Stadthallensieger Nils Klermund mit erster Challenger-Niederlage nach 9 Siegen

Zwei zugegeben recht starke Newcomer, die vor Beginn des vorletzten Challenger-Saison-Turniers niemand auf der Rechnung hatte, haben am Dienstag Abend jeweils mit halbfinalen Arbeitssiegen die Neuauflage des Stadthallen-Challenger-Finales zwischen den beiden Muckendorfer Jungstars Nils Klermund und Daniel Riel verhindert. Stattdessen kommt es im heutigen Endspiel des 9. Oktober-Challenger-Turniers zum Revanche-Duell für das vorwöchige Zweitrunden-Treffen beim November-HTT-250-Turnier zwischen Daniel Klippfeld und Valentin Krenkel. Erstgenannter sorgte mit einem 6:2, 7:6 Erfolg über Frankreichs Nummer 1 Nils Klermund für die erste Niederlage des Stadthallen-Champions auf Challenger-Ebene nach 9 siegreichen Auftritten en suite, und Valentin Krenkel bezwang in einem wahren Marathon den erst 14jährigen Daniel Riel nach über zweieinhalb Stunden Spielzeit mit 6:7, 6:1, 6:2, womit der 20jährige das Debütanten-Finale beim Oktober-Challenger-Turnier komplettierte. Ein Bericht von C.L

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Stadthallen-Finalist Daniel Riel muss sich in einem Marathon-Match der HTT Nr. 619 in drei Sätzen geschlagen geben

Mit dem nächsten Teenager-Finale und der “großen Stadthallen-Revanche” zwischen den beiden Clubkollegen vom TK Big Point Muckendorf Nils Klermund und Daniel Riel haben Insider und Experten der Hobby-Tennis-Tour spekuliert, doch das Endspiel beim 9. Oktober-Challenger 2014 im UTC La Ville bestreiten die im Circuit noch relativ unbekannten Daniel Klippfeld und Valentin Krenkel. Im ersten Halbfinale des vorletzten Turniers der Challenger-Tour 2014 lieferten sich Stadthallen-Finalist Daniel Riel und Stattmann-Bezwinger Valentin Krenkel einen auf Augenhöhe stattfindenden Kampf auf Biegen und Brechen. Krenkel, im HTT-Computer “nur” als Nr. 619 geführt, erwischte den besseren Start, führte rasch 3:0 und hatte bei 5:3 bereits die Möglichkeit sich mit einer 1:0 Satzführung zu belohnen. Doch Riel bewies in dieser Phase neben seinem großartigen Können auch einmal mehr seine exzellenten Kämpfer-Qualitäten, und so ging der HTT-Junior-Star nach drei in Serie gewonnenen Games sogar 6:5 in Führung, ehe er den ersten Durchgang nach einem fulminant gespielten Tie-Break doch noch mit 7:3 für sich entscheiden konnte. Im zweiten Satz lag Riel erneut recht rasch mit 0:3 zurück, doch diesmal gab es keine erfolgreich gestaltete Aufholjagd. Krenkel blieb souverän und ruhig, hievte das Semifinal-Duell mit 6:1 in einen entscheidenden dritten Satz, in dem die Entscheidung schließlich in einem für Riel recht unglücklich laufenden sechsten Game fiel. Der Stadthallen-Finalist hatte bei eigenem Aufschlag ein 40:0, das Game per Break ging aber an Krenkel, der kurz darauf auch noch die kritische Siuation bei 0:40 und drei Re-Break-Gelegenheiten für Riel überstand, ehe er mit 6:2 im dritten Satz sein erstes Karriere-Finale auf der Hobby-Tennis-Tour erreicht hatte.

