WAC-Star Fabian Mayrhuber verabschiedet sich von Masters-Träumen

Exakt drei Minuten vor Mitternacht, sind am Montag spät nächstens die Masters-Hoffnungen von WAC-Star Fabian Mayrhuber auf ein verschwindend kleines Maß gesunken. Der 25jährige Wiener musste sich nämlich im Viertelfinal-Schlager des 19. November-Masters-Series-1000-Turniers dem amtierenden Jänner-Grand-Slam-Sieger Renee Glatzl in 2:42 Stunden mit 6:4, 6:7, 3:6 geschlagen geben, und hat seither nurmehr theoretische Chancen auf seine insgesamt dritte Masters-Teilnahme nach 2011 und 2013. Beim abschließenden November-HTT-500-Turnier in eineinhalb Wochen, braucht der ehemalige Ranglisten-Erste und 2fache Grand-Slam-Champion nun bereits den Titelgewinn und obendrein noch “fremde Hilfe”, um sich für das von 27. November bis 4. Dezember 2014 im UTC La Ville stattfindende Saisonabschluss-Event der Top 8 zu qualifizieren. Hingegen bereits fix für den Showdown der HTT-Topstars ist Renee Glatzl qualifiziert. Der 20jährige, der mit seinem Marathonsieg über Fabian Mayrhuber auf 1:1 im Head to Head stellte, hat als fünfter Spieler nach Vladimir Vukicevic, Peter Klager, Philipp Schneider und Damian Roman sein Masters-Ticket gelöst, und wird zum dritten Mal in Folge beim Saisonfinale im UTC La Vile aufschlagen. Ein Bericht von C.L

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Fabian Mayrhuber nicht in Form um “große Gegner” zu schlagen und seine dritte Masters-Teilnahme nach 2011 und 2013 zu fixieren

WAC-Star Fabian Mayrhuber hat sich am Montag Abend wohl von seinen Masters-Träumen verabschiedet. Der Ranglisten-Neunte kassierte in der gestrigen Night-Session des Viertelfinal-Abends beim 19. November-Masters-Series-1000-Turnier eine 6:4, 6:7, 3:6 Niederlage gegen den an Nummer 2 gesetzten Renee Glatzl, und dürfte damit wohl seine Chancen auf eine Masters-Teilnahme endgültig verspielt haben. In einem insgesamt fast 2:45 Stunden dauernden Fight, hatte Mayrhuber zwar zunächst den ersten Satz mit 6:4 für sich entschieden, doch die Form um “große Siege gegen große Gegner” feiern zu können, die hat der 2fache Major-Champion derzeit einfach nicht. Schon in den Runden zuvor, plagte sich der 25jährige WAC-Star mehr “schlecht als recht” durch das letzte 1000er-Turnier des Jahres, hatte zwei Stunden harten Kampfes hinter sich zu bringen, um zum Auftakt den starken Qualifikanten Alexander Hummel in die Schranken zu weisen, und auch im Achtelfinale alle Hände voll zu tun, um Jungstar Dominik Hochleitner nach abgewehrten Satzbällen in Durchgang 2 letztlich auf Distanz zu halten. Dabei hatten ihm seine unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um die restlichen vier Masters-Tickets im Vorfeld noch die günstigste Auslosung und die besten Chancen auf eine Finalteilnahme beim November-Masters-Series-1000-Turnier attestiert.

