Starker Sascha Kobsik zum Auftakt der HTT-Rasensaison im Wasserpark

Eineinhalb Wochen ist es erst her, als sich Peter Klager mit seiner erfolgreichen Titelverteidigung bei den HTT-French-Open im UTC La Ville endgültig zum Sandplatz-König der Hobby-Tennis-Tour krönte, und auch nur mehr zwei Wochen ist es hin, dann steht mit dem “Wimbledon-Turnier der HTT” bereits das dritte und vorletzte Grand-Slam-Turnier des Jahres auf dem Programm. Und damit sind wir angekommen und mitten drin in der heurigen Rasensaison, die uns drei Wochen lang beschäftigen wird, und am gestrigen Freitag mit dem ersten Spieltag beim 9. Juni-Challenger-Turnier begonnen hat. Die Sandplatz-Wühler haben also Pause, das Rutschen auf der roten Asche wird ersetzt durch “Serve & Volley”, und mit dem ersten Aufschlag am gestrigen Eröffnungstag ist auch die vier Bewerbe umfassende Serie an Vorbereitungsturnieren für das nächste HTT-Top-Highlight “Wimbledon 2014” angelaufen. Bevor die Stars der Szene aber das “Grün” in der Hans Bock Anlage am nächsten Wochenende erstmals heuer betreten werden, gastiert der Tour-Zirkus an diesem Weekend im Floridsdorfer Wasserpark, wo zum dritten Mal in der HTT-Geschichte nach 2004 und 2011 die ersten Rasen-Champions der Saison ermittelt werden. Ein Bericht von C.L

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Rasentennis auf der HTT mit exotischem Flair, und die Tennisanlage am Wasserpark steht zum dritten Mal nach 2004 und 2011 wieder im Kalender der Hobby-Tennis-Tour

778 Single-Turniere wird die mehr als beeindruckende HTT-Historie nach dem derzeit stattfindenden Turnier-Doppelpack aufweisen, relativ bescheiden nimmt sich allerdings der Anteil an gespielten Rasen-Turnieren seit 1990 aus. Insgesamt wurden bisher erst 56 Rasen-Events in der Open Ära ausgetragen, womit Tennis auf dem ungewohnten Bodenbelag einen beinahe exoitschen Flair hat. 20 Veranstaltungen davon gingen bei WAT Landstrasse über die Bühne, 18 Turniere fanden auf den Rasenplätzen der Schmelz statt, und je 6 Mal kämpften die besten HTT-Rasenspieler in Oberlaa, auf dem STAW-Plätzen im Prater und eben im Wasserpark um Titel & Trophäen auf dem rutschig grünen Untergrund. Nach drei Jahren Pause ist auch die Anlage am Wasserpark wieder im Tour-Kalender etabliert, wenngleich auch eher zwangsweise, weil WAT Landstrasse am ersten Rasen-Wochenende des Jahres mit Mannschafts-Meisterschaftspartien voll belegt ist. Der topgepflegte Tennisclub in der Hans Bock Anlage in Wien-Landstrasse ist allerdings der erklärte Favorit bei den Tour-Stars, wenn es darum geht, wo die Rasen-Events der HTT ausgetragen werden sollen. Die Anlage am Wasserpark freilich wird recht kritisch gesehen in der Szene, und von vielen Akteuren auch kategorisch gemieden. Überraschend stark und umfangreich ist daher die 9. Auflage des Juni-Challenger-Turniers besetzt, die am gestrigen Freitag mit 7 Matches in Szene ging.

