Top-Duo Schneider & Klager nur mit Mühe jeweils eine Runde weiter

Peter Klager hat am Montag Abend mit Routine, Nervenstärke und einer riesigen Portion Glück ein frühes Aus in Runde 2 des Erste Bank Open Masters vermieden. Der 2fache HTT-French-Open-Sieger blieb im Live-Spiel des fünften Spieltages gegen die Nr. 25 der HTT-Computer-Rangliste Florian Kopf erst nach exakt 1:51 Stunden Spielzeit und zwei abgewehrten Matchbällen mit 6:1, 3:6 und 7:5 siegreich. Im Achtelfinale trifft der Ranglisten-Zweite vom TWR 21 nun auf den Slowaken Daniel Hrusovsky. Ebenfalls nur mit Mühe weiter kam am Montag Abend auch die Nummer 1 des Turniers, der Niederösterreicher Philipp Schneider. Der Branchen-Primus mühte sich gegen den 2fachen Grand-Slam-Champion Victor Stabrawa in drei Sätzen mit 6:4, 0:6, 6:3 ins Viertelfinale. Ein Bericht von C.L

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Peter Klager muss 2:5 aufholen und 2 Matchbälle abwehren, ehe er gegen Florian Kopf als letzter Spieler das Achtelfinale beim HTT-Erste Bank Open Masters erreicht

Für Peter Klager wären die HTT-Erste Bank Open 2014 am Montag Abend um ein Haar frühzeitig zu Ende gewesen. Der 22jährige Wiener musste im letzten offenen Zweitrunden-Duell beim achten und vorletzten Masters-Series-1000-Saison-Event all seine Routine und Klasse in die Waagschale werfen, um im Finish des dritten Satzes beim Stand von 2:5 ein vorzeitiges Ausscheiden zu verhindern. Dabei war der 5fache Turniersieger ganz imposant in das Live-Spiel gegen Florian Kopf gestartet. Nach nur 20 Minuten hatte Klager mit 6:1 für mehr als klare Verhältnisse gesorgt, und einen katastrophal und äußerst fehlerhaft agierenden Gegner förmlich vom Platz geschossen. Doch just als der HTT-French-Open-Champ zu Beginn des zweiten Durchgangs mit 3:1 führte, und wie der sichere Sieger aussah, begann sich das Spiel des bis dahin fast völlig chancenlosen Florian Kopf zu stabilisieren. Der ebenfalls 22jährige spielte plötzlich aggressiver, vorallem aber konstanter, und holte sich mit 5 in Serie gewonnenen Games den zweiten Satz mit 6:3. Die Entscheidung im dritten Heat wurde dann zu einer regelrechten Hochschaubahnfahrt für Akteure und Zuschauer zugleich. Zunächst leistete sich Kopf ein Horror-Aufschlagspiel mit drei Doppelfehlern zum 0:1 und einen insgesamt eher matten Start in den dritten Satz. Das alles aber steckte der Jungstar vom Alt Erlaaer TC relativ rasch und unbeeindruckt weg, und mit 5 Game en suite, steuerte der 22jährige scheinbar klar in Richtung Achtelfinale. In dieser Phase “erdrückte” der bei den Usern von hobbytennistour.at als Außenseiter gehandelte Kopf seinen Gegner förmlich mit unfassbaren Winner-Schlägen, die ihm auch zwei Matchbälle einbrachten. Doch den ersten der beiden big points bei 5:3 und 40:30 vergibt Kopf mit einem Vorhand-Geschoss ins Netz, und Matchball Nr. 2 läßt “Flo” bei 5:4 mit einem verunglückten Rückhand-Slice-Ball aus. Das letztlich entscheidende Break kassiert Kopf nach 30:0 Führung zum 5:6, ehe Klager die im Finish an Dramatik kaum überbietbare Partie letztlich zum 7:5 ausserviert. “Ich hatte heute riesiges Glück und enorme Probleme mit dem dynamischen Spiel von Florian Kopf”, resümierte der Sieger, während der unterlegene Florian Kopf über eigenes Unvermögen klagte. “Ich kann scheinbar einfach kein Match zu machen”, grollte der 22jährige vom Alt Erlaaer TC.

