Tour-Newcomer Martin Mayer nach Februar-Masters-Series-Erfolg als Mann der Stunde

Tour-Newcomer Martin Mayer ist der Mann der Stunde der noch relativ jungen Tennissaison. Der 32jährige, vor wenigen Wochen bereits Sieger des Saison-Auftakts beim Jänner-HTT-500-Turnier, schockte am Dienstag Abend im Endspiel des 6. Februar-Masters-Series-1000-Turniers auch den Ranglisten-Ersten Peter Klager, und beendete mit einem 6:4, 6:4 Erfolg die Hoffnungen des topgesetzten Wieners auf eine erfolgreiche Titelverteidigung. Mayer unterstrich mit seinem bereits 10. ohne Satzverlust errungenen Saison-Einzelsieg in Serie seine aktuelle Frühform, und kürte sich am Centercourt des UTC La Ville zum ersten Zweifachsieger des neuen Jahres. Mit 1000 Ranglistenpunkten für den Sieg beim ersten Masters-Series-Event des Jahres 2014, machte der Topstar vom TK Big Point Muckendorf auch “rankingtechnisch” einen gewaltigen Schritt nach vorne. Mit seinem zweiten Karriere-Titel katapultierte sich der 32jährige gleich 39 Ränge empor, und rangiert nach Platz 58 in der Vorwoche, nun mit Rang 19 erstmals in seiner Karriere in den Top 20 der Hobby-Tennis-Tour. Ein Bericht von C.L

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Klager mit desaströser Aufschlagleistung gegen einen exzellent spielenden Mayer

Den arrivierten Top-Stars der Hobby-Tennis-Tour ist in den letzten Wochen ein neuer und vorallem ganz starker Konkurrent erwachsen. Aus der scheinbar Woche für Woche größer werdenden Konkurrenz mit immer neuen spielstarken Newcomern ragt zu Saisonbeginn 2014 der Muckendorfer Martin Mayer mit seinen Leistungen und Resultaten heraus. Der 32jährige ist zu Beginn der 25. Hobby-Tennis-Tour-Saison der Open Ära mit 10 Siegen und 2 Titelgewinnen ganz klar Mann der Stunde im Circuit, und spätestens seit Dienstag Abend nach seinem Triumph über den Ranglisten-Ersten Peter Klager in aller Munde. Auch wenn der Branchen-Primus nach seiner langen krankheitsbedingten Pause beim Comeback noch weit weg von seiner Normalform agierte, und mit einer eher durchschnittlichen Leistung letztlich doch recht klar am Unternehmen “erfolgreiche Titelverteidigung” vorbei schrammte, war es vorallem die großartige Performance des neuen Februar-Masters-Series-1000-Champions, die für den letztlich klaren 6:4, 6:4 Finalerfolg verantwortlich zeichnete. Dabei hatte zunächst der 3fache Masters-Series-1000-Sieger Peter Klager den besseren Start in dieses 11. Saisonfinale hingelegt. Ein frühes Break zum 2:1 schien den Vorjahressieger vorzeitig auf die Siegerstraße zu hieven, doch der sonst so gewohnt starke und sichere Aufschläger ließ just im Endspiel seines Comeback-Turniers, erhebliche Schwächen beim Service erkennen. Nur 41 Prozent erste Aufschläge sind im Duell mit einem Hochkaräter wie Martin Mayer ganz klar zu wenig. Entscheidend war aber die Aufschlagleistung des Ranglisten-Ersten beim zweiten Service, und da patzte Klager mit statistischen Eckdaten, die einer Nummer 1 nicht würdig sind. Ein halbes Dutzend an Doppelfehlern senkten das Percentage am Zweiten auf magere 68 Prozent, wobei richtig desaströs erst die Quote der gewonnenen Punkte nach dem zweiten Aufschlag mit 32 Prozent ausfiel. Die war natürlich auch der aggressiven und starken Return-Leistung Mayers geschuldet, der sich prompt das Re-Break zum 2:2 sicherte, und kurz darauf mit einem weiteren Break die 4:2 Führung inne hatte.

