Premiere im Luxus-Ballon – die Vorschau zum großen Future-Tour-Final 2013

Im Schatten der anstehenden Groß-Entscheidungen, die am bevorstehenden Wochenende in Sachen Masters-Qualifikation und letztem freien Startplatz beim Challenger-Tour-Final fallen werden, geht erstmals in der seit 1990 andauernden Open Ära der Hobby-Tennis-Tour ein Future-Tour-Final in Szene. Als kleiner Bruder des großen und prestigeträchtigten Super-Events namens Masters und dem Pendant für die erfolgreichsten Challenger-Spieler dem Challenger-Tour-Final, gibt es 2013 also erstmals auch ein Saisonfinale der besten und erfolgreichsten Akteure der Future-Tour. Die unterste aller Turnierebenen rückt mit jenen Stars, die sonst das ganze Jahr über “nur” in der zweiten Reihe stehen, für ein Wochenende in den Fokus der breiten Tour-Öffentlichkeit, und ermittelt im bewährten Round Robin Modus den “Klassen-Besten” des Jahres. Im Vergleich zu dem seit 1990 stattfindenden Masters und dem seit 2010 im Kalender etablierten Challenger-Tour-Final, steckt das Future-Tour-Final natürlich noch in seinen Kinderschuhen, und dennoch darf man sich von der Premieren-Veranstaltung in der supermodernen Traglufthalle des UTC La Ville einiges erwarten. Ein Bericht von C.L

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Future-Tour-Final 2013 im Luxus-Ballon des UTC La Ville, der aktuell modernsten Traglufthalle der Bundeshauptstadt

Ein riesiger Ballon in weiß gehalten, prägt seit Wochen das Landschaftsbild am Altmannsdorfer Ast. Die Traglufthalle des UTC La Ville, im Aussehen ein wenig an die Allianz Arena in München erinnernd, wird den erfoglreichsten und besten Future-Tour-Spielern der zu Ende gehenden Saison fünf Tage lang nicht nur ein schützendes Dach über dem Kopf bieten, sondern Ader & Co auch jede Menge Spaß vermitteln, wenn es von Freitag Abend bis einschließlich Dienstag richtig ernst zur Sache gehen wird. Die Traglufthalle am Dr. Karl-Waltl-Weg gilt in der Wiener Tennis-Szene als die modernste Anlage der Bundeshauptstadt. Die aus der Slowakei stammende Halle ist mit der akutell modernsten am Markt befindlichen LED Beleuchtung ausgestattet, die selbst für TV-Bilder tauglich wäre. 2 Meter höher als die herkömmlichen Traglufthallen bietet der “Luxus-Ballon” im UTC La Ville jede Menge Komfort auch in Sachen “Lobs”. Verankert ist der Hallenkomplex im Abstand von jeweils nur einem Meter, was wiederum gewährleistet, dass die in Traglufthallen oftmals bekannte Feuchtigkeit hier keine Rolle spielt, und auch die gewöhnungsbedürftige Akustik eine wohlwollende ist. Aktuelle Top-Akteure, ehemalige Weltklassespieler und arrivierte Tennistrainer bestätigen der La Ville-Traglufthalle absolute Wettkampftauglichkeit, die sie bei bereits 3 ausgetragenen ÖTV-Turnieren auch unter Beweis gestellt hat.

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Die “Großen Vier” kamen zuletzt massiv in die Kritik der Future-Tour-Kollegenschaft

Von 15. bis 19. November haben nun die besten Future-Tour-Spieler des Landes die Gelegenheit, sich im Luxus-Ballon des UTC La Ville wohl zu fühlen, und den größten Erfolg ihrer Karriere einzufahren. Es steht ganz ohne Zweifel fest, dass es – egal für wen der 10 Herren und 2 Damen – das absolute Karriere-Highlight wäre, beim Saisonfinale der Future-Tour groß abzuräumen. Experten rechnen mit einem Vierkampf um den Titel, der zwischen den dominierenden Persönlichkeiten der heurigen Future-Tour-Saison toben wird. Super-Senior Karl Ader, Tennis-Beau Katharina Kothmayer, der 3fache Saison-Champion Rudolf Ronovsky und Robert Priewasser gelten in Insider-Kreisen als die zu favorisierenden Akteure auf den ersten Future-Tour-Final-Titel der Geschichte. Dem aussichtsreichen Titel-Aspiranten-Quartett wurde angesichts von zusammen insgesamt 9 gewonnenen Saison-Turniersiegen aber nicht nur jede Menge Ehre und Anerkennung zu Teil, nein in den letzten Wochen mischte sich seitens der Kollegenschaft auch jede Menge Kritik an den siegreichen Herrschaften hinzu. Der Grund ist die aktuelle Spielstärke der “Großen Vier”, die bestimmt durch die “International Tennis Number” kurz ITN nicht mehr viel mit der ursprünglichen Idee der Future-Tour zu tun hat. Ader, Ronovsky & Co wurden deshalb in Kollegenkreisen auch wenig ehrfürchtig als “Heferl-Sammler und Pokal-Abstauber” bezeichnet und speziell von Patric Weidinger heftig dafür kritisiert. Fakt ist, alle Vier haben nicht wirklich was mit Future-Tour-Tennis zu tun, und dennoch könnte einer von ihnen am kommenden Wochenende Geschichte schreiben.

