Aufschlag-Monster Mathias Wagner holt auf Rasen seinen ersten Karriere-Titel

Jetzt hat auch Mathias Wagner endlich seinen ersten HTT-Titel in der Tasche. Der 23jährige aus Königstetten, der im Herbst 2012 die Hobby-Tennis-Tour auf einem Streifzug durch das Internet entdeckte, und seither viele seiner Clubkollegen vom TK Big Point Muckendorf in den Tour-Zirkus hievte, hat im 24. Anlauf endlich den ersten und längst verdienten Turniersieg seiner Karriere gefeiert. Wagner “bombte” sich am Dienstag Abend im Endspiel des 17. Juni-HTT-500-Turniers gegen den allseits als Favoriten gehandelten Bernd Jaschke in nur 75 Minuten zu einem 7:6, 6:2 Erfolg, und jubelte mit seinem Premieren-Erfolg auch über die Rückkehr unter die Top Ten der aktuellen HTT-Computer-Rangliste. Mit 14 Assen legte Wagner den Grundstein zum Triumph, auf den wir nachfolgend noch einmal zurückblicken möchten. Ein Bericht von C.L

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Vom moderierenden TV-Star zum Champion des Juni-HTT-500-Rasen-Turniers

Vor drei Wochen bei den HTT-French-Open stand Mathias Wagner erstmals heuer so richtig im Rampenlicht. Er moderierte mit ganz großem Erfolg und höchst eloquent im HTT-TV und erntete von Publikum und Mitspielern höchstes Lob und Anerkennung für 8 wunderbare Video-Clips. Das alleine dürfte dem jungen Niederösterreicher aber nicht genügt haben, denn sportlich hinkte der 23jährige – trotz gelegentlichen Sternstunden wie jener beim Mai-Grand-Slam mit dem Sieg über Stephan Brabec – den absoluten Topstars hinterher. Ja sogar vereinsintern hatten die Clubkollegen vom TK Big Point Muckendorf “titelmäßig” die Nase vorn. Patrick Joksch, Martin Mayer und Mathias Wurzer hatten schon vor jenem Mann ein halbes Dutzend an Turniersiegen nach Muckendorf entführt, der einst im September 2012 die HTT für sich und seine Vereinskameraden ausfindig gemacht hatte. Irgendwie komisch war es daher schon, dass ausgerechnet Wagner titellos durch den Circuit “tourte”, ehe das erste Rasen-Wochenende des Jahres eine Wende in dieser Causa bringen sollte.

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Aufschlag-Henker Mathias Wagner stürmt mit 14 Assen und unzählichen Service-Winnern zu seinem ersten Turniersieg auf der Hobby-Tennis-Tour

Als Nummer 2 in das 223. HTT-500-Turnier der Open Ära gestartet, steigerte sich Wagner mit günstiger Auslosung quasi von Spiel zu Spiel, ehe er im Finale mit der vielleicht besten Leistung seiner gesamten HTT-Karriere zum Premierentitel kam. Eigentlich war es eine Leistungs-Explosion im Endspiel, mit der Wagner in 1:15 Stunden den weitaus höher eingeschätzten Bernd Jascke in zwei Sätzen in die Schranken wies. Vermutlich war diese überragende Vorstellung des 23jährigen auch notwendig, um einen wie Jaschke überhaupt bezwingen zu können, wobei natürlich vorallem die gigantische Aufschlag-Performance des 23jährigen zu erwähnen ist. Wie ein Henker servierte sich Wagner durch zwei finale Sätze, und mit 14 Assen zerbombte er jegliche Hoffnung Jaschkes auf dessen ersten Tour-Titel. Es war am Ende ganz klar das Service, mit dem Wagner zum 231. Turniersieger der Open Ära seit 1990 avancierte, und sich als 33. Spieler der Geschichte einen Rasentitel sichern konnte. Ein Blick auf die Matchstatistik zeigt nämlich: Mit 36:31 unerzwungenen Fehlern patzte Wagner 5 Mal öfters als Jaschke, und weil er mit 25:22 Winnern nur 3 Mal öfters punktete als sein Gegenüber, wäre eigentlich Jaschke der “Punktesieger” gewesen. Woche für Woche reichen solche statistische Zahlen für diverse Titelgewinne, am vergangenen Dienstag aber war das nicht der Fall, denn 14:2 Asse sprachen letztlich eine zu deutliche Sprache für den späteren Sieger.

