Markus Hobiger sorgt im 350. Karriere-Match für großen Ärger

Der zweite Spieltag beim 7. März-Challenger-Turnier 2014 im Tennispoint Südstadt ging noch einmal bei prächtigen Frühlings-Bedingungen in Szene, und war von zwei Ereignissen geprägt. Da war zunächst einmal der Jubiläums-Auftritt von Lokalmatador Markus Hobiger, der sich gegen Future-Tour-Star Clemens Nani zu seinem 350. Karriere-Match beglückwünschen lassen durfte, ehe er mit einer “verschleppten” Partie den engen Spielplan des Samstag Nachmittags beim 18. Saisonturnier zum kippen brachte, und sich so den Ärger des Veranstalters zuzog. Und dann war da noch die Ansammlung knapper Erstrunden-Matches, die das Tagesprogramm am Centercourt des Tennispoint Südstadt komplett durcheinander wirbelten. Die Partie zwischen Gerald Marhold und Martin Haslinger musste nach zwei Sätzen unterbrochen werden, die bereits am Vortag beim Stand von 1:1 in Sätzen abgebrochene Erstrunden-Begegnung zwischen Ivan Georgiev und Patrick Weisz konnte nicht fortgeführt werden, und der erste Auftritt des an Nummer 3 gesetzten Thomas Peyerl fiel überhaupt aus. Und das alles bei einer vorhergesagten Wetter-Prognose, die nichts Gutes für die kommenden Tage versprach. Ein Bericht von C.L

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Markus Hobiger zieht sich nach unnötigem Marathon gegen Clemens Nani den Zorn des Tour-Veranstalters zu

Immer öfter erregt Markus Hobiger bei seinen HTT-Auftritten den Unmut seiner Kollegen! Sie beschweren sich darüber, dass der 37jährige Guntramsdorfer “Matches verschleppt”, überlange Pausen bei den diversen Seitenwechseln in Anspruch nimmt, und auch zwischen den einzelnen Ballwechseln im Zeitlupentempo agiert. Am Samstag Nachmittag lieferte der März-HTT-150-Sieger von 2008 den nächsten unsäglichen Marathon ab, und zog sich damit auch erstmals den Ärger des Turnierleiters vor Ort zu. Eine Stunde und 45 Minuten benötigte die Nr. 37 der HTT-Computer-Rangliste, um den mit einer ITN jenseits der 8,0 gestarteten Future-Tour-Spieler Clemens Nani aus dem Aufstiegsrennen ins Viertelfinale zu nehmen. Nun, um gleich vorweg einmal aufkommende Diskussionen zu vermeiden, vonwegen der Tour-Veranstalter wolle nur schnelle Matches sehen, um seinen Turnierplan durchboxen zu können, sei an dieser Stelle erwähnt, dass enge Dreisatz-Matches zwischen zwei ebenbürtigen Spielern zu Turnieren gehören wie das Salz in der Suppe, und Veranstaltungen dementsprechend aufwerten. Ärgerlich wird es dann, wenn sich zwei Spieler unterschiedlicher Spielstärke matchen, und der vermeintlich bessere Akteur, aus blanker Dummheit und Unvermögen aus einem zu erwartenden Zweisatz-Sieg einen komplett unnötigen Marathon konstruiert. Und genau für so einen Fauxpas sorgte am Samstag Nachmittag erwähnter Markus Hobiger. Bei aller Wertschätzung für den erst 13jährigen Clemens Nani, der sich prächtig verkaufte, und dem ohne Zweifel die Zukunft gehört, aber für das zustande gekommene Ergebnis war ganz alleine sein Gegner verantwortlich. In 25 Minuten hatte Hobiger den ersten Satz mit 6:1 gewonnen, und wenn der entscheidende dritte Heat eine Viertelstunde gedauert hat, dann war das noch “freundlich” geschätzt. Insgesamt also hatte Hobiger die nötigen zwei Sätze in 40 Minuten ins Trockene gebracht, und trotzdem fast eine zusätzliche Stunde lang den Centercourt “blockiert”. Weil er sich im zweiten Satz höchst schwächlich präsentierte, und mental eine komplett unwürdige Darbietung ablieferte. Den ersten Satz in 25 Minuten mit 6:1 gewonnen, muss dir als Spieler erst einmal einfallen, dass du dich im ersten Game des zweiten Satzes wegen “einem” Ball völlig aus dem Konzept bringen läßt. Ein Windhauch war aus Sicht des 37jährigen schuld, dass einer seiner Bälle ins Out segelte, worauf Hobiger lautstark beim Veranstalter monierte, dass man bei diesen Verhältnissen nicht im Freien Tennis spielen könnte. Wohlgemerkt bei strahlendem Sonnenschein, 23 Grad im Schatten und thermischen Verhältnissen, die man in der Südstadt getrost in die Kategorie “Windstille” einordnen kann. In der Folge des zweiten Satzes lieferte Hobiger ein Bild des Jammers ab, das mit 2:6 auch dementsprechend abgestraft wurde.