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Nach 39 Minuten geht der erste Satz mit 6:4 an Martin Mayer

Stets bemüht, mit viel Risiko und Druck das Spiel schnell zu machen und das Tempo in den einzelnen Ballwechseln hoch zu halten, legte Mayer im Folge-Game mit drei Winnern vermeintlich die Basis zum vorentscheidenden 5:2. Doch genau in dieser Spielweise liegt auch die Gefahr, sich rasch einmal zu verzetteln. Man kann es dann auch leicht einmal übertreiben, mit Risikobereitschaft und dem Gefühl, noch früher auf den Punkt loszugehen, und noch härter die kleine gelbe Filzkugel über das Netz zu jagen. Das Timing ist dann schneller verloren als einem lieb ist, und so passierte das auch Martin Mayer, der u.a. mit einer überpowerten Vorhand, seinem ersten Doppelfehler und einem kapitalen Volley-Patzer am Netz, trotz 40:0 Führung das Break zum 3:4 kassierte. Zum Gewinn des ersten Satzes nach exakt 39 Minuten reichte es für Mayer aber trotzdem, zumal Klager bei 4:5 und dem Versuch gegen den Satzverlust zu servieren, kläglich scheiterte. Zu Null musste der HTT-French-Open-Sieger zum dritten Mal in diesem ersten Heat seinen Aufschlag abgeben, und damit war auch eine rund 15minütigen Katastrophen-Phase aus Sicht des 21jährigen Vorjahressiegers eingeleitet.

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13 Horror-Minuten besiegeln raschen 0:4 Rückstand aus Sicht Klagers

Genaugenommen waren es sogar nur 13 Minuten, in denen sich ein übel spielender Peter Klager vor den Augen seiner Eltern in ein drohendes Debakel zu katapultieren schien. Enorm fehlerhaft von der Grundlinie agierend und weiterhin extrem schlecht servierend, hatte sich Klager gegen einen exzellent spielenden Mayer binnen Minuten zwei weitere Breaks und einen dramatisch anmutenden 0:4 Rückstand eingehandelt. Ein gefährlicher Spielstand aus Sicht Mayers, der plötzlich nachlässig wurde, und die Konzentration verlor, was gegen einen Kämpfertypen wie Klager gefährlich werden kann. Der 21jährige fightete trotz aussichtslosem Rückstand weiter um jeden einzelnen Ball, und weil Mayer in den folgenden drei Games zu “locker & leger” zu Werke ging und seine Quote an “unforced errors” entscheidend nach oben schraubte, fand der an Eins gesetzte Titelverteidiger noch einmal zurück in dieses Finale. Wenden konnte der Ranglisten-Leader sein 41. Karriere-Single aber nicht mehr, weil er im Finish zwei Mal trotz jeweils herausgespielter 30:0 Führung seinen Aufschlag nicht durchbringen konnte. Damit war nach 1:21 Stunden Spielzeit eine ganz besondere Niederlage aus Sicht Klagers besiegelt.

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Die Stimmen zum Februar-Masters-Series-1000-Finale

Nach 18:0 Siegen setzte es für Klager im 19. Spiel seine allererste Niederlage auf Masters-Series-1000-Ebene. Dort wo vor exakt einem Jahr sein komentenhafter Aufstieg mit dem Titelgewinn beim Tour-Debüt begann, endete also vorläufig der unglaubliche Erfolgsrun des Peter Klager bei Masters-Series-1000-Turnieren. “So eine Niederlage wie heute passiert halt mal, ist aber gegen einen Gegner wie Mayer vertretbar”, äußerte sich der unterlegene Ranglisten-Erste in einer ersten Reaktion. “Dadurch das ich so lange krank war, und es mein erstes Turnier seit Anfang Dezember war, bin ich körperlich komplett am Sand. Ich merke regelrecht, wie fertig ich nach so intensiven Matches bin”, betonte Klager. Und angesprochen auf die soeben zu Ende gegangene Erfolgsbilanz bei Masters-Series-1000-Turnieren antwortete der 21jährige: “Es schmerzt eher, dass ich diesen Pokal nicht mit nach Hause nehmen kann. Statistiken sind egal, Hauptsache ich bin die Nummer 1, und das werde ich auch noch länger sein”. So kurz und prägnant wie in den 5 Matches zuvor am Platz, fiel am Ende nach der durch Clubkollegin Kathi Bieder durchgeführten Siegerehrung auch das abschließende Sieger-Interview des Martin Mayer aus. “Es war wieder ein Super-Turnier. Ich habe gut gespielt, wir hatten – so denke ich  – ein schönes Finale, und ich freue mich schon auf das nächste Mal”, so der 38. Masters-Series-1000-Champion der Hobby-Tennis-Tour-Geschichte.

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