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Der neue Thomas Peyerl – mit flottem Kurzhaar-Schnitt beendet er im 140. Karriere-Turnier mit Sieg über Michael Kenn seine zuletzt 5 Erstrunden-Niederlagen in Folge umfassende Pleitenserie

Während die Stars des gleichzeitig stattfindenden 17. Juni-HTT-500-Turniers am gestrigen Eröffnungstag noch ihre spielfreie Zeit genießen konnten, ging es für die Challenger-Asse am Freitag Abend gleich voll zur Sache. Für Baumann & Co ist der Rasen-Auftritt am Wasserpark aber nicht unbedingt als Generalprobe und Vorbereitung für das Rasen-Grand-Slam-Turnier in 14 Tagen zu sehen, sondern vielmehr als weitere riesige Chance, sich vorzeitig mit einem Ticket für das abschließende Challenger-Tour-Final einzudecken. Und das geht nur mit einem Titelgewinn hier am nördlichen Ende der alten Donau, der für alle der angereisten Top-Challenger-Spieler das große und erklärte Ziel ist. Einer der den wichtigsten Titel im Challenger-Tennis der Hobby-Tennis-Tour schon einmal gewonnen hat, und die Vorzüge eines solchen Titelgewinns erleben durfte, ist Thomas Peyerl. Und der 30jährige vom TC Terra Rossa brennt darauf, sich abermals für den Showdown der besten Challenger-Spieler im UTC La Ville zu qualifizieren, und darum ist dieses Wochenende auch für Peyerl von immenser Wichtigkeit. Dementsprechend motiviert und konzentriert ging der an Nummer 4 gesetzte Terra-Rossa-Spieler am Freitag Nachmittag in sein Auftakt-Match mit Michael Kenn, das Peyerl souverän mit 6:2, 6:2 nach Hause spielte. Für den 5fachen Turniersieger war es ein ganz besonderer Sieg, denn nach 5 Erstrunden-Niederlagen in Serie tat dieses lange herbeigesehnte Erfolgserlebnis so richtig gut. Wie überhaupt der Peyerl-Auftritt was von Neuanfang hatte. Die letzten – sportlich total verkorksten – Monate hinter sich gelassen, dazu mit einem flotten Kurzhaarschnitt die zuletzt zum Markenzeichen avancierte Jesus-Mähne abgelöst, startete der 30jährige höchst erfolgreich in sein 140. Karriere-Turnier. Der wie gewohnt aufopfernd kämpfende Michael Kenn konnte zwar mit einigen genialen Ballwechseln aufwarten, den Ranglisten-Vierzigsten in ernsthafte Bedrängnis bringen, war für den 44jährigen Ausdauersportler und Tennis-Quereinsteiger bei seinem 20. Turnierstart aber nicht drin.

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Sieg beim 150. Turnierstart: Gerald Marhold gewinnt auch das dritte direkte Rasen-Duell mit Miroslav Jelic

Ebenfalls locker in zwei Sätzen erreichte auch der amtierende Challenger-Tour-Final-Champion Gerald Marhold das Achtelfinale beim 9. Juni-Challenger-Turnier im Wasserpark. Der an Nummer 4 gereihte Wiener, gewann am Freitag Abend in Runde 1 gegen Miroslav Jelic mit 6:1, 6:4, und damit auch den dritten direkten Vergleich der beiden Tour-Stars. Kuriosum am Rande: Alle drei Begegnungen zwischen Marhold und Jelic fanden auf Rasen statt, wobei Jelic in seiner Rolle als Außenseiter im Vorjahr in beiden Partien blendende Figur machte, und dem weitaus höher eingeschätzen Marhold sogar einen Satz abnehmen konnte. Im Vorjahr standen sich Marhold und Jelic im Achtelfinale dieses Turniers gegenüber, und in einer Neuauflage dieses Treffens ging die tolle Serie des serbischen Underdogs zu Ende, der hier beim Juni-Challenger vor dem heutigen Abend noch nie in Runde 1 verloren hatte, und 2012 sogar bis ins Viertelfinale vorgestoßen war. Gegen Marhold, der vor einer Woche noch mit der Beinahe-Sensation eines Erfolges über Mario Kiss aufgewartet hatte, war diesmal aber trotz ansehnlicher Vorstellung im zweiten Satz nichts zu holen. Der 35jährige spulte sein Programm humorlos und trocken ab, und sicherte sich bei seinem 150. Karriere-Turnierstart ganz sicher seinen Platz im Achtelfinale des Juni-Challenger-Turniers.

