April-Masters-Series-1000-Turnier als Vereinsmeisterschaft des Union Buchkirchen

Gerade einmal 155 Kilometer Luftlinie sind es, die Wien und Linz geographisch auseinander liegen, und doch trennten die beiden Städte am gestrigen Samstag wettertechnische Welten. Nach dem großen Regen war bei den HTT-Turnieren in der Bundeshauptstadt längeres Warten und am Ende eine Übersiedlung ins UTC La Ville angesagt, ehe mit einem Notprogramm ab 15 Uhr ein mögliches Terminchaos vermieden werden konnte. Tja und während bei den beiden HTT-Events in Wien die Geduld der Spieler gefragt war, badeten die neuen oberösterreichischen HTT-Stars beim Comeback-Turnier im Linzer Tennisclub des ÖTB TV Babolat Urfahr erneut in einem Meer an Sonnenschein. Es war fast schon kitschig, dass die “wechselhaftes Wetter” ansagende Prognose erneut nicht eintrat, und Austerhuber & Co am Fuße des Pöstlingsbergs abermals einen traumhaften Tennistag verleben konnten. Die Veranstalter rund um Clubpräsident und Vorstandsboss Peter Nader, sowie Turnierdirektor Christian Stelzer konnten ihr Glück kaum fassen, und so waren alle Verantwortlichen des Gastgebervereins am Samstag Abend nach einem abgewickelten Monsterprogramm mit 25 Spielen rundum zufrieden. Sportlich betrachet lief freilich nicht alles rund für den Heimverein, der am großen Finaltag – Sonntag ab 11 Uhr – nur mehr mit Thomas Fuchshuber auf Challenger-Ebene die Chance auf einen Heimsieg hat. Ein Bericht von C.L

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Eine 4000 Seelen Gemeinde nahe Wels kann zur großen Siegesparty rüsten

Zu Beginn einmal ein paar statistische Fakten zum zweiten Spieltag des HTT-Turnier-Triplepacks in Linz gefällig? Zur Abwicklung eines reibungslosen Turnierverlaufs im sonnigen Linz und zur gleichzeitigen Koordination des verregneten Turnier-Doppelpacks in Wien, benötigte der Hobby-Tennis-Tour-Veranstalter exakt 86 Telefonate und 208 SMS. Sportlich steht uns in Linz am heutigen Sonntag bereits der große Finaltag ins Haus, und vorab ist auch schon ein Blick auf das Abschneiden der teilnehmenden oberösterreichischen Vereine gestattet. Denn während die mit großen Erwartungen ins Heimturnier gestarteten Cracks von ÖTB TV Babolat Urfahr am zweiten Spieltag floppten, und die Titelerwartungen der Lokal-Heros massiv zurückgeschraubt werden mussten, könnten die Tennisstars einer knapp 4.000 Einwohner zählenden Marktgemeinde im Hausruckviertel zu den ganz großen Abräumern werden. Buchkirchen bei Wels kann sich für eine große Siegesparty rüsten, denn mit 4 von 12 Halbfinalplätzen haben die Herren Austerhuber & Co das größte Kontingent an aussichtsreichen Titel-Aspiranten im Kampf um die drei ausstehenden HTT-Titel im Rennen. Auch ÖTB Urfahr Lokalrivale UTC Linz hat mit Thomas Schinagl im 250er-Turnier und dem bislang ganz souverän auftretenden Kevin Richter beim April-Masters-Series-1000-Turnier noch zwei Titel-Chancen, und auch die beiden aus Niederösterreich angereisten HTT-Asse Patrick Joksch vom TK Big Point Muckendorf und Markus Hobiger von den Senior Devils aus der Südstadt dürfen am Schlusstag noch von einem Auswärtssieg in der Stahlstadt träumen.

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Kann Kevin Richter vom UTC Linz die “Buchkirchner Festspiele” noch stören?

