Die Geburtsstunde eines neuen Tour-Stars

Clemens Beywinkler holt beim Tour-Debüt den Oktober-First-Series-Titel

Der Oktober-First-Series-Sieger 2010 heißt Clemens Beywinkler. Der 21jährige Niederösterreicher feierte beim drittletzten Outdoor-Event des Jahres einen eindrucksvollen und höchst souveränen Turniersieg, und das obendrein bei seiner Tour-Premiere. Durch ein 6:0, 6:2 im Finale über Johannes Mayer avancierte der Newcomer aus Münchendorf zudem nach Alexander Arnoldner, Roland Klinger und Herwig Müllner zum vierten Spieler in dieser Saison, der auf Anhieb sein Tour-Debüt mit einem Titelgewinn krönte. Ein Bericht von C.L

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Ein ganz gewöhnlicher Debütanten-Sieg oder doch die Geburtsstunde eines neuen Tourstars?

Der BMTC Mödling hat mehr als 600 Mitglieder, und eines davon hat sich am Dienstag vergangener Woche in die Siegerlisten der Hobby-Tennis-Tour eingetragen. Clemens Beywinkler, 21jähriger Münchendorfer begeisterte am vorletzten Freiluft-Wochenende des Jahres mit einer fulminaten Solo-Show Mitspieler und Zuseher beim TC Top Serve. Der Neuling marschierte mit fünf Siegen – allesamt ohne Satzverlust errungen – unaufhaltsam einem überlegenen Premieren-Erfolg entgegen, und ließ dabei der staunenden Konkurrenz nur die Rolle von Statisten. Mit Lob und Anerkennung überhäuft, schaffte Beywinkler es zudem aber auch noch, trotz galaktischer Vorstellung keinerlei Neid oder Missgunst bei der unterlegenen Konkurrenz zu schüren. Ein Umstand der wohl auf die äußerst sympathische Art zurückzuführen sein wird, mit der der siegreiche Neuling bei der Gegnerschaft vorstellig wurde. Ob der Triumph des 21jährigen beim Oktober-First-Series-Turnier “nur” ein ganz gewöhnlicher Erfolg eines hervorragend spielenden Debütanten war, oder womöglich doch die Geburtsstunde eines neuen “Tour-Stars”, werden erst die nächsten Wochen zeigen, imposamt war Beywinklers Vorstellung beim drittletzten Sandplatz-Turnier des Jahres aber allemal.

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In nur 43 Minuten entschied Beywinkler das 45. Saisonfinale der HTT klar für sich

Der junge Mann aus Münchendorf nahm auf dem Weg ins Endspiel mit Alexander Sterzl, Gerald Marhold, Michael Kovar und Albert Wanka gleich vier aussichtsreiche Mitfavoriten eines extrem stark besetzten First-Series-Turniers aus dem Rennen. Dort im großen Finale zweier Debütanten gegen Johannes Mayer, vollendete Beywinkler ein perfektes Turnier-Wochenende mit einer famosen Final-Darbietung. In nur 43 Minuten hatte der Niederösterreicher das 45. Saisonfinale bei Prachtwetter für sich entschieden, und mit einer One-Man-Show der Extraklasse sein großartiges Können demonstriert. Der 21jährige präsentierte am Centercourt des TC Top Serve sein riesiges Schlag-Repertoire, glänzte mit wuchtigen und platzierten Grundschlägen, gefühlvollen Stopps und präzise getimten Volleys. Angesichts der unglaublichen Dominanz die der BMTC-Star ausspielte, geriet beinahe in Vergessenheit, dass auf der anderen Seite des Netzes mit Johannes Mayer immerhin der aktuelle September-GP-Halbfinalist vergebens an der Grundlinie den Geschossen des neuen Oktober-First-Series-Champs hinterher rutschte.

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“Voll geil, ich habe dieses Wochenende wirklich echt super gespielt”

Erst im Auftakt-Game des zweiten Satzes kam Mayer zu seinem ersten selbst erzielten Punkt und überraschender Weise auch zu seinem ersten Break. Der Oberösterreicher war auch plötzlich um vieles aggressiver als in Durchgang 1, doch was an diesem Nachmittag fehlte war der Aufschlag. Wer bei sieben Versuchen nicht ein einziges Mal sein Service zum Game-Gewinn nutzen kann, ist letztlich chancenlos um bei der Titelvergabe ein gewichtiges Wörtchen mitreden zu können. “Ich bin durch die Auslosung in dieses Finale gespült worden, und von daher kein bißchen enttäuscht”, relativierte Mayer den scheinbar trostlosen Ausgang seines Final-Debüts, während Beywinkler bei seinem ersten Sieger-Interview mit der Sonne um die Wette strahlte. “”Voll geil, ich habe dieses Wochenende wirklich super gespielt. Ich bin mit meiner Leistung äußerst zufrieden. Ein paar kleine Schwächen hat man immer in einem Match, aber wenn man so klar gewinnt, dann kann man glaube ich hoch zufrieden sein. Nach dem ersten Match hatte ich den Turniersieg schon ein wenig im Hinterkopf, aber das es dann wirklich klappt, damit hätte ich nicht gerechnet. Ich bin außerdem froh, auf die Tour gekommen zu sein. Es taugt mir voll hier, alle waren sehr nett, ich bin toll aufgenommen worden, und es ist irgendwie total familier hier”, verabschiedete sich der neue Oktober-First-Series-Sieger.

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Claus Lippert, 21. Oktober 2010