Philipp Schneider krönt Super-Comeback mit Titelgewinn & Sprung an die Ranglisten-Spitze

Masterssieger Philipp Schneider kommt mit einem Erfolgserlebnis zu den “US Open der Hobby-Tennis-Tour”, und wird das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres als Nummer 1 in Angriff nehmen. Der 34jährige Niederösterreicher beendete nämlich am Donnerstag Nachmitttag eine fast 9monatige Durststrecke ohne Titelgewinn, und feierte beim August-Masters-Series-1000-Turnier “auf Donaufeld” seinen lange herbeigesehnten ersten Saisonerfolg. Schneider triumphierte im Endspiel des sechsten von insgesamt neun HTT-Masters-Saison-Events nach exakt 1:21 Stunden Spielzeit gegen den rumänischen US-Open-Champion Damian Roman mit 7:5, 6:2, und krönte sein traumhaftes Comeback auch gleich mit der Rückkehr an die Spitze der HTT-Computer-Rangliste. Schneider ist nach acht wöchiger Unterbrechung zurück am Thron, und damit zum zweiten Mal in seiner Laufbahn die Nummer 1 der Hobby-Tennis-Tour. Ein Bericht von C.L

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Funkstille seit HTT-French-Open, und damit absolvierte Philipp Schneider kein einziges Turnier als Nummer 1

Wir erinnern uns an den Abend des 4. Juni 2014! Sandplatzkönig Peter Klager ließ in einem einseitigen Finale der HTT-French-Open seinem Gegenüber Philipp Schneider in drei Sätzen keine Chance, und doch durfte der unterlegene Niederösterreicher den Centercourt im UTC La Ville auch als Sieger verlassen. Denn trotz Niederlage war der 34jährige am Ziel seiner Träume angekommen, und als insgesamt erst 20. Spieler der Open Ära seit 1990  zur Nummer 1 des HTT-Entry-Rankings avanciert. Danach herrschte aber Funkstille rund um den gebürtigen Horner, der keinen einzigen Auftritt als amtierende Nummer 1 absolvierte, und bei den großen Highlights wie “Wimbledon, Kitzbühel oder Olympia” durch Abwesenheit glänzte. Erstmals seit dem verlorenen Endspiel bei den HTT-French-Open fand sich nun aber der Name von Masterssieger Philipp Schneider wieder in einer Nennliste der Hobby-Tennis-Tour, und zwar beim HTT-1000er-Gastspiel “auf Donaufeld”. Dort in der Nordmanngasse, wo sich Schneider pudelwohl fühlt und im Vorjahr auch schon ein 500er-Turnier für sich entschieden hatte, entschloss sich der Ranglisten-Zweite zu einem Comeback, das nach 5 Siegen glanzvoll und höchst triumphal enden sollte.

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Schneider startete mit zwiespältiger Bilanz und leisen Zweifeln in sein Comeback-Turnier

Und auch wenn Schneider am Ende nur einen Satz abgegeben hatte, so war es doch alles andere als einfach, beim 65. Saison-Turnier die Oberhand zu behalten. Da war zunächst einmal die Ausgangssituation, die für einiges an Druck sorgte. Mit dem Wissen, dass das Erreichen des Halbfinales zur Rückeroberung der Nummer 1 reichen würde, war die Sache im mentalen Bereich zu einer richtig anspruchsvollen Aufgabe gewachsen. So nebenbei hatte Schneider auch die Statistik im Kopf, die zwiespältiger Weise in seinen Gedanken herumspukte. Seit seinem Masters-Triumph im November letzten Jahres wartete der 34jährige vergeblich auf einen neuerlichen Titelgewinn. Sechs titellose Turnier-Auftritte hatten sich im Kopf des Niederösterreichers festgesetzt, und erste leise Zweifel an seinem “Titel-Setup” aufkommen lassen. Andererseits imponierten die statistischen Fakten rund um Schneiders Tour-Auftritte seit dem Masterserfolg mit “Daten der Beständigkeit”. Acht Mal in Serie stand der 6fache Titelträger bei seinen HTT-Starts zumindest immer unter den letzten Vier, ein Umstand der Zuversicht beim 34jährigen schürte. Und dann war da noch die keineswegs als “easy” zu bezeichnende Auslosung, die dem topgesetzten Schneider von Glücksgöttin Fortuna beschert wurde.