Zu einer beeindruckenden Darbietung der Stars aus Buchkirchen ist es an diesem Wochenende beim dritten Masters-Series-1000-Turnier des Jahres in Linz gekommen. Das 23. Saisonturnier entwickelte sich zu einer sensationellen Machtdemonstration der Buchkirchner, die angeführt von Günter Austerhuber ganz stark willens scheinen, den 1000er-Titel aus Linz in Richtung Wels zu entführen. Die Buchkirchner “Tennis-Party” könnte nur mehr der an Nr. 2 gereihte Kevin Richter stören, der sich als einsamer aber bärenstarker Solokämpfer in die Festspiele des Union Buchkirchen mischen, und dem konkurrierenden Trio in die Suppe spucken könnte. Der 28jährige vom UTC Linz hinterließ bislang den vielleicht stärksten Eindruck, und das nicht nur statistisch betrachtet. Richter ist bislang noch ohne Game-Verlust, und frühstückte am gestrigen Samstag auch Lokalmatador Christian Stelzer am Centercourt des ÖTB Urfahr ab. Im Halbfinale trifft der Stelzer-Bezwinger nun auf Markus Sikora, der nach seinem Achtelfinalerfolg über Jänner-HTT-250-Champion Patrick Joksch auch seinen Clubkollegen Fabian Scheid im Viertelfinale glatt in zwei Sätzen eliminieren konnte. “Das Match gegen den Fabian war auf jeden Fall verbesserungswürdig, weil mir mein Gegner leider überhaupt keinen Rhythmus gegeben hat. Somit war es sehr schwierig, selbst gut zu spielen. Am Ende habe ich es aber doch noch relativ gut über die Bühne gebracht, und jetzt freue ich mich schon auf morgen”, so der erst 17jährige. “Ich kenne den Kevin Richter nicht, aber er hat gerade am Nebenplatz gespielt, und da habe ich ihn ein wenig beobachten können. Er spielt sehr schnell und druckvoll. Ich erwarte mir in jedem Fall eine gute Partie, aber ich werde mich gewaltig steigern müssen, um da eine echte Chance zu haben”, erklärte Sikora. In jedem Fall erhofft sich der Jungstar von Union Buchkirchen aber einen Titelgewinn für seinen Verein. “Das wäre jetzt schon enttäuschend, wenn nicht zumindest einer von uns den Sieg holen würde”. Die aussichtsreichste Aktie aus Sicht der Buchkirchner ist wohl der topgereihte Günter Austerhuber, der bislang im Turnierverlauf völlig ungefordert ins Semi spazierte, und dort auf seinen Clubkollegen Florian Brunner wartet. Ebenfalls erst 17jährig, kämpfte “Flo” im Viertelfinale die letzte heimische Titelhoffnung des ÖTB Urfahr in drei Sätzen nieder, und verabschiedete den an Nummer 4 gesetzten Björn Eichinger mit 2:6, 6:4 und 6:0. Was tat sich sonst noch beim dritten Masters-1000-Turnier der heurigen Saison? Auf Thomas Höller war man noch gespannt, Tourinsidern bekannt aus dem Sommer 2011, wo er beim Juli-HTT-500-Turnier in Linz-Auhof den Titel erringen konnte. Am gestrigen Tag freilich hatte der Jungpapa weniger Glück. Zunächst überknöchelte der 29jährige am Centercourt, ehe er im dritten Satz gegen Fabian Scheid beim Stand von 0:3 aufgeben musste. Eine Woche vor Meisterschaftsbeginn also eine echte Hiobsbotschaft.

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Teenie-Star Lukas Obermüller steht beim Tour-Debüt im Challenger-Finale

Ein ganz interessantes und buntes, vorallem aber auch – zumindest aus Sicht der Hobby-Tennis-Tour – perfekt zusammengewürfeltes Semifinale hat der April-Challenger-Bewerb in Linz zu bieten. Da wäre einmal mit dem erst 14jährigen Lukas Obermüller der Jungstar des Turniers, der auch am zweiten Spieltag wieder eine ganz feine Talentprobe ablegte, und sich in den Blickpunkt diverser Scouts der Linzer Tennisclubs spielte. Dann ist da natürlich mit Thomas Fuchshuber die letzte Titelhoffnung des Gastgebervereins, und mit Daniela Dostal aus Freistadt hält auch noch eine junge Dame die Fahnen der Ladies-Welt hoch. Und das illustre Semifinalfeld rundet dann noch Tour-Legende Markus Hobiger ab, der just im 220. Turnier seiner Karriere endlich seinen zweiten Titel feiern könnte. Machen wir einen kurzen Blick auf den Weg der vier Titel-Kandidaten in diese mit Spannung erwartete Vorschluss-Runde. Teenie-Star Lukas Obermüller lieferte am gestrigen zweiten Spieltag wieder eine äußerst reife und damit auch gelungene Vorstellung ab. Zunächst schoss der 14jährige den spanischen Lokalmatador Carlos Barros Manrique aus dem Turnier, und zeigte beim 6:0 ,6:1 kein Erbarmen mit “Senor Carlos”. Zu einer wahren Geduldsprobe artete dann der viertelfinale Schlagabtausch mit dem topgesetzten Franz Xaver Faschinger aus. Beide Spieler versuchten von der Grundlinie aus mit sicherer Topspin-Kunst zum Erfolg zu kommen, und den längeren Atem hatte am Ende Obermüller, der sich damit gleich bei seinem Tour-Debüt über einen Platz im Semifinale freuen durfte. “Ich freue mich sehr, dass ich ins Halbfinale eingezogen bin. Natürlich ist das etwas überraschend gegen die Nummer 1 des Turniers gelungen, aber ich habe meine Chancen genützt, und ich bin wieder ruhig geblieben, und darauf bin ich sehr stolz”, so der 14jährige, dessen Erwartungen nun natürlich deutlich gestiegen sind. “Ich erwarte mir vielleicht sogar einen Turniersieg, und ich gehe voller Motivation in den Finaltag”, äußerte sich der Jungstar bei seiner ersten Pressekonferenz genauso geschickt wie zuvor auf dem Platz.

