Herzlich Willkommen bei der Terra-Rossa-Club-Meisterschaft

Fünf Wochen ist es mittlerweile her, seit der TC Terra Rossa seine Courts in der Rosensteingasse winterfest gemacht und den Spielbetrieb im Freien eingestellt hat. Und während die schmucke Tennisanlage bis zum kommenden Frühjahr verwaist bleibt, halten die Akteure des Hernalser Tennisclubs rein gar nichts von einem “Winterschlaf”. Ganz im Gegenteil: Beim letzten First-Series-Turnier der Tour-Geschichte stürmen Peyerl & Co die Halle in der Baumgasse und machen aus dem 51. Saison-Event beinahe eine “Club-Meisterschaft”. Ja die beiden Vereinsverantwortlichen Daniela Hinterkörner und Peter Prinz sollten sich überlegen, ob sie dem erfolgreichsten Aktiven der clubinternen Armada nicht den inoffizielen Titel “Terra-Rossa-Hallen-Clubmeister” verleihen wollen. Fast ein Drittel aller Teilnehmer beim 3. November-First-Series-Turnier 2010 stellt der TC Terra-Rossa, Grund genug für uns, das Abschneiden der Rot-Hemden aus Hernals näher unter die Lpe zu nehmen. Ein Bericht von C.L

Italien-Juli-Turniere_05_29659.jpg

10 Damen und Herren vom TC Terra Rossa kämpfen um den letzten First-Series-Tiel

Nicht ein einziger Spieler von der eigentlichen “Tour-Basis” dem TC Top Serve, dafür gleich 10 Damen und Herren vom TC Terra Rossa, die dritte November-First-Series-Auflage steht ganz im Zeichen der von Rainer Bauer und Thomas Peyerl angeführten Hernalser Tennis-Truppe. So außergewöhnlich wie die Anzahl der Terra-Rossa-Starter war übrigens auch der Umstand, dass die Auslosung am Donnerstag Abend mit ihren 16 Partien zur ersten Hauptrunde nicht ein einziges clubinternes Duell brachte, womit von Abdelmoneim bis Tolunay alle “Rot-Hemden” die Chance auf einen Platz im Achtelfinale vorfanden. Sollte Rainer Bauer am Sonntag die am Eröffnungstag beim Stand von 2:1 im dritten Satz abgebrochene Auftakt-Partie gegen den Trumauer Jungstar Stephan Kallab gewinnen, dann hätten immerhin sechs der zehn Terra-Rossa-Starter die Runde der letzten 16 erreicht. Vorgelegt hatten ja am Freitag Abend Basel Abdelmoneim und Alexandra Schrötter, die den Kollegen mit ihren Startsiegen einiges an Druck abgenommen hatten. Und auch der zweite Spieltag war am Ende wieder eine durchaus beachtliche Erfolgsgeschichte.

Italien-Juli-Turniere_05_29650.jpg

Schrötter steht erstmals im Viertelfinale wo Clubkollege Marko Bogdanov wartet

Immer mehr zur Frontfrau des Terra-Rossa-Zehnerpacks wird dabei Alexandra Schrötter, die nach ihrem Erstrunden-Sieg über Oktay Koc auch am Samstag in der Erfolgsspur blieb. Die 41jährige Wienerin hatte im Achtelfinal-Duell mit Werner Kovarik den längeren Atem und die größeren Kraftreserven und daher am Ende nach zweieinhalb Sätzen nicht unverdient erstmals in ihrer Tour-Karriere das Viertelfinale erreicht. Die Freude darüber war der Terra-Rossa-Spielerin anzusehen, die über das ganze Gesicht strahlte. “Ich bin sehr zufrieden mit dem Abschneiden hier”, äußerste sich Schrötter, während bei Werner Kovarik der Frust regierte. Zwar konnte sich der 36jährige nach zuletzt fünf Erstrunden-Niederlagen in Serie diesmal zum Auftakt des November-First-Series-Turniers über einen Startsieg freuen, das anschließende Aus gegen Schrötter wurmte den Wiener aber gewaltig. Was nützte der 65. Karriere-Einzelsieg im 190. Single-Auftritt gegen Andreas Himmelbauer, wenn eine Runde später die wöchentliche Berg- und Talfahrt des Routiniers einmal mehr nach “unten” führte. “Es war zuviel. Ich habe letzte Woche drei Tage einen angeschwollenen Fuß gehabt. Ich bin diese Belastung scheinbar nicht mehr gewöhnt”, übte Kovarik Selbstkritik. Im Achtelfinale trifft Schrötter übrigens in einem clubinternen Duell auf Deutschlands Marko Bogdanov, der sich in den letzten Wochen stark verbessert und stark motiviert zeigte. Der Duisburger fiebert bereits dem Second-Seris-Final entgegen, und auf dem Weg dorthin will sich Deutschlands Second-Series-Star vom TC Terra Rossa mit entsprechender Matchpraxis in Form bringen. Und diese Form scheint drei Wochen vor dem “Final” mehr als ansprechend zu sein. Beim 20. Turnierstart seiner Karriere zeigte sich Bogdanov von seiner offensiven Seite. Weder Friedrich Böck in Runde 1 noch Basel Abdelmoneim im Achtelfinale waren dem 32jährigen gewachsen.

