Vukicevic-Triumph beim Sandplatz-Opening 2014 im UTC La Ville

Der serbische Rasenkönig Vladimir Vukicevic kann auch außerhalb der Rasencourts von WAT Landstrasse gewinnen. Der 32jährige HTT-Wimbledon-Champion aus Sombor siegte nach seinen “winterlichen Ausrutschern” auf den Teppich-Courts des UTC La Ville ausgerechnet beim Sandplatz-Opening 2014 am Altmannsdorfer Ast, und holte sich bei der bereits 23. Auflage des April-HTT-500-Turniers seinen dritten HTT-Karriere-Sieg. Damit überstrahlte der Ranglisten-Vierte aus Serbien ein spannendes Saison-Auftaktturnier auf Sand, das mit vielen hochkarätigen Spielern einen ersten interessanten Schlagabtausch auf der roten Asche des UTC La Ville mit sich brachte. Ein Bericht vom 760. Single-Turnier der Geschichte von C.L

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Vukicevic spaziert in sein erstes HTT-Sandplatz-Finale gegen David Schützhofer

Mit Masterssieger Philipp Schneider hatte man allgemein am stärksten im Nachfolgespiel um den diesmal durch Abwesenheit glänzenden spanischen Vorjahressieger Ignacio Martin gerechnet, mit Vladimir Vukicevic stand am Ende von spannenden 6 Turniertagen aber ein würdiger erster Sandplatz-Champion der neuen Saison fest. Der 32jährige Rasenkönig der HTT spielte vier Runden lang solides Tennis, profitierte zudem auch von der nicht wirklich sonderlich schweren Auslosung, und setzte dann im entscheidenden finalen Auftritt zur großen Sandplatz-Gala an. Weder der über die Quali gekommene Erstrundengegner Dieter Wurmböck, noch Tour-Newcomer Robert Renner und auch nicht der italienische Tour-Debütant Alex Pablo Encinas Bartos waren dem an Nummer 3 gesetzten Serben gewachsen. Auch das achtelfinale Duell um die serbische Führungsrolle auf der HTT mit Filip Markovic blieb viel schuldig und stellte “Vladi” vor nicht wirklich allzu große Probleme, sodass sich der Weg von Vukicevic in sein 5. Karriere-Finale zum Spaziergang entwickelte. So hatte man zumindest für das große Finale des Sandplatz-Klassikers am Altmannsdorfer Ast die Hoffnung, auf eine spannende und attraktive Entscheidung. Zumal sich mit David Schützhofer ein junger Mann vor Vukicevic aufbaute, der in der Runden davor mit phantastischer Sandplatz-Performance aufhorchen ließ, und den besten Eindruck aller Spieler auf roter Asche in den Tagen vor dem Finale machte.

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April-HTT-500-Endspiel wird zur Demontage des David Schützhofer

Und dieser Weg in sein zweites Karriere-Finale war keineswegs ein leichter. Schützhofer hatte zunächst drei Sätze lang zu kämpfen, um BMTC-Star Clemens Beywinkler mit 4:6, 6:2, 6:3 aus dem Turnier zu werfen. Nur sieben abgegebene Games in den beiden folgenden Matches gegen absolut starke Konkurrenz wie Benedikt Schratt und Alexande Scheller – der übrigens schon 2007 hier im Viertelfinale stand und gegen Schützhofer sein 100. Karriere-Match bestritt – zeugen von der beeindruckenden Dominanz, die der 22jährige an den Tag legte. Gekrönt hatte Schützhofer seine berauschende Vorstellung beim April-HTT-500-Turnier aber im Semifinale, wo er den amtierenden Masterssieger Philipp Schneider mit 7:5 und 7:6 über die Klinge springen ließ. Den gesammelten Vorschusslorbeeren der vier großartig errrungen Siege konnte der Jungstar vom TC Wimpassing aber im Finale nicht gerecht werden. Zwar legte der Schneider-Bezwinger furios los, und ging mit einem raschen Break 2:0 in Führung, doch mit Fortdauer der Partie baute Schützhofer vor den Augen seiner Familie und Freunden zusehends ab. Am Ende wurde es eine 55minütige Demontage seiner Person und seines Spieles, das mit 42 unerzwungenen Fehlern bei nur 6 erzielten Winnern regelrecht auseinanderbrach. Vukicevic hingegen sorgte wenige Tage vor Ostern für den achten serbischen Turniersieg der Open Ära, womit er die Balkan-Republik in der ewigen Bestenliste aller siegreichen internationalen Nationen auf der HTT vorbei an Russland (7 Turniersiege) und hinter Deutschland (22 Titel) und Rumänien (11 Erfolge) auf Platz 3 führte.

