Altmeister Mario Kiss zeigt gegen aufstrebende Tour-Jugend noch einmal “Krallen”

Bei den HTT-French-Open 2014 haben am gestrigen dritten Spieltag auch die letzten und bisher spielfreien Topstars ins Turniergeschehen eingegriffen. Der Super-Saturday im UTC La Ville stand sportlich gesehen ganz im Zeichen ehemaliger und aktueller Mai-Grand-Slam-Sieger, die sich mit durchaus gutem Erfolg in Szene setzen konnten. Am Abend gab es dann noch gute Laune und feine Spezialitäten vom Grill, ehe am Sonntag das Turnier mit “Kracherpaarungen ohne Ende” in eine neue Dimension eintreten wird. Ein Bericht von C.L

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Titelverteidiger Peter Klager startet mit Sieg seine Mission Titelverteidigung, und der Mai-Grand-Slam-Champion von 2011 Victor Stabrawa nimmt mit Serbiens Jungstar Filip Markovic die Nummer 11 des Turniers aus dem Bewerb

Eigentlich ist jedes Match das er dieser Tage bei seinem zweiten Mai-Grand-Slam-Start in Angriff nimmt ein Endspiel, voraugestzt natürlich, er möchte auch nach dem zweiten Saison-Major-Event die Nummer 1 der Hobby-Tennis-Tour sein. Die Rede ist natürlich von Vorjahressieger Peter Klager, der nur dann die Spitzenposition im Ranking behalten wird, wenn er – unabhängig vom Abschneiden seines ersten Verfolgers Philpp Schneider seinen Titel hier mit Erfolg verteidigen kann. Jede Menge Druck also und eine völlig neue Ausgangssituation für den Ranglisten-Leader vom TWR 21, der seine erste Runde als Night Session gegen Challenger-Tour-Final-Champion Gerald Marhold bestreiten musste, und mit einem deutlichen 6:0, 6:1 Erfolg seinen 6. HTT-French-Open-Einzelsieg einfahren konnte. Nicht ganz so souverän, aber immerhin auch ohne Satzverlust, gestaltete auch der Mai-Grand-Slam-Sieger von 2011 Victor Stabrawa seine Rückkehr zu den HTT-French-Open. Vor drei Jahren kämpfte er im Endspiel als damals 19jähriger den Ranglisten-Ersten Franz Mayrhuber in 5 Sätzen nieder, ehe er 12 Monate später bei der Mission Titelverteidiger als haushoher Favorit und als mit Super-Statistiken ausgerüsteter Sandplatzkönig mit Pauken und Trompeten in Runde 1 an Alexander Geisler scheiterte. Seit damals mied der WAT Ottakring-Star die Sandplätze der HTT wie der Teufel das Weihwasser, ehe er sich nun zu seinem 4. HTT-French-Open-Start entschloss. Siegen oder Fliegen ist dabei sein Motto, zumindest wenn man die Statistik betrachtet. 2008 und 2012 jeweils als Erstrunden-Abflug im Debakel endend, gab es 2011 eben den erwähnten Erfolg beim größten und wichtigsten Hobby-Tennis-Event der Szene. Am gestrigen Nachmittag schlug sich der 22jährige mit einem erfolgreichen Doppelpack ins Achtelfinale. Gegen einen immer besser in Schwung kommenden Sascha Platzer hatte der Champion von 2011 nur im ersten Satz Probleme, ehe er mit 7:5, 6:3 den 90. Einzelsieg seiner Karriere fixierte. In Runde 2 nahm der Sandplatz-Spezialist aus Ottakring dann mit Serbiens Jungstar Filip Markovic auch gleich noch die Nr. 11 aus dem Turnier.

