Philipp Schneider – nach Sieg über Zehetner erstmals in einem Major-Finale und neue Nr. 1

Mit dem Traumfinale zwischen der “noch” 24 Stunden lang regierenden Nummer 1 Peter Klager, und seinem Nachfolger als Branchen-Leader, dem hier an Nummer 2 gesetzten Philipp Schneider, geht am Mittwoch Abend die 23. Auflage des Sangenor Sport Mai Grand Slam Turniers 2014 im UTC La Ville zu Ende. Sieben exzellente, hochklassige und spannende Tennistage haben die HTT-Fans beim – da sind sich alle Experten einmal einig – besten und stärksten HTT-French-Open-Turnier aller Zeiten erlebt, und mit dem Endspiel der beiden topgesetzten Spieler ist auch schon vor dem ersten Aufschlag des 90. Grand-Slam-Turniers der Open Ära ein mehr als würdiger Sieger garantiert. Vor dem großen finalen Showdown der beiden besten HTT-Spieler auf der roten Asche des UTC La Ville, gab es am Dienstag Abend aber auch noch phantastisches Halbfinal-Tennis zu sehen. Zunächst hievte sich Titelverteidiger Peter Klager in einer zu Beginn recht starken, dann aber eher durchschnittlichen Partie gegen Mayrhuber-Bezwinger Victor Stabrawa mit 6:4, 6:3 deutlicher als allgemein erwartet in sein zweites HTT-French-Open-Finale in Serie, wo er eben auf Philipp Schneider trifft, der in einem bombastischen und keine Wünsche offen lassenden zweiten Halbfinal-Fight den megastarken Tour-Debütanten Martin Zehetner nach 2:07 Stunden mit 7:6, und 6:3 niederringen konnte. Mit diesem Erfolg ist Schneider ab Morgen Donnerstag auch die neue Nummer 1 der Hobby-Tennis-Tour. Ein Bericht von C.L

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Masterssieger Philipp Schneider steht nach Semifinalsieg über Martin Zehetner erstmals in seiner Karriere in einem Grand-Slam-Finale und obendrein als neue HTT-Nr. 1 fest

Es war exakt 21:17 Uhr am gestrigen Dienstag Abend, als Masterssieger Philipp Schneider einen Smash im Feld seines Gegners platzierte, und mit in die Höhe gerissenen Armen und einem Blick Richtung nächtlichem Himmel über Altmannsdorf einen der größten Glücksmomente seiner HTT-Karriere genoß. Der 34jährige Niederösterreicher hatte soeben nicht nur das extrem schwierige Prestige-Duell mit dem bis dahin brillant spielenden Tour-Newcomer Martin Zehetner gewonnen und damit den Einzug ins erste Grand-Slam-Finale seiner Karriere fixiert, sondern auch das höchste aller möglichen Ziele eines HTT-Spielers realisiert. Er ist mit Erscheinen der neuesten Ausgabe der HTT-Computer-Rangliste am Donnerstag Früh, die neue Nummer 1 und damit Nachfolger von Peter Klager, der nach 190 Tagen an der Spitze, die Führung im Ranking abtreten muss.

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Philipp Schneider gewinnt ersten Satz nach 1:14 Stunden und nachdem Martin Zehetner insgesamt 6 Satzbälle ausgelassen hatte

