Laurenz Leidinger fordert Stephan Böhm im April-HTT-150-Finale “der Generationen”

“Hast Du ein Jugendturnier laufen”, fragte der ehemalige HTT-Doppelspezialist Franz Udovc am gestrigen Montag Nachmittag, als er knapp vor 18 Uhr einen Blick auf die beiden Hartplätze seines Heimvereins “Centercourt Südstadt” richtete. Die an diesem Wochenende groß aufspielende Jugend war in der Tat unter sich, als am vierten Spieltag der Kampf um die beiden Finaltickets für das 5. April-HTT-150-Turnier anstand. Zunächst prolongierte der 14jährige Tour-Neuling Maximilian Mooslechner mit einem hart erarbeiteten Erfolg im nachträglich ausgetragenen Viertelfinale über März-Future-Champion Stefan Nikolic seinen Höhenflug, ehe nach einer Regenunterbrechung die beiden Halbfinal-Matches über die Bühne gingen. Das erwartete Endspiel zwischen Stephan Böhm und Michael Höfler blieb aber aus, denn der zweite Junior-Star vom TV-F Rust, der erst 13jährige Laurenz Leidinger sorgte mit einem unerwartet deutlichen 6:0, 6:4 Erfolg über Schwärzli-Bezwinger Michael Höfler für eine echte Überraschung. Seiner Favoritenrolle gerecht wurde hingegen die Nummer 3 des Turniers Stephan Böhm. Der letzte im Turnier verbliebene Routinier, deklassierte einen müden Maxi Mooslechner mit 6:1, 6:0, und zog damit bei seinem 14. HTT-Turnierstart erstmals überhaupt in ein Finale ein. Ein Bericht von C.L

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Stephan Böhm trotzt weiter als einziger Routinier der groß aufspielenden Tour-Jugend, und fixiert in nur 35 Minuten den ersten Finaleinzug seiner Karriere

Das Endspiel beim 5. April-HTT-150-Turnier 2015 im “Centercourt Südstadt” lautet Stephan Böhm gegen Laurenz Leidinger. Der letzte der sich der Jugend in den Weg stellende Routinier Stephan Böhm hat am Dienstag Abend einen zügig erzielten Kantersieg gefeiert, und Sensations-Debütant Maximilian Mooslechner mit 6:1, 6:0 deklassiert. Der 43jährige hielt sich nicht lange mit dem Hobiger-Bezwinger auf, agierte vom ersten Ballwechsel an hoch konzentriert und bemüht in keiner Situation des Matches einen Zweifel aufkommen zu lassen, wer der Boss am Centercourt ist, und wem das zweite Finalticket beim 21. Saisonturnier zustehen würde. Voll fokussiert und permanent Druck ausübend auf sein müde wirkendes Gegenüber, machte Böhm bei seinem 14. Turnierstart erstmals überhaupt ein “Finale” klar, und das nach lediglich 35 gespielten Minuten.

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Mooslechner gewinnt emotional geführten Viertelfinal-Nachtrag gegen Stefan Nikolic