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Branchen-Primus Philipp Schneider muss gegen Victor Stabrawa auch über die volle Distanz gehen

Ebenfalls einen schweren Stand am Centercourt des UTC La Ville hatte Ranglisten-Leader Philipp Schneider. Der Gewinner von 7 HTT-Turnieren musste gegen den 2fachen HTT-Major-Champion Victor Stabrawa über die volle Distanz von drei Sätzen gehen, ehe er mit einem 6:4, 0:6 und 6:3 Erfolg das Viertelfinale beim HTT-Erste Bank Open Masters erreicht hatte. Der 34jährige gewann den ersten Satz eines insgesamt ganz guten Achtelfinal-Treffens ohne Aufschlagverlust mit 6:4, ehe er sich in Durchgang 2 von einem entfesselt spielenden Victor Stabrawa mit 0:6 “vorführen” lassen musste. Schneider wäre allerdings nicht die Nummer 1 im Circuit, wenn er sich von solchen zwischenzeitlichen Tiefschlägen nicht auch wieder rasch erholen würde. So wurde der dritte und entscheidende Satz zu einem offenen Schlagabtausch mit vielen engen Games, den schließlich Schneider als der vielleicht routiniertere Spieler für sich entschied. Im Viertelfinale trifft der Branchen-Primus nun auf Geheimfavorit Dominik Negrin, der sich im Achtelfinale gegen einen tapfer wehrenden und immer wieder mal sein großes Talent aublitzen lassenden Shooting-Star Peter Rössel letztlich ganz deutlich mit 6:1, 6:2 durchsetzen konnte.

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HTT-Rasenkönig deklassiert Nachwuchs-Talent Niklas Grünefeldt, und qualifiziert sich als erster “Frühstücker” in der ATP-Players-Lounge der Erste Bank Open

Eine gewisse Portion Druck lag schon auf den Schultern aller Spieler, die am Montag Abend im Achtelfinale nach dem Aufstieg in die nächste Runde gierten. Denn das Erreichen des Viertelfinales – im Normalfall ja keine große Sache – ist hier bei den HTT-Erste Bank Open das angestrebte und erhoffte Minimalziel aller Teilnehmer. Der Aufstieg unter die letzten Acht der beiden Events wird mit dem Einzug der Sieger in die Wiener Stadthalle belohnt, wo am kommenden Samstag, Turnierdirektor Herwig Straka zu einem einzigartigen Treffen in der ATP-Players-Lounge lädt. Dort gibt es dann neben einem exklusiven Frühstück auch noch eine Backstage-Führung, ehe am Centercourt die beiden Erste Bank Open-Champions gekürt werden. Ein heißer Kandidat auf diesen so prestigeträchtigen und begehrten Titel ist ohne Zweifel Serbiens Nr. 1 Vladimir Vukicevic. Der 2fache HTT-Wimbledonsieger zog am Montag Abend als erster Spieler überhaupt ins Viertelfinale ein, nachdem er den erst 13jährigen Niklas Grünefeldt in nur knapp 40 Minuten mit 6:0, 6:0 deklassiert hatte. Für den Racketvision-Sieger war das letztlich ungleiche Duell mit dem 4fachen Saisonsieger aus Sombor quasi die Belohnung für ein prächtig gespieltes Turnier, für das er eigentlich gar nicht angemeldet war. Erst durch den krankheitsbedingten Ausfall des deutschen Top-Serve-Spielers David Hühne rutschte Grünefeldt in den Hauptbewerb, und sorgte dort mit tollen Leistungen für zwei handfeste Überraschungen. In Runde 1 kämpfte er in einem fast drei Stunden dauernden Marathon heroisch um jeden Punkt, ehe er Werner Lesjak mit 6:7, 6:2, 7:5 in die Knie gezwungen hatte. In Runde 2 fügte er dem an Nr. 15 gesetzten Patrick Joksch ein 6:1 im ersten Satz zu, worauf der Muckendorfer Meisterschaftsspieler nach dem ersten Game des zweiten Satzes das Handtuch warf. Die achtelfinale Belohnung gegen den HTT-Rasenkönig endete dann am Montag Abend zwar im ergebnistechnischen Debakel, für Traurigkeit und einen hängenden Kopf gab es aber keinen Grund. Die Vukicevic-Performance war für das erste 13jährige Nachwuchstalent noch zu schnell und zu gut, dessen Zeit kommt aber ganz bestimmt.

