Grand-Slam-Auftakt 2015 mit Startpleiten für Hobiger und Löffelmann

Der erste echte Höhepunkt eines mit Highlights gespickten Turnierkalenders zur Jubiläums-Saison der Hobby-Tennis-Tour steht an diesem vierten Jänner-Wochenende auf dem Programm. Die bereits 24. Auflage des Jänner-Grand-Slam-Turniers steht an, und verspricht wieder Hobby-Tennis-Sport vom Feinsten. Das erste Major-Event des Jahres im UTC La Ville gilt als erstes Gipfeltreffen der HTT-Topstars, die sich im Vorfeld bei den insgesamt vier Vorbereitungsturnieren äußerst rar gemacht hatten. Dementsprechend schwierig gestaltet sich auch die Suche nach dem Topfavoriten für die “HTT-Australian-Open”, die mit insgesamt 108 Teilnehmern für ein glänzendes Nennergebnis sorgen. Mit den großen Titel-Aspiranten werden wir uns in den nächsten Tagen noch ausführlich beschäftigen, den Auftakt zum insgesamt 840. Single-Event der Open Ära machten am gestrigen Donnerstag aber die Stars aus der zweiten Reihe, die sich über den Weg der harten Qualifikation einen Platz im 128er-Hauptfeld sichern möchten. Ein Bericht von C.L

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Marcin Goebel verfehlt “Grand-Slam-Senioren-Rekord” von Karl Ader

Ein ganz spezielles Duell gab es im Eröffnungsspiel des 24. Jänner-Grand-Slam-Turniers am Centercourt des UTC La Ville zu bestaunen. In der aus 32 Damen und Herren bestehenden Qualifikation trafen zwei Generationen aufeinander. Auf der einen Seite der erst 15jährige Sinisa Djordjic, der erstmals seit Oktober 2012 wieder auf der Tour zum Racket griff, und bei seinem Grand-Slam-Debüt den ganze 57 Jahre älteren Marcin Goebel aus Polen zu bekämpfen hatte. Der vor 20 Tagen 72 Jahre alt gewordene Goebel, der bei den HTT-French-Open 2012 schon einmal Grand-Slam-Luft schnupperte, hatte im Generationen-Duell mit Djordjic die Chance, zum ältesten Sieger eines Grand-Slam-Matches in der Open Ära zu avancieren, und damit den Rekord von Karl Ader zu knacken, der beim Mai-Grand-Slam-Turnier 2012 seinen bislang einzigen Major-Einzelerfolg feierte, und in Runde 1 mit einem Dreisatz-Sieg über Christian Aspalter den “Senioren-Rekord” als ältester Sieger eines Grand-Slam-Matches auf geniale 68,11 Jahre schraubte. Nun, diese Ader-Bestmarke war am Donnerstag Abend nur selten in Gefahr. Djordjic machte sich bei seinem Comeback-Auftritt vorallem seine großen körperlichen Vorteile zu Nutze, und sicherte sich mit einem 6:3, 6:4 Erfolg über die polnische Nr. 705 der HTT-Computer-Rangliste doch recht souverän den Einzug in die zweite Quali-Runde.

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Clemens Poteschil mit Niederlage beim ersten HTT-Auftritt seit April 2010

Dort stehen auch Jürgen Knauseder (nach einem 6:7, 6:3, 6:1 Erfolg) über Friedrich Böck, Dominik Skrzypek der Angelo Pollak mit 6:3, 7:6 aus dem Quali-Bewerb beförderte, und Helmut Hübl, dem der Aufstieg in die zweite Quali-Runde mit einem 6:4, 4:6, 6:3 Erfolg über Clemens Poteschil glückte. Dieser Clemens Poteschil, der letztmalig im April 2010 im Circuit aufschlug, hatte sein HTT-Comeback eigentlich erst für das kommende Wochenende beim Februar-Challenger angekündigt, hatte sich dann aber zu seinem zweiten HTT-Australian-Open-Start nach 2010 durchgerungen. Auch damals setzte es übrigens ein Aus in der ersten Quali-Runde.