Maximilian Mooslechner hatte “sein Endspiel” allerdings schon eine Runde zuvor im Viertelfinale gegen März-Future-Champion Stefan Nikolic ausgetragen. Im Duell der beiden Juniors, die sich einen insgesamt recht emotionalen Schlagabtausch lieferten, wurde der erste Satz in einem turbulenten Finish entschieden. Mooslechner hatte beim Stand von 5:5 und Aufschlag seines Gegners eine Breakchance zum 6:5 vor der Brust, als Nikolic den Platz bei leichtem Nieselregen plötzlich verließ. Eine Aktion die Mooslechner gar nicht schmeckte, und die der 14jährige Burgenländer gar als unfair empfand. Nach einer rund einstündigen Regenunterbrechung drehte ein völlig unentspannter Stefan Nikolic den ersten Satz noch zu seinen Gunsten, rettete sich mit eigenem Aufschlag zum 6:5 und holte mit dem entscheidenden Break zum 7:5 gar den ersten Durchgang. Mit diesem Finish aber wurde Mooslechners Ehrgeiz angestachelt. Der “Ruster” kämpfte gegen alle Widrigkeiten dieses Montag-Nachmittags, wie Nasenbluten – nachdem er sich das eigene Racket ins Gesicht geschlagen hatte – oder den tristen Wetterverhältnissen mit Regen und stürmischen Windböen, die maßgeblich das Tennis der beiden Jungstars beeinflusste. Besser mit diesen äußeren Widrigkeiten kam Mooslechner zurecht, während Nikolic recht unrund über den Centercourt lief. Warum spielen wir nicht in der Halle? Und weshalb haben wir das Viertelfinale nicht am Sonntag gespielt, als das Wetter noch besser war? Nikolic “zickte” herum, und brachte sich so mit Fortdauer des Matches in eine misslichere Situation. Mooslechner holte die Sätze 2 und 3 mit jeweils 6:2, und wurde mit dem Halbfinal-Ticket gegen Stephan Böhm belohnt. Am Ende des vierten Spieltages zog Mooslechner dann ein erstes Resümee: “Ich bin sehr zufrieden, weil es ja auch mein erstes Turnier auf der Hobby-Tennis-Tour war. Ich hoffe sehr, dass ich bei weiteren Turnierstarts ähnlich gut abschneiden kann”, äußerte sich der 14jährige. Angesprochen auf den emotionalen Viertelfinal-Fight mit Nikolic meinte der junge Burgenländer: “Die Partie mit Nikolic war sehr anstrengend, vorallem nervlich. Der Wind war ein Problem, und die Art von Nikolic waren nicht so mein Fall, am Ende aber konnte ich mich doch durchsetzen”, zog Mooslechner zufrieden Bilanz.

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Aufholjagd Höflers kommt zu spät – Laurenz Leidinger schafft Semifinal-Überraschung und steht erstmals in seiner jungen HTT-Karriere in einem Finale

Die Überraschung des Halbfinal-Tages lieferte aber Mooslechners Teamkollege Laurenz Leidinger. Der 13jährige vom TV-F Rust, der im Verlauf des Turniers schon Rekordspieler Christoph Kramer eliminiert hatte, legte im ersten Halbfinale des April-HTT-150-Turniers eine Glanzleistung hin, und schaltete bei schwierigsten äußeren Verhältnissen den klar favorisierten – diesmal aber weit unter Form spielenden – Michael Höfler in knapp einer Stunde mit 6:0, 6:4 aus. Der burgenländische Überraschungsmann steuerte in diesem Vorschluss-Runden-Duell mit seinem 17jährigen Gegner sogar auf einen echten Kantersieg zu, lag Leidinger doch zwischenzeitlich mit 6:0, 5:1 voran. Erst mit dem Rücken zur Wand rief Höfler sein gewohnt druckvolles Tennis ab, rückte die eigentlichen Kräfteverhältnisse zwischen den beiden Jungstars mit drei gewonnenen Games en suite zurecht, und hätte womöglich dieser Partie sogar noch eine Wende geben können, wenn er bei 4:5 und 0:30 nachsetzen, und mit einem weiteren Break zum 5:5 ausgleichen hätte können. Mit vier Punkten in Folge holte sich aber Laurenz Leidinger den letztlich verdienten 10. Einzelsieg seiner HTT-Karriere, und erreichte damit sein erstes Finale auf der Hobby-Tennis-Tour. “Ich bin sehr zufrieden, weil ich auf der HTT noch nie in einem Finale war. Ich habe in diesem Turnier überraschend stark gespielt, obwohl ich insgesamt derzeit keine gute Phase habe. Das freut mich natürlich sehr, strahlte der April-HTT-150-Finalist, der sich auch schon kurz mit dem anstehenden Endspiel beschäftigte: “Der Stephan Böhm spielt sehr gut, das wird ein ganz schwieriges Match für mich. Er hat einen sehr tiefen und giftigen Slice. Ich werde aber alles probieren und mal schauen was dann am Ende rauskommt”, so der 14jährige Burgenländer.

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