Favoritensiege zum Auftakt der HTT-Finals im UTC La Ville

Mit souveränen Auftakt-Erfolgen haben sich am Donnerstag Abend zum Start der HTT-Finals 2013 im UTC La Ville die Favoriten aus Vorrunden-Gruppe B in Szene gesetzt. Sowohl HTT-Wimbledon-Champion Vladimir Vukicevic aus Serbien, als auch der Ranglisten-Dritte Renee Glatzl haben beim Saisonfinale der Top 8 mit klaren Siegen einen Traumstart ins letzte Turniers des Jahres hingelegt. Vukicevic gewann das rein international besetzte Masters-Debütanten-Duell gegen Spaniens Topstar Ignacio Martin mit 6:3, 6:2, und wusste dabei genauso zu überzeugen, wie Jungstar Renee Glatzl, der in der abschließenden Night Session zum “bailando-Day” mit Titelverteidiger Franz Mayrhuber kurzen Prozess machte, und in einer Neuauflage des letztjährigen Masters-Vorrunden-Matches abermals die Oberhand behielt. Glatzl prolongierte damit seine Erfolgsbilanz bei Masters-Gruppenspielen und hält nun bei 3:0 Siegen, während der 2fache Masterssieger der Jahre 2009 und 2012 die bereits vierte Erstrunden-Niederlage in Serie kassierte und erstmals überhaupt ein Masters-Auftaktspiel in seiner Karriere verlor. Ein Bericht vom Eröffnungstag der Tour-Finals 2013 von C.L

img_0848

Franz Mayrhuber verliert erstmals überhaupt in seiner Karriere ein Masters-Auftakt-Spiel und kassiert nach 3:6, 3:6 gegen Renee Glatzl die insgesamt bereits 4. Erstrunden-Niederlage in Serie

Titelverteidiger Franz Mayrhuber muss schon nach seinem ersten Antreten bei den 24. HTT-Finals im UTC La Ville um den Aufstieg ins Semifinale bangen. Der 48jährige Vorjahressieger musste sich in der Night-Session-Partie der Vorrunden-Gruppe B dem Ranglisten-Dritten Renee Glatzl in nur 70 Minuten mit 3:6, 3:6 geschlagen geben, und steht nach seiner vierten Erstrunden-Niederlage in Folge bereits vor seinem zweiten Gruppen-Match am kommenden Samstag unter Zugzwang. In seinem 50. Saison-Match hielt sich der Oldboy im Feld zwar lange Zeit recht tapfer, doch insgesamt war dem 12fachen Turniersieger das eingeschlagene Tempo seines Gegners doch zu hoch. 45 unnehmbare Geschosse schlugen während der 70 Minuten des Generationen-Duells am Centercourt des UTC La Ville im Feld Mayrhubers ein, und damit stand der Titelverteidiger am Ende des Abends mit einer doch recht deutlichen Auftakt-Niederlage da. Der 48jährige hat es derzeit nicht einfach im Circuit, denn mit vier Startpleiten in Serie war der ehemalige Ranglisten-Erste auf HTT-Ebene noch nie in seiner bisher fünfeinhalb Jahre andauernden Ära auf der Hobby-Tennis-Tour konfrontiert. Vier Erstrunden-Ausrutscher in Folge sind für einen wie Mayrhuber durchaus als Krise zu bezeichnen, und dieser scheint der Routinier derzeit einfach nicht enteilen zu können. Wobei man gegen Renee Glatzl natürlich auch einmal verlieren kann, zumal sich der 19jährige in richtig blendender Spiellaune präsentierte.

img_0846

Renee Glatzl diktiert mit insgesamt 45 Winnern ganz klar das Geschehen am Centercourt

Der RMB-TILE-CUP-Champion vom Schwechater TC ließ sich nach frühem Break und Re-Break nicht beirren, und schlug im berühmt berüchtigten siebenten Game mit dem letztlich entscheidenden Break des ersten Satzes zum 4:3 zu. Dieses Break bestätigte der 19jährige im Stile eines ganz großen Champions und in höchst beeindruckender Art und Weise. Glatzl “vollierte” sich mit permanent und vorallem erfolgreich vorgetragenen Netz-Attacken zum 5:3, und setzte Mayrhuber bei dessen folgendem Aufschlagspiel gehörig unter Druck. Dem der 48jährige nicht standhielt, zumal Glatzl auch beim Return wieder atemberaubendes Tempo vorlegte, und so nach 34 Minuten den ersten Satz mit 6:3 eingefahren hatte. Es folgten die ersten teilweise recht kuriosen 10 Minuten des zweiten Satzes, in denen Mayrhuber unter Umständen die Chance gehabt hätte, dem Match eine Wende zu geben. Zunächst gelingt dem Titelverteidiger ein Break zum 1:0, und das obwohl Glatzl zwei Asse aus dem Handgelenk zauberte. Doch mit drei Doppelfehlern machte Glatzl seinem Ruf als “Wundertüte” wieder einmal alle Ehre, und so durften sich Mayrhuber und seine Fans daheim am Live-Ticker kurz mit dem Gedanken an eine Wende anfreunden. Womöglich wäre der “turnaround” sogar gelungen, wenn Mayrhuber bei eigenem Aufschlag ein 40:15 und kurz danach noch einen dritten Spielball zum 2:0 genützt hätte. Stattdessen zauberte Glatzl aber einen Wunderball – eine Rückhand hinter dem Körper geschlagen – und kurz darauf das Re-Berak zum 1:1 aus dem Ärmel. Mayrhuber fand in der Folge noch zwei Breakbälle zum 2:1 vor, und als der Vorjahressieger auch diese beiden Gelegenheiten ungenützt ließ, war der Weg für Glatzl frei. Der 19jährige zog ergebnistechnisch auf und davon und teilweise eine exzellente Show am Centercourt des UTC La Ville ab. Nach 1:10 Stunden verwandelte der jüngste Spieler des Turniers im Duell mit dem ältesten Akteur im Feld seinen ersten Matchball, und glich mit seinem 6:3, 6:3 Erfolg auf 2:2 im Head to Head aus.

