Klager und Schneider starten mit Auftaktsiegen in die HTT-Tour-Finals 2014

Die beiden Vorjahresfinalisten Philipp Schneider und Peter Klager haben den Auftakt der 25. HTT-Tour-Finals 2014 mit Bravour gemeistert. Vorjahresfinalist Peter Klager ist mit einem “Auftakt nach Maß” in die HTT-Tour-Finals 2014 im UTC La Ville gestartet. Der 22jährige führte im Eröffnungs-Match der Gruppe B einen völlig indisponierten Mathias Wagner in nur 54 Minuten mit 6:1, 6:2 vor, und bestätigte mit einem niemals gefährdeten Erfolg ganz eindrucksvoll seine Favoritenrolle in diesem ersten Single beim Saisonfinale der Top 8. Im Topspiel des Tages am “Cash4Car-Day” bezwang derweil Titelverteidiger Philipp Schneider den HTT-US-Open-Finalisten Martin Zehetner mit 6:3, 7:5, und schuf sich damit eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Aufstieg ins Semifinale. Ein Bericht von C.L

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Mathias Wagner lieferte mit ganz schwacher Leistung ein verkorkstes Masters-Debüt ab

Vorjahresfinalist Peter Klager ist mit einem ganz lockeren Auftakterfolg in die HTT-Tour-Finals 2014 gestartet. Bei seinem ersten Auftritt seit dem verlorenen Endspiel bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle, ließ der Ranglisten-Zweite vom TWR 21 dem als Nr. 8 gesetzten Königstettner keine Chance, und fertigte den Underdog mit 6:1 und 6:2 ab. Für Wagner setze es also bei seinem Tour-Final-Debüt eine herbe Niederlage, die er sich großteils auch selbst zuzuschreiben hat. Noch in der Vorschau zu diesem abschließenden Saison-Höhepunkt am Altmannsdorfer Ast wurde analysiert, dass Wagner wohl nur dann eine echte Chance hätte, wenn sein bester Schlag “das Service” entsprechend funktioniert. Und genau das war am Donnerstag Abend aus Sicht des 23jährigen leider nicht der Fall. Wenn du auf höchstem HTT-Niveau in jedem Satz nur einmal dein Service durchbringst, wenn du nur 45 Prozent “am Ersten” verzeichnest und dazu noch mit 9 Doppelfehlern unangenehm auffällst, dann kann gegen einen Spieler wie den Ranglisten-Zweiten Peter Klager am Ende des Tages nur ein Debakel rauskommen. Und so muss man den Debüt-Auftritt des Juni-HTT-500-Champions leider bezeichnen. Mit 31 unerzwungenen Fehlern hievte sich der Ranglisten-Achte schon mit seinem Auftakt-Match in eine beinahe aussichtslose Position im Kampf um die beiden semifinalen Tickets in Gruppe B.

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Kein Aufschlag, kein Rhythmus, Wagner schlittert bei Masters-Debüt in schlimmes Debakel

Es dauerte zunächst einmal bis zum Beginn des dritten Games, ehe sich Wagner über seinen ersten Punktgewinn im Duell mit Klager freuen durfte. Mit zwei Assen hatte man kurzfristig das Gefühl, Wagner hätte seine Anfangsnervosität beim Masters-Debüt abgelegt, und in dieses Vorrunden-Match hinein gefunden. Doch der Schein trügte, Wagner patzte sich sowohl als Rückschläger, vorallem aber auch als Aufschläger weiter an, und gab nur 13 Minuten später mit zwei weiteren  Breaks den ersten Satz mit 1:6 ab. Klager spielte wie immer seinen Part trocken herunter, bewies an der Grundlinie einmal mehr seine außergewöhnlichen Fähigkeiten in der Defensive, und konnte von dort aus das muntere Fehler-Machen seines Gegners beobachten. Mit drei Doppelfehlern schoss sich Wagner gleich in seinem ersten Aufschlagspiel im zweiten Satz in Bedrängnis, aus der er auch nicht mehr herauskommen sollte, obwohl ihm postwendend mit seinen ersten Break-Chancen das Re-Break zum 1:2 gelang. Weil Wagner gleich im Folge-Game wieder eine Kostprobe seiner heutigen Unform zum Besten gab. Vier Fehler bei nur einem Winner, damit war der geschaffte Vorteil durch dieses Break auch schon wieder dahin, und Wagner endgültig bereit zum Abgesang. Mit den Doppelfehlern Nr. 8 und Nr. 9 sowie einem vergebenen Volley vorne am Netz, stand Wagner kurz nach 21 Uhr den ersten Matchbällen seines Gegners gegenüber, und Klager fackelte nicht lange, stürmte ans Netz, und beendete das fünfte direkte Duell der beiden Top-Ten-Stars mit dem bereits fünften vollen Erfolg, und das noch dazu im Eilzugstempo.

