Comeback-Titel und Rekordsieg im Schatten des OÖ-Gastspiels der Hobby-Tennis-Tour

Die Schlagzeilen am Wochenende nach Ostern gehörten ganz klar den Ereignissen rund um das Comeback-Turnier der Hobby-Tennis-Tour in Linz. 155 Kilometer weiter östlich freilich standen aber trotz einiger Pannen im Ablauf der Saisonturniere Nr. 26 und 27 die Uhren auch nicht still. Und so gab es am Ende zwei höchst interessante Turnierentscheidungen zu bestaunen. Bei der Jubiläums-Ausgabe des April-HTT-250-Turniers feierte der erst 23jährige Marco Melotte auf den ersten Blick einen eindrucksvollen Titelgewinn bei seinem Tour-Debüt. Nun, eindrucksvoll war es allemal, was der BMTC-Jungstar auf die rote Asche des UTC La Ville zauberte, nur war es kein Debütanten-Sieg. Lediglich langjährige Szenekenner werden sich noch erinnert haben, an jenen Auftritt im Oktober 2010, bei dem ein damals 19jähriges Bürscherl bei seinem “echten Debüt” mit dem Einzug ins Viertelfinale beim Oktober-HTT-500-Turnier für reichlich Aufsehen sorgte. Dreieinhalb Jahre später bestätigte Melotte mit dem Titelgewinn beim 10. April-HTT-250-Turnier sein großes Können, das ihm Tour-Insider schon damals vorausgesagt hatten. Zwei Tage nach Melottes Premieren-Erfolg im Circuit, trumpfte dann auch noch ein gewisser Stan Posselt groß auf. Der 41jährige holte sich in drei Sätzen den Titel beim April-Future gegen Markus Reichhart, und stellte dabei einen neuen Tour-Rekord auf. Ein Bericht von C.L

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Marco Melotte beherrscht die Konkurrenz beim 10. April-HTT-250-Turnier nach Belieben

Einen – wie zugegeben derzeit recht formschwachen – Christoph Kramer in Runde 1 mit nur einem Game abgefertigt, einen wie zuletzt in Hochform agierenden Andreas Tolunay im Semifinale auch chancenlos zurückgelassen, und einen aktuellen Top-Ten-Spieler wie Alexander Scheller im Endspiel klar beherrscht, ja es war schon höchst eindrucksvoll, wie Tour-Newcomer Marco Melotte nach dreieinhalbjähriger Tour-Absenz bei der Kollegenschaft vorstellig wurde. Gerade einmal 76 Minuten benötigte der junge Niederösterreicher, um sich im Endspiel mit dem zuletzt auf HTT-250-Ebene so überlegenen Alexander Scheller die verdiente Krone für ein sensationelles Tour-Comeback aufzusetzen. Mit 64:45 errungenen Punkten im großen Finale, unterstrich der BMTC-Jungstar seine Ausnahmestellung am Wiener Turnier-Weekend nach Ostern, und holte beim 765. Single-Turnier der Geschichte seinen ersten HTT-Pokal und 250 Siegpunkte für das HTT-Entry-Ranking. “Ich bin super-glücklich. Der Gegner war sehr gut, und es war ziemlich schwer für mich. Ich wusste, dass es ein schwieriges Match wird, und er die Nummer 1 des Turniers ist. Ausschlaggebend war, dass ich heute vielleicht ein bißchen mehr Glück hatte”, zeigte sich Melotte höchst bescheiden.

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Alexander Scheller müht sich in sein 9. Karriere-Finale auf der HTT

Derweil endete für den topgesetzten Alexander Scheller nach drei Vorrunden-Siegen auf dem Weg in sein 9. Karriere-Finale im Duell mit Melotte der Traum vom ersten Saisonerfolg. Der 26jährige ließ zwar in den Tagen vor dem Endspiel einen leichten Formanstieg und Aufwärtstrend erkennen, die Selbstverständlichkeit die ihn aber beispielsweise im Spätsommer und Frühherbst letzten Jahres auszeichnete, die fehlt dem 4fachen Titelträger jedoch noch. Das zeigten auch seine Auftritte vor dem finalen Showdown, wo er im Viertelfinale gegen Stephan Böhm drei Sätze lang um den Aufstieg ringen musste, und im Semifinale gegen seinen Clubkollegen Robert Gravogl auch erst nach drei hart umkämpften Sätzen den Vortritt ins Endspiel hatte. Immerhin: Jener Alexander Scheller, der im Jahre 2007 bei der 4. Auflage des April-HTT-250-Turniers schon in Runde 1 an einem gewissen Thomas Grabensteiner scheiterte, ist ganz ohne Zweifel der erfolgreichste Spieler auf HTT-250er-Ebene in den letzten Monaten. Bei den 6 HTT-250-Auftritten seit seinem Comeback im Februar letzten Jahres, trug Scheller drei Mal den Titel davon, stand zusätzlich 2 Mal im Endspiel, und erreichte zumindest immer das Semifinale. Eine beachtliche Bilanz.

