Matthias Braun triumphiert im Rookie-Finale des 23. Februar-HTT-500-Turniers

Die zu einer Art “Debütantenball” ausgeartete finale Entscheidung beim Februar-HTT-500-Turnier ist am Dienstag Abend mit einem Sieg von Matthias Braun zu Ende gegangen. Der 27jährige Wiener entschied die 23. Auflage des traditionsreichen Turniers im UTC La Ville mit einem in 61 Minuten errungenen 6:4, und 6:3 Erfolg über Mayrhuber-Bezwinger Michael Lang, und avancierte im ersten reinen Newcomer-Final-Duell seit Oktober letzten Jahres zum insgesamt 212. Turniersieger der Open Ära seit 1990. Mit 500 Punkten für den Premierensieg katapultierte sich der Neuling vom Union Freizeitclub Marswiese im neuesten HTT-Computer-Ranking zudem von Null auf Platz 66. Ein Bericht von C.L

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Braun und Lang mit Premieren-Fieber im Endspiel des Februar-HTT-500-Turniers unterwegs

Die absoluten Topstars der Szene glänzten durch Abwesenheit, die am Start befindlichen arrivierten HTT-Asse geizten mit ihrer Form, und so kam es am Ende von fünf interessanten und aufregenden Turniertagen zum Debütanten-Endspiel zwischen Matthias Braun und Michael Lang. Zwei No-Names, die freilich schon bald zu echtem Bekanntheitsgrad im Tour-Zirkus gelangen könnten. Zumindest dann, wenn die beiden Tour-Rookies mit ähnlichen Leistungen auftrumpfen können, wie beim gestern Abend zu Ende gegangenen Februar-HTT-500-Turnier. Ok, das mit Spannung erwartete Finale war jetzt nicht unbedingt der letzte Schrei in Sachen moderner, attraktiver und spannender Tenniskunst, aber der eher maue finale Auftritt der beiden bis dahin so überzeugend auftretenden Rookies war wohl auch dem Umstand geschuldet, dass ein Premieren-Finale eben kein Match wie jedes andere ist. Das haben schon ganz andere Kaliber zu spüren bekommen, und so hemmte das beiderseitige Premieren-Fieber von Braun & Lang recht lange Zeit die Final-Performance des Newcomer-Duos. Dabei hatten die beiden Neulinge in den Runden vor dem Finale mit starken Leistungen und noch stärkeren Resultaten aufhorchen lassen. Matthias Braun überzeugte immer wieder mit geballter Offensiv-Kunst, und hebelte so u.a. Tour-Hochkaräter wie den Oberösterreicher Christoph Brandner, den ehemaligen Ranglisten-Ersten Franz Mayrhuber oder auch Kiss-Bezwinger David Loibl aus. Mit einem ganz anderen Stil stürmte derweil Brauns Endspielgegner Michael Lang durch das Februar-HTT-500-Tableau. Der 18jährige aus Theresienfeld sorgte mit einer soliden und taktisch hochwertigen Defensiv-Variante für Furore, und warf neben Lokalmatador Jürgen Buchhammer und dem an Nr. 4 gesetzten Matthias Wagner auch den 2fachen Grand-Slam-Champion Fabian Mayrhuber aus dem Titelrennen, für das er sich selbst nach dem Semifinal-Triumph über die Nummer 2 des Turniers in aussichtsreichster Position sah.

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29:29 Punkte, doch der erste Satz geht nach 31 Minuten mit 6:4 an Matthias Braun

“Jetzt erhoffe ich mir nicht nur den Turniersieg, jetzt erwarte ich den Titel von mir”, ließ Michael Lang nach dem montägigen Semifinal-Erfolg über Fabian Mayrhuber ausrichten. Und nach den ersten zweieinhalb Games des großen Finales am Centercourt des UTC La Ville, sah es tatsächlich nach einem sich anbahnenden Erfolg des jungen Niederösterreichers aus. Braun erwischte einen brutalen Fehlstart, wirkte nervös in seinen Handlungen, und war die ersten fünf Minuten eigentlich nicht im Spiel. Rückhand-Fehler, Vorhand-Patzer, missglückte Volleys und ein erster Doppelfehler, in der Anfangsphase des sechsten Saisonfinales ging beim 27jährigen Wiener so ziemlich alles schief was nur daneben gehen kann. Mit 0:8 Punkten und einem früh eingehandelten Break hatte Braun einen kapitalen Fehlstart hingelegt, während sein Gegenüber mit dem erhofften Traumstart nur zwei Punkte vom frühen Doppel-Break entfernt war. Doch vielleicht war dieser zitierte Traumstart Gift für Michael Lang, vielleicht hatte sich der 18jährige auf ein “zu” einfaches Duell eingestellt, denn mit dem ersten Game-Gewinn seines Gegners zum 1:2, brach das Spiel des Jungstars vom UTC Neudörfl auseinander. Vier Games in Folge gingen danach an Braun, während Lang ziemlich genervt das Comeback seines Gegners zur Kenntnis nahm. Doch auch der Rookie von der Marswiese zeigte sich an diesem Finalabend alles andere als konstant, und so entwickelte sich ein beinahe “komisches Endspiel”. Immer wieder gönnte sich einer der beiden Final-Protagonisten eine spielerische Auszeit, um nicht zu sagen er leistete sich ein echtes Blackout. 9 Punkte in Serie verhelfen Lang aus einem 2:4 Rückstand zum 4:4 Ausgleich, ehe wieder sein Gegenüber vier Punkte am Stück machte, und seinen Aufschlag zum 5:4 halten konnte. Das letztlich entscheidende Break macht Braun zum 6:4, und damit war nach 31 Minuten einen eigentlich an Punkten total ausgeglichener erster Satz (29:29) an den 27jährigen Wiener gegangen.

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Matthias Braun zeigt sich über seinen Turniersieg beim Debüt sehr glücklich

20 von Michael Lang produzierte unerzwungene Fehler von der Grundlinie entscheiden schließlich den zweiten Satz, der nach weiteren 29 Minuten mit 6:3 an Matthias Braun ging. Der 27jährige spulte in solider Manier sein Programm ab, während Lang speziell zur Mitte des Satzes einen “echten Ast” zu beklagen hatte. Völlig von der Rolle, jagte der 18jährige immer wieder die kleinen gelben Filzkugeln ins Out, und sein Racket zu Boden. Erst als die Partie bei 1:4 vorentschieden war, fand Lang zu seiner in den Vorrunden gezeigten Aufschlag-Leistung! Doch sein Aufbäumen kam zu spät, Braun hielt sein Service, und verwandelte um exakt zwanzig Minuten nach zwanzig Uhr seinen dritten Matchball zum 6:4 und 6:3 Erfolg im Endspiel des 23. Februar-HTT-500-Turniers. Der Verlierer wollte nachher kein Interview geben, der Sieger hingegen äußerste sich zufrieden über sein gelungenes Tour-Debüt: “Ich bin mit meinem Turniersieg natürlich sehr glücklich. Ich hätte nie erwartet, gleich bei meinem ersten Antreten ins Finale zu kommen und auch gleich den Titel zu holen. Vom Endspiel selbst war ich ein bißchen enttäuscht, denn ich hatte mir ein weitaus engeres Spiel erwartet. Glücklicher Weise hat mein Gegner ab dem 2:0 im ersten Satz sehr viele Fehler gemacht”, analysierte der 212. Turniersieger der Hobby-Tennis-Tour-Geschichte.

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