Italien-Juli-Turniere_05_29657.jpg

Peter Prinz schrammt nur haarscharf an echter Pleite vobei

Für den dritten Terra-Rossa-Erstrunden-Erfolg zum Tag sorgte am gestrigen Abend Peter Prinz. Allerdings war sein 7:5, 6:0 Erfolg keiner über den man lange reden wird, und einer den man eigentlich am besten auch gleich wieder vergisst. Denn wie sich der “Terra-Rossa-Kapitän” gegen Underdog Clemens Lederbauer über den Court “quälte” und durch das Match “mühte”, war speziell im ersten Satz nicht anzuschauen. In Wahrheit verhinderte Prinz mit einem konzentrierten Finish in Satz 1 nichs anderes als die totale Blamage. Freunde, Clubkollegen und Zuseher trauten ihren Augen kaum, als sie mitansehen mussten, wie Prinz im Duell mit dem Außenseiter den Kürzeren zu ziehen drohte. Ängstlich und gehemmt versuchte Prinz mit untauglichen Mitteln ein Auftakt-Match zu gewinnen, das eigentlich nicht verlierbar war. Kann es sein, dass Prinz seinen 26jährigen Gegner ganz einfach nur unterschätzt hat, immerhin deklassierte er Clemens in Runde 1 des Jänner-Second-Series-Turniers 2009 noch mit 6:1, 6:0. Auf der anderen Seite bekam man seitens Lederbauer eindrucksvoll zu sehen, was es ausmacht, ohne jeglicher Erwartungshaltung und ohne Druck Tennis zu spielen. “Der erste Satz war auch für mich eine echte Überraschung und die eigentliche Sensation in diesem Duell mit Peter”, lachte Lederbauer der am Tag zuvor in der Quali gegen Sebastian Somloi nach zwölf Erstrunden-Niederlagen in Folge endlich wieder einmal ein Erfolgserlebnis einfahren konnte. .

Italien-Juli-Turniere_05_29656.jpg

Rydl mit fehlender Konstanz und Peric mit Bauchschmerzen

Ein durchaus hoch eingeschätztes Quartett an Terra-Rossa-Cracks musste hingegen am Samstag Abend die Segel im Kampf um einen First-Series-Achtelfinalplatz streichen. Lucas Rydl, Andreas Tolunay, Josef Buberl und Dalibor Peric, ob knapp nach drei spannenden Sätzen oder im Debakel endend, die kollektive Enttäuschung war merklich spürbar. Lucas Rydl wurde im 90. Single seiner Karriere einmal mehr Opfer seiner mangelnden Konstanz. Gewaltig losgelegt, seinen Gegner Rares Mafei locker beherrscht, warteten Insider nur auf den obligaten Einbruch im Spiel des 23jährigen. Und der kam wie das Amen im Gebet, zunächst im zweiten Satz schleichend, und im Finish von Satz 3 dann richtig brutal. “Ich weiß nicht, ich lege immer so famos los und dann geht auf einmal überhaupt nichts mehr”, analysierte Rydl. In ein schlimmes Debakel schlitterte derweil Andreas Tolunay, der gegen Persiens Nr. 2 Hamed Tanghatari beim 1:6, 1:6 nicht mehr als eine Statisten-Rolle abgab. Weitaus offener gestaltete sich da schon der Erstrunden-Auftritt von Josef Buberl. Der Nummer 1 des Turniers Markus Hobiger mit 3:6, 4:6 zu unterliegen ist keine Schande. Dennoch war gegen den topgesetzten Guntramsdorfer einfach mehr drinnen. Mit Bauchschmerzen musste sich letztlich noch Dalibor Peric frühzeitig verabschieden. Der Jungstar vom TC Terra Rossa mit dem größten Fanclub, diktierte zunächst die Auftakt-Partie gegen Robert Rother. “Wenn der Dalibor den ersten Aufschlag trifft, dann gehe ich lieber in Deckung”, zeigte sich Robert Rother nach Satz 1 noch skeptisch. Im Achtelfinale machte der Niederösterreicher dann mit Alexander Sterzl Bekanntschaft und mit fünf Punkten und einem Ehren-Game die Erfahrung, dass zwischen Second-Series und Firt-Series doch noch ein gewaltiger Unterschied herrscht.

Italien-Juli-Turniere_05_29648.jpg

Italien-Juli-Turniere_05_29649.jpg

Claus Lippert, 13. November 2010