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Altmeister Mario Kiss bremst Aufschwung der aufstrebenden HTT-Jugend

Ebenfalls bereits unter den letzten 16 steht Mario Kiss, und damit der Mai-Grand-Slam-Gewinner aus dem Jahre 2008. Und das eher unerwartet, weil mit dem “gewichtigen” Superstar einstiger Tage anno 2014 wohl niemand wirklich gerechnet hat. Am wenigsten er selber, wie er in einem Interview betonte. “Ich habe heuer nach langer Zeit einmal eine wirklich gute Mai-Grand-Slam-Auslosung. Wahrscheinlich weil es mir zum ersten Mal egal ist, gegen wen ich spiele, und wie ich hier abschneide”. Ohne Druck und ohne jeglicher Erwartungshaltung, nahm sich der 11fache Turniersieger in den ersten beiden Runden die beiden Jungstars Michael Schwärzli und Nemanja Dejanovic zur Brust, und zeigte dem aufstrebenden Jungvolk, was der Altmeister noch immer so drauf hat. Von einem Satzgewinn waren die beiden jungen Herausforderer wohl so weit entfernt, wie Kiss selbst von seiner besten Form, doch die individuelle Klasse des mittlerweile auch schon 35jährigen vom TC Donaufeld reichte locker, um ohne Satzverlust zum 5. Mal das Achtelfinale der HTT-French-Open zu erreichen.

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Mai-Grand-Slam-Rekordsieger Martin Kova verpasst nach Traumstart gegen Mathias Wagner sein 12. HTT-French-Open-Achtelfinale beim 16. Antreten

Der einzige der am Samstag Nachmittag im Einsatz befindlichen ehemaligen HTT-French-Open-Sieger, der ohne Erfolgserlebnis die Heimreise antreten musste, war ausgerechnet der Rekordsieger des zum 23. Mal anstehenden Sandplatz-Klassikers. Martin Kova, der in den Jahren 2000, 2001, 2003 und 2004 triumphierte, und damit als einziger Spieler der Geschichte zwei Mal die HTT-French Open in Folge gewinnen konnte, musste sich in der zweiten Runde dem als Nummer 9 gesetzten Mathias Wagner mit 5:7, 1:6 geschlagen geben, und damit die Hoffnungen auf das Erreichen seines 12. Mai-Grand-Slam-Achtelfinales beim 16. Antreten frühzeitig begraben. Dennoch zeigte der 4fache Mai-Grand-Slam-Champion vorallem im ersten Satz, dass er durchaus immer noch in der Lage ist, an guten Tagen die Topleute zumindest ärgern zu können. Denn ein 0:4 Rückstand war wohl kaum Teil des Matchplanes seines Gegenübers, der sich am Ende aber doch in zwei Sätzen für sein drittes Karriere-Grand-Slam-Achtelfinale qualifizieren konnte. Kova hingegen wird wohl ein fünfter HTT-French-Open-Titel und damit der alleinige Rekord verwehrt bleiben, aber Rekorde gibt es für den seit 1997 im Circuit etablierten Top Server immer noch zu knacken. So peilt der 31jährige in Kürze die Bestmarke für die “meisten gespielten Matches” an, wo ihm seit Samstag Abend nach seinem 589. absolvierten Karriere-Single nur mehr 5 Spiele auf den von Claus Lippert gehaltenen Rekord von 594 Matches fehlen. Und auch auf Grand-Slam-Ebene greift der 30fache Titelträger nach einem weiteren Rekord. Am Freitag Abend gewann Kova gegen Future-Tour-Star Benjamin Rehberger sein 97. Grand-Slam-Einzel, und damit fehlen in dieser Wertung nur mehr drei Siege auf den ebenfalls von Claus Lippert gehaltenen Bestwert von 100 gewonnenen Grand-Slam-Einzelmatches.

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Internationale HTT-Stars ziehen locker und leicht ins HTT-French-Open-Achtelfinale ein

