Michael Schwärzli stürmt nach Galavorstellung in sein erstes HTT-Karriere-Finale

Terra-Rossa-Star Andreas Tolunay hat im vierten Anlauf erstmals das Endspiel beim Februar-HTT-150-Turnier erreicht. Der 21jährige profitierte am Montag Abend im Semifinal-Schlager gegen Stattmann-Bezwinger Sascha Platzer von der verletzungsbedingten Aufgabe seines Gegners, und zog nach nur 55 gespielten Minuten mit 6:4, 2:1, w.o. in sein insgesamt 7. Karriere-Finale ein. Dort trifft der an Nummer 1 gesetzte Wiener auf einen im Halbfinale entfesselt spielenden Michael Schwärzli, der sein Vorschluss-Runden-Duell mit Markus Eichleter eindrucksvoll dominierte, und in 53 Minuten einen klaren 6:3, 6:0 Erfolg landen konnte, und damit obendrein erstmals ein Finale auf der Hobby-Tennis-Tour erreichte. Das Endspiel des 12. Saisonturniers zwischen Tolunay und Schwärzli (hobbytennistour.at überträgt ab 21:15 Uhr LIVE aus dem UTC La Ville) wird damit zur Neuauflage des letztjährigen Zweitrunden-Duells im “Wimbledon der HTT”, als Tolunay ganz klar mit 6:2 und 6:3 die Oberhand behielt. Ein Bericht von C.L

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Michael Schwärzli deklassiert fehlerhaften Markus Eichleter und darf sich neben dem ersten Finaleinzug seiner Karriere auch über die gelungene Revanche für das vorjährige Erstrunden-Aus beim März-Masters-Series-1000-Turnier freuen

Michael Schwärzli ist am Montag Abend ganz souverän ins Endspiel des 7. Februar-HTT-150-Turniers eingezogen. Der 18jährige vom Alt Erlaaer TC, der im Verlauf des Turniers noch ohne Satzverlust ist, setzte sich im mit Spannung erwarteten Linkshänder-Duell gegen Neo-Donaufelder Markus Eichleter glatt mit 6:3, 6:0 durch, und übte damit gleichzeitig grimmige Revanche für die im Vorjahr erlittene Erstrunden-Niederlage beim März-Masters-Series-1000-Turnier im UTC La Ville. Dabei startete der Sterzl-Bezwinger überaus nervös in sein drittes Karriere-Semifinale. Sein erstes Aufschlagspiel eröffnete Schwärzli gleich mit einem Doppelfehler, und mit einem zweiten “Doppler” offerierte der 18jährige seinem Gegenüber die frühe Möglichkeit, per Break mit 2:0 in Führung zu gehen. Der Jungstar vom Alt Erlaaer TC rettete sich zwar aus dieser ersten heiklen Situation, wenig später war es aber doch so weit, kassierte Schwärzli das erste Break in diesem Linkshänder-Treffen zum 1:3. Eichleter wirkte in dieser Anfangsphase routinierter, abgeklärter und ruhiger, und absolut niemand konnte zu diesem Zeitpunkt erahnen, dass es mit Eichleters durchgebrachtem Service zum 2:1 auch schon vorüber war, mit der Herrlichkeit beim Aufschlag des Kärntners. 6 Mal sollte der an Nummer 3 gesetzte Wahlwiener noch zum Aufschlag kommen, und kein einziges seiner Service-Games durchbringen. Im Gegenteil: Der 39jährige Arnoldsteiner wirkte in der Folge nicht nur beim Aufschlag “taub”, auch von der Grundlinie stolperte die Nummer 27 der HTT-Computer-Rangliste in eine recht unansehnliche Fehlerorgie. Mit einer “Super-Rückhand” und einem lauten “Come on” fixierte hingegen Schwärzli nach 33 Minuten und drei geschafften Breaks den ersten Satz mit 6:3, ehe Durchgang 2 zum totalen Debakel aus Eichleters Sicht verkam. In nur 20 Minuten rasselte der Arnoldsteiner im zweiten Satz in ein 0:6-Desaster und ganz deutlich vorbei am anvisierten 5. Finale seiner Karriere. “Einfach unfähig”, unkte Eichleter. “Vielleicht habe ich zu brutal gespielt und zu viel erwartet. Aufgegangen ist gar nichts von dem was ich mir vorgenommen hatte”, zeigte sich der 39jährige Kärntner enttäuscht. Derweil äußerte sich der Sieger höchst zufrieden: “Ich habe sehr gut gespielt. Mit dem Break zum 4:3 ist mir der Umschwung gelungen, danach war Eichleter irgendwie gebrochen. Er hat dann sehr viele Fehler gemacht”, so der 18jährige. Und angesprochen auf sein erstes Finale meinte der siegreiche Jungstar. “Mein erstes Finale auf der HTT wird ganz sicher eine neue Erfahrung für mich. Aber ich muss mich derzeit mit meinem Tennis nicht verstecken”.