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Daniel Riel bekommt nach 22 Matches in nur einem Monat eine wohlverdiente Pause

“Ich bin total fertig, extrem müde und ich habe riesige Blasen an den Füßen. Ich bin k.o., aber ich freue mich natürlich extrem über meinen Erfolg und mein erstes Finale auf der HTT. Gegen Daniel Klippfeld ergibt sich jetzt im Endspiel eine gute Chance zur Revanche für meine Niederlage von vor einer Woche”, lächelte ein abgekämpfter aber glücklicher Sieger. Naturgemäß weniger froh zeigte sich nach dem verlorenen Semifinal-Marathon dann auch noch Stadthallen-Finalist Daniel Riel beim Interview: “Die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Der Valentin hat einfach sehr gut gespielt, ich hingegen nicht. Mir sind viele Fehler unterlaufen, ich hätte eindeutig besser spielen können und müssen”, übte der 14jährige Selbstkritik. Schon vor der abschließenden Pressekonferenz hatte derweil “Manager-Papa” Gerhard Riel die Entscheidung getroffen, den Jungstar jetzt aus dem Tourbetrieb zu nehmen, und dem Sohnemann eine mehr als verdiente Pause zu gönnen. “Wir werden jetzt beim November-HTT-150-Turnier eine Auszeit nehmen, um dann beim November-Challenger noch einmal mit frischen Kräften angreifen zu können”, so der Riel-Senior. Und das ist eine mehr als kluge Entscheidung, denn Daniel wirkte in den letzten Matches bei weitem nicht mehr so frisch und agil wie noch zu Beginn der Hallensaison. Was auch kein Wunder ist, wenn man sich die Statistik des 14jährigen zu Gemüte führt. Von Ende September bis Anfang November, also in knapp mehr als einem Monat, absolvierte Daniel Riel 22 Matches und stürmte mit 16 Siegen erstmals in seiner HTT-Karriere unter die Top 100. Das im 40. Karriere-Match beim 15. Turnierstart in einem 70 Teilnehmer umfassenden Starterfeld am Ende das zweite Karriere-Semifinale heraussprang, kann Riel aber definitiv als weiteren vollen Erfolg verbuchen.

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Stadthallensieger Nils Klermund aus Frankreich muss sich gegen Daniel Klippfeld nach 9 Challenger-Siegen in Serie erstmals wieder geschlagen geben

Im zweiten Semifinale sorgte die Nr. 241 der HTT-Computer-Rangliste für eine weitere Überraschung. Daniel Klippfeld, 19jähriger Newcomer vom TC Orth an der Donau, entzauberte mit dem fünften Sieg in Serie nach Markus Eichleter, Katharina Kothmayer, Werner Tröstl und Nikolaus Floimayr auch den amtierenden Stadthallensieger Nils Klermund, und erreichte mit einem 6:2, 7:6 Erfolg zum ersten Mal in seiner Karriere ein Endspiel auf der Hobby-Tennis-Tour. Der junge Niederösterreicher hatte im ersten Satz “relativ” leichtes Spiel, weil sein Gegenüber die von Trainer Norbert Richter vorgegebene Taktik – “volles Programm in jeder Phase” durchzog, und mit vielen unerzwungenen Fehlern für einen ziemlich klaren ersten Satz sorgte. Einmal Rhythmus und Touch gefunden, ließ der 15jährige Franzose aber erkennen, was in den nächsten Jahren von ihm zu erwarten ist. Klermund dominierte die Ballwechsel, Klippfeld hielt aber mit allem was er hatte dagegen, und spielte am Ende vielleicht das Quentchen mehr Routine aus. Bei 6:5 und 30:0 hatte Klermund mit eigenem Aufschlag die Chance, den Satzausgleich klar zu machen, mit dem kassierten Break aber gelangte Klippfeld schließlich auf die Siegerstraße. Ein glattes 7:3 im Tie-Break reichte dem 19jährigen schließlich aus, um beim 7. Turnierstart erstmals ein Finale zu erreichen. “Der Daniel Klippfeld ist ein würdiger Finalist”, lobte Papa Rüdiger Klermund den Bezwinger seines Sohnes, der beim 25. Karriere-Start mit dem Erreichen des Semifinales beim Oktober-Challenger eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass sein Stadthallen-Triumph keine Eintagsfliege war.

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