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Sascha Kobsik unterstreicht mit Topleistung gegen Martin Böö seine Anwartschaft auf den Juni-Challenger-Titel im Wasserpark

Ein ganz heißer Tipp für ein absolutes Spitzen-Resultat hier am Wasserpark ist ohne Zweifel Sascha Kobsik. Der 32jährige hinterließ am Freitag Abend mit einer bombastischen Vorstellung den bislang stärksten Eindruck aller bisher am Start gewesenen Akteure, und zerlegte einen gar nicht schlecht spielenden Martin Böö mit 6:2 und 6:1. Es war eine grandiose Darbietung, mit der Kobsik bei seinem vierten Turnierstart auf Rasen auch auf die Gegnerschaft mächtig Eindruck machte. Krachende erste Aufschläge mit einer mehr als soliden Quote bildeten die Grundlage für seinen glatten Auftakt-Sieg, aber auch sonst ließ der Challenger-Star vom TC Donaufeld seine Ambitionen auf den Titel klar erkennen. Kaum Fehler von der Grundlinie, von wo er aus mit druckvollem Tennis das Geschehen bestimmte. Der keineswegs enttäuschend auftretende Martin Böö kam bei seinem 16. Turnierstart trotz ansprechender Leistung nie richtig zur Geltung. Das wiederum unterstreicht die tolle Kobsik-Leistung, mit der er sich mehr als berechtigte Hoffnungen auf Karriere-Titel Nr. 4 machen kann. “Ich habe heute wirklich gut gespielt. Mir ist alles aufgegangen, obwohl ich vor dem Spiel komischer Weise sehr nervös war. Ich habe dann “Alles oder Nichts” gespielt, und heute sehr stark serviert. Auch mit meiner Rückhand war ich sehr zufrieden. Irgendwie kommt mir aber der Platz extrem langsam vor. Ich bin aber top drauf und schwerstens motiviert”, richtete Kobsik eine Kampfansage an seine Konkurrenten. “Ich habe heute eines meiner besseren Spiele in diesem Jahr gemacht, aber der Sascha hat phantastisch gespielt. Vorallem bei seinem ersten Aufschlag hast du relativ wenig Chancen”, kommentierte der Unterlegene sein frühes Aus beim Juni-Challenger-Turnier 2014.

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Sieg und Niederlage für HTT-Damen-Duo am Ladies-Day des Juni-Challenger-Turniers

Was tat sich sonst noch am gestrigen Eröffnungstag beim 9. Juni-Challenger-Turnier am Floridsdorfer Wasserpark? Der Eröffnungstag war gleichzeitig auch “Ladies-Day”, und für die Damen der HTT setzte es am Freitag Abend einen Sieg und eine Niederlage. Für den weiblichen Erfolg des Tages sorgte Terra-Rossa-Lady Katharina Kothmayer, die sich recht deutlich mit 6:1, 6:3 über Claus Brüstl durchsetzte, und mit dem 20. Einzelsieg ihrer Karriere den Achtelfinaleinzug fixierte. Diesen verfehlte derweil mit Petra Herold die zweite im Einsatz befindliche Dame. Die 39jährige vom TK Big Point Muckendorf, musste sich zum Auftakt der Rasensaison und bei ihrer Rasen-Premiere mit 2:6, 2:6 gegen Patrick Weisz geschlagen geben. “Ich bin mit seinem geschnittenen Tennis überhaupt nicht klar gekommen”, fand Herold die Gründe für ihr glattes und frühes Aus in Runde 1. Einen imposanten Kantersieg feierte am späten Abend auch Clemens Nani. Der 13jährige vom Alt Erlaaer TC deklassierte bei seinem Rasen-Debüt den weitaus routinierteren Markus Posteiner mit 6:0, 6:3, wobei vorallem der erste – in nur 15 Minuten gewonnene – Satz imponierte. Da traf Nani den kleinen gelben Filz förmlich nach Belieben, und fügte so seinem Gegner bei dessen 4. Juni-Challenger-Start nach 2007, 2008 und 2009 die vierte Erstrunden-Niederlage zu. Einen w.o.-Erfolg feierte schließlich noch Manfred Buzek, der beim Stand von 5:4 im ersten Satz von der Aufgabe seines Gegner Maximilian Fötsch profitierte.

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