Fabian Mayrhuber scheitert auch im dritten Anlauf den Februar-HTT-500-Titel zu erringen

Der Aufstand der No-Names bei der 23. Auflage des Februar-HTT-500-Turniers wird am Dienstag Abend mit dem Endspiel zweier absoluter Tour-Newcomer gekrönt. Matthias Braun vom Union Freizeitclub Marswiese und Michael Lang vom UTC Neudörfl haben am Montag Abend auch die jeweils letzte Hürde auf dem Weg ins Finale übersprungen, und bestreiten damit im Kampf um den zweiten HTT-500-Titel der neuen Tennissaison ein reines Debütanten-Endspiel. Lang beendete in der Vorschluss-Runde die Hoffnungen des großen Titelfavoriten Fabian Mayrhuber, beim dritten Anlauf endlich hier den Titel davonzutragen, und Braun vereitelte in einem engen semifinalen Dreisatz-Match gegen David Loibl den möglichen Rekord-Versuch des Zistersdorfers Tennisclans. Die Loibls wären nämlich im Falle des Titelgewinns von David die erste Tennisfamilie in der Open Ära seit 1990 gewesen, die mit drei Familien-Mitgliedern die umfangreiche Siegerliste der Hobby-Tennis-Tour geziert hätte. Derweil steht auch bereits die Finalpaarung beim gleichzeitig stattfindenden 8. Februar-Challenger-Turnier fest. Der haushohe Titelfavorit Nemanja Dejanovic fertigte im Semifinale auch Klermund-Bezwinger Thomas Janzso glatt mit 6:2, 6:3 ab, und steht damit ganz dicht vor seinem Premieren-Turniersieg auf der HTT. Der 14jährige trifft in einem rein serbischen Endspiel auf seinen Landsmann Stefan Mitrovic, der mit einem 6:3, 7:5 Erfolg über Werner Tröstl das letzte Generationen-Duell in diesem 7. Saisonturnier für sich entschied, und damit seinen unfassbaren Erfolgslauf an diesem ersten Februar-Wochenende mit seinem sechsten Sieg in Serie prolongierte. Ein Bericht von C.L

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“Der absolute Tiefpunkt” – Fabian Mayrhuber beklagt nach halbfinaler Katastrophen-Vorstellung gegen Tour-Neuling Michael Lang “müde Beine und einen leeren Kopf”

Die Hobby-Tennis-Tour bekommt am Dienstag Abend zwei neue Siegergesichter und die Turniersieger Nr. 212 und 213 präsentiert. Nachdem sich mit dem an Nummer 2 gesetzten Fabian Mayrhuber der letzte noch im Rennen befindliche Titelträger nach einer Katastrophen-Darbietung im Semifinale gegen Tour-Neuling Michael Lang verabschiedete, ist der Weg wie erwähnt frei für einen neuen Champion. Zuvor freilich setzte es am Montag Abend im Semifinale der unteren Tableau-Hälfte einen Megaschock für Fabian Mayrhuber und alle seine Fans. Der 25jährige Wiener kam gegen Wagner-Bezwinger Michael Lang in nicht einmal 55 Minuten mit 0:6, 2:6 unter die Räder, und kassierte die höchste und deutlichste Niederlage seiner HTT-Karriere. Der 2fache Grand-Slam-Champion agierte im Duell mit dem 18jährigen Tour-Neuling aus Theresienfeld völlig neben der Spur, irrte planlos über den Centercourt, und trug total effizienzloses Tennis vor. Und weil auf der anderen Seite des Netzes ein sicher von der Grundlinie spielender Gegner richtig scharf auf die ITN des Ranglisten-Sechsten und sein erstes Tour-Finale war, endete Mayrhubers Auftritt in einem nie und nimmer für möglich gehaltenen Debakel. “Ich weiß, man muss vorsichtig sein mit solchen Aussagen, aber schlechter als heute kann man nicht mehr spielen. Das war mein absoluter Tiefpunkt. Lang hat den Ball brav reingespielt, und ich habe mit der Vorhand die Fehler gemacht”, übte sich der geprügelte WAC-Star in offener Selbstkritik. Und der 10fache Turniersieger klagte auch über körperliche und geistige Erschöpfung. “Ich war sowohl in den Beinen als auch im Kopf total leer”, analysierte Fabsch seinen semifinalen Leerlauf. Glücklich zeigte sich derweil Sieger Michael Lang, der bei seiner Tour-Premiere ohne Satzverlust ins Finale stürmte, und das trotz einiger recht ungemütlicher Rahmenbedingungen. So hat der 18jährige Niederösterreicher täglich eine rechte breite Anreise mit der ÖBB, und dann wäre da ja auch noch die Geschichte mit seiner rechten Zehe. Die ist am Samstag nach seinem Erstrunden-Debüt gegen Jürgen Buchhammer so richtig aufgegangen. Sein Antreten zum Achtelfinale gegen Martin Vesely stand am Abend zuvor noch in den Sternen, ehe der Jungstar selbst Hand anlegte, und mit einer “Wundersalbe” das Exsudat raus aus seiner rechten Zehe bekam. “Ich bin überrascht, so klar gegen Mayrhuber gewonnen zu haben. Jetzt erwarte ich mir den Titelgewinn”, zeigte sich Lang nach seinem Halbfinal-Triumph siegessicher und höchst optimistisch.

