Miroslav Jelic mit Premieren-Titel im 108. Anlauf

Im 108. Anlauf hat es endlich mit dem heiß ersehnten ersten Turniersieg auf der Hobby-Tennis-Tour geklappt. Serbiens Symphatikus Miroslav Jelic hat am Dienstag Abend beim erstmals ausgetragenen Juli-Future der Kategorie 2 “auf Donaufeld” im Endspiel gegen Tour-Rückkehrer Gerhard Ganser triumphiert, und sich nach dreieinhalb Jahren Tour-Zugehörigkeit erstmals einen HTT-Titel gesichert. Der 39jährige behielt in einem megaspannenden Finale nach 2:45 Stunden Spielzeit mit 6:3, 4:6, 7:6 die Oberhand, und avancierte damit zum insgesamt 294. Spieler der Open Ära, der sich in die umfangreiche Siegerliste der HTT-Geschichte seit 1990 eintragen konnte. Ein Bericht von C.L

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Jelic als neue Symbolfigur für “klassische Hobbytennisspieler”

Es war eine rauschende Sieger-Party am Dienstag Abend in der Nordmanngasse, eine wie man sie auf Future-Ebene wohl noch nie erlebt hat. Nach offizieller Siegerehrung und den Ansprachen von Gastgeber Gerald Milabersky vom Team Donaufeld und Turnierleiter Sascha Kobsik, stieg eine stimmungsvolle Feier in gewohnt gemütlichem Donaufelder Rahmen. Und das aus gutem Grund, denn mit dem allseits beliebten, stets freundlichen und überaus symphatischen “Miro” freuten sich alle, egal ob Zuschauer oder Personen in irgendeiner Funktion rund um die Future-Premiere auf Donaufeld. Man gönnte Jelic diesen Triumph aber auch, weil er gefühlt schon eine halbe Ewigkeit um diesen ersten HTT-Titel kämpfte, und er damit auch der zuletzt nörgelnden und frustrierten Kollegenschaft mit seiner Heldentat wieder Zuversicht verleihen könnte. Kovarik & Co – im Fahrwasser von Jelic agierend – sehen sich ja gerade als Bauernopfer der massiven Welle an jungen Spielern mit überhöhten ITN-Werten. Jelic hat an diesem ersten Juli-Weekend gezeigt, dass auch die “klassischen Hobbyspieler” – wie sich Kovarik, Rydl & Co gerne selbst sehen – eine Chance auf Titel haben.

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Jelic mit Gewaltleistung und drei Matches am Super-Sonntag bei 38 Grad

Und wie so oft steckt auch hinter dem Premieren-Erfolg des Miroslav Jelic wieder eine kuriose Geschichte. Eigentlich stand der 39jährige nicht im ursprünglichen Teilnehmerfeld für das 48. Saisonturnier. Zumindest beim offiziellen Nennschluss um 20 Uhr vermisste man den Namen des serbischen Routiniers. Erst um 20:08 Uhr ging ein knappes SMS am Veranstalter-Handy ein, noch dazu ohne genaue Angabe, welches der vier am Plan stehenden Turniere der Serbe bestreiten möchte. Und weil er termintechnisch mit Erstrunden-Gegner Manfred Lehner an keinem der beiden ersten Turniertage zusammenfand, musste der 39jährige am megaheißen Super-Sonntag gleich drei Mal ran. Mit einer Gewaltleistung und sieben gespielten Sätzen, entledigte sich Jelic auf dem Weg ins Semifinale der Herren Manfred Lehner, Robert Hochgerner und Sascha Lang, und krallte sich am Tag darauf im Semifinale gegen Fabio Tiani auch noch das zweite Final-Ticket seiner Karriere. Und für das Endspiel gegen Tour-Heimkehrer Gerhard Ganser war ein extrem motivierter Miroslav Jelic zu erwarten. Kein Wunder, denn sein erstes HTT-Finale heuer beim Mai-Future im UTC La Ville musste der serbische Routinier aus terminlichen Gründen sausen lassen.

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Jelic führt Serbien mit Turniersieg Nr. 22 bis auf einen Titel an Deutschland heran

Diesmal sollte alles anders werden, und Jelic startete furios in sein zweites Karriere-Finale. Mit einem raschen 3:0 legte er die Basis zum Gewinn des ersten Satzes, und bei 4:1 im zweiten Durchgang sah der 39jährige schon wie der sichere Sieger aus. Ganser war aber keineswegs nur als “Final-Tourist” in die Nordmanngasse nach Wien-Floridsdorf gereist. Der 32jährige fightete sich zurück, holte 5 Games am Stück und den Satzausgleich mit 6:4. Für Spannung sorgten die beiden Final-Protagonisten dann im entscheidenden dritten Heat, als sich Ganser bei 0:3 und 2:5 Rückstand erneut als toller Kämpfer präsentierte, ehe Jelic im Tie-Break für ein serbisches Happy End sorgte, und für einige statistische Highlights sorgte. Der 39jährige ist der 43. Sieger im 48. Saisonturnier 2015, er hat als 25. Spieler außerhalb der Top 100 gereiht, heuer einen Titel geholt, und Jelic ist der neunte serbische HTT-Champion, der für den insgesamt 22. Turniersieg der Balkan-Republik verantwortlich zeichnete. Damit fehlt den serbischen HTT-Stars nur mehr ein Titel zu den führenden Deutschen, die noch mit 23 Turniersiegen die Spitze der internationalen Länder in der HTT-Ewigen-Bilanz halten.