Kreilinger & Wimmer feiern überraschenden Auftakterfolg gegen Krach-Geiger

Mit einer ersten Überraschung ist am Donnerstag Abend der Doppelbewerb bei den HTT-Tour-Finals 2014 in Szene gegangen. Die als favorisiert eingestuften Doppel-Masterssieger von 2012 Markus Krach und Christian Geiger mussten sich im Eröffnungsspiel am Centercourt des UTC La Ville dem im Vorjahr bereits in der Gruppenphase ausgeschiedenen Mixed-Duo Ines Kreilinger und Patrick Wimmer mit 7:6, 6:7 und 7:10 geschlagen geben. In einem wahren “No Ad-Marathon”, der beinahe zwei Stunden dauerte, lieferten die beiden Doppelpaare dem Publikum eine äußerst fehlerhafte und dennoch abwechslungsreiche Eröffnungs-Partie, die mit ihrem superspannenden Finish über das etwas langatmige “Vorspiel” hinweg tröstete. Im zweiten Vorrundenspiel der Gruppe A wurden die 2fachen Major-Champions Rainhard Boisits und Martin Panzenböck ihrer Favoritenrolle mit einem klaren 6:2, 6:2 Erfolg über die Vorjahresfinalisten Renee Glatzl und Filip Markovic gerecht. Ein Bericht von C.L

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Krach-Geiger mit Dämpfer zum Auftakt der HTT-Tour-Finals 2014

Die Hoffnungen von Markus Krach und Christian Geiger, sich zum zweiten Mal nach 2012 den Titel beim Doppel-Masters zu holen, haben schon am Eröffnungstag der Tour-Finals 2014 einen ersten Dämpfer erlitten. Die routinierte Doppelpaarung, die sich heuer im Circuit rar gemacht hat, und nur mit den beiden Halbfinal-Teilnahmen im “Wimbledon der HTT” und bei den HTT-French-Open echte Topergebnisse aufzuweisen hat, erwischte im Duell mit der diesmal einzigen Mixed-Paarung im Feld einen echten Horror-Start. Weder Krach noch Geiger brachten ihr erstes Aufschlagspiel durch, und gemeinsam brachten sie auch keinen Fuß auf den Platz, womit sie auf einmal 0:5 zurücklagen. Und das gegen ein Duo, das sich im Vorfeld absolut keine Siegchance ausgerechnet hatte, und nach einer absolvierten Trainings-Session am Abend zuvor sogar mit dem Allerschlimmsten rechnete. Das Kreilinger-Wimmer nicht in jener Form sind, die sie sich zum Saisonfinale der besten 8 Doppel-Paare wünschen würden, bekam man dann spätestens nach der überraschenden Anfangsphase zu sehen. Krach-Geiger wuchsen jetzt nicht etwa über sich hinaus, sondern das Mixed-Duo auf der anderen Seite des Platzes begann plötzlich, Fehler en masse zu produzieren. 6 ab gegebene Games in Serie waren die Folge, und dazu ein am Ende auch noch verlorener erster Satz im Tie-Break.

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Kreilinger-Wimmer zeigen im zweiten Satz gleich mehrmals Moral

Allerdings bewiesen die Februar-Masters-Series-1000-Champions Moral, und das gleich mehrfach in diesem Auftakt-Doppel der HTT-Tour-Finals 2014. Zunächst kamen Kreilinger-Wimmer im zweiten Satz nach 0:3 Rückstand zurück ins Spiel, dann gelang dem Mixed-Paar das gleiche Kunststück noch einmal beim Stand von 3:5, und auch bei 5:6 rettete man sich in den Tie-Break, wo man diesmal anders als im ersten Durchgang das bessere Ende für sich hatte. Im Champions-Tie-Break spielten die Ranglisten-Dritten dann vorne weg, und jubelten am Ende über einen 10:7 Sieg. “Ein ganz wichtiger Sieg und völlig unerwartet”, waren sich Kreilinger und Wimmer nachher einig, während für die Ranglisten-Zehnten Krach und Geiger nun bereits ein Schicksalsspiel am kommenden Samstag auf dem Programm steht. “Wir haben einfach ganz schlecht gespielt”, übten die beiden Doppel-Dominatoren der Saison 2012 Selbstkritik. “Wenn wir so weiterspielen, gewinnen wir auch gegen Glatzl-Markovic nichts, und dann haben wir uns das Semifinale aber auch nicht verdient”, betonten beide uniso.

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Boisits-Panzenböck gewinnen Auftakt-Doppel gegen die Vorjahresfinalisten Glatzl-Markovic

Im Parallelspiel der Gruppe A, machten die Ranglisten-Ersten Rainhard Boisits und Martin Panzenböck gleich in ihrem Auftakt-Match deutlich, dass der Weg zum Titel nur über die beiden topgesetzten Doppelstars führt. Die 2fachen Saison-Grand-Slam-Sieger fertigten in einer eher mittelprächtigen Partie, die serbisch-österreichische Vorjahresfinalisten-Paarung Renee Glatzl und Filip Markovic mit 6:2, 6:2 ab, und übernahmen gleich am ersten Spieltag die Führung in Gruppe B. Spielerische Höhepunkte waren trotz der gewaltigen individuellen Klasse auf dem Platz Mangelware. Boisits präsentierte sich wie gewohnt in der Leaderrolle und zeigte dem zahlreichen Publikum gelegentliche “Hot-Shots”, Glatzl faszinierte wie gewohnt mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit in seinen Schlägen, doch die beiden jeweils an ihrer Seite spielenden “Adjutanten”, blieben eher “blaß”, womit das ganz große Match nicht zustande kommen konnte. Boisits hatte in jedem Fall den besseren “Adjutanten” zur Seite, der geschickt dirigiert und immer wieder prächtig von Boisits in Position gebracht, für Punkte sorgte, während Markovic mit seiner Vorstellung deutlich machte, dass er nicht unbedingt der geborene Doppelspieler ist. Und weil sie an “Spannung, Dramatik und Klasse” zusammen nicht so wirklich viel auf den Centercourt zaubern konnten, verzettelten sich Boisits und Glatzl während der Partie in einen persönlichen und verbalen Kleinkrieg. Was war passiert? Boisits fühlte sich von den während eines Seitenwechsels zur Seite geschobenen Trenn-Netzen gestört, mokierte sich einige Minuten lang über diese Aktion des Veranstalters, was schließlich Glatzl wiederum aufregte, und so zum komplett unnötigen Scharmützel des Abends führte. Das Publikum war kurz belustigt, doch insgesamt wünscht man sich für das große Saisonfinale im UTC-La-Ville solche Aktionen eher nicht. Allesamt wollen wir ein abschließendes Tennisfest nach einer phantastischen HTT-Saison feiern! Nicht mehr und auch nicht weniger!

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