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Tour-Newcomer Matthias Braun gewinnt zweites Halbfinale gegen Kiss-Bezwinger David Loibl, und stoppt so einen möglichen Rekord des Tennis-Clans aus Zistersdorf

Im zweiten Semifinale des 23. Februar-HTT-500-Turniers endete unterdessen die Rekordjagd des Loibl-Tennis-Clans aus Zistersdorf, als erste Familie der Hobby-Tennis-Tour-Geschichte mit drei Mitgliedern in der opulenten Siegerliste aufzuscheinen. Davids Brüder Johannes und Stefan scheinen ja bereits in der umfangreichen HTT-Siegerliste auf, dem 27jährigen David bleibt ein Titelgewinn vorerst aber noch verwehrt. Denn der Weinviertler musste sich beim letzten Gang vor dem möglichen ersten Karriere-Finale dem gleichaltrigen Matthias Braun in drei Sätzen mit 6:2, 3:6, und 4:6 geschlagen geben. Der Kiss-Bezwinger zeigte sich im Vergleich zu den Tagen zuvor weniger effektiv beim Aufschlag, und auch von der Grundlinie baute Loibl mit Fortdauer der Partie kontinuierlich ab. Braun hingegen, der im ersten Satz ein ums andere Mal in die gekonnten Passierschläge seines Gegners lief, verzichtete in der Folge auf sein gewohntes und in den Runden zuvor immer wieder gezeigtes Offensiv-Tennis, und kam so letztlich nicht unverdient zum Sieg.

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Siegreiche Tennisfamilien mit zwei Champions auf der Hobby-Tennis-Tour

Brüder-Erfolge

Vater-Sohn-Erfolge

Vater-Tochter-Erfolge

Onkel-Neffe-Erfolge

Klaus HOFER und Roman HAMM Claus LIPPERT und Christopher SCHARRACH Karl PATER und Tamara PATER Fabian MAYRHUBER und Franz MAYRHUBER
Patrick SCHWING und Stefan SCHWING Friedrich PLIEMITSCHER und Marcel PLIEMITSCHER Ines KREILINGER und Walter KREILINGER Jürgen BUCHHAMMER und Manfred KOTTISCH
Johannes LOIBL und Stefan LOIBL

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Dejanovic und Mitrovic bestreiten rein serbisches Teenager-Finale

Mit diesem Endspiel durfte im Vorfeld des Februar-Challenger-Turniers 2014 wohl niemand gerechnet haben. Die beiden serbischen Teenager Nemanja Dejanovic und Stefan Mitrovic sorgen beim siebenten Saisonturnier im UTC La Ville für ein rein serbisches Finale, und besiegeln mit ihrem jeweils ersten Karriere-Finaleinzug den totalen Triumph der Tour-Jugend am ersten Februar-Wochenende des Jahres. Beeindruckend und in einer eigenen Liga spielend, wurde am Montag Abend zunächst der leicht kränkliche Nemanja Dejanovic seiner absoluten Favoritenrolle gerecht. Der erst 14jährige Serbe musste im semifinalen Treffen mit Thomas Janzso erstmals sowas wie Gegenwehr zur Kenntnis nehmen, und gab beim 6:2, 6:3 zwei Games mehr ab, als insgesamt bei seinen drei Partien zuvor. Erstmals schaffte es der Vukicevic-Schützling auch nicht, seinem Gegenüber einen zu Null-Satz anzuhängen. Allerdings waren das nur kosmetische Unschönheiten, denn am glasklaren Aufstieg des neuen serbischen Wunderkinds gab es nichts zu rütteln. Der technisch versierte Neuzugang von WAT Landstrasse, diktierte und dominierte das Geschehen am 8er-Court des UTC La Ville nach Belieben, und brauste in unaufgeregten 50 Minuten mitten hinein in seiner erstes Tour-Finale. Der Ausgang dieses Vorschluss-Runden-Duells war so deutlich, dass man über Ursachen nicht lange forschen muss, aber womöglich hatte der letztlich unterlegene Thomas Janzso auch mit einem gewissen Kräfteverschleiß zu kämpfen. Immerhin musste der 24jährige vom City & Country Sportlcub unmittelbar zuvor zum viertelfinalen Nachtrag gegen David Durina ran, den er in rund einer Stunde mit 6:2, 7:5 für sich entschied.