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Markus Hobiger mit seinem 350. Karriere-Single auf Platz 4 in der Ewigen-Bestenliste

Nichtsdestotrotz lieferte Hobiger am Samstag Nachmittag aber auch wieder einmal ein bemerkenswertes statistisches Karriere-Highlight ab. Das achtelfinale Duell mit Clemens Nani war Hobigers 350. Karriere-Match, womit sich der 37jährige in der Ewigen-Bestenliste als einer von insgesamt nur 6 Spielern mit mehr als 300 bestrittenen Single-Matches behaupten kann. Mit dem im Viertelfinale hinzugezählten 351. Spiel seiner Laufbahn, rangiert der 37jährige aus Guntramsdorf im 6 Spieler umfassenden “300er-Club” an vierter Stelle und damit noch vor Werner Kovarik und David Hühne. Für die Führung in dieser HTT-Statistik langt es aber noch lange nicht, liegt vor dem vielspielenden Niederösterreicher doch ein weit enteiltes Trio, das mit mehr als 500 Single-Einsätzen überlegen die Liste aller Spieler mit den meisten Einzel-Matches in der Open Ära seit 1990 anführt.

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Alle Spieler mit mehr als 300 Single-Matches

1. Claus LIPPERT 594 Karriere-Single-Matches
2. Martin KOVA 587 Karriere-Single-Matches
3. Christoph KRAMER 544 Karriere-Single-Matches
4. Markus HOBIGER 351 Karriere-Single-Matches
5. Werner KOVARIK 329 Karriere-Single-Matches
6. David HÜHNE 323 Karriere-Single-Matches

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Polnisches Doppel-K.o. für Wojtek Nowicki und Tomas Bak in Runde 1 des März-Challenger-Turniers 2014

Was tat sich sonst noch am zweiten Spieltag beim 7. März-Challenger-Turnier 2014 in Maria Enzersdorf! Thomas Pratsch und Sascha Kobsik sorgten mit Zweisatz-Erfolgen über Wojtek Nowicki und Tomas Bak für ein polnisches Doppel-K.o. in Runde 1. Pratsch, der im Vorjahr erst im Semifinale an Philipp Scheider scheiterte, gestaltete sein 185. Karriere-Spiel gegen Tour-Neuling Wojtek Nowicki mit 6:3, 6:4 erfolgreich, und der 3fache Challenger-Champion Sascha Kobsik feierte im 110. Match seiner HTT-Laufbahn einen souveränen 6:0, 6:1 Kantersieg über seinen neuen Vereinskollegen beim TC Donaufeld Thomas Bak. Ohne zu glänzen warf derweil Comeback-Star Norbert Heuberger gleich in Runde 1 den abermals eher schwächlich agierenden Titelverteidiger aus dem Rennen. Clemens Wimmer, der 2012 hier im Finale stand, und sich 2013 den Titel in einem wahren Marathonfinale gegen Philipp Scheider holte, musste mit einem 4:6, 4:6 auch die Hoffnungen frühzeitigst begraben, sich mit Challenger-Titel Nr. 7 endlich zum “alleinigen” erfolgreichsten Spieler der Challenger-Geschichte zu küren. Obendrein ließ der 32jährige Blondschopf die Gelegenheit aus, sich mit seinem insgesamt 7. Titelgewinn in jenen elitären Kreis an Turniersiegern einzureihen, die in ihrer Karriere auf allen vier Bodenbelägen triumphieren konnten. Ungefährdet und in jeweils zwei glatten Sätzen stiegen auch noch Markus Reichhart gegen Vorjahres-Viertelfinalist Miroslav Jelic, und Alexej Arnautovic gegen David Klapil ins Achtelfinale auf. In drei Sätzen setzte es hingegen das Aus für Blagoje Dogandzic. Der Serbe verlor in seinem 145. Karriere-Match gegen Claus Brüstl mit 3:6, 6:2, 4:6, und musste damit so wie im Vorjahr bereits in Runde 1 die Segel streichen.

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