Sahara-Staub und der 75. internationale Tourtitel beim April-HTT-150-Turnier

Zum Abschluss der insgesamt drei Veranstaltungen umfassenden Hartplatz-Serie im Tennispoint Südstadt stand am ersten April-Wochenende mit der 4. Auflage des April-HTT-150-Events das 20. Saisonturnier auf dem Programm. Mit jeder Menge Sahara-Staub in der Luft und gleich drei ehemaligen Major-Gewinnern durchlebten die vor Ort befindlichen HTT-Asse ein wetterbedingt höchst abwechslungsreiches und durchwachsenes Turnier. Nachdem die Sonne an den ersten beiden Turniertagen durch den Staub der größten Wüste der Welt versteckt blieb, setzte am Sonntag Nachmittag der große Regen ein, ehe beim Semifinale das große Frieren angesagt war. Endspiel gab es hingegen keines, weil der HTT-US-Open-Champion von 2012 Christoph Kramer mit starken Rückenschmerzen passen musste, und damit so seinem Clubkollegen David Hühne kampflos zu einem ganz besonderen Sieg verhalf. Ein Bericht von C.L

img_8356

img_9367

img_9268

David Hühne erbt kampflos den sechsten Turniersieg seiner Karriere, womit der 34jährige Singener mit Robin Douglas als erfolgreichster deutscher Tourspieler gleichzieht

Gleich beim Saisondebüt ließ es Deutschlands Nummer 3 David Hühne also ordentlich krachen. Nach einem Freilos zum Auftakt in Runde 1, ließ der an Nummer 4 gesetzte Singener drei Siege ohne Satzverlust über die Herren Martin Böö, Michael Schwärzli und Rene Degrinis folgen, und hatte im 13. Finale seiner Karriere gegen einen sich im Vorfeld weit unter Form präsentierenden Christoph Kramer alle Chancen, den sechsten Turniersieg seiner Laufbahn einzufahren. Am Ende musste sich der 34jährige Wahlwiener nicht einmal bewegen, um jenen Titel gutgeschrieben zu bekommen, der ihn auf eine Stufe mit der deutschen HTT-Legende Robin Douglas hievte, und ihn damit zum erfolgreichsten deutschen Hobby-Tennis-Tour-Spieler der Geschichte machte. So wie Robin Douglas hat Hühne nun 6 Turniersiege auf seinem Konto stehen, und schickt sich damit an, beim nächsten Triumph zum Germanen mit den allermeisten Titeln zu werden. Der kampflose Erfolg beim April-HTT-150-Turnier war somit lediglich der 75. Turniersieg eines internationalen Spielers der Open Ära seit 1990 und ein Sieg, der dem 34jährigen womöglich ein bißchen Motivation mit auf dem Weg in die neue Saison gibt.

img_9248

img_9299

img_8436

Treffen ehemaliger Grand-Slam-Champions und die abermalige Talentprobe von Dominic Böhm

Ansonsten war das 20. Saisonturnier nicht der ganz große Renner. Der ehemalige Ranglisten-Zweite Christoph Kramer war sieglos in die Südstadt angereist, und als Nummer 1 gesetzt immerhin mit drei Erfolgen in sein 23. Karriere-Finale vorgestoßen. Im Achtelfinale feierte der 31jährige aus Leopoldsdorf zudem gegen Andreas Motycka im 545. Spiel seinen 285. Sieg. Für den an Nummer 2 gereihten Peter Baumann setzte es gegen den comebackenden US-Open-Champion von 2008 Robert Libal mit 6:7, 1:6 die vierte Auftaktpleite in Folge, Michael Kunz beendete mit einem Achtelfinalsieg über Future-Tour-Final-Champion Martin Haslinger zwar seine “Unserie” auf den Hartplätzen der Südstadt, musste aber bereits im Viertelfinale gegen Sascha Platzer die Segel streichen, und auch für Lokal-Hero Markus Hobiger kam beim 215. Turnierstart bereits im Viertelfinale das Aus. Eine Talentprobe legte derweil Dominic Böhm ab. Der erst 13jährige Niederösterreicher schlug bei seinem Outdoor- und Hartplatz-Debüt den deutschen Future-Tour-Star Leo Claudius Bieling mit 6:1, 6:4, und hielt sich auch im achtelfinalen Duell mit Routinier Markus Hobiger mehr als beachtlich. Ganz stark präsentierte sich dieser Tage auch WTC-Star Rene Degrinis, der sich mit Serve & Volley unter die letzten Vier des 20. Saisonturniers katapultierte. Ja und dann war da auch noch das mit Spannung erwartete Comeback von Ex-US-Open-Sieger Robert Libal. Im September 2008 holte er im Rookie-Endspiel gegen Andreas Fegerl den Grand-Slam-Titel auf Hartplatz, und damit einen seiner insgesamt vier Karriere-Siege, ehe er im Juli 2010 nach dem Endspiel des Juli-HTT-500-Turniers gegen Alexander Geisler von der Bildfläche verschwand. Mit dem Einzug ins Viertelfinale beim Comeback, zeigte sich Libal trotz Dreisatz-Aus gegen Rene Degrinis am Ende gar nicht unzufrieden. “Ich muss noch viel trainieren”, konstatierte der ehemalige HTT-US-Open-Champion.

img_8835

img_8700

img_8338

img_9132