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Patrick Wimmer sorgt mit Sieg über Franz Mayrhuber für die Top-Sensation der ersten Runde, und Hartplatz-Queen Ines Kreilinger stolpert just im 100. Match ihrer Karriere in eine bittere Auftakt-Niederlage

Was tat sich sonst noch beim Sandplatz-Auftakt im UTC La Ville? Patrick Joksch hat das Siegen verlernt. Der 21jährige vom TK Big Point Muckendorf kassierte in Runde 1 gegen Englands Tourstar Adam Goodsell ein 3:6, 3:6 und damit bereits die vierte Erstrundenniederlage in Folge. Seit seinem Titelgewinn beim Jänner-HTT-250-Turnier konnte Joksch kein einziges Match mehr für sich entscheiden. Philipp Mayer haderte ausgerechnet beim 50. Turnierstart seiner Laufbahn mit Lospech, und musste gleich in Runde 1 gegen Masterssieger Philipp Schneider ran, wobei der 4fache Titelträger aus Oberösterreich dabei gar keine so schlechte Figur machte. Vor genau zwei Jahren beim April-HTT-500-Turnier feierte Peter Baumann sein Debüt auf der Hobby-Tennis-Tour, beim 1:6, 0:6 gegen AZ-Star Benni Schratt schlitterte der Routinier vom TC Moosbrunn aber in seine fünfte Startpleite in Serie. Für eine echte Sensation sorgte derweil Patrick Wimmer. Der 33jährige Wiener bezwang völlig unerwartet den an Nummer 2 gereihten April-HTT-500-Champion von 2010 Franz Mayrhuber mit 7:5, 6:4, und verlängerte damit den aktuellen Negativlauf des ehemaligen Ranglisten-Ersten. Enttäuschend verlief auch der erste Auftritt der frischgebackenen März-Masters-Series-1000-Championesse Ines Kreilinger. Die Hartplatz-Queen stolperte über die langsame rote Asche, und setzte in Runde 1 gegen Sascha Platzer just ihr 100. Karriere-Match in den Altmannsdorfer Sand.

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Bernd Bittermann zeigt groß auf, und Italien hat einen neuen HTT-Star

Für Furore sorgten hingegen einige Namen, die bislang noch nicht so oft ins Rampenlicht der Hobby-Tennis-Tour drängten. So wie zum Beispiel Bernd Bittermann, der nach klaren Siegen über Challenger-Star Thomas Janzso und den englischen Serve & Volley Spezialisten Adam Goodsell problemlos ins Viertelfinale stürmte, wo er Masterssieger Philipp Schneider einen sehenswerten und aufopfernden Kampf unter Flutlicht lieferte, ehe er mit 4:6 im dritten und entscheidenden Satz den Kürzeren zog. Beim März-Masters-Series-1000-Turnier auf Hartplatz überraschste er mit dem Einzug ins Semifinale, und auch beim 23. April-HTT-500-Turnier auf der von ihm bevorzugten roten Asche, demonstrierte Hans Kunst einmal mehr sein vorzügliches Grundlinien-Tennis. Enttäuschend endete das Turnier für den 32jährigen Niederösterreicher aber trotzdem, denn das halbfinale 3:6, 0:6 gegen Italiens neuen HTT-Star Alex Pablo Encinas Bartos hatte Kunst so nicht erwartet.

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