Fabian Mayrhuber erreicht zum 3. Mal das Finale beim Juni-Masters-Series-1000-Turnier

Im Finale des 19. Juni-Masters-Series-1000-Turniers bei WAT Landstrasse stehen sich am Dienstag Abend (19 Uhr live auf hobbytennistour.at) der serbische Titelverteidiger Vladimir Vukicevic und der an Nr. 2 gesetzte Fabian Mayrhuber gegenüber. Damit kommt es zu einer Neuauflage des letztjährigen Endspiels, als Vukicevic mit einem 6:3, 6:4 Erfolg über den WAC-Star, die Generalprobe für das unmittelbar danach stattgefundene “HTT-Wimbledon-Turnier” gewann, und seine bis heute andauernde Siegesserie auf Rasen startete. Im gestrigen Halbfinale ließ Vukicevic im mit Spannung erwarteten Semifinale mit Englands Nr. 1 Adam Goodsell erneut seine Muskeln auf Rasen spielen, und fixierte ohne zu glänzen mit einem 6:1, 7:5 Erfolg den 6. Finaleinzug seiner Karriere. Gegner im Endspiel ist wie schon erwähnt WAC-Star Fabian Mayrhuber. Der 25jährige schlug in einem insgesamt mehr als enttäuschenden ersten Semifinale des Montag Abends einen ganz schwach agierenden Patrick Wiesmühler, und zog so bei seinem dritten Juni-Masters-Series-1000-Antreten zum dritten Mal und zum zweiten Mal in Folge ins Finale ein. Die Titelentscheidung beim gleichzeitig stattfindenden Juni-Challenger-Turnier fällt derweil zwischen dem topgesetzten Thomas Löffelmann und Tour-Debütant Andreas Trupp. Ein Bericht von C.L

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Vukicevic und Mayrhuber mit “Luft nach Oben” vor dem finalen Giganten-Duell

Bereits in 4 Tagen fällt der Startschuss zum dritten und vorletzten Grand-Slam-Turnier des Jahres, und für den prestigeträchtigen Showdown auf Kunstrasen beim “HTT-Wimbledon-Event” scheinen Vladimir Vukicevic und Fabian Mayrhuber schon prächtig in Form zu sein. In jedem Fall aber ist das Duo am Montag Abend im Semifinale des 19. Juni-Masters-Series-1000-Turniers ohne Satzverlust geblieben, und damit realisierten der Rasenkönig aus Serbien und der WAC-Star das finale Giganten-Treffen der beiden erfolgreichsten Rasenspieler der letzten Jahre. Um am Dienstag Abend aber ein hochklassiges Final-Duell abliefern zu können, müssen sich beide Endspiel-Protagonisten nach den gebotenen Semfinal-Leistungen doch noch erheblich steigern. Zu Begeisterungsstürmen konnten nämlich weder Vukicevic noch Mayrhuber das Publikum vor Ort mitreißen.

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WAC-Star Fabian Mayrhuber nach Sieg über Patrick Wiesmühler mit überraschender Selbsteinschätzung seiner halbfinalen Leistung

Enttäuschend verlief am Montag Abend vorallem das erste Semifinal-Treffen zwischen der Nummer 2 des Turniers Fabian Mayrhuber und dem HTT-Olympiasieger von 20111 Patrick Wiesmühler. Nach eineinhalb matten und spielerisch für wenige Höhepunkte sorgenden Stunden, hatte Mayrhuber das erste direkte Duell mit Wiesmühler zwar 7:5, 6:4 gewonnen, zu überzeugen wusste der 25jährige aber nicht. Von einer famosen taktischen Vorstellung abgesehen, hatte der Sieger des Juni-Masters-1000-Turniers von 2008 relativ wenig zu bieten, was draußen im Publikum für Staunen gesorgt hätte. Und weil sein Gegenüber Patrick Wiesmühler einen rabenschwarzen Tag erwischte, und mit einer grottenschlechten Darbietung über den Centercourt des WAT Landstrasse trottete, war aus einem erhofften Topspiel ein Durchschnitts-Match geworden. Diese Einschätzung konnte indes der Sieger gar nicht teilen, und so sprach Mayrhuber zur Verwirrung der neutralen Beobachter von einem teilweise sehr guten Spiel seinerseits. Mit dieser Einschätzung wiederum stand der 25jährige am Montag Abend knapp vor 20 Uhr alleine da. Der 11fache Turniersieger hatte eine mehr als solide taktische Topleistung vollbracht, das war es aber auch schon. Spielerische Glanzpunkte, wie man sie erwarten darf und erhofft hatte, wenn zwei Topstars wie Wiesmühler und Mayrhuber aufeinanderprallen, blieben Mangelware.