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Mayrhubers Masters-Hoffnungen platzen am Montag Abend um exakt 23:57 Uhr, womit erstmals seit der Saison 2008 kein “Mayrhuber” beim Masters dabei sein wird

Doch das Mayrhuber aktuell nicht in der Form ist, um sein bestes Tennis zu spielen, wurde spätestens im Viertelfinale gegen Renee Glatzl augenscheinlich. Der 25jährige agierte äußerst fehlerhaft und mit Fortdauer des Duells mit dem Jänner-Grand-Slam-Sieger immer unsicherer, woran auch eine zwischenzeitlich recht sehenswerte Aufholjagd im zweiten Satz nichts ändern konnte. Mayrhuber machte ein 2:5 genauso wett, wie einen 2:6 Rückstand im Tie-Break, doch das alles blieb unbelohnt, und wurde schließlich nach Glatzls Satzausgleich im entscheidenden dritten Heat sogar noch richtig bestraft. Mayrhuber fehlten Selbstvertrauen und eine konkurrenzfähig einsetzbare Vorhand, um dem Aufschlag-Gewitter und der Grundlinien-Power seines Gegenübers widerstehen zu können. Nach 2:42 Stunden um exakt 23:57 Uhr versenkte “Fabsch” eine “letzte” Vorhand im Netz und damit wohl auch die “letzte” Hoffnung auf eine Teilnahme beim Saisonfinale der Top 8 im UTC La Ville. Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Glatzl kann sich Mayrhuber nur mehr an die Theorie klammern, und die besagt, dass der 25jährige bei zwischenzeitlich 310 Punkten auf Martin Zehetner (der 33jährige ist aber noch im Bewerb und kann sich heute Abend sein Masters-Ticket sichern) nur mehr mit einem Turniersieg beim abschließenden November-HTT-500-Turnier auf den Masterszug aufspringen kann. Sollte Zehetner im Semifinal-Hit gegen Lukas Prüger siegreich bleiben, dann würden Mayrhuber sogar 420 Punkte auf den für die Masters-Teilnahme nötigen achten Rang im “Raco to La Ville” fehlen, und damit bräuchte der 25jährige bei einem möglichen Titelgewinn sogar zusätzlich noch “fremde Hilfe”. Wahrscheinlicher ist aber, dass erstmals seit der Saison 2008 kein Mayrhuber (Fabian oder Franz) bei den HTT-Finals am Start sein wird.

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Mayrhuber spekuliert mit vorzeitigem Saisonende und schließt aus, die Rolle des Ersatzmannes beim Masters einzunehmen

“Das war es auf jeden Fall mit meinen Masters-Ambitionen. Das ist natürlich sehr schade. Mir war bewusst, wie wichtig das heutige Viertelfinale gegen Glatzl werden würde. Ich hatte alle Szenarien für eine Masters-Quali im Kopf, und ganz klar den Sieg über Glatzl im Visier. Ich bin aber im Moment mehr über das verlorene Match gegen Glatzl und meine Leistung enttäuscht, als über die entgangene Masters-Qualifikation. Das Spiel heute kann man in die Kategorie “Katastrophe” einordnen, das war wirklich ganz schlecht von mir. Das ich nun die Masters-Teilnahme versäumt habe, ist nicht ganz so enttäuschend. Weil ich zuletzt gegen stärkere Gegner immer verloren habe, und ich derzeit nicht die Form habe, um beim Masters mit den ganzen Topspielen mitzuhalten. Ich habe zuletzt fast immer gegen schwächere oder gleich starke Spieler gewonnen, aber gegen die stärkeren Gegner verloren”, so der 25jährige, der im ersten Frust sogar sein vorzeitiges Saisonende in den Raum stellte. “Ich sage das jetzt natürlich in der ersten Enttäuschung nach dem verlorenen Viertelfinal-Spiel. Aber es ist eher unwahrscheinlich, dass ich beim November-HTT-500-Turnier an den Start gehen werde. Im Moment verspüre ich überhaupt keine Lust auf Tennis, aber vielleicht ändert sich das ja noch bis zum Beginn des letzten Turniers”, zeigte sich der 2fache HTT-Grand-Slam-Champ frustriert und demotiviert. “Eines kann ich aber bereits dezidiert ausschließen: Ich werde mit Sicherheit nicht als möglicher Ersatzmann beim Masters zur Verfügung stehen. Diese Rolle möchte ich nicht bekleiden”, so Mayrhuber unmittelbar vor seinem Abgang.

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