Martin Haslinger krönt sich zum ersten Future-Tour-Final-Champion der Open Ära

Der allererste Future-Tour-Final-Champion der Hobby-Tennis-Tour-Geschichte heißt Martin Haslinger. Der 15jährige Hollabrunner hat am Dienstag Abend im Endspiel der Premieren-Veranstaltung des Future-Tour-Finals 2013 seine aktuelle Hochform ausgespielt, und mit einem letztlich souveränen 6:4, 6:2 Erfolg über Terra-Rossa-Star Lucas Rydl seinen insgesamt vierten Karriere-Titel erobert. Haslinger prolongierte obendrein in nur 58 Minuten seine Siegesserie auf Future-Tour-Ebene, die der Jungstar vom TC Hollabrunn auf 13 Matches in Folge ohne Niederlage ausbaute. Für den dritten Future-Tour-Saison-Titel räumte “Hasi” neben einem herrlichen Silberpott in stattlicher Größe auch noch einen bombastischen Siegerscheck in Höhe von 2.024,– Euro ab. Der berechtigt den neuen Future-Tour-Final-Gewinner im kommenden Jahr zu einer kompletten Gratis-HTT-Saison. Ein Bericht von C.L

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Rydl gibt Tempo im ersten Satz vor, den letztlich aber Haslinger in 32 Minuten mit 6:4 für sich entscheidet

Jungstar Martin Haslinger hat sich am Dienstag Abend im Endspiel des Future-Tour-Finals 2013 seinen ganz großen persönlichen Traum erfüllt. Der 15jährige vollendete im mit großer Spannung erwarteten 89. Saisonfinale der Hobby-Tennis-Tour seinen grenzgenialen Auftritt beim Saisonfinale der besten Future-Tour-Spieler, und feierte als zweitjüngster Spieler der Open Ära einen Titelgewinn bei einem der großen Abschluss-Events. Im wichtigsten Match seines bisherigen Lebens – wie Haslinger später betonen sollte – behielt der Junior aus Hollabrunn trotz größter Anspannung die Nerven, und boxte in nur 53 Minuten den einen Satz lang recht stark spielenden Lucas Rydl aus dem Titelrennen. Den erwartet nervösen Beginn legten beide Akteure hin, was sich in frühem Break und Re-Break dokumentierte. Danach war es aber vorallem Lucas Rydl, der mit einer genialen Aufschlagleistung die Pace in diesem ersten Durchgang des Future-Tour-Finals vorgab. Jeweils mit eigenem Service legte der 26jährige vor, ohne das sich Haslinger dadurch aber aus der Ruhe bringen ließ. Die heiße Phase des ersten Satzes sah dann zunächst Rydl im Vorteil, der bei 4:3 eine Break-Chance zum 5:3 vorfand, diese aber leichtfertig mit einem Vorhand-Fehler ausließ. Ganz anders agierte da schon Martin Haslinger, der kurz darauf beim Stand von 4:4 durch Rydls Doppelfehler Nr. 2 “seine Break-Chance” serviert bekam, und diese im Gegensatz zu seinem Gegner auf Anhieb nützte. Eine verzogene Rückhand leitete aus Sicht des Kothmayer-Bezwingers den Anfang vom Ende in dieser finalen Partie ein. Haslinger lag urplötzlich mit einem Break voraus 5:4 in Front, und servierte in der Folge den ersten Satz zum 6:4 aus.

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Rydl schlittert mit katastrophaler Leistung zu Beginn des zweiten Satzes in ein Debakel

