-Slam & Super-4) den momentanen Tennis-Boom.

Titelverteidiger Christoph Wagner auch heuer wieder der Topfavorit

Angeführt wird das sensationelle Feld beim November-Super-4-Turnier 2006 vom Ranglisten-Ersten und Titelverteidiger Christoph Wagner. Der 16jährige Vorjahressieger, der erstmals seit seinem Triumph bei den “US Open” der Hobby-Tennis-Tour wieder im Einsatz ist, möchte vor dem Saisonhöhepunkt Masters noch einmal seine Form überprüfen. Und die stimmte in der Vergangenheit zumeist, wenn Wagner für ein Super-4-Turnier meldete. Bevor Andreas Harbarth im Finale des letzten Super-4-Turniers im Juni die gewaltige Siegesserie des Christoph Wagner stoppte, war der Junior unglaublich 21 Spiele in Folge auf Super-4-Ebene unbesiegt und zog dabei gleich vier dieser prestigeträchtigen Titel an Land. Mit einem möglichen fünften Super-4-Erfolg würde der Ranglisten-Leader Rang 3 in der Ewigen-Statistik der erfolgreichsten Super-4-Spieler einnehmen. Dagegen spricht eigentlich nur Wagners bisherige Karriere-Bilanz in der Halle, die im Vergleich zu seinem großartigen Können mit nur einem Turniersieg doch recht mager ausfällt. Dafür ist der Jungstar seit 9 Spielen insgesamt unbesiegt, und vor seinem 140. Karriere-Match in Runde 2 gegen den Sieger der Partie Patrick Meinhart gegen Michael Holzer klarer Favorit.

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Andreas Harbarth feiert am Wochenende sein Hallen-Debüt auf der Tour

Erster Herausforderer nicht nur auf dem Papier ist mit Sicherheit Andreas Harbarth. Der 4fache Saison-Turniersieger, der zuletzt den September-GP-Titel holte, gibt am kommenden Wochenende sein Hallen-Debüt auf der Tour. Der 23jährige Shooting-Star des Jahres zeigt sich vor seiner Hallen-Premiere zwar zurückhaltend, “die Halle liegt mir nicht wirklich, da habe ich nicht so viel Zeit wie auf Sand”, die Konkurrenz gibt auf die Harbarth-Sager allerdings nicht allzu viel. “So schlecht wird er auch in der Halle nicht sein”, sind sich Christoph Wagner und Michael Kunz einig. Auf Kunstrasen und Sand hat der Ranglisten-Vierte schon zugeschlagen, ein Titel in der Halle, fehlt dem 23jährigen noch in seiner Erfolgssammlung. Zum Auftakt trifft Harbarth übrigens auf Nihad Berzengi, der sein 45. Turnier bestreitet.

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Kunz & Liu als größte Herausforderer des Top-Duos und in Runde 1 gegeneinander

Die größten Herausforderer des Top-Duos an diesem Weekend sind wohl Tashi Liu und Michael Kunz. Zwar treffen die beiden Mitfavoriten schon in Runde 1 aufeinander, dem Sieger dieses Topschlagers ist aber ein recht weites Vordringen im 64er Raster des November-Super-4-Turniers zuzutrauen. Für beide Akteure ist das attraktive Kräftemessen am Eröffnungstag zwar eine willkommene Gelegenheit sich mit einem Topspieler zu messen, für Kunz ist das Match aber bei weitem wichtiger als für Liu. Der 35jährige Niederösterreicher steht nach seinem unerwarteten Semifinal-Aus beim Oktober-GP diese Woche unter großem Druck. Nur mehr der Titelgewinn und die damit verbundenen 100 Champions-Race-Punkte helfen dem Doppel-Masterssieger weiter, würden ihm vor dem November-GP noch eine Chance auf die Masters-Teilnahme lassen. “Ich rechne nicht mehr damit, aber probieren werde ich mein Möglichstes. Allerdings spekuliere ich eher damit, dass ein Spieler ausfällt und ich mich als Neunter oder Zehnter qualifizieren kann”, sieht Kunz nur mehr minimale Chancen. Sein Gegner ist zudem ein absoluter November-Super-4-Routinier. Tashi Liu kommt dieser Tage bereits zum 7x zum Hallen-Super-4-Klassiker, wobei der Asiate sogar zwei Mal den Weg bis ins Endspiel fand. 2003 unterlag er Thomas Valek knapp in drei Sätzen, im Vorjahr musste er gegen Christoph Wagner beim Stand von 2:5 verletzt aufgeben. Liu kann nach dem vorzeitigen Scheitern des Michael Kunz beim Oktober-GP entspannt in das Duell mit dem Super-Aufschläger gehen. “Ich glaube nicht, dass sich Kunz noch für das Masters qualifizieren kann”, meinte Liu.