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Fabian Mayrhuber fixiert mit 7:5, 6:4 Sieg sein insgesamt 17. HTT-Karriere-Finale

Mayrhuber war in diesem erwarteten Semifinal-Hit mit Wiesmühler rasch bewusst, dass sein Gegner einen seiner schwächeren Tage mit dem Hang zum massiven Fehler machen hatte. So war die Nummer 2 des Turnieres darauf bedacht, den Ball sicher im Spiel zu halten, und damit seinem Gegenüber immer wieder die Möglichkeit einzuräumen, unforced errors am Fließband zu produzieren. Dabei hatte Wiesmühler im ersten Satz zunächst zumindest alle ergebnistechnischen Vorteile auf seiner Seite. Dem 21jährigen gelang das erste Break zum 3:1, ehe er sich postwendend mit kassiertem Re-Break um diesen Vorteil brachte. Danach servierte der 6fache Turniersieger vorne weg, und das bis 5:4, ehe Mayrhuber mit drei Games en suite das Blatt zu seinen Gunsten wenden konnte. In Durchgang 2 plätscherte das Match ohne große Höhepunkte vor sich hin. Natürlich zeigten “Fabsch & Wiesi” ab und an mit großartigen Schlägen ihr außergewöhnliches Können, doch für das Prädikat “Spitzenklasse” waren die gelegentlich vorgetragenen Highlights eindeutig zu wenig. Wiesmühler spielte sich mit Fortdauer der Partie immer tiefer hinein in eine so nicht erwartete Unform, und Mayrhuber tat taktisch gesehen das einzig Richtige, indem er auf Konstanz und Kontinuität setzte. Und so kam der 25jährige auch im zweiten Durchgang beim Stand von 3:4 mit drei in Serie gewonnenen Games zum Satzgewinn, der letztendlich den Einzug ins insgesamt 17. Finale seiner HTT-Karriere bedeutete.

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Die Stimmen zum Spiel und die verpasste Wiesmühler-Chance auf ein Revanche-Match für das Skandal-Achtelfinale beim letztjährigen HTT-Wimbledon-Turnier

“Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden, und ich habe phasenweise sehr gut gespielt”, ortete Mayrhuber auch zum Staunen seines artig lauschenden Gegners, Ansätze eines großartigen Spieles, während Wiesmühler die Szenerie rund um dieses Semifinale schon realistischer einschätzte. “Das soll alles keine Ausrede sein oder gar die Leistung meines Gegners schlecht machen, aber was ich heute geboten habe, war nicht zu glauben. Es lag nicht am “Wollen”, aber es ging heute einfach überhaupt nichts. Wenn du im zweiten Satz zwei Mal hintereinander die Vorhand “Boden auf” spielst, dann musst du normal sofort aufhören Tennis zu spielen”, klagte der 21jährige nach seinem Halbfinal-Aus, mit dem er auch die Revanche für das letztjährige HTT-Wimbledon-Achtelfinal-Match gegen Vladimir Vukicevic verpasste. Auf dieses mögliche Revanche-Spiel hatten nicht wenige der HTT-Insider und Mitspieler gehofft. Einerseits war das damals vor 12 Monaten schon große Klasse, was die beiden Ausnahmerkönner auf den Centercourt des WAT Landstrasse zauberten, und außerdem war da ja auch der kleine Skandal mit einem Vukicevic, der von Krämpfen gebeutelt und trotzdem willens Weiterzumachen, seine ihm bei Verletzungspause zustehenden Möglichkeiten überschritt, und sich dadurch den massiven Ärger Wiesmühlers zuzog.

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Titelverteidiger Vladimir Vukicevic deklassiert nervös startenden Adam Goodsell im ersten Satz mit 6:1

Ein Jahr später ist die Frage nach der Fitness des Rasenkönigs noch nicht geklärt, zumal der 32jährige aus Sombor bislang auch noch nicht an seine Grenzen gehen musste. Mit nur 4 abgegebenen Games “spazierte” der serbische Titelverteidiger ins Semifinale des Juni-Masters-Series-1000-Turniers, auf das am Montag Abend ein ganzer Tennisclub schaute. Immerhin stand zum ersten Mal überhaupt das Prestige-Treffen zwischen Serbiens und Englands Nr. 1 an, das zusätzliche Brisanz aus dem Detail erfuhr, dass “Vladi & Adam” gemeinsame Trainer-Kollegen in der Tennisschule May sind. Der Boss höchst persönlich saß auch im Publikum, und sah zunächst einen entfesselt spielenden Vorjahressieger. Vukicevic legte rasant los, führte raschest mit 3:0, und hatte einem zu Beginn recht nervös wirkenden Goodsell eigentlich schon in der Anfangsphase den Schneid für Durchgang 1 abgekauft. Beim Briten ging lange Zeit überhaupt nichts, zu gehemmt agierte der 24jährige aus St. Leonards on sea, der folgerichtig mit einem 1:6 abgestraft wurde.