Nach 32 Minuten hatte Haslinger auf dem Weg zum großen Future-Tour-Final-Triumph also die halbe Miete eingefahren, und gerade einmal weitere 21 Minuten dauerte es letztlich, bis Rydl einen völlig verkorksten zweiten Satz in den Sand der Traglufthalle des UTC La Ville gesetzt hatte. Es war eine grottenschlechte Darbietung, mit der Rydl im zweiten Heat am Ende ins Debakel schlitterte. Katastrophale sechs Minuten brachten rasch die entgültige Entscheidung zugunsten Haslingers, der nicht mehr zu tun hatte, als den kleinen gelben Filzball ins Spiel zu bringen. Den Rest erledigte Rydl, der aus den ersten 12 Ballwechseln des zweiten Satzes nur einen Punkt verbuchen konnte, und mit drei Doppelfehlern frühzeitig per kassiertem Doppel-Break in Rückstand geriet. Die Horror-Leistung des Terra-Rossa-Cracks steckte in der Folge auch Martin Haslinger an, der sein Aufschlagspiel zum 1:3 abgeben musste, und durchaus noch einmal in Probleme hätte kommen können, wenn ja wenn Lucas Rydl in jenen Momenten Mitte des zweiten Satzes den ein oder anderen “richtigen Ball” gespielt, und ein wenig mehr Glück gehabt hätte. Doch stattdessen läßt der 26jährige ein 30:0 liegen, und kassiert kurz darauf auch schon das nächste Break zum 4:1. Das Niveau weiter steil im Sinkflug begriffen, gibt sich nun auch Haslinger bei eigenem Aufschlag noch einmal eine Blöße, das kassierte Break zum 2:4 kommt aus Sicht Rydls aber zu spät. Minuten später kann Haslinger seinen zweiten Matchball nützen, und nach einem von Rydl ins Out gejagten Return, über den heiß ersehnten Endspiel-Triumph beim Future-Tour-Final jubeln. Der 15jährige ließ sein Racket fallen, reckte die Arme zum Zeichen des Sieges empor, und lief strahlend ans Netz zum Shakehands mit seinem Gegner.

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“Ich werde erst morgen in der Früh realisieren, was mir hier heute gelungen ist”

Nach der feierlichen Siegerehrung stellte sich der Future-Tour-Final-Triumphator schließlich noch der Presse, und dort zeigte sich der 15jährige Jungstar vom geschafften Mega-Coup überwältigt. “Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Ich bin überglücklich und kann es noch gar nicht fassen. Es war das bisher schwierigste Match meines Lebens, und ich werde wohl erst morgen Früh realisieren, was mir hier gelungen ist. Es war im ersten Satz eine ganz schwere Partie. Der Lucas hat vorallem beim Aufschlag großartig gespielt, und ich habe mir immer vorgesagt, dass er unmöglich das ganze Match hindurch so servieren kann. So ist es dann auch gekommen. Die Erleichterung ist jetzt natürlich ebenfalls riesengroß. Das ist der mit Abstand größte Erfolg den ich bisher feiern konnte. Ich möchte mich auf diesem Weg auch bei meinen Eltern bedanken, die mich jeden Tag von Hollabrunn nach Wien kutschiert haben, und mich auch daheim vor und zwischen den Matches immer wieder motivert und betreut haben. Ein Dank geht auch an Lucas Rydl für ein wirklich extrem faires Finale, und dann natürlich auch noch ein großes Dankeschön an den Veranstalter, der für uns ein perfektes Turnier auf die Beine gestellt hat”, äußerte sich der Sieger nach seinem 13. Future-Tour-Einzelsieg in Folge.

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“Leider habe ich bei 4:4 im ersten Satz ein angesagtes Break kassiert”

“Langsam aber sicher kommt jetzt die Enttäuschung durch”, stellte derweil der unterlegene Lucas Rydl nach einigen Minuten der Pressekonferenz fest. “Natürlich hätte ich gerne gewonnen, aber der Martin hat heute einfach zu gut gespielt, und aus meiner Sicht auch völlig verdient den Titel geholt. Ich war zu Beginn eigentlich recht gut im Match, habe dann aber leider bei 4:4 in meinem Aufschlagspiel nachzudenken begonnen. Wenn ich jetzt das Break kassiere, dann verliere ich den ersten Satz, diese Gedanken waren ein Fehler. Somit war es fast ein angesagtes Break. Im zweiten Satz lief nicht mehr viel zusammen. Ich kann aber durchaus auch zufrieden mit meinem Abschneiden bei diesem Turnier sein, immerhin habe ich die Kathi Kothmayer und den Robert Priewasser geschlagen. Beim nächsten Mal werde ich es wieder versuchen, und dann hoffentlich besser machen”, hatte Rydl am Ende trotz bitterer Niederlage seinen Humor nicht verloren.