Machen wir noch einen Blick auf die restlichen am gestrigen Samstag im Einsatz gewesenen Gesetzten! Englands Nr. 1 Adam Goodsell fehlt nach einem ganz sicher errungenen 6:0, 6:3 Erfolg über Clemens Wimmer nur mehr ein Sieg, um so wie im Vorjahr das Viertelfinale beim größten Sandplatzturnier des Jahres zu erreichen. Der 24jährige Brite, hier an Nummer 10 gesetzt, ließ in einer von 4 Night Sessions des Super-Samstags in keiner Phase seines Matches irgendwelche Zweifel am Aufstieg aufkommen, und spielte sich für den anstehenden Achtelfinal-Kracher gegen Mario Kiss warm. Im lockeren Aufwärm-Modus scheint sich derzeit auch noch Spaniens HTT-Star Ignacio Martin durch den Mai-Grand-Slam-Raster fortzubewegen. Der 26jährige Madrilene – im Vorjahr noch in Runde 1 an Thomas Müller gescheitert – gab auf seinem Weg ins Achtelfinale gerade einmal 6 Games ab, und bezwang am gestrigen Nachmittag auch Tour-Newcomer Nikolaus Floimayr glatt und locker mit 6:1 und 6:2. In einer Night-Session war auch die Nummer 12 des Turniers Andreas Tolunay erfolgreich. Der 21jährige vom TC Terra Rossa zwang WAC-Spieler Wolfgang Dworzak nach einem über zweieinhalb Stunden langen offenen Schlagabtausch mit 3:6, 6:1 ,6:0 in die Knie, und zeigte sich nach seinem dritten Achtelfinaleinzug bei seinem 10. Grand-Slam-Karriere-Start ziemlich erleichtert. “Weil ich eine Super-Auslosung für so ein großartig besetztes Turnier bekommen habe, und das ganz wichtige Punkte auf meinem geplanten Weg in Richtung Masters sind”, so der Jungstar.

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Vorjahresfinalist Markus Kurzemann droht Absturz aus den Top 100, und Fabian Mayrhuber feiert gegen den Qualifikanten Max Fötsch den 100. Einzelsieg seiner Karriere

Erstmals im Einsatz war am gestrigen dritten Spieltag auch Vorjahresfinalist Markus Kurzemann, der sich aber noch nicht in Major-Form präsentierte. Sowohl gegen Alexander Barbunopulos vom TC Terra Rossa als auch gegen Hühne-Bezwinger Michael Kern ließ der 33jährige Vorarlberger Schwächen erkennen, die nie und nimmer für ein ähnlich imposantes Ergebnis reichen werden, mit dem er im Vorjahr beinahe sein sportliches Traumziel realisiert hätte. Und Kurzemann muss dieser Tage trachten, so weit wie möglich zu kommen, denn ansonsten droht dem Lände-Server nach seinem vorjährigen Finaleinzug ein Absturz raus aus den Top 100 der HTT-Computer-Rangliste. Apropos 100! Mit seinem 100. Karriere-Einzelsieg hat sich der an Nummer 3 gesetzte Fabian Mayrhuber für die zweite Runde qualifiziert. Der Ranglisten-Vierte hatte einen lockeren Samstag-Nachmittags-Auftritt absolviert, ehe er den Qualifikanten Maximilian Fötsch mit zwei Ehren-Games in dessen Debüt-Match in einem Grand-Slam-Hauptbewerb eingeführt hatte. Ein “Kennenlernen und Gewöhnen” an die Verhältnisse, mehr war es auch nicht, was Kitzbühel-Sieger Damian Roman am Samstag Nachmittag mit drei zu Null gewonnenen Sätzen bei seinem HTT-French-Open-Debüt zu tun hatte. Der US-Open-Sieger der HTT deklassierte die völlig überforderte Konkurrenz mit den Namen Clemens Nani und Renee Milich, und trifft nun im Achtelfinale auf Andreas Tolunay.

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Debakel für Tennis-Deutschland – Jan-Philip Hupasch scheitert schon in Runde 2

Wenig zu lachen hatten bei diesem zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres unsere deutschen Nachbarn und die heimischen Tennis-Cracks vom UTC La Ville. Für die schwarz-rot-goldenen HTT-Asse setzte es ein historisches Debakel. David Hühne crashte in Runde 1 gegen Michael Kern aus dem Bewerb, und auch Deutschlands Nr. 2 Jan-Philip Hupasch musste schon in Runde 2 die Aussichtslosigkeit seines Unterfangens zur Kenntnis nehmen. Im Vorjahr noch HTT-French-Open-Viertelfinalist, Ende 2012 noch der Rising-Star der Szene, ist Deutschlands Kraftpaket Galaxien entfernt von jenem Tennis, mit dem er bei seinem Debüt im Circuit begeistern konnte. Gegen Lokalmatador Klaus Stattmann stolperte der 22jährige aus Varel noch mit 6:4, 6:3 in die zweite Runde, dort aber war gegen April-HTT-250-Sieger Marco Melotte nichts – aber auch gar nichts – zu holen. Der BMTC-Star kontrollierte als der bessere Spieler von der Grundlinie aus das Geschehen, und schickte Tennis-Deutschland mit einem 6:1, 6:3 Erfolg endgültig in ein Tal der Tränen.