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Rudolf Ronovsky ist seit 12 Spielen auf Future-Tour-Ebene ungeschlagen und der ganz große Favorit auf den Future-Tour-Final-Titel 2013

Der ganz große Favorit auf den Sieg bei der Premieren-Ausgabe des Future-Tour-Finals ist ohne Zweifel Rudolf Ronovsky. Der 47jährige schaffte es heuer nach Jahren des Selbstzweifels endlich, seine tennistechnischen Qualitäten auf den Platz zu bringen, und in entsprechende Resultate umzumünzen. 12:1 Siege auf Future-Tour-Ebene sprechen eine ganz klare Sprache, wobei der Routinier vom TC Hahn Kapellerfeld mit drei Turniererfolgen im Gepäck anreist und seit insgesamt 12 Future-Tour-Matches ungeschlagen ist. Kann “Rudi” seine Nerven im Zaum halten, dann gilt er ganz sicher als allererster Anwärter auf den prestigeträchtigen Titel.

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Super-Oldie Karl Ader will “auf Sand” endgültig zu “Karl dem Großen” avancieren

19 Matches hat er auf Future-Tour-Ebene heuer gewonnen, soviele wie kein Zweiter, dazu führt er mit drei Saisontitel die Liste der erfolgreichsten Future-Tour-Champions im Jahr 2013 gemeinsam mit Rudolf Ronovksy an, die Rede ist natürlich von Super-Oldie Karl Ader, der speziell im Sommer die Szenerie in einsamer und gleichzeitig großartiger Manier beherrschte. Doch auch der 70jährige Sympathikus musste in den vergangenen Monaten miterleben, wie sich die Stimmung im Circuit wandelte. Der Donaufeld-Super-Senior crashte im März im Endspiel gegen Robert Priewasser knapp am Titel und dem damit verbundenen Heldenstatus vorbei. Fortan war er der Liebling der Future-Tour und der sentimentale Favorit bei den folgenden Turnieren. Als er im April im World Tennis Club dann zum ältesten Titelträger der Geschichte avancierte, stieg er gleichzeitig zur lebenden Legende auf. Aders Beliebtheitsgrad ist allgemein weiter ungebrochen hoch, doch bei den Future-Konkurrenten büßte der Altspatz zuletzt einige Sympathiewerte ein. Auch er wurde im Sommer zwischenzeitlich zum “Titel- und Trophäen-Abstauber, und das kam bei vielen echten und hoch motivierten Hobbyspielern gar nicht gut an. In jedem Fall ist dem 70jährigen an diesem Wochenende – noch dazu auf Sand – wirklich Alles zuzutrauen. Vier Matches sind kraftmäßig kein Problem, mental scheint der Super-Oldie auch höchst gefestigt, bleibt nur die Frage, ob es “Karl der Große” auch spielerisch ein letztes Mal in dieser Saison krachen lassen kann.

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Katharina Kothmayer will beim Future-Tour-Final mehr als nur eine Tennis-Beau sein

Sie ist mehr als nur der optische Aufputz einer Veranstaltung, die am kommenden Wochenende in den Fokus der HTT-Öffentlichkeit treten wird. Nein, sie ist 2013 – sportlich betrachtet – wie aus dem Nichts aufgetaucht, und im Juli beim Future-Turnier im MAXX 23 erstmals bei der breiten Tour-Öffentlichkeit vorstellig geworden. Dort feierte sie 5 Siege am Stück, und krallte sich den Titel, der ihr gleichzeitig die Fahrkarte zum Future-Tour-Final bescherte. Kurz darauf bewies die 18jährige, dass der Premieren-Erfolg kein Zufall war, stürmte sie doch in den Tiroler Bergen mitten hinein ins Semifinale der Babolat-Kitzbühel-Trophy 2013, und eroberte zudem bei Olympia gleich zwei Silbermedaillen mit dem Racket in der Hand. Ein kleines Sommer-Tief danach beendete sie mit dem Triumph bei den Donaufelder Ladies-Open, ehe sie im Oktober daheim beim TC Terra Rossa mit dem Finaleinzug noch einmal ihre Anwartschaft auf ein Spitzen-Ergebnis beim Tour-Final im La Ville bekräftigte. Mit 10:2 Siegen ist die Tennis-Beau eine heiße Titel-Kandidatin, die in jedem Fall eine ganz schwierig zu meisternde Hürde für die Konkurrenz darstellen wird. Spielt sie druckvoll wie im Training, heißt es für die Gegner “bitte anschnallen”, und sollte doch wieder der Sicherheitsgedanke in ihrem Kopf regieren, dann spielt sie die kleine gelbe Filzkugel in einer derart beispielslosen Konstanz über das Netz, das die Konkurrenz einiges an Risiko nehmen wird müssen, um das 18jährige Tennis-Girl aus der Balance zu bringen. Und was erhöhtes Risiko auf Future-Ebene oftmals bewirkt, ist allgemein bekannt!

