Prüger klärt mit Kantersieg über Szupper die Kräfteverhältnisse zwischen Mann & Frau

Mit einer außerirdisch anmutenden Vorstellung hat Tour-Jungstar Lukas Prüger am Montag Abend im Semifinale des von Linz nach Wien verlegten HTT-500-Turniers nicht nur die Kräfteverhältnisse zwischen Damen- und Herrentennis geklärt, sondern sich auch in die absolute Favoritenrolle für den Gewinn des 730. Single-Events der Open Ära katapultiert. Das erst 15jährige Ausnahmetalent deklassierte mit einer gigantischen, und in dieser Form noch niemals gesehenen Sonderleistung, Marlies Szupper im hochstilisierten und mit großer Spannung erwarteten “battle of sexes” mit 6:0, 6:0, und sorgte nebenbei auch für ein statistisch ausgewiesenes Novum in der Hobby-Tennis-Tour-Geschichte. Finalgegner des Jungstars vom Schwechater TC wird übrigens Alexander Scheller sein, der im zweiten direkten Duell binnen 4 Wochen mit Mario Kiss, zum zweiten Mal souverän die Oberhand behielt. Ein Bericht von C.L

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Die semifinale Prüger-Gala mit außerirdisch anmutender Performance

Jungstar Lukas Prüger hat bei seinem zweiten Antreten auf der Hobby-Tennis-Tour in atemberaubender Art und Weise sein famoses Talent unter Beweis gestellt, und der Konkurrenz einen Denkzettel der besonderen Art verpasst. Der 15jährige vom Schwechater TC demolierte im Semifinale des von Linz nach Wien verlegten HTT-500-Turniers, Österreichs Nr. 11 bei den Damen, die erst 18jährige Wienerin Marlies Szupper mit der Höchststrafe einer Doppel-Null, und zog damit zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere in ein Endspiel der Hobby-Tennis-Tour ein. Im elektrisierenden Geschlechter-Treffen zweier hochbegabter Jungstars, steckte der männliche Part in eindrucksvoller Weise die Grenzen zwischen Damen- und Herren-Tennis ab. Das der mit Spannung erwartete “battle of sexes” zu einer Solo-Show Prügers verkam, lag an der galaktisch anmutenden Performance, die der 15jährige zum Staunen der Zuseher und zum Entsetzen der Szupper-Fans in der Halle zum Besten gab. Wer sich auf dem Weg zum Centercourt verspätete, der hatte auch schon den gerade einmal 16 Minuten dauernden ersten Satz versäumt.

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Prüger begeht im Geschlechter-Duell mit Szupper nur einen unerzwungenen Fehler

In diesem offenbarte sich der größte Unterschied zwischen den männlichen und weiblichen Tenniswelten! Einen einzigen Punkt schaffte Szupper in ihren drei Aufschlag-Games, wo sie mit gerade einmal 31 Prozent “am ohnehin nicht besonders schnellen Ersten” natürlich zum Freiwild beim Return des übermächtigen Gegners avancierte. Auf der anderen Seite prügelte Prüger mit der rohen Urgewalt sensationelle 86 Prozent seines Kracher-Aufschlages ins Feld der überforderten Gegnerin. Im zweiten Heat brauchte der neue Tour-Jungstar dann zwei läppische Minütchen länger, um abermals mit einem niemals in Frage stehenden 6:0 den souveränsten Finaleinzug der Geschichte zu realisieren. Besonders imponsant ist der Blick auf die Match-Statistik von hobbytennistour.at, die nur einen einzigen unerzwungenen Fehler des 15jährigen auswies. “Ich kann nicht viel sagen, nur soviel: Heute ist mir alles gelungen. Das war ein unglaubliches Match mit einer unfassbaren Leistung”, jubelte Prüger in seiner höchst bescheidenen Art, während Marlies Szupper das Semifinal-Debakel gelassen zur Kenntnis nahm. “Da gibt es nicht viel zu sagen: Der Lukas hat ein sensationelles Match gespielt, ich hatte nicht den Funken einer Chance”. Und auch Mama Szupper analysierte nüchtern und zollte dem Semifinal-Bezwinger ihrer Tochter Respekt. “Dieser junge Mann ist ein außergewöhnliches Talent, und die Marlies hätte gegen den Lukas selbst vollfit keine Chance”.

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Maroder Kiss gegen Mister Vorhand Alexander Scheller im zweiten “Semi” ohne Chance

Keine Chance hatte im zweiten Semifinale auch der ehemalige Ranglisten-Erste Mario Kiss, der sich in der Neuauflage des Oktober-HTT-250-Semifinales gegen Alexander Scheller mit 2:6, 3:6 geschlagen geben musste. Nach seinem 250. Karriere-Match – absolviert in Runde 1 gegen David Klapil -, und seinem 180. Einzelsieg – vollbracht gegen David Schützhofer im Viertelfinale – gab es diesmal für den Donaufeld-Star keinen Grund zum Feiern. Kiss war im semifinalen Treffen mit dem in Richtung Masters unterwegs befindlichen Scheller vorallem lauftechnisch gehandicapt. Schwere Beine und ein maroder Körper waren nach einem intensiven Tennis-Wochenende der Grund dafür, dass es für den 3fachen Grand-Slam-Sieger im zweiten Duell mit dem 3fachen HTT-250-Saisonsieger Alexander Scheller neuerlich nichts zu gewinnen gab. Scheller diktierte mit seinem Paradeschlag der Vorhand das Geschehen, und sicherte sich glatt in zwei Sätzen sein insgesamt 8. Karriere-Finale. “Ich bin mit dem Abschneiden bei diesem Turnier generall aber zufrieden. Ich habe im Viertelfinale gegen Schützhofer eine meiner besten Partien heuer gespielt, und dann ist es halt im Semifinale so gekommen wie es kommen musste. Mein Körper hat nicht mitgespielt. Ich habe 7 Magnesiumpulver eingeworfen, Entspannungsbäder genommen, mit Cremen geschmiert, und alles hat nichts geholfen”, so der 34jährige nach seinem Halbfinal-Aus.