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Lokalmatador Thomas Fuchshuber als letzte Titelhoffnung des Gastgebervereins, und Markus Hobiger will beim 220. Turnierstart endlich seinen zweiten Karriere-Titel feiern

Im Semifinale bekommt es der Junior-Star nun mit Thomas Fuchshuber zu tun, der sich völlig unerwartet am Finaltag als letzte Hoffnung des Gastgebervereins anstrengen wird müssen, um die Kohlen für den ÖTB Urfahr doch noch aus dem Feuer zu holen. Seinen Viertelfinal-Auftritt meisterte der 34jährige souverän, immerhin gab “Fuchsi” gegen eine höchst ambitioniert kämpfende Manuela Reichert nur drei Games ab. Für einen siegreichen Doppelpack mit überraschendem Ende sorgte auch die letzte am Finaltag noch verbliebene Dame im Feld. Daniela Dostal vom Freistädter Freizeitclub hatte im Achtelfinale einen Marathon gegen Nina Pyringer für sich entschieden, die übrigens im dritten Satz mit Verdacht auf Muskelfaserriss abtreten musste. Überraschend für Insider der Linzer Tennisszene kam dann der 7:6, 6:4 Erfolg Dostals über die an Nummer 2 gereihte Carina Essenhofer. Komplettiert wird das Semifinale beim April-Challenger Oberösterreich schließlich noch von Tour-Evergreen Markus Hobiger, der allerdings im Achtelfinale bereits mit einem Bein im Aus stand. Gegen Bernd Kemptner entwickelte sich ein typisches Hobiger-Match. Langatmig, intensiv, nicht immer die leicht verdauliche Tenniskost für Gegner und Zuschauer. 3:6, 2:4 lag Hobiger zurück, als ihm vermutlich einfiel, dass er gerade seine letzte Chance auf eine aktive Teilnahme am Finaltag verspielte! So kämpfte sich der 37jährige Guntramsdorfer zurück in die Partie und am Ende mit 3:6, 6:4 6:2 ins Viertelfinale, wo er sich in zwei Sätzen gegen Jasmin Hauser durchsetzte, und damit auch massiv seine Abendgestaltung beeinflusste. Denn statt “Halli Galli & Remmi Demmi” wie vor drei Jahren bei seinem letzten Linz-Auftritt, zog sich Hobiger gegen 22 Uhr nach zwei Gläschen Cola-Bacardi schön brav und artig in sein Zimmer zurück.

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Patrick Joksch hofft im Kampf gegen OÖ-Stars auf seinen zweiten Saisontitel

Einen kurzen Blick machen wir auch noch zum 250er-Turnier in Linz, wo sich die vier laut ITN-Wertung topgesetzten Spieler für die Vorschluss-Runde qualifizieren konnten. Der topgereihte Thomas Schinagl hatte auf seinem Weg ins Semifinale bisher nur Kurzarbeit zu verrichten. Der 38jährige profitierte nach einem Freilos in Runde 1 vom Verletzungspech von Nina Pyringer, und stieg kampflos ins Viertelfinale auf, wo er Arno Jandl mit 6:1, 6:2 ausschalten konnte. Ohne Satzverlust hat auch Alfons Lang das Halbfinale des Linzer HTT-250-Turniers erreicht. Der 49jährige vom ÖTB Traun knackte nacheinander Jungstar Lukas Obermüller und seinen Clubkollegen Reinhold Kronberger, und stellt sich nun auf einen heißen Fight gegen Thomas Schinagl im Semifinale an. “Ich habe bislang drei Mal gegen ihn gespielt. Wenn ich unattraktiv agiert habe, reichte es zwei Mal zum Sieg, Schön spielen, führt gegen ihn immer zur Niederlage”, so der Routinier aus Traun. Festspiele des Union Buchkirchen gibt es wie bereits berichtet im 1000er-Turnier, aber einen der Ihren haben sie auch ins 250er-Semi gebracht. Alexander Floimair schlich sich quasi im Schatten seiner Kollegen durch den Super-Samstag, und jagte die Konkurrenz mit Christian Hamberger und Thomas Kellermayr ohne Satzverlust aus dem Feld. Im Kampf um den Finaleinzug wartet nun Jänner-HTT-Champion Patrick Joksch. Der Niederösterreicher wahrte in einem Kraftakt die angestrebte Titelchance, und kämpfte nach einem Kantersieg über Thomas Fuchshuber auch Christopher Brunner aus Buchkirchen mit 6:3 und 6:4 nieder.

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