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Marhold mit Formanstieg und Kobsik nach heroischer Tennisschlacht im Erste Bank Open Challenger Viertelfinale

Die ersten Viertelfinalisten und “Frühstücker” stehen mittlerweile auch im Erste Bank Open Challenger fest. Daniel Riel vom TC Muckendorf kommt auf der Hobby-Tennis-Tour immer besser in Schwung, und schlug den ein insgesamt tolles Turnier spielenden Tour-Neuling Laurenz Leidinger mit 6:3 und 6:3. Nicht wirklich hatte man vor Turnierbeginn den Challenger-Tour-Final-Champion der vergangenen Saison Gerald Marhold auf dem Zettel. Das sollte man vielleicht noch rasch ändern, denn just zum nächsten Höhepunkt der Challenger-Tour scheint der 35jährige wieder in Fahrt zu kommen. Im Achtelfinale drückte Marhold den zuletzt überzeugend agierenden Jungstar Aleksandar Tomas mit 6:4 und 6:3 aus dem Bewerb. In Kitzbühel nach dem Sensationssieg über Bernd Bittermann und der Verletzung im Challenger-Achtelfinale gegen WAT Ottakring-Jungstar Raffael Gruber noch als tragische Figur bedauert, könnte Sascha Kobsik vom Team Donaufeld nun beim Stadthallen-Challenger Versäumtes nachholen. Der 32jährige Wiener behielt in einer intensiv geführten Tennisschlacht gegen Jungstar Filip Loisel nach 2:45 Stunden Spielzeit mit 7:6, 7:5 die Oberhand, und fügte dem September-Future-Champion nach 7:0 Siegen die allererste Niederlage auf der Hobby-Tennis-Tour zu. “Ich bin so glücklich über diesen Erfolg, und das ich am Samstag in die Players-Lounge darf, macht den Sieg noch schöner” strahlte der 3fache Challenger-Champion.

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Trotz 5wöchiger Vorbereitung – Topgesetzter Markus Hobiger scheitert im Achtelfinale an Thomas Pratsch

5 Wochen lang hatte er sich eine Auszeit vom Tour-Zirkus selbst verordnet, angeblich um für den Erste Bank Open Challenger zu trainieren und optimal vorbereitet in das herbstliche Tennis-Highlight zu starten. Als Nr. 1 des Rekord-Rasters gesetzt, hoffte der 37jährige Markus Hobiger aus Guntramsdorf obendrein auf eine starke Turnierwoche samt Top-Resultat, doch diese Hoffnungen wurden bereits im Achtelfinale von Herausforderer Thomas Pratsch zerstört. Im dritten direkten Saison-Treffen der beiden Challenger-Stars hatte Pratsch nämlich ausgerechnet im für Hobiger wohl wichtigsten Duell des Jahres mit 6:3, 6:4 das bessere Ende für sich. Mit dem selben Ergebnis verabschiedete schließlich auch noch Patric Weidinger den 3fachen Challenger-Sieger und zuletzt aus den Top 100 gerutschten Thomas Löffelmann.

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