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Härtester Prüfstein auf dem Weg zum Comeback-Titel – Harald Schachinger stand im Viertelfinal-Hit gegen Philipp Schneider ganz dicht vor dem Sieg

Doch der Comeback-Star meisterte sämtliche Hürden auf dem Weg in sein 9. Karriere-Finale mehr oder weniger souverän. In Runde 1 blieben dem unaustrainierten Gastgeber und Lokalmatador Gerald Milaberksy drei Ehren-Games am Centercourt, ehe im Achtelfinale die nicht in Topform befindliche britische Nummer 1 Adam Goodsell doch recht enttäuschend mit 1:6, 4:6 das Nachsehen hatte. Richtig gefordert wurde Schneider im Verlauf des Turniers eigentlich nur im Viertelfinal-Schlager von Kitzbühel-Semifinalist Harald Schachinger. Der 27jährige, der in Topform und als frischgebackener Sieger der Deutsch Wagram Open angereist war, lieferte dem Masterssieger am Centercourt des TC Donaufeld ein spielerisch hochkarätiges Duell auf Augenhöhe, und hätte um ein Haar die Rückkehr Schneiders an die Spitze der Rangliste verhindert. Bei 6:4, 4:4 aus Sicht des späteren Siegers musste am Montag Abend wegen Dunkelheit abgebrochen werden, ehe Schachinger 24 Stunden später mit einer entfesselten Leistung den Viertelfinal-Kracher in einen dritten Satz hievte und gemeinsam mit Schneider das Duell um einen Semifinalplatz zum besten Spiel des Turniers machte. Schachinger wählte beinahe in jedem seiner Schläge das volle Risiko, damit unterband der 27jährige jeglichen Rhythmus, den Schneider freilich für sein Tennis so dringend braucht. So gewann Schachinger den Tie-Break des zweiten Satzes, und so machte er den entscheidenden dritten Durchgang trotz 3:5 Rückstands noch zu einem echten Krimi. Bei 5:5 stand Schachinger mit 15:40 und zwei Break-Chancen dicht vor dem Sieg, Minuten später aber doch mit leeren Händen da. Schneider hatte wieder einmal seine ganz Klasse und alles an Routine in die Schlacht geworfen, und am Ende mit 6:4, 6:7, 7:5 gerade noch so die Kurve gekratzt. Im Semifinale kurz darauf vernaschte die Neo-Nummer 1 einen tapfer, ambitioniert und einen Satz lang recht stark spielenden Patrick Joksch, ehe er am Donnerstag Nachmittag und endlich bei Schönwetter zum erstmaligen Gigantentreff mit HTT-US-Open-Champion Damian Roman antrat.

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Aus vermeintlich finalem Gigantentreff zwischen Schneider und Roman wird insgesamt enttäuschendes Endspiel mit nur einem spannenden Satz

