Stephan Böhm gewinnt Rookie-Finale und holt seinen HTT-Premieren-Titel

Stephan Böhm hat das Rookie-Finale des April-HTT-150-Turniers gewonnen. Der 43jährige Niederösterreicher vom TC Tulln bezwang im Duell zweier Final-Debütanten den 30 Jahre jüngeren Laurenz Leidinger nach einer Spielzeit von 63 Minuten mit 6:2, 6:3, und wurde damit seiner Rolle als großer Turnierfavorit vollauf gerecht. Für den als Nummer 3 in die 5. Auflage dieses Hartplatz-Turniers gestarteten Routinier war es der erste Turniersieg auf der Hobby-Tennis-Tour, der ihn erstmals in seiner Karriere auch unter die Top 50 hieven wird. Exakt auf Position Nr. 48 wird der Computer den frischgebackenen April-HTT-150-Champion in seiner neuesten Ausgabe ausspucken, womit sich Böhm über sein Karriere-High-Ranking freuen darf. In einem eher nur durchschnittlichen Endspiel endete derweil der Erfolgsrun von Laurenz Leidinger. Der 13jährige Burgenländer musste in seinem ersten HTT-Finale Lehrgeld zahlen, und bei 35 unerzwungenen Fehlern und nur 6 Winnern letztlich die Überlegenheit seines routinierten Gegenübers anerkennen. Ein Bericht von C.L

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Böhm wird seiner Favoritenrolle gerecht, und holt sich als 277. Spieler der Geschichte einen der begehrten HTT-Titel

Die während der letzten Tage groß aufspielende Tour-Jugend hat zwar das April-HTT-150-Turnier über weite Strecken geprägt, den Titel aber holte ein Routinier. Der einzige der arrivierten Spieler der dem Ansturm der Junior-Lobby standhalten konnte, und der schon im Vorfeld des 21. Saisonturniers als großer Favorit gehandelt wurde, stemmte am Dienstag Abend knapp nach 19 Uhr höchst verdient den Pokal des April-HTT-150-Turniers in den Maria Enzersdorfer Abend-Himmel. Ohne Satzverlust und mit nur 11 abgegebenen Games war Stephan Böhm nach fünf Turniertagen zum Premierentitel gestürmt, und dürfte damit auch die zuletzt angeheizten Diskussionen rund um das Thema “Jugendliche auf der Hobby-Tennis-Tour” ein wenig eingedämmt haben. In jedem Fall avancierte Stephan Böhm zum 20. Turniersieger im 21. Saisonturnier, und er schaffte als 277. Spieler der Geschichte das Kunststück, einen Titel auf der HTT zu erobern.

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Satz 1 geht nach nur 32 Minuten an Stephan Böhm

Das finale Duell der Generationen zwischen dem 43jährigen Routinier Stephan Böhm und dem 13jährigen Junior Laurenz Leidinger ging mit einigen Minuten Verspätung in Szene, und kam auch während der gesamten 63 Minuten nicht wirklich in Schwung. Böhm hatte den besseren Start in dieses Rookie-Endspiel erwischt, zwei Mal seinen Aufschlag durchgebracht, und dabei bei einem ersten selbst produzierten Doppelfehler nur einen einzigen Punkt abgegeben. Damit hatte der 43jährige schnell die Oberhand in diesem Match, das für Leidinger mit dem ersten kassierten Break zum 1:3 denkbar schlecht begann. Der junge Burgenländer hatte in der Folge zwar prompt die Gelegenheit zum Re-Break, doch eine verschlagene Vorhand und der ein oder andere nicht nachhaltig genug zu Ende gespielte Ballwechsel sorgten dafür, dass sich Böhm mit einer 4:1 Führung absetzen konnte. Leidinger, der auf dem Weg in sein Premieren-Endspiel immerhin namhafte Leute wie Christoph Kramer oder Michael Höfler ausgeschaltet hatte, kam zwar kurz darauf trotz zweier Doppelfehler zum 2:4, richtig Sicherheit gab dieser Gamegewinn dem unsicher und nervös wirkenden Junior aber nicht. Böhm gab in den beiden nächsten Games nur einen Punkt ab, forcierte in dieser Schlussphase des ersten Satzes vorallem sein Spiel am Netz, und holt schließlich nach 32 Minuten den ersten Durchgang mit 6:2.

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Durchgang 2 wird von einer Break-Orgie geprägt

Mit einer wahren Break-Orgie ging dann zunächst der zweite Satz in Szene. Leidinger gelang das erste Break zum 1:0, fünf weitere zum zwischenzeitlichen Spielstand von 3:3 sollten folgen. Die Vorentscheidung führte Böhm dann im siebenten Game herbei, als der sonst eher auf Kontrolle und Tempobeschränkung schauende Niederösterreicher mit zwei Service-Winnern und einer Vorhand-Attacke seinen Aufschlag zum 4:3 durchbrachte, und damit gewaltigen Druck auf den nun hinterher servierenden Jungstar vom TV F-Rust ausübte. Drei unerzwungene Fehler von der Grundlinie, dazu das halbe Dutzend an Doppelfehlern vollgemacht, kassierte Leidinger das Break zum 3:5, ehe Böhm drei Minuten später den Titel mit eigenem Aufschlag klar machte. Leidinger hatte eine Rückhand ins Netz befördert, und damit war das Finale um 18:46 Uhr zugunsten des Routiniers vom TC Tulln entschieden.

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Die Stimmen zum April-HTT-150-Turnier in der Südstadt

Mit einer taktisch ganz klugen Vorstellung, immer schön auf der Tempo-Bremse stehend um dem jungen Gegenüber nur ja nicht die gewünschte Geschwindigkeit in den Ballwechseln zu geben, dazu beim Aufschlag höchst variabel agierend, hatte Böhm am Ende souverän den ersten Titel seiner Karriere heimgespielt, um anschließend aus den Händen des 33fachen HTT-Turniersiegers Klaus Hofer die Trophäe des Siegers entgegen zunehmen. “Das war ein Super-Turnier, und Gott sei Dank habe ich immer gegen junge Gegner gespielt, denn das bin ich von den Trainings mit meinem Sohn her gewohnt. Für das Finale heute hatte ich im Vorfeld schon gewusst, dass der Laurenz lieber schnell spielt als langsam, und daher habe ich das Tempo extrem gedrosselt. So musste mein Gegner das Spiel selbst machen, und dann kamen auch die Fehler”, so der 43jährige. “Mit dem Turnier an sich bin ich natürlich sehr zufrieden, immerhin habe ich ja das Finale erreicht. Heute hat der Stephan aber taktisch sehr klug gespielt. Er hat genau gewusst, was er gegen mich machen muss. Ich habe heute auch nicht wirklich meinen Rhythmus gefunden. Gratulation an den Stephan, er hat verdient gewonnen”, äußerte sich derweil Burgenlands neuer Jungstar Laurenz Leidinger.

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