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Englands Nr. 1 vergibt im zweiten Durchgang bei 5:4 und eigenem Aufschlag die Riesen-Chance, dem Rasenkönig einen Satz abzuknöpfen

Mit dem klaren Gewinn des ersten Satzes verlor Vukicevic in der Folge ganz sicher auch ein wenig die Konzentration, und ein plötzlich wie wild fightender sowie auch stärker und vorallem solider spielender Goodsell hielt den zweiten Durchgang nicht nur lange Zeit völlig offen, sondern er hätte sogar die riesige Chance gehabt, gegen den keineswegs überragend spielenden und ungewohnt viele Fehler machenden Rasenkönig einen Satz zu gewinnen. Denn nachdem der Brite mit dem Break zum 4:3 und seinem kurz darauf durchgebrachten Aufschlagspiel sogar die 5:3 Führung erzielte, lag eine Überraschung schon mehr als in der Luft. Was der englischen Nummer 1 aber noch zum absoluten Topspieler fehlt, bekamen die Zuschauer in der Schlussphase dieses Semifinal-Derbys zu sehen. Bis 5:4 hatte Goodsell kein einziges seiner Aufschlagspiele abgegeben, doch just jenes um den Satzausgleich klar zu machen, endete für den Glatzl-Bezwinger im Fiasko. Zögerlich, nervös und ängstlich, ohne den nötigen Nachdruck und die bis dahin gezeigte Aggressivität, stolperte Goodsell mit weichen Knien und drei unerzwungenen Fehlern in sein erstes kassiertes Break in Durchgang 2 zum 5:5. Tja und so schnell kann es dann letztlich gehen, vorallem wenn auf der anderen Seite des Netzes einer vom Format Vukicevic steht. Gerade noch hatte Englands Topstar auf den Satzausgleich serviert, da musste er knapp vor 22 Uhr am hell erleuchteten Centercourt seines Heimvereins mit eigenem Aufschlag das Ausscheiden aus dem Turnier verhindern. Was wie zu erwarten misslang, und Vukicevic damit den Weg in sein zweites Juni-Masters-Series-1000-Finale in Serie ebnete. “Ich habe einen ganz schlechten ersten Satz gespielt, während der Vladi gleich von Beginn weg großartiges Tennis zeigte. Im zweiten Satz bin ich dann besser ins Spiel gekommen, und eigentlich hätte ich diesen Satz auch gewinnen müssen. Es ärgert mich schon sehr, dass ich ausgerechnet beim Ausservieren so versagt habe. Ich hatte regelrecht Angst”, so die britische Nummer 1 im Interview.

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Thomas Löffelmann und Andreas Trupp duellieren sich um Juni-Challenger-Titel

Machen wir noch einen Blick hinüber zum gleichzeitig stattfindenden Juni-Challenger-Turnier, bei dem der topgesetzte Thomas Löffelmann mit einem 6:2, 6:3 Erfolg über David Klapil seiner Setzung gerecht wurde, und in gerade einmal 54 Minuten den Einzug in sein insgesamt viertes HTT-Karriere-Finale fixierte. Löffelmann dominierte sein 106. Karriere-Single nach Belieben, und ließ einem couragiert kämpfenden und teilweise wirklich gut spielenden Klapil keine Chance. Im Endspiel trifft der 35jährige vom Floridsdorfer TV auf Tour-Debütant und Final-Rookie Andreas Trupp, der auch in seinem vierten HTT-Match ohne Satzverlust blieb, und in 1:18 Stunden gegen Challenger-Rekordsieger Friedrich Pliemitscher mit 6:2, 6:2 die Oberhand behielt. Trupp startete furios mit 9:0 Punkten und glänzte immer wieder mit genialen und gefühlvoll gesetzten Stopps, herrlichen Volleys und einem Touch im Handgelenk, der sein Gegenüber gleichermaßen verzauberte wie verärgerte. “Unfassbar, der trifft jeden Ball, das kann es gar nicht geben”, war Pliemitscher perplex.

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