Neue Namen spielen sich am Super-Sunday in den Blickpunkt der HTT-French-Open

Während auf der ATP-Tour bei den Tennis-Profis in Paris derzeit gefachsimpelt wird, ob der aktuell von Sieg zu Sieg eilende serbische Weltranglisten-Erste Novak Djokovic in dieser Saison vielleicht sogar den “Grand-Slam” gewinnen kann, hat sich dieses – ohnehin nie ernsthaft diskutierte – Thema auf der Hobby-Tennis-Tour am Sonntag Nachmittag erledigt. Mit dem Zweitrunden-Aus des als Nummer 4 gesetzten Bernhard Scheidl gegen den ehemaligen Ranglisten-Ersten und Masterssieger von 2011 Lukas Planteu, hat es den “HTT-Australian-Open-Champion”, und damit den für heuer einzig in Frage kommenden “Grand-Slam-Aspiranten” frühzeitig im Turnierverlauf der HTT-French-Open erwischt. Der 29jährige aus Neusiedl am See kämpfte zwar ganz tapfer auf den für seinen Spielstil nicht wirklich maßgeschneiderten Bodenbelag im UTC La Ville, das ihn zum Ausscheiden verdammende 6:4, 3:6, 4:6 und die damit verbundene erste Major-Niederlage nach 7 Siegen in Folge, konnte der burgenländische Serve & Volley Spieler aber nicht verhindern. Neben Scheidl strauchelten aus dem erweiterten Favoritenkreis auch noch Jänner-Grand-Slam-Semifinalist Florian Kopf, Englands Nummer 1 Adam Goodsell und Glatzl-Bezwinger Michael Haslinger. Ein Bericht von C.L

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Auch 2015 bleibt “Grand-Slam” unangetastet – weil HTT-Australian-Open-Champion Bernhard Scheidl erstmals auf Major-Ebene scheitert

Der Mythos “Grand-Slam” bleibt auch in der 26. Saison der HTT-Geschichte unangetastet. Weil Jänner-Grand-Slam-Champion Bernhard Scheidl in der zweiten Runde des 24. Sangenor-Mai-Grand-Slam-Turniers in Lukas Planteu seinen Meister und Bezwinger fand, bleibt die historische Bestleistung – alle vier Grand-Slam-Turniere in einem Jahr zu gewinnen – auch im 26. Anlauf unerreicht. Insider und HTT-Experten hatten schon im Vorfeld erwartet, dass Hallen-Grand-Slam-Champ Bernhard Scheidl auf roter Asche nicht wirklich zu jenem Höhenflug ansetzen würde, mit dem er zu Jahresbeginn beim ersten Saison-Major die Szene beeindruckte. Sensation ist die frühzeitige Scheidl-Niederlage aber keine, auch wenn sein Bezwinger Lukas Planteu im Ranking nur auf der “61” geführt wird. Der mittlerweile 34jährige Kärntner hat sich mit seinen Erfolgen längst einen Platz in der HTT-Historie gesichert, vorallem mit seinem Karriere-Highlight “Masters-Triumph”, den er 2011 in ganz großem Stil eroberte. Im Duell der beiden Jänner-Grand-Slam-Sieger von 2011 und 2015, hatte Planteu am Ende mit 4:6, 6:3, 6:4 die Nase vorne, und sich für ein achtelfinales Duell mit Englands Topstar Adam Goodsell qualifiziert. Dort legte der 34jährige nach, feierte seinen 7. Sieg in Serie, und verhinderte zudem, dass der britische Tourbeitrag zum dritten Mal en suite ins Viertelfinale der HTT-French-Open einziehen konnte.

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Julian Heiter wirft Glatzl-Bezwinger Michael Haslinger aus dem Turnier

Mit dem Ausscheiden von Geheimfavorit Florian Kopf und Glatzl-Bezwinger Michael Haslinger sind spätestens am gestrigen Sonntag zwei neue Namen ins Rampenlicht der Hobby-Tennis-Tour gerückt. Julian Heiter und Manuel Ferik haben am vierten Spieltag des 24. Sangenor-Mai-Grand-Slam-Turniers die arrivierte Szene durcheinander gewirbelt, und sich in den Blickpunkt des HTT-French-Open-Geschehens gespielt. Einen bislang gewaltigen Eindruck hat in jedem Fall Julian Heiter hinterlassen. Der 19jährige für den ÖTB Linz Urfahr spielende Jungstar, erreichte ohne Satzverlust und mit beeindruckender Spielweise das Viertelfinale der HTT-French-Open. Glatzl-Bezwinger Michael Haslinger aus Hollabrunn hatte in Runde 2 gegen Heiter auch mit körperlichen Problemen zu kämpfen, dem druckvollen Spiel des 19jährigen aber letztlich nichts entgegen zusetzen. Und auch im Achtelfinale überzeugte der Tour-Newcomer mit einem speziell im ersten Satz souverän vorgetragenen Power-Tennis, das letztlich in einem 6:2, 6:4 Erfolg über Kevin Alexander Köck gipfelte.

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Unbelohnter Held des Tages – Manuel Ferik zwingt zunächst Florian Kopf in die Knie und scheitert im Achtelfinale nur knapp am Nummer 3 gesetzten Martin Zehetner

Für eine ganz phantastische Leistung blieb hingegen Manuel Ferik am “Super-Sonntag” bei den HTT-French-Open unbelohnt. Der 29jährige Grand-Slam-Debütant vom Post SV zeigte bei seinem “Triple-Pack-Auftritt” am Dr. Karl-Waltl Weg groß auf, und erspielte sich bei Zuschauern und Mitspielern allergrößte Hochachtung. Den gar nicht schlecht spielenden Qualifikanten Daniel Stepinski in der Mittagssonne über dem Altmannsdorfer Ast mit 6:1, 6:0 aus dem Turnier geschossen, machte sich Ferik in Runde 2 höchst motiviert auf, den für viele Insider als Geheimfavoriten gehandelten Florian Kopf zu ärgern. Denn für mehr als “ärgern”, schien Ferik gegen den wuchtig agierenden Kopf nicht im Stande. “Pustekuchen”, denn der 29jährige fightete wie ein Löwe, wehrte im zweiten Satz sogar einen Matchball ab, und sorgte beim Jänner-Grand-Slam-Semifinalisten vom Schwechater TC für jede Menge “Major-Frust”. Ich war körperlich heute nicht in der Lage, irgendwie verspannt und nicht locker genug”, resümierete der Unterlegene. Und beinahe hätte Ferik dann noch “einen draufgelegt”, nachdem er den an Nummer 3 gesetzten Martin Zehetner mehr gefordert hatte, als dem Niederösterreicher wohl lieb war. Vorallem im ersten Satz begegneten sich Zehetner und Ferik auf Augenhöhe, ehe der Favorit im Tie-Break die Oberhand behielt. Im zweiten Durchgang ging Ferik dann wohl auch ein bißchen “das Gas” aus. Kein Wunder, nach sieben zum Teil richtig anstrengenden Sätzen.

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