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Heimisches Trio vom UTC La Ville liefert “Pleite im Triplepack” ab

Als enttäuschend muss man auch den Auftritt der heimischen Tennis-Cracks vom UTC La Ville bezeichnen. Für ein Turnier dieser Größenordnung und für einen elitären Club wie das La Ville wäre es von immenser Bedeutung, wenn man einen Lokalmatador hätte, der um den Titel oder zumindest ein Spitzen-Resultat mitmischen könnte. Ein erfolgreicher Lokal-Hero würde dem Turnier auch seitens des Gastgebervereins einen zusätzlichen Schub verleihen, doch die heimischen Asse enttäuschten kollektiv und durch die Bank. Ok, jetzt hatten die La-Ville-Stars auch ein wenig Auslosungspech, aber ohne Satzgewinn und mit nur 10 eroberten Games lieferte das heimische Trio doch eine echte Pleite ab. Klaus Stattmann zog sich noch am besten aus der Affäre, verwickelte er doch den höher eingeschätzen Deutschen Jan-Philip Hupasch in zwei halbwegs enge Sätze. Die Leistung von Jürgen Buchhammer hingegen, ließ viele Wünsche und Fragen offen! Natürlich war auch er bei der Auslosung am Mittwoch Abend nicht von Glückgöttin Fortuna bevorzugt worden, und natürlich ist der HTT-French-Open-Finalist von 2012 in Gestalt von Nikolaus Kremser alles andere als ein leichter Auftaktgegner. Aber mehr als zwei gewonnene Games müssen ganz einfach der Anspruch jenes Mannes sein, der beinahe akribisch an seiner Tenniskarriere arbeitet. Und auch für Sebastian Riba gab es am Freitag Nachmittag richtig fettes Lehrgeld zu bezahlen. Mit einer Wildcard in den Hauptbewerb gehievt, setzte es gegen den serbischen Jungstar Nemanja Dejanovic ein 1:6, 0:6 Debakel.

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Patric Weidinger als bester von 32 Qualifikanten ausgezeichnet und für Junior-Star Clemens Nani endet aufregendes Turnier-Wochenende

Was tat sich sonst noch am dritten Spieltag der 23. Auflage des Sangenor Sport Mai-Grand-Slam-Turniers 2014? Andreas Makovich feierte einen 6:1, 6:3 Sieg über Wildcard-Spieler Martin Böö, und darf nun bei seinem Grand-Slam-Debüt gegen WAC-Star Fabian Mayrhuber ran. Die Nummer 4 des Turniers Alexander Scheller schickte Seniors-Star Thomas Lenzinger mit 6:0, 6:2 in Richtung heimwärts, und die vier Qualifikanten hatten schließlich auch noch ihren großen Auftritt im Hauptbewerb. Den Preis für den besten Mann aus der 32er-Quali erhielt schließlich Patric Weidinger, der sich nach drei Siegen in der Quali im Hauptbewerb am besten von den vier Aufsteigern schlug, und Clemens Wimmer mit aufopfernder Einstellung beim 4:6, 6:4, 6:0 immerhin einen Satz abnahm. Zwei Games waren Max Fötsch im Duell gegen Mai-Masters-Series-1000-Sieger Fabian Mayrhuber gegönnt, doch wichtiger waren vorallem die drei in Serie errungenen Qualisiege für den 20jährigen vom TC Tullnerbach. Eine tolle Erfahrung machte derweil Clemens Nani. Ein aufregendes Turnier ist für den erst 13jährigen am Samstag Abend zu Ende gegangen. Zunächst die Quali mit drei Siegen erfolgreich absolviert, durfte er dann zu seinem ersten Karriere-Interview, dann im Hauptbewerb gegen niemand geringeren als den HTT-US-Open-Champion und Kitzbühel-Sieger Damian Roman ran, und am Ende stürmte der Junior auch noch ins Endspiel des Showbewerbes am Centercourt, der am Samstag Abend einen Sieg von Nemanja Dejanovic im One-Point-Tournament brachte. Mit nur einem Game aber viel Lob vom Shootingstar des Jahres Martin Mayer, endete schließlich noch das Mai-Grand-Slam-Turnier für Quali-Star Thomas Löfflemann.

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