Schon das Eröffnungs-Game ließ erahnen, dass sich zwei phantastische Tennisspieler auf Augenhöhe um die in grün gehaltene Kristall-Masters-Series-1000-Trophäe gegenüberstehen würden. 22 Punkte nach 10 gespielten Minuten hatten die beiden Top-Ten-Stars hinter sich gebracht, als sich Damian Roman über die 1:0 Führung freuen konnte. Noch heller wurde die Gesichtsmimik des 32jährigen Augenblicke später, als ihm das erhoffte frühe Break zum 2:0 gelang. Doch statt Ruhe und Sicherheit, zeichnete sich Romans Spiel plötzlich durch eine unerwartet hohe Fehlerquote aus. Der HTT-US-Open-Sieger servierte unerklärlicher Weise die ersten beiden von insgesamt sieben Doppelfehlern, und leitete so das prompte Re-Break quasi selbst ein. Ein zu Null verlorenes Game im Anschluss, und der vermeintlich dicke Vorsprung war auch schon wieder dahin. Danach ging es mit dem Aufschlag bis 5:5, und eigentlich nur mehr stets bergab mit Damian Roman. Der 32jährige aus Negresti Oas musste 7 Punkte in Serie abgeben, leistete sich dazu den Lapsus eines vierten Doppelfehlers, und kassierte so das entscheidende Break zum 5:6. Schneider servierte in der Folge aus, und ließ im gesamten zweiten Satz – der noch gerade einmal 29 Minuten dauerte – nichts mehr anbrennen.

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August-Masters-Series-1000-Sieger Philipp Schneider im Interview

“Ich bin richtig froh und erleichtert, dass sich das heuer noch mit einem Titelgewinn ausgegangen ist. Ich bin mit meinem Tennis in dieser Turnierwoche sehr zufrieden, habe aber sicher auch Glück gehabt, zum Beispiel mit meinem Viertelfinal-Match gegen Harald Schachinger. Da war ich in der entscheidenden Phase sicher der glücklichere Spieler. Insgesamt bin ich aber natürlich hoch zufrieden”, lautete der erste Tenor des Siegers, der sich durch diesen Erfolg auch positive Auswirkungen auf die anstehenden HTT-US-Open erhofft. “Ich hoffe dieser Erfolg hat vom Selbstvertrauen her eine Bedeutung für das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres. Aber die Umstellung von Sand auf Hartplatz wird schon brutal”, so der 34jährige, der sich auch zur Rückkehr auf die Nummer 1 Position äußerte: “Das war schon wieder ein großes Ziel von mir. Ich wusste, dass ich im Juli diesmal mehr auf Urlaub bin. Ich hatte aber große Hoffnungen auf jene beiden Turniere, bei denen ich aus dem Vorjahr nichts zu verteidigen hatte, und das es jetzt gleich beim ersten Turnier hier funktioniert, freut mich riesig. Schade ist halt, dass der Peter Klager derzeit nicht um die Nummer 1 mitkämpft, aber ich freue mich natürlich sehr”.

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Was Damian Roman zum verlorenen Endspiel sagt, und welche Erwartungen er für die Mission Titelverteidigung bei den HTT-US-Open hat

Ohne Erfolgserlebnis und weiter ohne Titelgewinn im Jahr 2014 muss hingegen Rumäniens Nummer 1 Damian Roman die Mission Titelverteidigung bei den seit Donnerstag laufenden HTT-US-Open in Angriff nehmen. Der 32jährige verpasste heuer sowohl bei den HTT-French-Open als auch in Kitzbühel das Semifinale, und konnte auch im Endspiel des August-Masters-Series-1000-Turniers nicht wirklich überzeugen. “Das Turnier war sehr schön, das Wetter weniger optimal, die Gegner waren ok, und es hat insgesamt Spaß gemacht”, so fasste Damian Roman sein erstmaliges Gastspiel auf Donaufeld zusammen, ehe er sich zum Endspiel an sich äußerte: “Ich bin leider nicht richtig reingekommen, und es hat nicht wirklich Spaß gemacht. Ich hoffe die nächste Begegnung zwischen Philipp und mir wird mehr Spaß machen, und ich freue mich schon darauf”, so der 32jährige, der nun eine erfolgreiche Titelverteidigung bei den HTT-US-Open anstrebt: “Ich erwarte mir zunächst einmal halbwegs gutes Wetter, eine leichte Auslosung vom Veranstalter und eine viel bessere Leistung von meiner Seite”, meinte Damian Roman mit einem spitzbübischen Lächeln.