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Markus Hobiger (Nr. 14 gesetzt) kassiert gegen Andrej Jankela die sechste HTT-Australian-Open-Erstrunden-Niederlage in Folge

Neben den heißen und hoch motiviert geführten Quali-Duellen, standen am Donnerstag Abend auch die ersten drei Hauptbewerbs-Matches auf dem Programm. Im Blickpunkt dabei der erste Auftritt von Markus Hobiger, der nach seiner Form suchenden HTT-Legende, die in der neuen Tennissaison weiter auf den ersten Einzelsieg warten muss. Denn der 38jährige Niederösterreicher musste sich nach seiner vorwöchigen Auftakt-Niederlage beim Jänner-HTT-250-Turnier gegen Tour-Newcomer Christian Streicher, auch in seinem ersten Grand-Slam-Match 2015 klar geschlagen geben. Hobiger unterlag der Nr. 354 im HTT-Computer, dem um ein Jahr jüngeren Andrej Jankela vom TC Top Serve mit 4:6, 3:6, und kassierte damit bei seinem achten HTT-Australian-Open-Start die sechste Erstrunden-Niederlage in Serie. Insgesamt schaffte der charismatische Guntramsdorfer bei acht Jänner-Grand-Slam-Teilnahmen in 10 Matches ganze zwei Siege, wobei der letzte vom 23. Jänner 2009 datiert. Mittlerweile hat sich der erfolglose Hobiger auch ein ganz erhebliches Kopf-Problem eingehandelt. Es ist mitunter bei seinen Auftritten auch eine Frage des mangelnden Selbstvertrauens geworden. Am Dienstag Abend absolvierte der Niederösterreicher im La Ville noch ein zufriedenstellendes Training mit seinem Coach, dann blieb ihm durch das Fehlen vieler Topstars der harte Weg in die Quali erspart, als Nummer 14 gesetzt ersparte er sich mit einem Freilos ausgestattet sogar einen Auftritt in Runde 128, und dann hatte Glücksgöttin Fortuna bei der Auslosung mit der Nr. 354 sogar noch einen schlagbaren Auftakt-Gegner zu bieten. Es war angerichtet für Hobigers 165. Karriere-Einzelsieg, doch nach 1:48 Stunden Spielzeit und einer mehr als matten Darbietung im 410. Single seiner Laufbahn war wieder Ernüchterung im Hobi-Lager eingetreten. Vorerst bleibt Hobiger nur die Jagd nach der HTT-Rekordmarke von Christoph Kramer, der mit 278 gespielten Turnieren nur mehr 29 Starts vor Hobiger liegt.

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Alexander Walter feiert im dritten Anlauf seinen ersten Einzelsieg im Rahmen der HTT-Australian-Open, und Thomas Löffelmann ist bereits seit 8 Matches ohne Sieg

Ohne Freilos machte sich am Donnerstag Abend Alexander Walter auf in den Kampf, um im dritten Anlauf endlich seinen ersten Einzelsieg im Rahmen der HTT-Australian-Open zu feiern. 2013 musste er sich Thomas Peyerl geschlagen geben, im Vorjahr Christoph Prüger beugen, und auch bei seinen dritten Jänner-Grand-Slam-Auftritt sah sich der 43jährige einem ernstzunehmenden Gegner gegenüber. Mit Thomas Janzso hatte er nicht nur einen um 113 Plätze in der Rangliste besser platzierten Mann vor sich, sondern einen, der mit seiner unorthodoxen Ausholbewegung beim Schlag für ein ganz schwer zu lesendes Spiel sorgt. Dementsprechend eng gestaltete sich der erste Durchgang, den Walter im Tie-Break für sich entschied, womit der Routiner die Weichen in seinem 50. Karriere-Match in Richtung Sieg stellte. Janzso lieferte im zweiten Satz zwar weiter einige ganz gefällige Ballwechsel, die 6:7, 3:6 Niederlage konnte der 25jährige aber nicht abwenden. Damit muss Janzso – der im Vorjahr beim Jänner-Grand-Slam sein Tour-Debüt feierte – auch nach seinem vierten Major-Start weiter auf den ersten Einzelsieg im Hauptbewerb eines Grand-Slam-Turniers warten. Bleibt zum Schluss noch die Frage, was mit Thomas Löffelmann los ist. Der 36jährige muss nach seiner am Donnerstag Abend erlittenen 4:6, 6:7 Niederlage gegen Michael Winkler nicht nur weiterhin auf seinen dritten Karriere-Einzelsieg bei einem Grand-Slam-Turnier und den ersten Saison-Einzelerfolg warten, sondern mittlerweile auch eine recht bittere Negativ-Serie erklären. Die gestrige Startpleite gegen Winkler war bereits Niederlage Nr. 8 en suite und der siebente Erstrunden-Ausrutscher in Folge. Zu Jahresbeginn hängte “Leffe” endlich seine Uralt-Rackets an den Nagel, um nun mit einem “neuen Wilson” die Erfolgskurve zu kratzen. Vorerst noch ohne der erhofften Trendwende. “Mir fehlt ganz einfach die Konstanz”, sieht der 3fache Turniersieger die Gründe für seine aktuelle Erfolglosigkeit. Auch gestern ließ der 36jährige die big points ungenützt. Bei 6:5, 30:30 und eigenem Aufschlag stand Löffelmann dicht vor einem dritten Satz, Minuten später aber war die achte Niederlage in Folge Gewissheit.

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