Die Nummer 1 der derzeit extrem stark besetzten Hobby-Tennis-Tour und quasi am Olymp des Hobby-Tennis-Sports angelangt zu sein, das ist normaler Weise ein kaum zu topendes Ereignis. Am gestrigen Abend aber rückte der Mega-Moment angesichts eines zuvor über die Bühne gegangenen und wahrlich unfassbaren Halbfinal-Duells in den Hintergrund. Es war ein Tennisabend, wie man ihn im Vorfeld nicht besser und exakter planen kann, wie man ihn sich nur wünschen kann, und wie er eines Grand-Slam-Semifinales kaum würdiger hätte sein können. Es war schon von den Wetterbedingungen her optimalst angerichtet für einen gigantische Ausmaße annehmenden Schlagabtausch zwischen Masterssieger Philipp Schneider in seinem 60. Karriere-Match und Roman-Bezwinger Martin Zehetner, der bei seinem Tour-Debüt vier grandiose Spiele ablieferte, und in Spielerkreisen aufgrund seiner gezeigten Performance längst zum großen Favoriten hochstilisiert wurde. 20 leicht bewölkte Grade bei absoluter Windstille, herrliche Rahmenbedingungen, die die beiden Hauptdarsteller des zweiten HTT-French-Open-Semifinales zu einem grandiosen Tennisfest nützten. Schon das erste Game ließ erahnen, welche Tennisschlacht den Zusehern vor Ort ins Haus stehen würde. 13 Minuten waren gespielt, da hatte Philipp Schneider das Match mit einem ersten Break eröffnet, und seinem leicht höher eingeschätzten Gegner gleich einmal den Fehdehandschuh hingeworfen. Schneider machte mit aggressiver Spielweise von Beginn an deutlich, dass er hier um jeden Zentimeter des Platzes und jeden Ball kämpfen würde, und zeigte sich vom ersten Ballwechsel an wenig beeindruckt von den im Vorfeld gezeigten Leistungen und Resultaten seines Gegenübers. Dennoch schien sich gegen Ende des ersten Satzes die Klasse Zehetners durchzusetzen, der mehrmals mit Großchancen en masse die Möglichkeit gehabt hätte, diesen ersten Durchgang für sich zu entscheiden. Doch am Dienstag Abend entpuppte sich der 33jährige vom TC Deutsch Wagram als echter Chancentod, der sich am Ende des Tages den Vorwurf von insgesamt 6 vergebenen Satzbällen gefallen lassen musste. Bei 5:3 und 5:4 jeweils ein 40:15 leichtfertigt verschleudert, dazu im Tie-Break bei 7:6 Führung noch einen “big point” ausgelassen, musste er nach 1:14 Stunden den ersten Satz schließlich seinem Gegner überlassen. Dabei hatte Zehetner in vielen engen Situationen davor Nerven bewahrt und seine ganz große Klasse demonstriert, als er beispielsweise bei 5:5 und 0:40 drei Break-Chancen Schneiders abwehrte, oder auch im Tie-Break, als er bei 4:6 zurückfightete, und mit einem sensationellen Passierball an die Linie zum 6:6 für den Top-Ballwechsel des Tages sorgte.

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Zweiter Satz bis 3:2 spannend, ehe Zehetner sich in seine erste HTT-Niederlage ergab

Auch im zweiten Satz schenkten sich die beiden Protagonisten des Abends nichts. Weiterhin lieferten sich Schneider und Zehetner einen hochklassigen Schlagabtausch auf Augenhöhe, wie er intensiver und spannender nicht hätte sein können. Zehetner holte sich rasch das Break zum 1:0, das für den Kopf so wichtige 2:0 mit eigenem Aufschlag wollte dem 33jährigen Tour-Neuling aber nicht gelingen. Und so wurde es wieder ein Kampf auf “Biegen & Brechen” mit dem Höhepunkt in Form des sechsten Games, das ganze 12 Minuten dauerte, und Schneider schließlich das vielleicht vorentscheidende Break zum 4:2 bescherte. Zwar kam Zehetner prompt zum Re-Break, aber irgendwie hatte man in dieser Phase bereits das Gefühl, dass Zehetner hier und heute Abend das zweite HTT-French-Open-Semifinale nicht in drei Sätzen gewinnen würde. Die Körpersprache negativ angehaucht, der letzte Wille fehlend, ergab sich der im Flutlich auch schlecht sehende Tour-Newcomer schließlich in die Niederlage, die am Ende nach 2:07 Stunden Spielzeit mit 6:7, und 3:6 ausfiel.

