Titelaspiranten Dejanovic und Brunner stürmen in Challenger-Tour-Final-Vorschlussrunde

Immer mehr kristalliert sich in den letzten Tagen die mögliche Endspiel-Paarung beim 5. Challenger-Tour-Final 2014 im UTC La Ville heraus. Der allseits schon im Vorfeld als Titel-Favorit gehandelte serbische Jungstar Nemanja Dejanovic rauscht scheinbar unbeeindruckt von allen äußeren Einflüssen und spielerisch in einer anderen Liga agierend dem geplanten Titel-Coup entgegen. Und als sein erster Herausforderer avancierte in den vergangenen Tagen ein bis dato noch eher unbekannter junger Mann aus Niederösterreich namens Gernot Brunner, der bis vor einer Woche nur auf der Weinviertler ITN Tour im Einsatz war, ehe er sich mit 11 Siegen in den letzten 11 Matches zum Titel-Aspiranten Nr. 2 empor spielte. Dejanovic jagte am Sonntag Abend am letzten Vorrunden-Spieltag den ehemaligen HTT-Wimbledon-Champion Michael Kunz mit 6:3, 6:1 vom Platz, und Gernot Brunner ließ Damian Roman-Schützling Felix Sagasser mit 6:2, 6:3, doch recht deutlich über die Klinge springen. Ein Bericht von C.L

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Nemanja Dejanovic deklassiert Michael Kunz, und feiert den 40. Saison-Einzelsieg  und den 50. Single-Erfolg seiner Karriere

Nicht einmal heftige Bauchschmerzen konnten die große serbische Nachwuchshoffnung Nemanja Dejanovic am Sonntag Nachmittag im letzten Vorrunden-Spiel der Gruppe A stoppen. Der 15jährige deklassierte in einer einseitigen Begegnung den 8fachen HTT-Turniersieger und ehemaligen HTT-Wimbledon-Champion Michael Kunz in nicht einmal einer Stunde mit 6:3, 6:1, und fixierte mit diesem Kantersieg zwei sehenswerte Marken. Einerseits feierte der Kitzbühel-Challenger-Champion den insgesamt 50. Einzelsieg seiner noch jungen Karriere, und zudem egalisierte der 3fache Saisonsieger mit seinem 40. Saison-Einzelerfolg den bisherigen Saison-Bestwert von Patric Weidinger, der heuer ebenfalls 40 Matches auf der Tour für sich entscheiden konnte. Sollte Serbiens Jungstar auch das Semifinale gewinnen, dann würde er mit 41 Einzelsiegen im Jahr 2014 die alleinige Führung in dieser Statistik übernehmen, triumphiert er auch im Finale, dann wäre er in dieser Saison-Statistik nicht mehr zu überholen, auch nicht vom Ranglisten-Ersten Philipp Schneider, der vor den am Donnerstag beginnenden Tour-Finals mit 36 Einzelsiegen in diesem Jahr auf Platz 3 rangiert. Dejanovic ließ zwar in einer bis 3:3 ergebnistechnisch offenen Anfangsphase zwei Breakchancen zum 4:2 aus, doch spätestens mit dem ersten Break zum 5:3, hatte der 15jährige die Erfolgsspur eingeschlagen, und diese bis zum Schluss nicht mehr verlassen. Kunz konnte noch im ersten Aufschlagspiel des zweiten mit dem 1:0 das Ehrengame fixieren, danach ging es aber mit 6 abgegebenen Spielen in Folge direkt und rasant ins so eigentlich nicht zu erwartende Debakel. “Ab 3:3 ist gar nichts mehr gegangen. Ich war unkonzentriert, was nicht passieren darf in so einer entscheidenden Phase. Wenn ich ehrlich bin, war heute in meinem Spiel gar nichts gut”, zeigte sich der 43jährige äußerst selbstkritisch.

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Gernot Brunner steht nach 11. Einzelsieg in Serie im Semifinale der Challenger-Tour-Finals 2014

Mit seinem 11. Einzelsieg en suite, hat sich derweil auch der weiterhin in absolut bestechender Form agierende November-Challenger-Champion Gernot Brunner für das Halbfinale der 5. HTT-Challenger-Tour-Finals im UTC La Ville qualifiziert. Der 26jährige Niederösterreicher bezwang in zwei glatten Sätzen und nach nur knapp mehr als einer Stunde Spielzeit, den durchaus mit reelen Titelchancen gehandelten Felix Sagasser mit 6:2, 6:3, und ist damit wie erwähnt nun bereits seit 11 Spielen ungeschlagen. Brunner überstand eine von vier Breaks in Serie geprägte Anfangsphase, und holte sich Durchgang 1 mit 6:2. Im zweiten Heat musste der vielleicht auch schon ein bißchen müde werdende Niederösterreicher ein Break zum 0:1 hinnehmen, und insgesamt bei 0:2 die Nerven bewahren, ehe er mit 5 Games in Folge den klaren Sieg und Aufstieg ins Semifinale der Challenger-Tour-Finals fixierte. “Es ist heute besser gelaufen als gestern gegen Schütze. Es war ein recht solides Spiel von meiner Seite, und der Sieg ist letztlich klarer ausgefallen, als ich erwartet hätte. Ich bin froh darüber, dass ich heute Zeit und Kraft gespart habe. Mit dem Halbfinale habe ich mein Ziel erreicht. Gegen den Thomas Peyerl, der ja 2012 dieses Turnier gewonnen hat, erwarte ich eine interessante Partie. Ich freue mich darauf und hoffe, dass ich das körperlich durchhalte. Nach 11 Erfolgen in Serie hoffe ich natürlich, dass auch noch ein zwölfter Sieg folgen wird”, so der 26jährige. “Der Gegner war sehr stark, aber normal spiele ich ein besseres Tennis. Meine Beine haben heute nicht so mitgespielt, wie ich mir das vorgestellt hätte. Alles in allem hat Brunner verdient gewonnen. Das nächste Turnier gewinne ich wieder”, verabschiedete sich hingegen Felix Sagasser von seinem Challenger-Tour-Final-Debüt.

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