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“Serbisches Tennismärchen” – Stefan Mitrovic düst aus der Qualifikation mitten hinein in sein erstes HTT-Karriere-Finale

War der imposante Siegeszug des Nemanja Dejanovic durch den Raster des Februar-Challenger-Turniers 2014 im Vorfeld erwartet worden, gleicht der scheinbar nicht enden wollende Erfolgsrun eines anderen serbischen Jungstars einer echten Sensation. Die Konkurrenz und die breite Tour-Öffentlichkeit kommen dieser Tage nicht aus dem Staunen heraus, was ein völlig unbekannter 17jähriger an diesem ersten Februar-Weekend 2014 an Heldentaten vollbringt. Stefan Mitrovic vom Sportzentrum Gudrunstrasse ist die Entdeckung des Turniers, und drauf und dran, ein kleines serbisches Tennismärchen zu schreiben. Als Qualifikant mit einem atemberaubenden Durchmarsch bis ins Finale des 8. Februar-Challenger-Turniers, hat sich Mitrovic auf höchst beeindruckende Art und Weise im Tour-Zirkus vorgestellt, und arrivierten Challenger-Stars wie Thomas Löffelmann und Thomas Grabensteiner das Fürchten gelehrt. Den vorerst letzten Akt seiner famosen Erfolgsgeschichte lieferte der Sensations-Qualifikant am Montag Abend im Semifinale, wo er im Generationen-Duell mit Werner Tröstl den letzten verbliebenen Oldie ausschalten konnte. Tröstl war in der Tat die letzte Ikone der gestandenen Männer, die dem Kindergarten-Aufstand an diesem Challenger-Wochenende zu trotzen versuchte.

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Tour-Oldies im Generationen-Duell mit Teenie-Bande diesmal ohne Chance

Allesamt waren sie – die routinierten Oldboys – an einem der an allen Ecken und Enden des Tableaus auftauchenden Juniors gescheitert. Der topgesetzte Peter Baumann vergeigte im achtelfinalen Matchball-Drama gegen den erst 14jährigen David Durina gleich ein halbes Dutzend der siegbringenden “big points”. Alexander Sterzl, im Achtelfinale noch Sieger über Thomas Pratsch, rutschte am Sonntag Abend zunächst auf den von Glatteis überzogenen Gehsteigen ins UTC La Ville und dort vor Ort dann am glatten Parkett “Centercourt” gegen Serbiens Wunderkind Nemanja Dejanovic in ein Doppel-Null-Debakel. Thomas Löffelmann und Thomas Grabensteiner wurden wie berichtet frühzeitige Opfer von Sensations-Teenie Stefan Mitrovic, und auch Tour-Legende Karl Ader fand in Yannik Podesser einen debütierenden Junior-Star als unüberwindbare Aufstiegshürde. Ein Glück für die Old-Generation, dass Glücksgöttin Fortuna im untersten Raster-Viertel des Februar-Challenger-Turniers ein “Junior freies” Paket zu bieten hatte. Dort tummelten sich Slobodan Vasiljevic, Rudolf Ronovsky, dazu der erstmals bei einem Challenger-Turnier aufschlagende Markus Hobiger und Werner Tröstl, wobei Letztgenannter schließlich das Halbfinal-Ticket in Händen hielt. Der Kampf ums Finale zwischen Tröstl und Mitrovic spitzte sich dann vorallem im zweiten Satz zu, als der 54jährige Routinier immer besser mit dem Tennis des Jungstars zurecht kam, und nur knapp mit 5:7 das schlechtere Ende für sich hatte.