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Frust beim unterlegenen Tour-Newcomer, der “Masters” als sein großes Saisonziel ausgibt

Danach herrschte beim unterlegenen Tour-Debütanten der große und verständliche Frust. “Diese Niederlage wurmt mich extrem. Vorallem der Verlauf und Ausgang des ersten Satzes ist sehr bitter für mich. Mit einer 5:3 Führung und 6 Satzbällen tut es natürlich weh, wenn du dann noch verlierst. Es war eine extrem ausgeglichene Partie. Auch der Anfang im zweiten Satz war bis 2:3 extrem eng. Ich habe heute hauptsächlich wegen meines Aufschlages und der schlechten Chancenauswertung verloren. 15 bis 20 Doppelfehler sind halt zu viel”, ärgerte sich der 33jährige, der seiner Tour-Premiere sonst aber sehr viel Positives abgewinnen konnte. “Ich habe den Philipp Schneider genau so erwartet und mich auch insgesamt auf ein hartes Turnier eingestellt. Es war auch gestern im Viertelfinale gegen den Damian Roman schon richtig schwer und ganz knapp. Insgesamt war mein Tour-Debüt ok, mit dem Viertelfinalsieg bin ich auch zufrieden, eine Niederlage wie heute kann immer einmal passieren. Das Turnier war perfekt organisiert, und mir gefällt die Hobby-Tennis-Tour sehr gut. Mein Ziel wäre es, mich für das Masters zu qualifizieren. Das wird aber nicht einfach, mit einem HTT-French-Open-Titel wäre das leichter gewesen”, erklärte Zehetner.

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“Das erste meiner beiden große Saisonziele ist mit dem heutigen Abend abgehakt”

Ein müde und abgekämpft wirkender Philipp Schneider saß derweil bei der abschließenden Pressekonferenz neben Zehetner, und lauschte dessen Ausführungen, ehe er selbst seine Stellungnahme zum halbfinalen Super-Sieg abgab. Zum 8. Mal in Folge erreichte Schneider ein HTT-Semifinale, und im 60. Karriere-Match fixierte er den erstmaligen Einzug in ein Grand-Slam-Endspiel. “Ich freue mich sehr, es ist ein Supergefühl, zum ersten Mal ein Grand-Slam-Finale geschafft zu haben. Eigentlich war ich im Achtelfinale gegen Bernd Jaschke schon raus aus dem Turnier, und jetzt stehe ich im Finale. Ein Wahnsinn”, so der 34jährige, der den Sieg und das damit Erreichte (Nummer 1 zu werden) noch gar nicht richtig fassen konnte. “Das war eines meiner zwei großen Saisonziele. Ich wollte die Nummer 1 werden und endlich ein Grand-Slam-Turnier gewinnen. Eines der beiden Ziele habe ich heute abgehakt. Ich bin nur sehr müde, und daher kann ich mich nicht so euphorisch freuen, wie es vielleicht passend wäre. Aber ich bin sehr sehr zufrieden”, lächelte der amtierende Masterssieger. “Vom Kopf her war es enorm wichtig, heute den ersten Satz zu gewinnen und dabei Satzbälle abgewehrt zu haben. Im Finale wird es extrem hart. Der Peter Klager ist sicher topfit, und ich muss schauen, dass ich fitnessmäßig auch dort hinkomme. Den Peter wegzuspielen ist unmöglich. Ich muss mich auf diesen Fight mit ihm einlassen, und hoffen, fit genug dafür zu sein”. Und angesprochen auf die eroberte Nummer 1 Position meinte Schneider: “Ich bin sehr stolz, dieses Ziel erreicht zu haben. Jetzt Nummer 1 zu sein, ist sicher auch meinem Super-Herbst geschuldet. Das war mein großes Ziel, und ich bin wiegesagt sehr stolz darauf, auch wenn sicher Glück dabei war”, strahlte die Neo-1.

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