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Die Stimmen zum Spiel

“Ich habe gehofft das es genau so kommt”, strahlte Klager nach seinem glatten Auftakt-Erfolg. “Weil es nicht anstrengend war, und man hat ja im letzten Jahr gesehen, dass es am Ende darauf ankommt, wie fit man ist. Ich bin nicht unzufrieden, aber ich habe das komische Gefühl, dass der Platz im Vergleich zum Vorjahr schneller geworden ist. Ein paar dumme Fehler waren dabei, aber man muss ja auch erst reinkommen auf diesem ungewohnten Platz”, analysierte der erste Sieger der heurigen HTT-Tour-Finals im UTC La Ville. Entgegen seiner sonstigen Interviews zeigte sich Mathias Wagner nach seinem verkorksten Masters-Debüt ziemlich wortkarg. “Ich will jetzt nicht viel über dieses Match nachdenken. Ich konzentriere mich jetzt schon auf Samstag”, war der 23jährige Königstettner kurz angebunden.

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Masterssieger Philipp Schneider startet Mission Titelverteidigung mit bestandenem Härtetest gegen HTT-US-Open-Finalist Martin Zehetner

Mit einem vollen Erfolg hat hingegen Masterssieger Philipp Schneider das Unternehmen “Titelverteidigung” bei den HTT-Tour-Finals im UTC La Ville in Angriff genommen. Der 34jährige Vorjahres-Champion musste gegen Martin Zehetner einen ersten echten Härtetest bestehen, ehe er sich nach 1:31 Stunden Spielzeit mit 6:3, 7:5 gegen den HTT-US-Open-Sieger durchsetzte, und den 70. Einzelsieg seiner Karriere feieren konnte. Schneider schien im “Match ot the day” und abschließenden Einzel des “Cash4Car”-Tages” von Beginn an hoch konzentriert, und das hatte seinen guten Grund. Der 8fache Turniersieger war gewarnt, hatte er doch die letzten beiden Duelle mit Zehetner (sowohl bei den HTT-US-Open als auch beim November-Masters-Series-1000-Turnier) verloren, und obendrein einen Gegner vor der Brust, der als frischgebackener November-HTT-500-Sieger sein Masters-Debüt feierte. Zunächst freilich gaben sich die beiden Top-5-Stars bei eigenem Aufschlag und bis 3:3 keine Blöße, ehe das verflixte siebente Game anstand, und Zehetner prompt zwei Mal mit seiner Rückhand patzte. Als ihm dann auch noch der erste Aufschlag abhanden kam, und Schneider mit einem Vorhand-Return-Winner das erste Break fixierte, war der erste Satz praktisch verloren. Denn Schneider blieb weiter fokussiert, bei eigenem Aufschlag mit einem zu Null-Game obendrein auch souverän und gewillt, mit einem zweiten Break den ersten Satz unter Dach und Fach zu bringen. Was ihm schließlich nach einem äußerst hart umkämpften Game mit sieben Mal Einstand und mit dem vierten Satzball auch gelang.