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Der Kampf ums Masters – Die Kandidaten dafür mit schweren Auftaktlosen

Großer Liu-Fan wird am Freitag Abend auch wieder Ermin Dzafic sein. Bei einem Sieg des Asiaten wäre Dzafic alle Qualifikationssorgen vorzeitig los, und könnte bei seinem 2. November-Super-4-Antreten locker in sein Auftaktmatch gegen den Olympiasieger im Herren-Doppel Helmuth Pokitsch gehen. Dort den 65. Einzelsieg seiner Karriere einzufahren wird allerdings sehr schwer, genauso wie sich auch seine Konkurrenten um die letzten Masters-Startplätze mit außerordentlich harten Auftaktgegnern auseinander zu setzen haben. Alexander Udovc muss nach seinem Erstrunden-Aus beim Oktober-GP diesmal gegen den russischen Überraschungsmann Stanislav Perepelkin ran, der bei zwei Turnierstarts je einmal im Finale und Semifinale stand. Ein Hammerlos hat auch Philipp Svatek gezogen. Der 25jährige wird gegen Tour-Neuling Matthias Fink schon sein bestes Tennis zeigen müssen, wenn er wie im Vorjahr ins Achtelfinale will. Und auch für Christoph Kramer hätte es beim Versuch doch noch ins Masters einzuziehen “lostechnisch” leichter kommen können. Der Juni-GP-Finalist startet gegen Markus Altsinger, eigentlich von den Namen her ein Top-Duell. Betrachtet man aber die bisherigen Resultate der beiden Spieler beim November-Super-4, dann steht uns eher ein Keller-Duell ins Haus. Altsinger kam bei seinen beiden Auftritten hier noch nie über das Achtelfinale hinaus, und das Gleiche gilt auch für Christoph Kramer, der bei drei Starts ebenfalls immer verlässlich vor dem Viertelfinale die Heimreise antreten musste.

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Duell zweier ehemaliger Nummer 1 Spieler – Ainberger gegen Schwing als Erstrundenschlager

Doch auch abseits des Kampfes um die Masters-Quali hat der November-Super-4-Raster noch einige hochkarätige Erstrundenspiele zu bieten. Wie wer es mit dem Duell zweier ehemaliger Nummer 1-Spieler der Hobby-Tennis-Tour? Kein Problem, matchen sich doch gleich am heutigen Freitag mit Roman Ainberger und Patrick Schwing zwei einstige Ranglisten-Erste. Zwei Generationen prallen da in Runde 1 aufeinander. Da der mittlerweile 31jährige Roman Ainberger, der das November-Super-4-Turnier zweimal, nämlich in den Jahren 1996 und 1997 gewinnen konnte, und der hier einerseits seine Vorjahres-Schlappe in Runde 1 gegen Philipp Svatek vergessen machen möchte, und zudem auch eine Steigerung in seinem Spiel gegenüber der Vorwoche erwartet. Auf der anderen Seite Patrick Schwing, der noch 16jährige Tour-Dominator des Jahres 2004, der bei seinem Comeback Teil 3 endlich auf einen vollen Erfolg hofft. Bei allen seinen bisherigen Versuchen nach der Meniskus-Verletzung wieder auf der Tour Fuß zu fassen, setzte es für den 14fachen Turniersieger eine Niederlage. Ein großes Match läßt sich erwarten, zumindest dann wenn man auf die Statistik blickt. Beide sind absolute Topspieler in der Halle. Ainberger könnte seinen 11. Hallenturniersieg feiern, und wie Christoph Wagner den fünften Super-4-Titel seiner Laufbahn holen. Patrick Schwing war vor seiner Verletzung ohnehin der Topmann in der Halle, jener Spieler den es zu schlagen galt. Und das gelang letztmals einem gewissen Sören Forster, der am 20. November 2004 in der Masters-Vorrunde den späteren Champion in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:1 besiegte. Seither ist Schwing in 12 Partien auf den Teppichböden des Tennispoint Vienna ungeschlagen. Gegen Ainberger möchte er den 115. Einzelsieg seiner Karriere feiern, und gegen den 15. Turniersieg seiner Laufbahn hätte der bald 17jährige auch nichts einzuwenden.

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Die Tour-Newcomer mit ihrem zweiten Auftritt

Gespannt kann man auch dem jeweils zweiten Turnierstart von nicht weniger als drei Tour-Neulingen entgegen blicken. Matthias Fink hofft nach seiner Auftaktniederlage gegen Bernhard Nagl beim Debüt von vergangener Woche auf den ersten Sieg. Mit Philipp Svatek wartet allerdings wie am letzten Freitag neuerlich ein Gegner aus den Top-Ten. Ähnliches widerfuhr am Freitag vor eine Woche auch Raimund Aigner, der mit rutschigen Basketballschuhen gegen Ermin Dzafic auf verlorenem Posten stand. Diesmal wird der 22jährige mit neuen Schuhen wohl vorgesorgt, und gegen den aktuellen Oktober-Second-Series Sieger Rene Karlik einen besseren Stand haben. Und schließlich gibt auch Aigner-Freund Thomas Seemann am Wochenende sein zweites Gastspiel auf der Tour. Nachdem der 30jährige beim September-GP das Achtelfinale erreichte, soll diesmal ein besseres Ergebnis am Ende des Turniers zu Buche stehen. Auftaktgegner von Seemann ist Tour-Oldie Johann Krammer. Der 59jährige spielt sein drittes November-Super-4 und stand im Vorjahr immerhin im Viertelfinale.

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Claus Lippert, 3 .November 2006