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Robert Priewasser – der heimliche Titelfavorit, der als einziger Spieler schon das Gefühl eines Turniersieges in der Traglufthalle des UTC La Ville auskosten durfte

Robert Priewasser gilt für viele Insider und Szenekenner dieser Tage als der heimliche Favorit auf den Future-Tour-Final-Titel. Ronovskys Siegesserie, Aders außergewöhnliche Leistungen in hohem Alter und der optische Aufputz des Turniers in Person von Kathi Kothmayer, dieses Trio raubt dem eher ruhig und zurückhaltend wirkenden Oberösterreicher den medialen Platz an der Sonne. Doch genau darin könnte das große Plus des 32jährigen an diesem bevorstehenden Turnier-Wochenende liegen. Während sich der gesamte Fokus auf das charismatische Konkurrenten-Trio richtet, könnte “Rob” still und heimlich zum ganz großen Triumph ansetzen. Wie es geht, hat der Innviertler im März im UTC La Ville mit seinem März-Future-Titel gezeigt, und eine 14:3 Bilanz sollte dem 32jährigen auch jede Menge Selbstvertrauen mit auf den Weg geben. Und er hat das Sieges-Gefühl im Luxus-Ballon des UTC La Ville – sprich in der Traglufthalle auf roter Asche – als einziger schon einmal ausgekostet, gewann er doch im Vorjahr das in der Sandhalle ausgetragene November-Future-Turnier. Er ist von den vier großen Titel-Kandidaten wohl der kampfstärkste, und das könnte auf Sand durchaus ein echter Trumpf werden.

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Ein Trio im Sog der “Großen Vier” – Haslinger, Lienbacher und Rydl mit guten Chancen auf eine Überraschung

Ein ganzes Jahr “gratis” Hobby-Tennis-Tour und eine Mega-Trophäe warten auf den Champion, und auf diese tollen Preise sind wohl auch die restlichen acht Teilnehmer des Future-Tour-Finales 2013 scharf. Drei Herrschaften sind durchaus im Sog der Top Vier erwähnenswert, und ganz sicher auch befähigt, zum ganz großen Coup auszuholen. Martin Haslinger kommt mit dem Selbstvertrauen des vor zwei Wochen errungenen November-Future-Titels und zuletzt 9:0 in Serie gewonnenen Matches. Der Hollabrunner Jungstar könnte genauso für eine Überraschung sorgen, wie die zweite Dame im Feld, die 28jährige Tajana Lienbacher. Die Bronze-Medaillengewinnerin im Damen-Einzel bei Olympia 2013 fixierte ihr Ticket erst mit einem herbstlichen Schluss-Spurt und dem Semifinaleinzug vor zwei Wochen beim November-Future-Turnier. Genaugenommen profitierte “Tajana” auch noch von der verletztungsbedingten Absage von WAT-Landstrasse-Sieger Alfred Zuna. Wie auch immer, jetzt ist die 28jährige dabei, und heiß auf ihren Auftritt. Das größte Fragezeichen im Titelrennen beim Future-Tour-Final stellt wohl Lucas Rydl dar. Der Terra-Rossa-Star ist ganz bestimmt der Mann mit dem schnellsten Schlag im gesamten 12er-Feld, und an guten “konstanten” Tagen wohl ohne Konkurrenz. Nur wie “konstant” wird der 26jährige im Verlauf dieses Turniers auftreten? 11:7 lautet seine Saison-Bilanz auf Future-Ebene, wobei von einer Finalteilnahme daheim auf Terra Rossa bis zum Erstrunden-Aus vor zwei Wochen beim November-Challenger im UTC La Ville eben alles dabei ist! Dem Rest des Feldes werden nur Außenseiterchancen zugebilligt. Ein Future-Tour-Final-Sieger namens Patric Weidinger, Mario Ferrari, Blagoje Dogandzic, Jens Gudenus oder Markus Fessel, wäre eine echte Sensation. Und über solche berichten wir ja bekanntlich am liebsten! Also stengt Euch ordentlich an!

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