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Zehetner verjuxt im zweiten Durchgang massigst Chancen zum Satz-Ausgleich

Der zweite Satz lief dann zunächst ähnlich wie der erste Durchgang. Wieder profilierten sich Schneider und Zehetner als starke Aufschläger, die bis 3:3 ihr Service mehr oder minder sicher halten konnten. Wobei Schneider mit gleich vier Chancen dem Break näher war als Zehetner, der bei den ersten drei Aufschlagspielen seines Gegners gerade einmal zwei mickrige Pünktchen davon tragen konnte. Umso überraschender weil eigentlich aus dem Nichts heraus, fand Zehetner dann just im siebenten Game seine allererste Break-Möglichkeit vor, die er nach einem Vorhand-Fehler seines Gegners zum 4:3 nützen konnte. Was dann passierte, muss sich Zehetner in der Nachbetrachtung sicherlich selbstkritisch ankreiden. Drei Spielbälle zum 5:3 ließ der Kitzbühel-Finalist vom TC Deutsch Wagram leichtfertiger Weise aus, ehe er sich das Re-Break zum 4:4 eingefangen hatte. Ein paar Minuten später wurden abermals vergebene Break-Chancen aus Sicht von Zehetner sogar zum Luxus, den man sich gegen einen Topmann wie Schneider aber nicht leisten kann. Wieder mit Break zum 5:4 vorne, verjuxte der Deutsch Wagramer insgesamt drei Satzbälle, ehe er erneut ein ärgerliches Re-Break zum 5:5 kassierte. Damit war die Luft beim Zistersdorf-Open-Champion raus. Schneider markierte mit einem durchgebrachten Aufschlagspiel die 6:5 Führung, und breakte einen im letzten Game völlig desorientiert spielenden Zehetner, der u.a auch seinen allerersten Doppelfehler servierte, und schließlich nach 91 gespielten Minuten und exakt 150 ausgetragenen Ballwechseln mit 3:6, 5:7 ein – zumindest ergebnistechnisch – verpatztes Debüt zur Kenntnis nehmen musste.

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Zehetner trauert vergebenen Chancen nach, und Schneider bekundet, mit sehr viel Respekt in die heurigen Gruppenphase zu gehen

Exakt ein Drittel der 150 ausgespielten Punkte beendete Zehetner nämlich mit einem unerzwungenen Fehler, womit die Auftakt-Niederlage bei den HTT-Tour-Finals eigentlich schon erklärt ist. “Das Match heute war ähnlich wie unser Achtelfinal-Duell bei den HTT-US-Open. Bis 6:3, 3:3 war er der bessere Spieler, dann mache ich mit meinem ersten Breakball das 4:3, hätte mit 40:15 die Chance gehabt zum 5:3 nachzulegen, und schaffe das nicht. Dann hatte ich noch 3 Satzbälle, und wenn ich diesen zweiten Satz gewinne, kann das Match in jede Richtung ausgehen”, trauerte der 33jährige seinen vergebenen Chancen nach. “Verbessert hat sich die Ausgangslage im Kampf um das Semifinale mit dieser Niederlage sicher nicht. Jetzt wird es natürlich doppelt schwer, mit einer 0:2 Niederlage erst recht”, meinte der unterlegene Niederösterreicher, bevor Philipp Schneider bei der abschließenden Pressekonferenz Rede und Antwort zu seinem gelungenen Masters-Auftakt und zum 70. Karriere-Einzelsieg stand. “Ich bin mit dem Ergebnis natürlich sehr zufrieden. Das war ein guter Start in die Gruppenphase, in die ich diesmal mit sehr viel Respekt gegangen bin. Denn Zeit um sich “reinzuspielen” in dieses Turnier hat man bei solchen Gruppengegner heuer nicht”, erklärte der Titelverteidiger, der den Spielverlauf ähnlich wie Zehetner sah: “Bis 3:3 im zweiten Satz hatte ich das Gefühl, der stärkere Spieler zu sein, und eigentlich hätte ich schon ein Break haben müssen. Plötzlich war er aber am Drücker und der bessere Spieler. Den Satz habe ich dann mit viel Kampf und vielleicht auch mit ein wenig Kopf noch herumgerissen”, analysierte Schneider, der sich trotz Auftaktsieg aber noch keineswegs im Semifinale sieht: “Das war ein sehr wichtiger Sieg, aber jetzt geht es am Samstag gegen Peter Klager, und falls ich da verliere, ist alles wieder komplett offen”, so der erfolgreich in die “Finals” gestartete Titelverteidiger.

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