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Nach gewonnenem Tie-Break “bombte” sich Aufschlag-Henker Mathias Wagner souverän in Richtung Premieren-Titel

Dabei verlief der Eröffnungssatz vom ersten Ballwechsel an völlig offen und ausgeglichen. Wagner startete zwar mit einem gelungenen Break zum 1:0 besser in dieses Finale, doch den Vorteil hatte er mit kassiertem Re-Break zum 2:2 schnell wieder aus der Hand gegeben. Das selbe Spiel erlebten die Zuschauer kurz darauf noch einmal, als Wagner ein 4:2 mit neuerlich abgegebenem Aufschlag zum 4:4 nicht nützen konnte. Mit dem Aufschlag ging es schließlich ins Tie-Break, in dem Jaschke noch 3:2 führte, ehe ein zusehends stärker servierender Wagner nach 41 Minuten mit 7:6 in Führung ging. Danach freilich kam der “Henker” so richtig in Fahrt. Alleine mit 6 Assen im Eröffnungs-Game des zweiten Satzes machte der 23jährige seinem Gegenüber deutlich, dass er an diesem Abend höchst gewillt schien, sich endlich den ersten Titel seiner Karriere zu holen. Vorallem aber wuchs mit Wagners sensationeller Aufschlag-Leistung zusehends der Druck auf Jaschke, bei seinen Service-Games nur ja keinen Ausrutscher zu fabrizieren. Was natürlich mit Fortdauer der Partie immer schwieriger wurde. Jaschke kassierte ein Break zum 1:3, und weil er seinerseits seine durchaus auch noch vorhandenen Break-Möglichkeiten leichtfertig vergeigte, erhöhte Wagner schließlich sogar auf 4:1. Einmal noch glänzte Jaschke mit Ergebniskosmetik zum 2:4, ehe der Henker wieder aktiv wurde, und mit Ass Nr. 14 und drei weiteren seiner unzähligen Service-Winner zu Null das Game zum 5:2 fixierte. Die Luft war raus, Jaschke gab auch sein letztes Aufschlagspiel zu Null ab, und damit war nach insgesamt 1:15 Stunden der 7:6, 6:2 Erfolg von Mathias Wagner perfekt.

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Die Stimmen zum 17. Juni-HTT-500-Finale

“Es war ein sehr interessantes Match. Ich habe noch nicht oft gegen Leute gespielt, die mir mit dem Aufschlag so weh tun können. Enttäuscht bin ich aber nicht wirklich. Ich bin froh, dass ich ingesamt drei schöne Matches hier hatte, und deswegen spiele ich auch hauptsächlich. Wenn am Ende ein Sieg rauskommt ist es gut, wenn nicht, dann ist das für mich auch kein Problem”, so der unterlegene Finalist, während  Mathias Wagner seinen Premieren-Erfolg ausführlicher analysieren wollte. “Entscheidend heute war sicherlich meine Aufschlagleistung. Ich glaube da brauchen wir nicht lange darüber diskutieren. Ich habe vorallem im zweiten Satz richtig super serviert, und auch im Tie-Break hatte ich schon mit ein paar guten Aufschlägen angefangen. Mit so einer Aufschlagleistung kann man dann halt Matches gegen solche Gegner wie Jaschke gewinnen. Der Titel freut mich natürlich sehr, weil es mein erster Sieg auf der HTT ist, und ich auch ein bisserl warten musste. Von daher freut mich das schon sehr. Und da ich jetzt im Finale den Bernd Jaschke geschlagen habe – dem ja einige Experten einen Solo-Run zum Titel vorhergesagt haben – kann ich mit meiner Leistung doch recht glücklich sein. Nebenbei bemerkt habe ich jetzt 1600 Punkte dieses Jahr gemacht, und damit bin ich wohl im Masters-Rennen”, lächelte Wagner.

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