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Schellers HTT-250-Bilanzen seit seiner Rückkehr auf die Hobby-Tennis-Tour

1. Februar-HTT-250-Turnier 2013 Semifinale-Aus gegen Jürgen BUCHHAMMER
2. Juni-HTT-250-Turnier 2013 Titelgewinn gegen Christoph KRAMER
3. Juli-HTT-250-Turnier 2013 Titelgewinn gegen Christoph KRAMER
4. September-HTT-250-Turnier 2013 Finaleniederlage gegen Patrick JOKSCH
5. Oktober-HTT-250-Turnier 2013 Titelgewinn gegen Christoph KRAMER
6. April-HTT-250-Turnier 2014 Finalniederlage gegen Marco MELOTTE

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Marco Melotte als 224. Turniersieger der HTT-Geschichte seit 1990

Die weiteren wichtigen Fakten eines vom Regen beeinträchtigten vierten HTT-250-Saison-Events im UTC La Ville gefällig? Patric Weidinger bestritt sein 50. Karriere-Turnier, und war gegen den späteren Finalisten Alexander Scheller wieder einmal ohne Chance. Der frischgebackene April-Challenger-Gewinner Thomas Lenzinger ging in Runde 1 gegen Stephan Böhm glatt in zwei Sätzen k.o! Und Andreas Tolunay erreichte bei seinem 120. Karriere-Turnierstart immerhin das Semifinale. Großer Sieger war aber Marco Melotte, der als 224. Sieger den Sprung in die Geschichtsbücher der HTT schaffte, und sich als 15. neuer Champion im Jahr 2014 in die “Hall of fame” eintrug.

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Deutschlands Stan Posselt feiert als Nr. 479 einen Rekordsieg beim April-Future-Turnier

Beim gleichzeitig stattfindenden April-Future im UTC La Ville, sorgte ein deutscher Spieler für die großen Schlagzeilen. Stan Posselt, 41 Jahre alt, besiegte auf dem Weg zu seinem ersten HTT-Titel nacheinander Jungstar Benjamin Rehberger, Comeback-Star Markus Posteiner, nach dreieinhalb stündigem Marathon im Semifinale auch den Bulgaren Ivan Georgiev, ehe er im Endspiel gegen einen bis dahin äußerst souverän agierenden Markus Reichhart in drei Sätzen seinen Rekordsieg fixierte. Denn als Nr. 479 der HTT-Computer-Rangliste war noch nie in der 25jährigen Geschichte ein Spieler bei einem Turniersieg schlechter im Ranking klassiert als Posselt. Der 41jährige löste damit Jungstar Yannik Podesser ab, der erst im vergangenen Februar bei seinem Future-Triumph als Nr. 461 eine neue Bestmarke aufgestellt hatte. Zudem feierte Posselt den insgesamt 22. Turniersieg für Tennis-Deutschland auf der Hobby-Tennis-Tour. Der neue April-Future-Champ ist der insgesamt siebente Turniersieger unserer Lieblings-Nachbarn, und der insgesamt 35. internationale Spieler, der im Tour-Zirkus zu Titelehren gelangte. Mit dem dritten Saisonturniersieg für Deutschland nach Karsten Schütze und David Hühne, prolongierte Posselt auch die sensationelle Serie deutscher Siege in Endspielen gegen die rot-weiss-rote Konkurrenz. Posselt sorgte mit seinem 7:6, 2:6, 6:3 Sieg über Reichhart für den 19. Sieg Deutschlands im 33. finalen Nachbarschafts-Derby mit Österreich, und damit feierten die schwarz-rot-goldenen Tennis-Cracks nun bereits den neunten Endspielsieg in Serie.

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Die Top 5 aller Turniersieger mit dem schlechtesten Ranking

1. Stan POSSELT April-Future-Turnier 2014 Sieger als HTT-Nr. 479
2. Yannik PODESSER Februar-Future-Turnier 2014 Sieger als HTT-Nr. 461
3. Karsten SCHÜTZE Jänner-Challenger-Turnier 2014 Sieger als HTT-Nr. 443
4. Hannes PRIBITZER Mai-Challenger-Turnier 2013 Sieger als HTT-Nr. 439
5. Thomas PEYERL Oktober-Challenger-Turnier 2012 Sieger als HTT-Nr. 398