Aus vor erhofftem Semi-Duell mit Sascha Kobsik – der “rote Baron” fliegt im Achtelfinale

Auch am zweiten Spieltag der heurigen HTT-Rasensaison haben vorerst noch die Stars der Challenger-Szene den Ton angegeben. Scheller & Co greifen erst am Sonntag ins Turniergeschehen des aktuellen Wochenendes ein, und so waren es einmal mehr die “Asse aus der zweiten Reihe”, die am gestrigen Samstag des 9. Juni-Challenger-Turniers am Wasserpark für die Akzente sorgten. Überraschungen blieben großteils aus, dem 40. Saisonturnier stehen daher ab dem Achtelfinale viele spannende Matches mit den besten Challenger-Spielern dieser Stadt ins Haus. Ein Bericht von C.L

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Topgesetzter Peter Baumann gewinnt Erstrunden-Schlager des Juni-Challenger-Turniers gegen Vorjahressieger und Titelverteidiger Thomas Löffelmann

Mit einem wahren Kraftakt in zwei Matches hat sich am Samstag Nachmittag die Nummer 1 des Turniers Peter Baumann vorzeitig ins Viertelfinale gekämpft. Der 50jährige, der nach 101 gespielten Karriere-Turnieren noch immer auf seinen ersten Titelgewinn wartet, hatte zunächst einmal im Erstrunden-Schlager gegen Titelverteidiger Thomas Löffelmann das Vergnügen. Den ersten Satz nach einem attraktiv geführten Start im Tie-Break gewonnen, sah Baumann im zweiten Heat bei einer 4:1 Führung bereits wie der sichere Sieger aus, ehe der Vorjahressieger mit 4 in Serie gewonnenen Games Fahrt aufnahm, und bei 5:4 ganz dicht vor dem Satzausgleich stand. Das in dieser Phase wirklich souverän vorgetragene Tennis des 35jährigen hatte allerdings nur einen geringen Haltbarkeitswert. Weitaus wichtiger als der ein oder andere “big shot” ist im Hobby-Tennis nämlich die Konstanz, und die fehlte dem letztlich früh gescheiterten Titelverteidiger. So wurde “Leffe” im Finish leider Opfer seiner fehlenden Matchpraxis. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte Löffelmann zum Auftakt der Rasensaison schon 12 Turniere in den Beinen, heuer machte er sich bei nur 7 Starts richtiggehend rar.

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Unter Strom stehender Manfred Buzek verliert Achtelfinale-Duell gegen Peter Baumann

Im Achtelfinale kam es dann für Baumann gleich zum nächsten Top-Treffen auf Challenger-Ebene. Dem topgesetzten Niederösterreicher stand bei seinem 175. Karriere-Single-Auftritt ein Treffen mit Manfred Buzek ins Haus, und der war so richtig “heiß” an den Wasserpark gereist. Der am Vortag erschienene Artikel über seinen großen Rilvalen Sascha Kobsik hatte den “roten Baron” für das achtelfinale Duell mit Baumann unter Strom gesetzt, und einen mächtigen Motivationsschub beim 31jährigen ausgelöst. “On fire” und wie von einer Tarantel gestochen, stürmte Buzek auf den Platz, um gewisse sportliche Dinge zu klären und ins rechte Licht zu setzen. Die Jubelgesänge über Intimfeind Sascha Kobsik schmeckten dem durchaus als sensibel geltenden “Donaufelder” gar nicht, und so versuchte der schwerstens unter Strom agierende Buzek vom ersten Ballwechsel an, die Szenerie am 2er-Court des Wasserparks zu dominieren. Was schief gehen musste, denn der von Beginn an “übertourig” spielende Wiener verbrauchte alleine in diesem ersten Satz soviel an Energie für “Nebensächlichkeiten”, dass am Ende der Saft gezwungener Maßen ausgehen musste. Nach verlorenem Startsatz, fand Buzek dann in Durchgang 2 endlich zu seinem Spiel. Der 31jährige agierte geduldiger, konzentrierter, und vorallem mit klarerem Kopf. Die Folge war ein 6:3, mit dem er sich in einen entscheidenden dritten Heat kämpfen konnte. Dort wurde er dann aber Opfer seiner hektisch geführten und von massigst Energieverlust geprägten Anfangsphase. Mit müden Beinen schleppte sich der “rote Baron” über den Kunstrasen des Wasserparks, und machte nach einer frühen 1:0 Führung kein Game mehr. Spätestens als Buzek zwei Break-Chancen zum 2:2 vergeben hatte, war die Partie gelaufen. Mit leeren Akkus stolperte die HTT-Nr. 65 in ein 1:6, und musste damit auch den Traum vom möglichen Halbfinal-Kracher-Duell mit Dauerrivale Sascha Kobsik abhaken. “Ich habe leider schon wieder den Fehler gemacht, mich ausschließlich mit einem möglichen Semifinale gegen Kobsik zu beschäftigen. Aber ich bin auf einem guten Weg, und sicher, dass ich mit meinem Tennis schon bald den gewünschten Erfolg auch auf Turnierebene haben werde”, so Buzek.