img_0849

Glatzl ist nach Auftaktsieg zuversichtlich, und hat bereits Rasenkönig Vukicevic im Visier

“Ich habe gewusst, dass es eine ganz schwere Partie wird. Der Renee spielt so schnell und druckvoll, dass ich es einfach nicht “erspielt” habe. In der Gruppe hat sich aber nicht viel geändert. Mir war von Anfang an bewusst, dass es schwierig wird, und ich würde mich freuen, wenn ich eine von den beiden restlichen Partien noch gewinnen könnte. Das wird aber ganz schwer”, lächelte Mayrhuber, der seinen 13. Masters-Einzelsieg verpasste. “Ich bin ganz zufrieden, vielleicht habe ich ein paar Vorhandfehler zuviel gemacht, aber ich hatte auch einen guten Gegner. Der Franz konnte mich am Anfang mit seinem Slice ärgern, aber im zweiten Satz habe ich dann mehr variiert mit hohen Bällen auf seine Rückhand, und das hat ihm nicht so getaugt”, analysierte Glatzl, der auch eine mehr als reife Vorstellung am Netz ablieferte, und mit seinem 36. Einzelsieg im Jahr 2013 drauf und dran ist, zum Spieler mit den meisten gewonnenen Saison-Matches zu werden. Dafür müsste er den derzeit führenden und beim Masters zum Zuschauen verurteilten Alexander Scheller überholen, der aktuell mit 38 Saison-Einzelsiegen in Führung liegt.

img_0837

Vladimir Vukicevic gewinnt serbisch-spanisches Gipfeltreffen gegen Ignacio Martin

Geht es nach Renee Glatzl, dann hat er am Donnerstag Abend mit dem Auftaktsieg über Franz Mayrhuber schon den entscheidenden Schritt ins Semifinale gemacht. “Ich habe eine gute Auslosung, denn der einzige der mir Probleme machen könnte ist der Vukicevic. Das schaut gut aus heuer”, erklärte der 5fache Turniersieger vom Schwechater TC. Und angesprochener Vladimir Vukicevic hat zum Auftakt der HTT-Finals sein erstes Gruppen-Match auch in höchster souveräner Manier hinter sich gebracht, und im mit Spannung erwarteten “serbisch-spanischen” Gipfeltreffen die Oberhand behalten. Der HTT-Olympiasieger und Wimbledon-Champion besiegte in der “evening session” Ignacio Martin in exakt 1:11 Stunden klar mit 6:3, 6:2, und schuf sich in Gruppe B eine hervorragende Ausgangsposition im Rennen um die beiden Halbfinal-Tickets. Während der serbische Ranglisten-Sechste bei seinem Masters-Debüt eine ausbalancierte Bilanz zwischen Winnern (20) und unforced errors (23) verzeichnete, erlebte Spaniens 4facher Saisonsieger ein permanentes Auf & Ab in seinem Spiel. Teilweise glänzte der Ranglisten-Siebente aus Madrid mit phantastischer Grundlinien-Performance, die speziell mit der Vorhand beeindruckend wirkte, dann wiederum versagte der 25jährige Iberer wieder mit beinahe stümperhaften Fehlern, und mit dieser Instabilität in seinem Spiel konnte er auf Dauer den serbischen Rasenkönig nicht gefährden.

img_0838

Spaniens HTT-Star versäumt in beiden Sätzen die wichtige Anfangsphase

Spaniens HTT-Topstar verabsäumte vorallem in einer nervös geführten Anfangsphase, das Spiel mit Vukicevic offen zu halten. Dem HTT-Wimbledon-Champion gelang das frühe Break zum 1:0, und mit einem weiteren Break zum 5:2 war der erste Satz entschieden, auch wenn der Serbe kurz darauf seinerseits auch erstmals seinen Aufschlag abgeben musste. Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs verschlief Ignacio Martin die wichtigen Anfangs-Sequenzen, und abermal zog Vukicevic mit frühem Break 2:0 davon. Damit war angesichts der mangelnden Konstanz im Spiel des Spaniers die Partie entschieden, und das 50. Masters-Match der Geschichte mit internationaler Beteiligung gelaufen. “Es war gar nicht so einfach, der Belag war schneller als ich dachte. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung im ersten Match hier. Es ist gut gelaufen. Nach diesem Sieg bin ich natürlich froh, und ich hoffe weiter hier gut spielen zu können. Wenn es so weiterlaufen sollte, dann habe ich gute Chancen, bis zum Ende dabei zu sein”, strahlte der Sieger, der für den 17. Masters-Einzelsieg eines internationalen Tour-Stars in der Open Ära sorgte. “Ich habe schlecht gespielt. Ich war zu unkonstant. Einmal ganz super, dann ganz schlecht. Jetzt muss ich wohl meine beiden restlichen Gruppen-Matches gewinnen”, war sich Spaniens HTT-Star Ignacio Martin derweil bei der abschließenden Pressekonferent bewusst.