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Sascha Platzer kann Break zum 4:3 im ersten Satz nicht nützen, und muss schließlich bei 4:6, 1:2 wegen einer erlittenen Bauchmuskelverletzung aufgeben

Endspielgegner von Michael Schwärzli ist der topgesetzte Andreas Tolunay, der im zweiten Semifinale des 7. Februar-HTT-150-Turniers gegen Sascha Platzer anzutreten hatte, und am Ende nach exakt 55 Minuten von der verletzungsbedingten Aufgabe seines Gegners profitierte. Im zweiten Satz beim Stand von 2:1 für Tolunay war es, als Platzer bei eigenem Aufschlag in Richtung Netz sprintete, und plötzlich einen Stich im rechten unteren Bauchbereich verspürte. So blieb dem Stattmann-Bezwinger nichts anderes übrig, als schweren Herzens sein erstes Tour-Semifinale aufzugeben. “Ich hoffe es wird nicht zu lange dauern, aber ein befreundeter Physiotherapeut hat mir gerade am Telefon eine zwei- bis dreiwöchige Ruhepause empfohlen”, erzählte Platzer nach dem Spiel. In den dreizehn gespielten Games davor, wirkte der 40jährige aber auch nicht so spielfreudig und stark wie in vielen seiner Matches in den vergangenen Wochen. Der TC Blau Weiss Star spielte zwar höchst konzentriert, er agierte mit viel Slice auf der Rückhand, setzte immer wieder seine druckvolle und schnelle Vorhand ein, und er versuchte ab und an den Überraschungseffekt am Netz, um Tolunay aus dem Rhythmus zu bringen. Als er dann im “berühmt berüchtigten” siebenten Game des ersten Satzes das erste Break dieses Matches realisierte, schien der Routiner auf dem richtigen Weg in Richtung Satzführung. Allerdings floppte Platzer gleich darauf beim Versuch, das gelungene Break zu bestätigen. Das eigene Service-Game wollte der 40jährige äußert offensiv angelegt am Netz für sich entscheiden. Eigentlich kein schlechter Plan, nur die Ausführung war gelinde gesagt grottenschlecht. Drei ganz leichte Volleyfehler in teils aussichtsreicher Position, dazu ein grandioser und perfekt gesetzter Passierball Tolunays, und schon hatte Platzer das aus seiner Sicht doch recht ärgerliche und vorallem unnötige Re-Break kassiert. Und irgendwie hatte der Stattmann-Bezwinger in seinem ersten HTT-Semifinale plötzlich auch den Faden und Spielfluss verloren. Vier Games in Serie musste er seinem Gegner überlassen, der mit einem zweiten Break den Satzgewinn klar machte, und auch zu Beginn von Durchgang 2 die “pace” vorlegte, ehe Platzer das Missgeschick seiner Verletzung passierte.

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Die Stimmen zum Semifinalschlager “Tolunay vs. Platzer”

“Das ist meine erste Sportverletzung. Sowas ist mir noch nie passiert. Ich hoffe das die Verletzungspause nicht allzu lange dauern wird. Zum Match muss ich sagen, dass es verdammt hart war, gegen Tolunay zu spielen. Er agiert von der Grundlinie aus sehr geschickt, und er ist wirklich unangenehm zu spielen. Und wenn du nicht vorbereitet bist bei deinen Netzangriffen, dann bist du bei ihm schnell auf der Reise”, analysierte Platzer. “Ich bin mit meiner kämpferischen Leistung sehr zufrieden, spielerisch war es mehr als bescheiden. Ich bin aber heute auch überhaupt nie ins Spiel gekommen. Ich hatte Probleme meinen Rhythmus zu finden, weil der Sascha viel mit dem Slice auf der Rückhand und dann wieder mit seiner schnell gespielten Vorhand gearbeitet hat. Allerdings wollte ich diesen Sieg unbedingt, ich glaube das konnte man sehen”, betonte Tolunay in der abschließenden Pressekonferenz.