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Erster Hauptbewerbssieg seit 8 Turnieren – Der an Nummer 2 gesetzte Markus Hobiger gibt auf seinem Weg ins Viertelfinale des Juni-Challenger-Turniers nur 1 Game ab

Mit einem Doppelpack der anderen Art erreichte auch die Nummer 2 des 9. Juni-Challenger-Turniers frühzeitig die Runde der letzten Acht. Markus Hobiger gab in seinen beiden Samstag-Auftritten gegen den polnischen Donaufeld-Spieler Tomas Bak und Herold-Bezwinger Patrick Weisz vom Schwechater TC gerade einmal 1 Game ab, und feierte damit die Karriere-Einzelsiege Nr. 151 und 152. Statistisch weitaus wertvoller war aber der Umstand, dass sich der 37jährige Guntramsdorfer erstmals seit 8 gespielten Turnieren wieder über einen Erfolg in einem Hauptbewerbs-Match der Hobby-Tennis-Tour freuen konnte. “Ich bin natürlich mit den Ergebnissen heute zufrieden, aber für mein Hauptziel Kitzbühel muss ich noch einiges tun”, zeigte sich die Nummer 2 des Turniers selbstkritisch.

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Robert Priewasser bereit für Achtelfinal-Schlager gegen Sascha Kobsik

Was tat sich sonst noch am 2. Spieltag der neuen Rasensaison? Tatjana Aubram sorgte für einen weiteren weiblichen Einzelerfolg nach dem Freitags-Sieg von Katharina Kothmayer. Die 22jährige kämpfte Stefan Seebacher mit 6:4, 6:4 nieder, und trifft nun am Sonntag auf Clemens Nani vom Alt Erlaaer TC. Für ein Achtelfinal-Treffen mit dem am Freitag Abend groß aufspielenden Sascha Kobsik hat sich Robert Priewasser qualifiziert. Der 32jährige gab sich in seinem 75. Karriere-Single gegen Dieter Schickbichler keine Blöße, und siegte sicher mit 6:3 und 6:2. Lange Zeit verärgert saß Christoph Eigenseder nach seinem 4. Juni-Challenger-Start im Zuschauerbereich, und war richtig sauer über seinen misslungenen Auftritt gegen Jungstar Felix Rössler. Der Juni-Challenger-Viertelfinalist von 2007 setzte den Tie-Break des zweiten Satzes in den Sand, und verlor damit das Erstrunden-Duell mit Rössler 3:6 und 6:7.

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Klapil-Ärger nach “Erstrunden-Geschupfe” gegen Challenger-Rekord-Champion Clemens Wimmer

Zum dritten Mal nach 2010 und 2011 hat es Blagoje Dogandzic in Runde 1 des Juni-Challenger-Turniers erwischt. Der 45jährige hatte sein Auftakt-Duell mit Tour-Newcomer Christoph Metzger lange Zeit beherrscht, und eineinhalb Sätze lang wie der sichere Sieger ausgesehen. Metzger, der am Vortag noch aus gesundheitlichen Gründen absagen wollte, und phasenweise “von unten” servierte, legte aber eine tolle Aufholjagd hin, während Dogandzic mit Fortdauer der Partie den Zugriff auf Match und Gegner verlor. “Es war schlimm. Ich wollte dann noch einmal zurückkommen, aber es ging einfach nicht”, so der unterlegene Serbe. Frustriert war nach der ersten Runde beim Juni-Challenger-Turnier am Wasserpark auch David Klapil. Der 22jährige ärgerte sich maßlos, von Challenger-Rekord-Champion Clemens Wimmer brutalst ausgeschupft worden zu sein. Nächster Wimmer-Gegner wird übrigens Thomas Mund sein, der sich gegen Tour-Debütant Stefan Wiesinger mit 6:0, 6:1 durchsetzen konnte. Problemlos erreichte auch noch Thomas Pratsch das Achtelfinale. Für den 34jährigen war der glatte 6:1, 6:2 Erfolg über Peter Jürgen Mracna der 105. Einzelsieg seiner Karriere.

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Qualifikation zum 17. Juni-HTT-500-Turnier ist abgeschlossen

Machen wir noch kurz einen Blick zum Juni-HTT-500-Turnier. Das läuft schleppend an, und so standen am Samstag hauptsächlich Matches zur Qualifikation an. Dort sicherte sich Clemens Wimmer nach über zweieinhalb Stunden härtestem Kampf einen 6:3, 3:6, 7:5 Erfolg über Vorjahresfinalist Thomas Löffelmann. Michael Kenn genügte wiederum ein hart umkämpfter erster Satz gegen David Klapil, ehe sich der Junior in Durchgang 2 beinahe kampflos ergab. Josef Winkler gewann die am Vorabend wegen Dunkelheit unterbrochene Quali-Partie gegen Boris Kovacevic mit 7:5, 6:2, ehe er sich in Runde 1 des Hauptbewerbs dem Deutschen David Hühne mit 0:6, 0:6 geschlagen geben musste. Für Hühne war es beim 6. Juni-HTT-500-Start der erste Auftaktsieg seit 2008, als er damals bis ins Semifinale vordringen konnte. Den vierten und letzten Platz im Hauptbewerb krallte sich Nikolaus Floimayr, der mit attraktivem Tennis zunächst einmal dem Challenger-Tour-Final-Champion Gerald Marhold keine Chance ließ, und im Hauptbewerb auch gegen den an Nummer 2 gesetzten Mathias Wagner in vielen Phasen des Matches überzeugen konnte.

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